Barta | Sissis Gold | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 216 Seiten

Reihe: Brandner-Krimi

Barta Sissis Gold

Ein Salzkammergut-Krimi
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7099-3597-2
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Salzkammergut-Krimi

E-Book, Deutsch, Band 2, 216 Seiten

Reihe: Brandner-Krimi

ISBN: 978-3-7099-3597-2
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



SO TOLL! SO GSCHMA! BESTE KRIMIKOST AUS DEM SALZKAMMERGUT -mit 15 Zeichnungen des Autors- Ein toter Jäger im beschaulichen Kaiserdorf Bad Ischl - eindeutig ein Fall für Inspektor Gustl Brandner. Ermittelt wird dort, wo der Ermordete Heinrich Grün einst herumgepirscht ist: im Wald, auf der Alm und im Ehebett manch braver Bürgersfrau. Als am Jägerball auch noch Baron Buck leblos aus seiner Loge kippt, wird der Kreis der Verdächtigen enger und enger ... Der beliebte Gmundner Inspektor ist wieder in seinem Element - liebenswürdig schrullige Figuren, unvorhergesehene Wendungen und vergnügliche G'schichtln, die nur an einem Ort passieren können: im urigen Salzkammergut! **************************************************************************************************************** LESERSTIMMEN: 'Ich liebe es, wie Bernhard Barta Land und Leut skizziert. Und das meine ich nicht nur auf sprachlicher Ebene. Der Autor hat ein gutes Händchen für Karikaturen und schenkt uns einen amüsant zu lesenden, originell illustrierten Krimi!' 'Sissis Gold sprüht wahrlich vor Wortwitz, Spannung und köstlichen Anekdoten, die bis zur Kaiserzeit zurückreichen. Der Autor fängt die unverwechselbare Atmosphäre des Salzkammergut ein und verpackt sie gekonnt in seine Alpenkrimis.' **************************************************************************************************************** Bisher erschienen in der Krimireihe mit Inspektor Gustl Brandner: Sissis Tod Sissis Gold

Bernhard Barta, geboren in Oberösterreich, promovierter Kunsthistoriker, lebt in Wien und im Salzkammergut. Seit 2003 freier Schriftsteller. Zahlreiche Bücher, darunter Bestseller wie Künstler & Kaiser im Salzkammergut. Anekdotisches zur Sommerfrische (2008). Mit Sissis Tod (HAYMONtb 2013), dem ersten Teil seiner Salzkammergut-Krimireihe rund um das Gmundner Original Gustl Brandner, legte Bernhard Barta ein fulminantes Krimidebüt vor.
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4.


Kurz zuvor hielt Gustl Brandners silbergrauer VW Karmann-Ghia, Baujahr 1955, quietschend am Portal des Ischler Stadtmuseums.

„Kommt’s her! A Leich! Im Museum!“, hatte die Männerstimme gestöhnt. Doch bevor Brandner nachfragen konnte, hatte der andere in der Leitung aufgelegt. Es hatte nach dem Kaiser geklungen, dem alten Franz.

Die Dienstwege waren lang geworden, seit man dem Chef der Salzkammergutpolizei auch noch den Ischler Posten verpasst hatte. Und somit den faulsten Wachtmeister weit und breit, wieder einmal war der im Krankenstand. Der Gamperl, der Depp! Milli Marek, Brandners Sekretärin, weilte auf Urlaub und der Wachtmeister Birngruber nahm in Vorchdorf einen Verkehrsunfall auf. Alle Notrufe waren zu Brandner nachhause durchgestellt. So war er halt selbst hergefahren. Nach der Frühstückswatschen.

Schlecht gelaunt stieg der Inspektor aus. Das Museum war unversperrt. Keiner zu sehen! Brandner schnaufte vom Foyer die Treppe hinauf. Kaiser Franz Joseph und Ischl stand über dem Ausstellungsraum im ersten Stock. Dort brannte Licht. Er hatte Geräusche gehört. Leise ging er hinein.

„Ah! Eh schon da?“

Frau Doktor Fuchs machte sich eifrig an der Leiche zu schaffen und grinste boshaft herauf.

„Sauerei!“

Dem Brandner lief es feucht über den Rücken. Und das auf vollen Magen!

„Ach wo, endlich passiert einmal was. Hackfleisch ist der!“

Ihre Augen begannen zu leuchten. Brutal führte sie dem Toten ihr Thermometer ein. Na, einen Magen hatte die Füchsin! Doch er gab ihr Recht. Morde passierten so gut wie nie im Salzkammergut. Sah man vom letzten Sommer ab. Ausgerechnet zum Kaisergeburtstag war da diese Leiche gelegen. Auf dem Siriuskogel, die berühmteste Frau Hollywoods.

