Bagus | Die Ära Milei | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Bagus Die Ära Milei

Argentiniens neuer Weg, Vorwort: Javier Milei, Nachwort: Markus Krall
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7844-8500-3
Verlag: Langen-Müller
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Argentiniens neuer Weg, Vorwort: Javier Milei, Nachwort: Markus Krall

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-7844-8500-3
Verlag: Langen-Müller
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als eine seiner ersten Amtshandlungen verringerte der Kettensägenmann Javier Milei die Zahl der argentinischen Ministerien von 22 auf 9. ¡Afuera! Der exzentrischePolit-Quereinsteiger, der aus dem Nichts kam, ohne Partei, ohne Struktur und die Verhältnisse im peronistischen Argentinien auf den Kopf stellte, ist der erste libertäre und bekennend anarcho-kapitalistische Präsident der Welt.
Dieses Werk beleuchtet die Gründe für den wohl unglaublichsten Politikerfolg der jüngsten Vergangenheit. Milei wird vor allem von den jüngeren Argentiniern wie ein Rockstar verehrt. Doch was sind seine Ideen? Was ist Libertarismus? Was ist Anarchokapitalismus? Wieso bezeichnet Milei das Konzept der sozialen Gerechtigkeit als das zutiefst ungerecht? Und was macht die Österreichische Schule aus, auf die er sich immer wieder bezieht?
Wie Milei an die Macht kam, welche Allianzen er dabei einging und welche Rolle der von ihm beschworene Kulturkampf auch global spielt, wird keinen Leser unberührt lassen. Ist Milei ein Rechtspopulist? Kann sein Kampf gegen die Politkaste auch auf andere Länder übertragen werden? Was kann Deutschland vom Phänomen Milei lernen? Ist ein neues Wirtschaftswunder möglich? Antworten auf diese und viele Fragen liefert dieses Werk. ¡Viva la libertad, carajo!

"Ein wichtiges Buch, erscheint genau zur richtigen Zeit. Philipp Bagus erklärt seinen Lesern den atemberaubenden Befreiungsversuch Argentiniens vom Joch des Sozialismus durch Javier Milei, gibt theoretische Hintergründe, ordnet ein. Philipp Bagus ermutigt nicht zuletzt mit seinem Buch, von Milei zu lernen, ihm gleichzutun, den Freiheitskampf aufzunehmen. Großartig VIVA LA LIBERTAD CARAJO!"
Professor Dr. Thorsten Polleit

"Ein großartiges und ein wichtiges Buch! Hier schreibt ein Kenner von Javier Milei über den Ausnahmereformer und die Ideen, die ihn antreiben. Man lernt unglaublich viel dabei."
Prof. Dr. Stefan Kooths

Bagus Die Ära Milei jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Familiäres Umfeld
und Lebensweg

Javier Gerardo Milei

Javier Gerardo Milei erblickt am 22. Oktober 1970 im Stadtteil Palermo von Buenos Aires das Licht der Welt.1 Seine Schwester Karina folgt ihm zwei Jahre später. Ihre Eltern gehören zur Mittelschicht. Vater Norberto Horacio ist Busfahrer, die Mutter Alicia Luján Lucich unterstützt und ist Hausfrau. Oft arbeiten sie an Feiertagen, vermitteln ihren Kindern den Wert von harter Arbeit, Anstrengung und Sparsamkeit. Vater Norberto steigt auf, kauft einen eigenen ersten Bus. Als Karina geboren wird, kauft er den zweiten und wird erfolgreicher Unternehmer.

Seine erste große Inflation erlebt Milei 1982. Die Inflation schüttelt die Lebensverhältnisse durcheinander. Menschen, die heute reich sind, sind morgen verarmt und umgekehrt; insgesamt werden alle ärmer. Dem aufmerksamen Jungen wird schnell klar: Dollar, Inflation, Wirtschaft beeinflussen den Lebensstandard. Und um die Zusammenhänge zu verstehen, muss man wissen, wie die Ökonomie funktioniert. Im zarten Alter von 11 Jahren beschließt Javier daher, Ökonomie zu studieren. Politik interessiert ihn hingegen nicht.

In seiner Jugend ist Milei Torwart, spielt von 1983 bis 1989 für den Club Atlético Chacarita Juniors.2 Die Mannschaft steigt bis in die vierte Liga auf. Milei schafft es in den Profikader. Schwester Karina erzählt von einem stimmungsgeladenen Finale. Als Gasttorwart wird Milei gnadenlos ausgepfiffen und beschimpft. Aber Nervosität ist ihm ein Fremdwort. Bis heute bleibt er in den schwierigsten Situationen gelassen. Auf dem Spielfeld scheint es, als sporne ihn die feindliche Atmosphäre besonders an. Er macht eines seiner besten Spiele. Nach dem gewonnenen Finale braucht er Geleitschutz gegen die wütende Menge.

