Ball | Asha - Sohn von Malta | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 1181 Seiten

Ball Asha - Sohn von Malta

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-401-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 1181 Seiten

ISBN: 978-3-96655-401-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Epos, das fesselnde Historie mit einer berührenden Geschichte verbindet: der Roman »Asha - Sohn von Malta« von David Ball als eBook bei dotbooks. Malta, 1565: Zwei Geschwister, durch ein grausames Schicksal getrennt, treffen sich nach zehn Jahren wieder - auf unterschiedlichen Seiten eines brutalen Konflikts, der ihre Heimat zu vernichten droht ... Nico und seine Schwester Maria waren unzertrennbar, bis zu jenem Tag, als der kleine Junge von osmanischen Korsaren entführt wurde. Während Maria auf Malta auf die Rückkehr des Bruders hofft, wird er zum Galeerendienst in der Flotte des Sultans gezwungen. Doch der mutige Junge steigt in den Rängen der türkischen Armada auf - und wird zum gefürchteten Kapitän Asha. Nach vielen Jahren treffen die Geschwister wieder aufeinander, denn der osmanische Sultan kennt nur ein Ziel: Die Eroberung Maltas ... und Nico und Maria müssen sich im Angesicht des Feindes die Frage stellen, wer sie wirklich sind! »Der Roman hat die Wucht von 20 Segelschiffen. Als hätte Hollywood ein 200-Millionen-Dollar-Projekt zwischen zwei Buchdeckel gepresst!« Bild am Sonntag »?Asha? ist ein Meisterwerk, das die Details der Historie mit brillanter Vorstellungskraft vereint!« Denver Post Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der epische historische Roman »Asha - Sohn von Malta« von David Ball. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

David Ball wurde 1949 in Denver, Colorado geboren und ist ausgebildeter Journalist. Statt einer Tätigkeit als Reporter nachzugehen beschloss David Ball die Welt zu bereisen - bisher hat David Ball 65 Länder besucht und die Sahra viermal durchquert. Seine Romane sind in 11 Sprachen weltweit übersetzt worden. Von David Ball erscheinen bei dotbooks die historischen Romane »Asha, Sohn von Malta«, »Ikufar, Sohn der Wüste« sowie sein Thriller »China Run«
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Kapitel eins


Malta 1552

An dem Morgen, als die Sklavenjäger kamen, waren die Kinder auf Schatzsuche.

Ganz in ihr Treiben vertieft, sahen sie den Mast der Korsarengaleere nicht, und er war auch fast gänzlich verdeckt von den hohen Klippen rings um die kleine Bucht, in der das Schiff in der Nacht vor Anker gegangen war.

Sie sahen den toten Wachtposten nicht, der mit dem Kopf nach unten am Wachtturm hing. Es war Bartholomeo, ein älterer Junge, der in ihrer Straße wohnte; man hatte ihm im Schlaf die Kehle durchgeschnitten, von einem Ohr zum anderen. Sein Blut war schon hart verkrustet auf der Plattform, auf der er hätte Alarm schlagen müssen, auf einer Plattform, von der seine Mörder mehrere Holzplanken gestohlen hatten. Die Kinder sahen Bartholomeo nicht, weil sie sich vor ihm versteckten; sie blieben in den tiefen Gräben oder duckten sich hinter die niedrigen Steinmauern zwischen Feldern, die so trocken und unfruchtbar waren, dass selbst die Krähen sich nicht mehr die Mühe machten, dort nach Nahrung zu suchen. Solange sie hinter diesen Mauern blieben, wussten sie, dass Bartholomeo sie nicht sehen und ihre Pläne vereiteln konnte. Das würde er nämlich tun, und zwar aus reiner Bosheit. Bartholomeo war einfach niederträchtig.

Auch die Kolonne der Galeerensklaven konnten sie weder sehen noch hören, die sich hundert Schritt weiter östlich durch die Schlucht schlängelte – Männer, die schweigend arbeiteten und unter den aufmerksamen Augen ihrer Bewacher Wasser schöpften.

Und sie konnten die Galeere nicht riechen, denn der Mistral wehte von hinten, von Nordwesten. Stand der Wind richtig, ging der Geruch einer Galeere ihrem Anblick voraus, ein Gestank, der die Gefahr unmissverständlich ankündigte. Hätten sie sie gerochen, so hätten sie das Unheil gewittert. Sie hätten Zeit gehabt, Angst zu bekommen, hätten Zeit gehabt, zu fliehen.

Aber heute rochen sie nichts außer Marias Träumen.

