Barbieri | Das Inselcottage am Meer | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 297 Seiten

Barbieri Das Inselcottage am Meer

Roman | »Heather Barbieri ist die neue Maeve Binchy!«, urteilt >The Oregonian<
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-740-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | »Heather Barbieri ist die neue Maeve Binchy!«, urteilt >The Oregonian<

E-Book, Deutsch, 297 Seiten

ISBN: 978-3-98690-740-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lausche auf das Flüstern der Wellen: Der gefühlvolle Inselroman »Das Inselcottage am Meer« von Heather Barbieri jetzt als eBook bei dotbooks. Plötzlich liegt ihr perfektes Leben in Scherben vor ihr ... Als die junge Mutter Nora aus der Presse von der Affäre ihres Mannes erfährt, flieht sie mit gebrochenem Herzen auf die verschlafene Insel ihrer Kindheit vor der Küste von Maine. Dort nimmt ihre Tante Nora die kleine Familie in einem zauberhaften Cottage am Strand unter ihre Fittiche. Hier, wo die uralte Magie der Winde und des Meeres noch spürbar ist, beginnt Nora zu sich selbst zurückzufinden - und wagt es endlich, mit den Schatten ihrer Vergangenheit abzuschließen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Fischer Owen, der Noras Herz bei jeder Begegnung auf ungeahnte Weise berührt. Aber kann er ihr beistehen, wenn das Schicksal ein zweites Mal unbarmherzig zuschlägt ...? »Heather Barbieri lässt eine traumhafte Insel lebendig werden und schafft einen magischen, unvergesslichen Ort. Eine wundervolle, mitreißende Geschichte!« Booklist Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der berührende Schicksalsroman »Das Inselcottage am Meer« von Heather Barbieri ist ein Lesevergnügen für die Leserinnen von Susan Wiggs und Lucinda Riley. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Heather Barbieri wurde als Tochter irischer Einwanderer in den USA geboren und arbeitete als Zeitschriftenredakteurin, Journalistin und Filmkritikerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Kurzgeschichten sind preisgekrönt; ihre gefühlvollen Romane eroberten die Herzen zahlreicher Leserinnen und Leser. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Kindern in Seattle, Washington. Die Website der Autorin: www.heatherbarbieri.com Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/barbieriauthor Die Autorin auf Instagram: www.instagram.com/heatherbarbieri/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre gefühlvollen Romane »Der Sommerhimmel über Irland« und »Das Inselcottage am Meer«.
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Kapitel Eins


Jemand beobachtete sie, da war Nora sicher. Sie ließ den Blick über die kleine Bucht schweifen, über den Kieselstrand, die graubraunen Felsen. Angelplattformen schaukelten scheinbar schwerelos auf dem Wasser, unter dessen glatter Oberfläche sich Geheimnisse verbargen. Die abgeschliffenen Glasstücke, nach denen der Strand benannt war, schimmerten im Licht der Sonne, und Seetangstränge zeichneten Muster auf den Sand.

»Siehst du was?«, fragte ihre Tochter Ella.

Nora schüttelte den Kopf. Sie musste sich ins Gedächtnis rufen, dass sie hier auf Burke’s Island nicht ständig über die Schulter blicken mussten, weil sie den Skandal und die Presse hinter sich gelassen hatten. Und ihren Mann, die Ursache des Ganzen.

»Schau.« Annie deutete auf einen Haufen Muscheln auf der hinteren Terrasse. »Als ob sie gewusst hätten, dass wir kommen.« Mit ihren sieben Jahren lebte sie noch halb in einer Fantasiewelt.

»Wer?«, fragte Ella und runzelte wie üblich skeptisch die Stirn.

»Die Muschelmenschen«, antwortete Annie mit einem geheimnisvollen Lächeln.

»Quatsch. Wahrscheinlich hat Tante Maire sie hingelegt«, erwiderte Ella.

»Du hast keine Fantasie«, stellte Annie naserümpfend fest.

»Aber gesunden Menschenverstand.«

»Mädels.« Nora hob eine Strandschnecke auf. Die blau-graue Schale drehte sich in sich selbst zu einem festen Knoten, ein Hauch von silbrigem Perlmutt in der Mitte. Ihre Mutter war eine unermüdliche Strandgutsammlerin gewesen. Sie hatte, Nora im Schlepptau, die Zeichen des Strands und des Wassers gelesen. Nora erinnerte sich an die fahle Sonne hinter Wolken, zwischen denen ihr Licht hindurchsickerte. Ein Gotteshimmel, hatten sie das genannt. Nicht schauen, hatte jemand gesagt und die Hände über ihre Augen gelegt, um sie zu beschützen. Wovor? Die Stimmen hatten verzerrt geklungen, wie unter Wasser. Die fast schon schmerzende Kälte des Meeres beim Hineintauchen, die Benommenheit, wenn man sich daran gewöhnte. Wenn du dich bewegst, bleibst du warm. Erinnerungssplitter huschten durch ihr Gehirn und verschwanden wieder im Nichts, verschlungen von den Tiefen ihres Unterbewusstseins. Nicht loslassen.