Aber sonst? Dann und wann haute mal einer die Frau. Dazu die paar Wilderer, ein bisserl Schwarzfischen. Vielleicht kam einmal ein Einbruch daher. Sonst Friede, Freude, Apfelstrudel.

Und jetzt das! Gustl Brandner war kein Morgenmensch. Schon gar nicht, wenn der Morgen mit einem Blutbad begann. Er riss sich zusammen.

„Wie lange ist er schon tot?“

„Stunde.“

Sie hasste jede Störung bei ihrer Leichenbeschau.

„Prinzessin“, knurrte der Brandner zurück. Allerdings nur für sich. Es empfahl sich nicht, die Füchsin zu reizen. Er brauchte die einzige Amtsärztin seines Bezirks. Für den Totenschein und angesichts des gewaltsamen Todes auch für die Obduktion.

Er trat ein paar Schritte zurück und setzte sich auf den Besucherstuhl des Kaiserraums. In Bezug auf seinen Job hatte der Chefinspektor ein einziges, doch überaus lästiges Handicap: Blut. Schon ein Tropfen davon war ihm zu viel. Aus den Augenwinkeln riskierte er einen Blick. Die Füchsin hockte fasziniert vor der Leiche. Ein alter Mann am Boden. Mit offener Weste und aufgerissenem Hemd lehnte er am zersplitterten Glas der Vitrine. Zahlreiche Schnittwunden überzogen den Körper. Der Kopf war auf die Schulter gesunken.

Der Brandner erschauderte. Rundherum rot! Sein Blick fiel auf seine Goiserer. Angewidert zog er das fein geglättete weiße Taschentuch mit dem gekrönten B hervor und wischte sich mit zugehaltener Nase das Blut vom Schuh. Wie immer in diesen Fällen sehnte er sich in sein früheres Leben zurück. Das beschauliche Wiener Antiquitätengeschäft. Die Kundschaft, die schon bei seinen Eltern gekauft hatte. Etwas blasiert, doch herrlich unaufgeregt. Er war ein Schöngeist, ein Philanthrop. Schon der Anblick einer toten Maus war ihm zu viel. Und dann so was! Andererseits, der Tod war sein Job. Er sah doch wieder hin. Das war ...

„Ein Gemetzel!“, strahlte die Füchsin übers ganze Gesicht. „Gibt’s sonst nur im Fernsehen, CSI Miami und so.“

„Also ... was haben wir?“

„Eindeutig erstochen.“ Ein Leuchten stand in ihren Augen.

„Weißt du schon etwas zum Tatwerkzeug?“

„Manche Wunden scheinen von einer großen Klinge zu stammen. Am Rücken etwa. Die meisten Schnitte von einem kleineren Messer. Jedenfalls wurde der so richtig tranchiert! ... Genaueres kriegst du nach der Obduktion.“

Er überwand sich und beugte sich mit zugehaltener Nase über die Leiche. Sie kam ihm bekannt vor.

„Das hat er bei sich gehabt.“

Die Füchsin hob etwas auf und wachelte ihm damit vor seiner Nase herum. Ohne Handschuhe! Daumen schwarz. Zeigefinger weiß, Mittelfinger schwarz und so fort lackiert. Wie Yin und Yang. Gut und böse. „Wie deine Seele“, murmelte er.

„Was?“

Er tat, als hätte er nichts gehört. Zog den Gummi über die Hände und nahm ihr das schwarze Geldbörsel ab. Ein kleiner Bund Schlüssel fiel heraus, ein paar Visitenkarten, ein paar hundert Euro, Jagdschein, Personalausweis. Bundesrepublik Deutschland! Er klappte ihn auf.

„Heinrich Grün. Freistaat Bayern“, las er laut vor. Moment ...

„Der Waffenfabrikant!“, schrie er so laut, dass die Füchsin erschrak. Was ihn ein wenig freute.

„Geboren am 25. 12. 1920“, las er weiter. 1920? Sie sahen einander verwundert an. Man hätte dem Opfer kaum siebzig gegeben.

„Todsicher ’ne junge Freundin. Tät dir auch nicht schaden, Brandner“, meinte sie anzüglich.

Er ärgerte sich. Klar! Rumbumsen und gute Ratschläge geben. Vom Richter bis zum Schokoladenvertreter hatte die Füchsin doch alle durch im Bezirk. Er hielt die Klappe und widmete sich wieder dem Ausweis.

„Körpergröße: 170 cm.“

„Jetzt einsfünfzig. Wo der Kopf ja fast fehlt!“

Er ging über ihren Zynismus hinweg. Ließ Grüns Habseligkeiten in den Plastikbeutel gleiten und wandte sich dem Schaukasten zu.

Kaiser Franz Josephs Jagdbüchse – Leihgeber: Kommerzialrat H. Grün, stand da über dem eingehauenen Glas.