»Vater wird uns auspeitschen«, sagte Nico ernst. Atemlos bemühte er sich, mit seiner Schwester Schritt zu halten, als sie ihn an die Südküste von Malta hinunterführte. Der Kalkstein glühte unter einer Sonne, die trotz der frühen Stunde schon sengend heiß brannte.

»Wir sollten doch die Jauchegrube sauber machen.«

»Er wird es gar nicht erfahren«, sagte Maria. Quecksilberflink bewegte sie sich auf ihren bloßen Füßen über die Steine und schlängelte sich zwischen den Feigenkakteen hindurch. Sie war zwölf, aber klein für ihr Alter, athletisch und schlank, und noch ließ ihre Gestalt nicht erkennen, dass sie ein Mädchen war. Ihre Kleider waren an manchen Stellen verschlissen, und sie trug ein Messer im Gürtel. Ihr Haar war kurz geschnitten und struppig wie das eines Jungen. Ihr Gesicht war schmutzig, ihre Haut tiefbraun von der Sonne, und in ihren grünen Augen leuchteten Entschlossenheit und Abenteuerlust. »Er ist heute beschäftigt; er muss zum capumastru, um Arbeit beim Bau der neuen Ritterfestung zu bekommen. Außerdem werde ich nicht aufgeben, bis wir es gefunden haben. Wenn du lieber Scheiße schaufeln als einen Schatz suchen möchtest, dann mach, was du willst. Mir ist es gleich.«

Zwei endlose Tage lang hatten sie in der Jauchegrube unter ihrem Haus gearbeitet und Eimer um Eimer menschlicher und tierischer Exkremente herausgehievt, um sie auf einem steinigen Feld außerhalb des Dorfes zu verteilen, wo die Familie Gemüse anzubauen versuchte. Diese unangenehme Arbeit machten sie zweimal im Jahr, wenn die Fliegen in der Küche überhand nahmen. Von den Fliegen abgesehen, wusste Maria nicht, was es für einen Sinn haben sollte. Auf diesem Feld war seit zwei Jahren nichts mehr gewachsen. So war es überall auf Malta. Der Regen war nicht gekommen, und das Getreide aus Sizilien auch nicht. Ihre kleinen Geschwister, Zwillinge, waren verhungert, wie die Hälfte aller Kleinkinder im Dorf Birgu in diesem Jahr. »Auf Malta wächst nichts als Steine und Elend«, sagte ihre Mutter oft. »Nichts als Mist, besser gesagt. Wenn es dafür einen Markt gäbe, wären wir reicher als in unseren kühnsten Träumen.«

Vielleicht war dies die einzige Angelegenheit, in der Maria mit ihrer Mutter übereinstimmte. Das Ausbringen der Jauche war sinnlos – nur eine der widerlichen Aufgaben, die ihr Vater zuteilte. Besser war es, hier zu sein und etwas Sinnvolles zu tun.

»Wir suchen schon eine Ewigkeit und haben nichts gefunden«, maulte Nico.

»Heute werden wir etwas finden. Aber du kannst ja nach Hause gehen, wenn du willst.«

Er würde natürlich niemals nach Hause gehen. Er betete seine Schwester an; sie war drei Jahre älter als er und die Sonne in seinem Leben. Sie beschützte ihn vor dem Zorn ihres Vaters und der Verzweiflung ihrer Mutter und all den Plagen einer feindseligen Welt. Sie war nicht wie die anderen Mädchen in ihrem Alter, ganz und gar nicht. Die meisten verhüllten ihre Gesichter mit barnuzas und blieben im Haus. »Eine Frau sollte man nur zweimal in der Öffentlichkeit sehen«, sagte Marias Mutter immer. »Am Tag ihrer Hochzeit und am Tag ihrer Beerdigung.« Maria hörte nicht auf sie. Sie war ein Wildfang mit hitzigem Temperament und hatte sich geschworen, sich niemals hinter einer barnuza zu verbergen. Die anderen Mädchen mieden sie. Und sie tat es ihnen gleich. Nico war das recht, denn so hatte er jemand, mit dem er herumstreunen konnte, jemand, der alles Mögliche wusste und Geschichten erzählen konnte, auf Felsen kletterte und Schätze suchte. Wenn sie ihn darum bäte, würde er ihr über den Rand der Klippen folgen, auch wenn seine treue Ergebenheit ihm oft Ärger mit ihrem Vater einbrachte.

»Ich will bloß nicht ausgepeitscht werden.«

»Es gibt Schlimmeres.«

»Was denn, zum Beispiel?« Nico meinte, den Ledergürtel seines Vaters auf dem Hintern zu spüren. Viel Schlimmeres konnte es kaum geben.