Sie seufzte. Wahrscheinlich hatte die lange Fahrt sie müde gemacht. Dreieinhalb Stunden von Boston aus nach Norden, anschließend mit dem Schiff vorbei an Monhegan. Dann endlich aufatmen nach allem, was passiert war, sich bis zu einem gewissen Grad der Erschöpfung ergeben ? nicht ganz, das würde sie der Kinder wegen nie können. Und schließlich das Gefühl des Déjà-vu an diesem Strand in der Nähe des Cottage, so intensiv, dass ihr fast schwindlig wurde.

In der Ferne glitt ein Schiff in Richtung Osten über den Atlantik, eine Schachfigur in der Weite des Ozeans. Der Wind frischte auf. Hochsommer an der äußeren Küste der Neuenglandstaaten, beste Chancen auf gutes Wetter.

Nora kehrte zur Vorderseite des Cottage zurück. Sie hatten niemanden angetroffen, weder im Cottage noch in dem Haus ein Stück weiter die Straße entlang, wo Tante Maire laut Briefkasten wohnte. »Flanagan« stand darauf, der Name ihrer Tante nach der Heirat. Nora hatte zur Begrüßung nicht gerade eine Konfettiparade erwartet, aber wenigstens, dass jemand da wäre, um sie einzulassen.

»Das ist es also?« Ella betrachtete das Cottage skeptisch.

»Mir gefällt’s«, sagte Annie.

»Dir gefällt alles.«

»Nein, das stimmt nicht. Ich mag keine Lakritze, kein Fleisch mit Knochen und keine Spinnen. Aber hier gefällt’s mir. Man hat gleich das Gefühl, zu Hause zu sein.«

»Wir sind in Boston zu Hause«, erinnerte Ella sie.

»Unser Ferienzuhause«, sagte Nora. »Eine Sommerfrische.«

Das rustikale kleine Cottage bestand aus grauem Inselstein, hatte abgewetzte weiße Zierleisten, eine verwitterte rote Tür und leere Blumenkästen vor den Fenstern. Nora nahm sich vor, Pflanzen zu besorgen ? Geranien oder Kräuter vielleicht, für ein Küchengärtlein ?, vorausgesetzt, sie fand in dem Ort einen Laden, in dem es so etwas gab.

Als sie den Türknauf berührte, wurde sie wieder zum kleinen Mädchen. Die Metallkugel ließ ihre Hand winzig erscheinen; das Schloss in der Mitte blickte sie an wie ein starres Auge. Wie vermutet war die Tür verschlossen. Vielleicht war alles ein Missverständnis. Sie hätte ihr Kommen eher ankündigen sollen. Nora hatte nicht bedacht, wie lange ein Brief auf die Insel brauchte. Es konnte gut sein, dass er später in der Woche mit der Fähre eintraf.

Sie tastete den oberen Türrahmen ab und sah unter dem Fußabstreifer nach. Kein Schlüssel. Sie rüttelte an den Fenstern. Sie rührten sich nicht vom Fleck. Als Nora ins Innere lugte, konnte sie durch die Spitzenvorhänge nur Schatten erkennen.

»Niemand da«, stellte Ella fest. »Können wir wieder fahren?« Mit ihren zwölf Jahren, kurz vor dem Erreichen der Pubertät, hatte sie die Kunst des verächtlichen Mundverziehens perfektioniert.

»Und wohin?«, fragte Nora.

»Irgendwohin, wo’s Zentralheizung gibt.«

Da hatte sie recht, aber so schnell würde Nora nach der langen Fahrt nicht aufgeben.

»Hier beginnt mein Exil«, hob Ella an, die nach Burke’s Island hatte fahren wollen ? bis klar geworden war, dass das bedeutete, Position zu beziehen, ihren Vater zurückzulassen.

»Du hast zu viele Bücher über die alten Römer gelesen«, stellte Nora fest.

»Über die kann man gar nicht genug lesen«, sagte Ella und nickte in Richtung Wagen. »Das Essen wird schlecht, wenn es nicht schon schlecht ist. Dann verhungern wir. Und irgendjemand findet unsere Gerippe …«

»Ich will nicht sterben«, jammerte Annie.

