E-Book, Deutsch, Band 0064, 448 Seiten
Reihe: Julia Gold
Banks / Kendrick / Brooks Julia Gold Band 64
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0503-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0064, 448 Seiten
Reihe: Julia Gold
ISBN: 978-3-7337-0503-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EIN NEUER ANFANG? von KENDRICK, SHARON
Das hat Kiloran noch gefehlt: Ihr Großvater setzt ihr den arroganten Finanzexperten Adam Black als Boss vor die Nase! Trotz ihrer Aversion gegen Adam knistert es heftig zwischen ihnen. Doch wie lange kann Kiloran dieser intensiven Anziehungskraft noch widerstehen?
... DANN ANTWORTEN SIE MIT JA! von BROOKS, HELEN
Am Pool ihres Chefs stehen Erdbeeren und Champagner bereit. Er hat an alles gedacht ... Aber die hübsche Cory ist entschlossen, standhaft zu bleiben. So umwerfend Max Runter auch ist, Cory ahnt, was er will: Nur ein kleines Abenteuer. Dabei träumt sie von der wahren Liebe!
WIE SEXY DU BIST von BANKS, LEANNE
Er ist ein Selfmade-Millionär! Für seinen Erfolg zahlt Michael einen hohen Preis: Er hat keine Zeit für Gefühle - bis zu der Nacht mit seiner Assistentin Kate. Als sie sich mehr von ihm erhofft, weist er sie ab. Dabei ahnt Michael nicht, dass sie ein süßes Geheimnis hat ...
Mit mehr als 20 geschriebenen Romanen, ist Leanne dafür geschätzt Geschichten mit starken Emotionen, Charakteren mit denen sich jeder identifizieren kann, einem Schuss heißer Sinnlichkeit und einem Happy End, welches nach dem Lesen noch nachklingt zu erzählen. Sie ist die Abnehmerin der Romantic Times Magazine's Awards in Serie. Sinnlichkeit, Liebe und Humor, mit diesen Zutaten für ihre Romane sorgte sie bei zahlreichen Wettbewerben wie dem RITA Award für Aufsehen. Für die zahlreichen Auszeichnungen ist Leanne sehr dankbar. Doch besonders bewegt hat sie der Brief einer Leserin, die schrieb, dass ihr Buch sie durch die schweren Zeiten einer Chemotherapie begleitet hat. Der Leserbrief inspirierte sie zu einer Redewendung und führte bei ihr zu folgender Erkenntnis: Unterschätze niemals die Kraft von Liebesromanen. Leanne ist heimisch in Virginia und lebt glücklich zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei jugendlichen Kindern. Sie liebt Musik, Schokolade, Zitate und neue Abenteuer. Außerdem glaubt sie, dass Liebhaber von Liebesromanen die besten Leser der Welt sind, weil sie verstehen, dass Liebe das größte Wunder auf Erden ist.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Adam Blacks graue Augen glänzten hell wie das Meer, wenn im Winter die Sonne darauf schien. „Weshalb haben Sie mich herbestellt, Vaughn?“, fragte er sanft.
Der Alte im Rollstuhl blickte zu dem großen, dunkelhaarigen Mann auf, der den Raum beherrschte. „Ich hasse es, jemanden um einen Gefallen bitten zu müssen“, antwortete er schroff. „Sogar wenn es sich um dich handelt.“
„Dann sind wir quitt. Ich hasse es, anderen einen Gefallen zu erweisen.“ Adams harte Miene wurde etwas weicher. Er musste zugeben, dass Vaughn einen unbeugsamen Charakter besaß. Darin waren sie sich ähnlich. „Trotzdem mache ich in Ihrem Fall eine Ausnahme. Worum geht’s denn?“
Der alte Mann schwieg. „Erinnerst du dich an meine Enkelin Kiloran?“, fragte er dann. „Sie leitet Lacey’s. In letzter Zeit hat es Probleme gegeben. Große Probleme sogar.“
Kiloran? Adam überlegte. Ah, jetzt erinnerte er sich. Er sah ein Mädchen mit Zöpfen und grünen Augen vor sich. Trotz ihrer fleckigen Jeans und der Zöpfe war sie eine kleine Prinzessin gewesen. Denn die Laceys hatten zu den Reichen gehört, während er arm gewesen war.
„Ja, ich kann mich undeutlich an sie erinnern. Damals war sie noch ein Kind. Neun Jahre alt vielleicht. Oder zehn.“
„Dann ist es sehr lange her. Sie ist kein Kind mehr, sondern eine erwachsene Frau von sechsundzwanzig.“ Vaughn wirkte jetzt sentimental. „Ihre Mutter erinnerst du bestimmt. Jeder weiß, wer Eleanor ist.“
Als der Alte diesen Namen nannte, fiel Adam ein längst vergessenes Erlebnis wieder ein. Er hatte es, wie so vieles, all die Jahre verdrängt. Vaughns Worte erwiesen sich als der Schlüssel zu seinem Innern.