Ein Torwart ist besonders, er ist anders als die anderen Spieler. Er darf die Hände benutzen, macht sein eigenes Training, feiert die Tore allein, wird hinter seinem Rücken beleidigt und trägt besondere Verantwortung. Denn versagen einem Stürmer die Nerven, fällt kein Tor und das war es dann. Versagt ein Torwart, dann klingelt es direkt. Milei übernimmt gerne die Verantwortung. Er möchte immer der Beste sein. Und je mehr sie ihn angreifen, desto stärker wird er.

Auch als Sänger der Band Everest übernimmt Milei Verantwortung. Sie spielen bei Auftritten vor allem Lieder der Rolling Stones, aber auch eigene Kompositionen. Mileis Vorbild ist Mick Jagger. In der Jugend imitiert er gerne Jaggers Tanzkünste. Lederjacke und wilde Haare passen noch heute zum Auftreten eines Rockstars. Seine musikalische Leidenschaft hat sich entwickelt. Heute gefällt ihm besonders die Oper, vor allem die italienische Oper. Bellini und Donizetti haben es ihm angetan.

Im Jahr 1988 schreibt sich Milei an der Universität von Belgrano ein, um Ökonomie zu studieren. Zunächst bringt er Studium und Fußball unter einen Hut. Er trainiert sechs Stunden am Tag. Als Milei im Juni 1989 während der Hyperinflation unter Präsident Raúl Alfonsín mit seiner Mutter einkaufen geht, sieht er, wie die Verkäuferinnen höhere Preise auszeichnen. Die Leute stürzen sich trotzdem auf die Waren. Höhere Preise, trotzdem höhere Nachfrage? Das passt so gar nicht zu dem, was Milei im Studium hört. Irgendetwas stimmt dort nicht. Milei beschließt, die Torwarthandschuhe an den Nagel zu hängen, um sich intensiver seinem Ökonomiestudium zu widmen. Mit 20 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Artikel zu einem Thema, das ihn bis heute nicht loslässt: Hyperinflation.

Im Studium bekommt Milei es mit der Neoklassik zu tun. Angebots- und Nachfragekurven. Gleichgewichtsanalysen. Politisch ordnet sich Milei zu dieser Zeit links der Mitte ein. Er ist Postkeynesianer; er glaubt, die Inflation sei multikausal zu erklären, der Staat müsse die Wirtschaft regulieren und die Zentralbank eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spielen.

Er gibt seinen Kommilitonen bezahlten Nachhilfeunterricht. Im Jahr 1993 schließt er sein Studium mit einer der besten Abschlussnoten seines Jahrgangs ab. Sein Schnitt ist 9,43 von 10. Nach seinem Ökonomiestudium an der Universität von Belgrano belegt er einen Master in Wirtschaftstheorie am IDES (Instituto de Desarrollo Económico y Social). Er verdingt sich als Assistenzprofessor und ab dem Jahr 2000 lehrt er Mikroökonomik, Makroökonomik, Wachstumstheorie, Geldtheorie, Finanzwirtschaft und Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler an der Universidad de Buenos Aires und an der Universidad Argentina de la Empresa. Zudem übernimmt er Beraterjobs, arbeitet als Ökonom für HSBC und Administradoras de Fondos de Jubilaciones y Pensiones (AFJP), Fondsgesellschaften im argentinischen Rentensystem. Dann wird Milei Chefökonom bei Estudio Broda, einer Unternehmensberatung.

Als Milei seinen zweiten Master in Ökonomie an der Universidad Torcuota di Tella macht, schwört er dem Keynesianismus ab. Milei wird orthodoxer Neoklassiker. Er ist ein technischer Ökonom, mathematisch gewandt. Ihn fasziniert die Real Business Cycle Theory und die zugrundeliegende Mathematik.3 Als Chefökonom von Broda schreibt er akademische Papiere. Heute wird ihm nach eigenen Aussagen schwindelig, wenn er daran denkt, wie er damals über reale Wechselkurse oder Fiskalpolitik dachte.

Seine berufliche Entwicklung ist das eine. Doch was für ein Mensch ist Javier Milei? Zunächst ist er ein begeisterter Ökonom. Das ist auch das einzige Wort in seinem Twitterprofil. Noch heute als argentinischer Präsident steht dort »Economista«. Mileis Leidenschaft ist es, die Grundlagen der Ökonomie zu verbreiten. Ökonomie zu lesen und zu studieren, das macht ihn glücklich, es ist geradezu seine Obsession.