»Zum Beispiel, wenn wir ein Leben lang Scheiße schleppen müssen. Zum Beispiel, wenn wir zulassen, dass jemand anders den Schatz findet. Wir sind da«, sagte sie. Sie hatten eine Ansammlung von Ruinen erreicht, die auf einem Plateau mit Blick auf das Meer standen. Dieser Ort gehörte ihnen allein. Noch nie hatten sie eine andere Menschenseele dort gesehen. Der Staub im Wind der Äonen hatte den größten Teil der Ruinen unter sich begraben, aber noch immer standen hier die großen Megalithen eines Tempels, den ein uraltes, vergessenes Volk erbaut hatte. Ein paar steinerne Säulen ragten in den Himmel, während andere zu einem Trümmergewirr zusammengestürzt waren. Es gab unterirdische Kammern und zahllose Verstecke. Einen großen Teil davon hatten sie erkundet; sie waren durch Spalten gekrochen und hatten sich unter Steinplatten durchgewühlt, und manchmal hatten sie neue Gänge und Kammern entdeckt, indem sie ein wenig Geröll beseitigt und ein bisschen gegraben hatten.

Irgendwo in diesem Labyrinth, sorgsam verborgen in einer Kiste oder einem Topf hinter einer Steinwand, gab es einen Schatz; dessen war Maria sicher. Ein halbes Jahrhundert zuvor waren die Juden aus Spanien und seinen Besitzungen, Malta eingeschlossen, vertrieben worden. Viele glaubten, dass sie zu jener Zeit auf der Flucht vor der Verfolgung ihre unermesslichen Reichtümer vergraben hatten, um sie sich später zurückzuholen. Bis jetzt hatte Maria nur Muscheln und ein paar alte Knochen gefunden, aber selbst ohne die Hoffnung auf einen Schatz wäre sie hergekommen. Maria liebte die Ruinen – sie hatten eine Reinheit an sich, angefangen beim Geruch bis hin zu dem prachtvollen Blick auf das Meer. Sie konnte die Menschen spüren, die hier gebaut hatten: Menschen, die Geld und genug zu essen hatten und Kleider trugen, noch prächtiger als die der Johanniterritter, die tagtäglich wie Pfauen durch die Straßen von Birgu stolzierten. Diese Leute hatten getanzt und gelacht und große Festgelage veranstaltet. Maria erzählte Nico alles über sie, während sie am Fuße von Säulen in der Erde gruben und Steine umwendeten.

Nico wühlte im Geröll. »Wenn sie so großartig waren«, sagte er, »warum ist das hier alles, was von ihnen übrig geblieben ist?«

»Sie sind nach Franza gegangen. Da ist es grüner. Und alle sind reich.«

»Und wer sagt überhaupt, dass sie einen Schatz hier gelassen haben?«

»Ich sage das. Dr. Callus hat es mir erzählt. Er sucht auch die ganze Zeit danach. Ein paar Juden haben ihn zurückgelassen, als der König sie zwang, fortzugehen.«

»Juden würden kein Geld zurücklassen. Mutter sagt, Juden lassen eher ihre Kinder zurück als ihr Geld.«

»Na, die hier haben’s aber getan«, sagte Maria. »Gold und Silber. Sie konnten nicht alles tragen. Und ich werde es finden und verstecken, bis ich alt genug bin. Dann kaufe ich mir ein Schloss in Franza.« Am Kai hatte sie von Frankreich erzählen hören, von seinen Bergen und reichen Lupinenfeldern. Das hörte sich großartig an: Sie würde ein Schloss kaufen und Sklaven auf ihren Feldern arbeiten lassen, wo sie Lupinen züchtete.

»Was sind Lupinen?«, fragte Nico.

»Das weiß ich nicht genau, aber ich werde Unmassen davon haben. Und Diener. Und meine Kleider werden aus Seide gesponnen sein und meine Löffel aus Silber. Du darfst bei mir wohnen, wenn du willst.«

»Mädchen können keine Schlösser haben.«

Sie schnaubte verächtlich. »Königinnen wohl. Ich werde eins haben. Du wirst schon sehen.«

Sie gruben eine Weile, ohne mehr als Erde und Steine zu finden. Fast war sie bereit vorzuschlagen, sich in den Höhlen umzusehen, von denen die Klippen über dem Meer durchzogen waren. Ein paar davon waren bewohnt, aber nicht alle. Sie wusste, dass die Juden viele ausgeklügelte Verstecke gehabt haben mussten, und Höhlen eigneten sich gut dafür. Sie stieß die Spitze ihres...



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