„Ja, an Eleanor kann ich mich gut erinnern“, sagte Adam nachdenklich.
Er war damals achtzehn gewesen. Groß, schlank, muskulös und sonnengebräunt. Der Sommer war heiß gewesen. Eigentlich zu heiß, um den ganzen Tag lang schwere Kisten auf Laster zu laden. Aber das war damals sein Job gewesen. Mithilfe dieses Jobs hatte er das schlimmste Tief überwunden, das er je hatte durchstehen müssen. Es schien ihm eine halbe Ewigkeit her zu sein!
Eleanor musste damals etwa vierzig gewesen sein. Oder etwas älter? Vielleicht auch jünger? Schwer zu sagen bei Frauen in dem Alter. Eins war sie jedoch ganz sicher gewesen: eine Frau, nach der sich die Männer umdrehten.
Ging Eleanor vorbei, legten die Männer im Lagerhaus eine Pause ein und blickten ihr lüstern nach. Sie kam oft wie zufällig in der Fabrik vorbei, nur mit engen Jeansshorts und einem noch engeren T-Shirt bekleidet, das über ihren Brüsten spannte. Die schöne Witwe, die man auch die Schwarze Witwe hätte nennen können, wenn ihr Haar nicht blond gewesen wäre.
Adam hörte sich schweigend an, was die Arbeiter über sie redeten: Eleanor spielte gern mit den Männern. Sie anzusehen war erlaubt, mehr nicht. Hände weg von Eleanor! Ihre soziale Stellung schützte sie. Sie war die Tochter des Chefs.
Eleanor wusste um die Macht ihrer Sexualität. Ihre starke, unverkennbar erotische Ausstrahlung war in jenen heißen Sommernächten sicher der Stoff für viele sexuelle Fantasien.
Nur er träumte nicht von ihr.
Irgendetwas an ihr stieß ihn ab. Er wich ihren verführerischen Blicken aus. Vielleicht erinnerte sie ihn zu stark an das, was er zu Hause erlebt hatte.
Ihr war er sofort aufgefallen. Weil er anders war als die anderen. Intelligenter, kräftiger, größer und durchtrainierter. Außerdem sah er besser aus als die fest angestellten Lagerarbeiter, und er blickte ihr nicht nach. Manche Frauen liebten eben gerade die Herausforderung.
Eleanor hatte gewartet, bis sein Vertrag bei Lacey’s beinah abgelaufen war. Erst eine Woche vor seinem letzten Arbeitstag machte sie sich an ihn heran. Vermutlich wollte sie das Risiko vermeiden, sich zu langweilen oder ihren Vater zu verärgern. Denn Vaughn achtete strikt darauf, dass alle die Regeln einhielten. Abgesehen davon, dass er zu jung für sie war, war Adam als mittelloser Spross einer Familie aus dem Armenviertel in keiner Hinsicht etwas für Vaughns Tochter.
Doch Eleanor hatte ihre eigenen Vorstellungen.
An einem sehr heißen Sommertag, als der Boden unter den Füßen brannte, brachte sie ihm eine Flasche Bier mit. Es war das erste Mal, dass er Alkohol trank. Aber der Tag war zu heiß, das kühle Nass zu verlockend, und als er es getrunken hatte, fühlte er sich kühner als vorher. Trotzdem wahrte er Abstand. Eleanor saß in der Scheune im Heu und bedeutete ihm, sich neben sie zu setzen.
„Komm her zu mir“, forderte sie ihn auf.
„Mir gefällt es hier“, antwortete er.
Sie war es gewohnt, ihren Kopf durchzusetzen, und so ignorierte sie seine Worte. Denn sie wusste genau, was sie wollte: ihn.
An diesem Tag trug sie eine kurze geblümte Bluse. Als sie die Knöpfe einen nach dem anderen aufzuknöpfen begann, stand Adam wie erstarrt vor ihr.
Vielleicht hätte kein anderer Mann auf der Welt ihr großzügiges Angebot ausgeschlagen, aber er war eben nicht wie die anderen. Er hatte erlebt, wohin Charakterschwäche und Exzesse führen konnten.
Weder Eleanor noch er sprachen auch nur ein Wort. Er nahm einfach sein Jeanshemd, bedankte sich für das Bier und schlenderte zurück nach draußen, wo die Sonne erbarmungslos brannte. Eleanors frustrierten Blick hatte er nicht gesehen, nur gespürt. Es war das erste Mal, dass ihm so etwas passiert war, aber nicht das letzte.