Kein Zweifel, er hatte jüngst von Grün gelesen. Büchsen, Revolver, Raketen. Dieser Mann war dick im Waffengeschäft.

Von draußen drang Schluchzen herein. Wie der Blitz stürzte der Brandner in den Nebenraum. Die Kaisersänfte! Von dort kam das Geheule. Er sah hinein. In der historischen Holztrage saß kreidebleich ... das Fräulein Grimm!

„Grimm“, stellte sie sich vor. Unnötigerweise. Jeder kannte ja ihr Gesicht aus dem Ischler Mittwoch. Ihre Vortragsreihe Habsburgs historische Hoheiten wurde vom Redakteur Kupperl schwer hofiert. Na ja, der Kupperl hofierte alles, was einen Rock anhatte. Alles, was gschma war. Und die Grimm Mizzi im Dirndl … extragschma, dachte der Brandner.

„Ich war da, wie’s passiert ist!“

Direktor Grimm schnäuzte drauflos und rieb sich die Augen. Er gab ihr ein wenig Zeit.

Der vom Polizeirevier umgeleitete Anrufer hatte ja eigentlich nach einem Mann geklungen. Eigentlich wie der Soukop Franz. Der Ischler Kaiser, also das bezahlte Kaiserdouble vom Tourismusbüro. Er war sich beinahe sicher, dass es der Franz gewesen war.

„Das heißt, Sie haben das da gefunden? Die ... Sauerei?“

„Unser Grün ...“, schluchzte Direktor Grimm und hob kraftlos den Arm.

„Also ist das da wirklich der Heinrich Grün? Der Waffenschieber?“, forschte der Brandner nach. Wütend schoss sie hoch aus der Sänfte.

„Kommerzienrat Grün war Ischls größter Mäzen! Heut wär sein Abschlussvortrag gewesen für diese Saison.“

Sie legte schon wieder los mit dem Geheul. Er wartete, bis sie sich etwas gefasst hatte.

„Wann haben Sie den werten Herrn denn entdeckt?“

„Na so gegen halb neun. Da bin ich zur Tür herein, so wie immer. Will grad auf meinen Kontrollgang durchs Haus. Da rennt der Franz an mir vorbei. Also der Kaiser ...“

„Der Soukop?“

Sie nickte.

„Der Franz rennt also an mir vorbei ...“

„Zur Tür?“

„Zur Tür!“ Sie schaute böse. „Wollen S’ mi jetzt bei jedem Wort unterbrechen?“

Der Brandner ärgerte sich, doch er sagte nichts.

„Der rennt also zur Tür, wie ein Irrer. Ich denk mir noch, komisch ... der Franz.“

„Sie sind also dann selbst hinauf ...“, half er nach, damit das Fräulein endlich zum Punkt kam. Schließlich traf gleich die Linzer Mordgruppe ein. Das Fräulein Direktor nickte und schlug das Kreuz.

„Ich nix wie rauf. Und da ist er gelegen!“ Sie griff wieder zum Taschentuch.

„Und dann?“

„Dann hab ich die Frau Doktor angerufen. Die kriegt einen jeden hin. Auch unsern Grün, hab ich gedacht. Wo sie mir doch so schön geholfen hat!“

Grimm sah die Amtsärztin andächtig an.

Aha! So war die Füchsin also als Erste zum Tatort gekommen. Der Inspektor schluckte den Ärger hinunter und konzentrierte sich auf die Zeugin.

„Wo hat er denn gewohnt, der Herr Grün?“

„Im Jagdhaus. Da oben beim Offensee.“

Reflexartig griff er in seinen Hosensack. Grüns Schlüssel klimperten leise im Plastikbeutel. Sie mochten wohl zu Grüns Anwesen gehören.

„Erst vorige Woche hat er gemeint, dass er uns das Jagdhaus jetzt bald überschreiben würd, der Herr Kommerzienrat. Also dem Museum halt! Falls ihm was passiert …“

Der hübsche Direktorskopf sah mit einem Mal geschäftsmäßig drein.

„So hat er das gesagt? Falls ihm etwas passiert?“

Sie nickte stumm.

„Wie kam der Grün ins Museum? Es ist ja noch nicht einmal Öffnungszeit.“

„Mit seinem Schlüssel natürlich!“

Das...


Bernhard Barta, geboren in Oberösterreich, promovierter Kunsthistoriker, lebt in Wien und im Salzkammergut. Seit 2003 freier Schriftsteller. Zahlreiche Bücher, darunter Bestseller wie Künstler & Kaiser im Salzkammergut. Anekdotisches zur Sommerfrische (2008). Mit Sissis Tod (HAYMONtb 2013), dem ersten Teil seiner Salzkammergut-Krimireihe rund um das Gmundner Original Gustl Brandner, legte Bernhard Barta ein fulminantes Krimidebüt vor.



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