Milei ist ein Tierfreund, ein Hundefreund. Die Liebe seines Lebens ist nach eigenen Aussagen: Conan. Ein englischer Mastiff, den er adoptiert. Als er einmal seinen Job verliert, bleibt ihm nur das Geld der Abfindung. Vorrang hat für ihn, dass es Conan gut geht. Am Futter für den Mastiff wird daher nicht gespart, während Milei von einer Pizza am Tag lebt. Er vernachlässigt sich und wiegt schließlich 120 Kilo. Er ist unten angekommen, nur Conan und Schwester Karina halten bedingungslos zu ihm. Doch dank der Zuneigung Conans und seiner Leidenschaft für die Ökonomie ist er glücklich. Denn er kann schreiben. Dann geht es mit seiner Karriere wieder aufwärts.

Er bekommt eine neue Anstellung bei Corporación América, einem Unternehmen von Eduardo Eurnekian, einem der reichsten Unternehmer Argentiniens. Von dort gelingt ihm der Sprung in die Medien. Ab 2012 schreibt er Kolumnen in Zeitungen. Im Jahr 2014 beginnt sein kometenhafter Aufstieg in den Medien. In diesem Jahr veröffentlicht er mit Diego Giacomini und Federico Ferrelli sein erstes Buch für ein breites Publikum mit dem Titel Politica Económica Contrarreloj (Wirtschaftspolitik im Wettlauf mit der Zeit). Sein erster noch schüchterner Auftritt im Fernsehen datiert auf den 28. April 2015. Milei ist noch völlig unbekannt. Doch seine Fernsehkarriere nimmt Fahrt auf. Er streitet und verteidigt die Ideen der Freiheit, lässt sich nicht unterkriegen. Wenn jemand keine Ahnung hat, sagt er gerade heraus: »Esel«. Milei hat Unterhaltungswert. Seine Auftritte erzielen hohe Einschaltquoten. Schon 2018 kommt er auf der Liste der 100 einflussreichsten Argentinier auf Platz 43. Mit riesigem Abstand ist er der am meisten interviewte Volkswirt im argentinischen Fernsehen und ein Star in den Sozialen Netzwerken. Milei wird zum unwiderstehlichen Medienprodukt.

Auch intellektuell entwickelt Milei sich weiter. Im Zuge der Finanzkrise 2008 liest er erneut die Ökonomen John Maynard Keynes und Milton Friedman. Er intensiviert sein Interesse an der Wachstumstheorie, liest Adam Smith, Paul Romer, Robert Lucas, Robert Solow, Robert Barro, Xavier Sala i Martín, Phillippe Aghion und Peter Howitt. Doch gänzlich befriedigen kann ihn diese Lektüre nicht. Die Monopoltheorie der Neoklassik impliziert, Großunternehmen seien schlecht. Dabei waren es Großunternehmen, die in der industriellen Revolution durch ihre Massenproduktion Millionen von Menschen aus der Armut gehoben haben. Milei ist frustriert. Er hatte als Post-Keynesianer begonnen, war dann Neokeynesianer und Neoklassiker geworden und hatte sich auf die Theorie des Wirtschaftswachstums spezialisiert.4 Doch dann fällt ihm ein Artikel von Murray Rothbard in die Hände, ins Spanische übersetzt von Alberto Benegas Lynch (Sr.).5 Es ist ein Kapitel aus Murray Rothbards Abhandlung Man, Economy and State. Er verschlingt die 140 Seiten in drei Stunden. Danach ist die Welt für Milei eine andere. Er sagt zu sich, »alles, was ich die letzten 20 Jahre über Markstruktur gelehrt habe, ist falsch.« Man, Economy and State ist seiner Meinung nach eines der wundervollsten Werke überhaupt.

Milei ist elektrisiert. Er plündert sein Bankkonto und fährt zu Unión Editorial, einem Verlag, der auf Bücher der Österreichischen Schule spezialisiert ist. Er erwirbt auf einen Schlag 20 Bücher. Er verschlingt alles, was »österreichisch« ist und wird Ökonom der Österreichischen Schule. Das ist 2014. Es ist die Zeit, in der er mit seinem Buch Política Económica Contrarreloj bekannt wird.

Als eines seiner ersten Bücher liest er Ludwig von Mises Human Action. Daraufhin bestellt er alle bei Unión Editorial erhältlichen Bücher von Mises, den er heute für den bedeutendsten Ökonomen der Geschichte hält. Er liest Human Action dreimal. Für Milei ist das Werk eines der wundervollsten Bücher...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.