Jetzt sah er Vaughn kühl an. „Ja, ich erinnere mich an deine Tochter. Wie ist es ihr denn seither ergangen?“
Vaughn lachte. „Sie hat genau das getan, was sie wollte: einen Millionär geheiratet. Mit dem ist sie nach Australien ausgewandert.“ Er zuckte die Schultern. „Sie wünschte sich ein besseres Leben.“
„Und Kiloran ist hier geblieben?“
Vaughn nickte. „Erst ging sie mit ihrer Mutter nach Australien, aber sie war schon bald wieder zurück. Das hier fehlte ihr.“ Er blickte sich stolz um. „Sie hängt ebenso sehr daran wie ich. Ein Haus zu lieben und eine Firma zu führen sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Ich war dumm genug, zu glauben, dass sie die Geschäftsleitung ohne Weiteres übernehmen könnte, weil sie etwas Erfahrung in dem Beruf gesammelt hatte. Leider hat es für so ein großes Projekt nicht gereicht.“ Er schüttelte den Kopf. „Sie hat mich um den Finger gewickelt! So, wie sie es noch mit jedem Mann geschafft hat. Denn Kiloran weiß immer alles besser.“
Adam verkniff es sich, das Offensichtliche auszusprechen. Sie hatte sich geirrt, was die Firma ihres Großvaters anging.
„Du hast doch gesagt, dass du im Moment eine Pause zwischen zwei Jobs machst“, sagte Vaughn unwirsch. „Theoretisch hast du also Zeit.“
„Hm.“ Adam sah aus dem Fenster auf den Garten, der wie ein Park angelegt war und sich bis zum Horizont erstreckte. Als Kind waren ihm das Herrenhaus und der Besitz der Laceys wie eine andere Welt erschienen. Eine Welt, die ihm verschlossen geblieben war. Inzwischen gehörte er allerdings selbst dazu.
Seit er damals den Sommerjob bei Lacey’s gehabt hatte, war er nicht mehr hier gewesen. Weder im Herrenhaus noch in dem einfachen Reihenhaus, in dem er aufgewachsen war. Nun wollte es das Schicksal, dass sich die beiden Welten berührten. Ob es ein Fehler gewesen war zurückzukommen?
„Ja, das stimmt“, bestätigte Adam. „Mein neuer Job beginnt erst im nächsten Monat.“
Vaughn straffte sich. „Ich möchte, dass du Lacey’s wieder zu dem machst, was es einmal war, Adam. Wenn es überhaupt jemand schaffen kann, dann du. Wenn ich sterbe, sollen mein guter Ruf und die Firma weiter bestehen. Um Kilorans willen. Wirst du das für mich tun?“
Adam runzelte die Stirn. „Was wird Kiloran davon halten? Wenn sie im Moment die Geschäfte führt, wird sie sich kaum etwas von mir sagen lassen. Oder willst du sie aus dem Weg haben? Hast du vor, sie hinauszuwerfen?“
Vaughn lachte. „Kiloran hinauswerfen? Eher würde ich den Teufel selbst einstellen, als ein solches Risiko einzugehen!“
„Wenn die Dinge so schlecht stehen, wie du annimmst, und du Resultate sehen willst, muss ich aber hart durchgreifen.“
Der Alte lächelte. „Sei so hart, wie du willst! Vielleicht habe ich Kiloran in der Vergangenheit zu viel durchgehen lassen. Zeig ihr, wer das Sagen hat, Adam. Das braucht sie. Sie ist ein eigenwilliges kleines Ding.“
Adam überdachte schweigend, was der Alte offenbar von ihm erwartete. Er wusste, dass ihm, Adam, was Durchsetzungsfähigkeit anging, niemand das Wasser reichen konnte. Wollte Vaughn ihn benutzen, um seine Enkelin aus ihrer Machtposition zu verdrängen? Hatte er sich an ihn gewandt, damit er ihm diesen unangenehmen Job abnahm?
Aber dann verdrängte Adam den Gedanken. Persönliches, Intrigen und Hintergedanken spielten keine Rolle. Es gab immer Fakten, und an die würde er sich halten. Egal, ob Kiloran eine Kopie ihrer Mutter war und ihren Sex-Appeal nutzte, um sich durchzusetzen. Ebenso wie ihre Mutter würde sie bald herausfinden, dass er nicht zu den Männern gehörte, die sie um den Finger wickeln konnte. Von nun an würde er entscheiden, was zu tun war. Passte es ihr nicht, hatte sie eben Pech gehabt.
Vaughn nickte zufrieden und drückte auf die Klingel an der Seite seines Rollstuhls. Kurz darauf erschien eine Frau mittleren Alters, ein Tablett mit zwei Gläsern und einer Flasche Champagner in den Händen.
„Ah, Miriam! Schenk doch bitte Mr Black ein!“, sagte Vaughn.
Adam amüsierte sich insgeheim. Also hatte der Alte fest...