»Keine Sorge, wir verhungern nicht«, beruhigte Nora sie. »Wir haben etwas zu essen dabei, und wenn nötig, kaufen wir was im Ort.« Die Flaschen und Kartons hatten während der Fahrt gescheppert, als hätten sie hinsichtlich des Ziels Bedenken. In Portakinney, dem Hauptort der Insel, hatte sie nicht halten wollen, weil sie zu müde war für Small Talk. Abgesehen davon wusste sie nicht, ob die Läden um diese Uhrzeit noch geöffnet hatten. Der Medienrummel in Boston und die wechselnden Loyalitäten ihrer Freunde und Bekannten hatten sie vorsichtiger gemacht, als sie es bis dahin gewesen war.

Nora zückte ihr Handy.

»Wen rufst du an?«, fragte Ella.

»Ich versuche, den Schlüssel aufzutreiben.«

»Wir kennen hier niemanden.«

»Doch, Tante Maire«, meldete sich Annie zu Wort.

»Nicht persönlich«, widersprach Ella.

»Ich schon ? und ihr werdet sie noch kennenlernen«, sagte Nora. Allerdings war die letzte Begegnung mit Maire Jahre her, und Nora erinnerte sich kaum an sie und die Insel. Letztlich wusste sie nicht, wen sie anrufen sollte. Sie kannte Maires Nummer nicht. Die Auskunft? Gab es so etwas auf der Insel? Sie stellte sich ein Fräulein vom Amt vor, das irgendwo im Ort saß und die Gespräche der Einwohner belauschte. »Lasst mich mal schauen, ob wir hier Empfang haben, okay?«

»Na, dann mal viel Glück«, meinte Ella. »Wir sind am Arsch der Welt.«

»Ausdrucksweise«, ermahnte Nora sie über die Schulter gewandt und zog den Reißverschluss ihrer Jacke, die trotz gegenteiliger Behauptungen des Herstellers den Wind nur dürftig abhielt, bis zum Kinn hoch. Durch die dünnen Sohlen ihrer Turnschuhe spürte sie die spitzen Kiesel. Die Straßen in diesem Teil der Insel waren nicht gepflastert, sondern mit einer Mischung aus Muschelschalen und Steinen bedeckt.

Der Wind wehte stärker. Ihre Lippen schmeckten nach Salz, und ihre lockigen dunklen Haare wurden nach hinten geweht. Wenigstens musste sie sich hier keine Gedanken über ihr Aussehen machen. Sie waren hergekommen, um an einem Ort zu sein, an dem sie nicht Mrs. Malcolm Cunningham sein musste. Wo die einzigen Geräusche, die sie hörte, die Stimmen ihrer Kinder, die der sich am Strand brechenden Wellen und die ihrer eigenen Schritte auf der einsamen Straße waren.

Auf einem Felsvorsprung, ein Stück von den Bäumen weg, empfing sie ein schwaches Signal. Sie rief Malcolm an, um ihm zu sagen, dass sie gut angekommen waren. Das hatte sie versprochen. (Nun war sie entschlossener denn je, ihre Versprechen zu halten.) Sie hoffte, dass die Mailbox anspringen würde. Aber natürlich meldete er sich ausnahmsweise sofort.

»Wo bist du?«, fragte er.

»Das habe ich dir doch gesagt. Auf Burke’s Island.«

»Du hättest dir’s ja auch anders überlegen können.«

»Du hast nichts getan, um mich von meinem Plan abzubringen.«

Ungeduldiges Seufzen. »Wie lange wirst du bleiben?«

»Wie gesagt: den ganzen Sommer.«

»Aber die Mädchen …«

»Wenn du sie sehen möchtest, können wir etwas vereinbaren. Wie voll ist dein Terminkalender?«

Papierrascheln auf seinem Schreibtisch. Malcolm, ganz der tolle Anwalt, wieder einmal im Begriff, ihr auszuweichen. Der jüngste Generalstaatsanwalt in der Geschichte des Staates Massachusetts, zu Höherem bestimmt. Ein Mann des Volkes, einer von ihnen, geboren in South Boston; ihm war es gelungen, den amerikanischen Traum zu verwirklichen. »Ist gerade viel los«, erklärte er. »Ich ruf dich zurück.«

Das hatte sie fast erwartet. »Gut. Lass uns Schluss machen«, sagte sie und fluchte »Mistkerl«, als sie das Freizeichen hörte. Er hatte vor ihr aufgelegt, weil er ihre scharfe Zunge fürchtete. Den Kraftausdruck würde sie sich für ein andermal aufheben. Sie hatte noch mehr davon parat, ein ganzes Arsenal.

Nora fiel ein, dass sein Name genauso begann wie das französische Wort für »schlecht« ? Mal. Und dass es auch im Englischen Bestandteil einer langen Liste von Wörtern mit negativem Beigeschmack...



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