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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 11, 190 Seiten

Reihe: Drachenblut

Awert Wasser - überall

Drachenblut 11
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-95959-178-2
Verlag: Machandel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Drachenblut 11

E-Book, Deutsch, Band 11, 190 Seiten

Reihe: Drachenblut

ISBN: 978-3-95959-178-2
Verlag: Machandel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hat Tamalone richtig gehandelt? Sie hat den Drachentöchtern gezeigt, dass sie den Altvater im Kampf nicht töten können, dass es nur mit Unterstützung der Magie der Menschen gelingen konnte. Und sie hat den Altvater gerettet. Wird er ihr das danken? Werden die Drachentöchter ihr verzeihen? Für die Welt hat Tamalone nichts erreicht. Sie taumelt weiterhin dem Untergang entgegen. Die Geister der Toten gieren danach, sie in die Dunkelheit zu reißen. Nur eines gibt Hoffnung. Bald betreten die Kinder der Drachentöchter die Welt. Doch kann die nächste Generation es richten? Wer sollte sie unterweisen können? Der Hintergrund: Unerwartet tauchen auf der Welt Halva Gestaltwandler auf. Dem Aussehen nach wilde Tiere, doch mit Vernunft gesegnet und der entsetzlichen Fähigkeit, biologische Grenzen zu durchbrechen und sich mit anderen Arten fortzupflanzen. Bereits ihre bloße Gegenwart bringt in den anderen vernunftbegabten Arten, den Drachen, Elfen und Menschen, die finstersten Seiten zum Vorschein. Die Elfen versuchen deshalb, die Gestaltwandler und ihre Mischlings-Nachkommen einzufangen und wegzusperren, doch der Keim des Zerfalls breitet sich unaufhaltsam aus. Unter den Elfen droht ein Bürgerkrieg, die Menschen dringen in den Siedlungsraum der Elfen ein und die Drachen scheinen unschöne Geheimnisse zu haben. Am Ende beginnt sogar Halva, sich selbst zu zerstören. In dieser Welt macht sich die Viertelelfe Tamalone auf, ihre Ziehmutter wiederzufinden und die Rätsel ihrer Herkunft zu lösen. Niemand rechnet mit dem, was ihre Suche auslösen wird - sie selbst am wenigsten.

Ab wann Wolf Awert anfing, Geschichten zu schreiben, ist nicht überliefert. Erfunden und erzählt hat er sie, ab dem Zeitpunkt, an dem seine Erinnerung einsetzte. Vielleicht auch früher. Weggefährten berichten, dass er oft auf dem Weg zur Schule in ständige Selbstgespräche vertieft war. Später studierte er Geographie, Biologie, Geologie, Bodenkunde, Meterologie und Ethnologie, nicht alles mit Abschluss, und arbeitete danach als Umweltwissenschaftler an der Universität. Er schrieb wissenschaftliche Publikationen, Sachbücher und Lehrbücher, erfand Denkwerkzeuge und baute ein System für ein Ideenmanagement auf. Seine Berufstätigkeit führte ihn in viele Teile der Welt, wo er mehr als nur Konferenzsäle besuchte. In China bekam er 1980 zum ersten Mal Kontakt mit dem Qi Gong und Tai Chi Quan, das er heute ehrenamtlich lehrt. Für Fantasygeschichten sind es ideale Voraussetzungen, wenn man Waffen wie Schwert, Säbel, Lanze, Langstock und Fächer aus der eigenen Erfahrung kennt. Katana und Jo (Kurzstock) kamen aus dem Aikido dazu, Florett, Degen und Sportsäbel sorgten bereits zu Studentenzeiten für die Fitness. Heute führt Wolf Awert das geruhsame Leben eines Pensionär in der Eifel und schreibt nur noch Belletristik.
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Godwin


Endlich. Dieses NA-R lag unter ihm. Doch wo war seine Wut auf die Drachentöchter geblieben? Dieses göttliche Gefühl, das alles, was man tat, in einen Rausch verwandelte? Er blieb beinahe unbeweglich hoch oben in der Luft stehen, ging in Gedanken den Weg zurück, den er geflogen war, zu den Wesen, die er getroffen hatte, und den Worten, die gewechselt worden waren. Bei Dreisporn verweilte er nur kurz, ging weiter zurück zu Kriecher. Zu weit. Zurück, vorwärts, zurück. Bei Dreisporn blieb er hängen.

Der kleine Halbdrache, der sich opfern wollte, um eine Stadt der Menschen zu retten. Wie schwach sie doch wurden, wenn sie ihr Blut verdünnten. Kein Drache käme auf die Idee, für etwas anderes als für eine Partnerin freiwillig in den Tod zu gehen. Was würde der Tod für einen Sinn ergeben, wenn er nicht der Fortpflanzung diente? Aber diese Dreisporn sah das völlig anders. Sie hatte seine Kampfeswut erkalten lassen.

Ich muss nachdenken, sagte er sich, und umkreiste NA-R in immer der gleichen Höhe. Für das, was er vorhatte, war die Drachengestalt ungeeignet. Er landete weit außerhalb der Stadt und entschied sich für die Gestalt eines Pferdes, ein geistloses Wesen ohne eine Verbindung zur ruhmreichen Vergangenheit seiner Vorfahren. Aber dieses Tier genügte, um die Stadt zu umrunden und hinter dem dunklen Viertel das Viertel der Elfen zu finden. Er übersprang den Zaun in einer Geschwindigkeit, dass die Wachen sich fragten, ob überhaupt etwas geschehen war. Das Haus der Familie erkletterte er als Echse, deren Krallen Löcher in den Stein brachen, bis er am Ende triumphierend auf dem Dach stand. Er stampfte mit einem Hinterbein auf und durchbrach die Dachbalken. Eine schnelle Drehung des gepanzerten Körpers, und das Dach war Geschichte. Die Trümmer kümmerten ihn nicht. Er hatte die Treppe gefunden, die nach unten führte. Mit seiner letzten Verwandlung wählte er die Form eines Menschen, oder was er dafür hielt. Lange Haare und ein Bart, die miteinander verfilzten, den Kopf einhüllten und sich in mehreren Ringen um seine Taille wanden.

So stieg er die Treppe hinab.

Im großen Raum wurde er erwartet. Sein Getöse hätte auch Tote aufgeweckt. Umso wuchtiger empfing ihn das Schweigen der Bewohner dieses Hauses. Er drehte den Kopf.

„Was für erbärmliche Kreaturen verstecken sich hier hinter schwachen Mauern. Ich spüre die Magie der Drachen, unrein, vermengt mit anderen Kräften, die keiner Erwähnung wert sind. Du da …“ Godwin zeigte auf die Unaussprechliche. „Du ähnelst noch am ehesten einem Drachen, aber zu was für einem Zerrbild bist du verkommen. Ich wollte euch alle auslöschen, aber nachdem ich einem Wurm in Centrell das Leben gelassen habe, nachdem sie bereute, will ich auch dir nichts tun. Außerdem bin ich nicht wegen dir hier. Nach dir habe ich gesucht.“

Sein Finger zeigte auf Tama, die beide Hände auf ihren Bauch gelegt hatte, als ob sie ihr Kind schützen müsste. Doch bevor sie etwas sagen konnte, sprang ein Wesen mit großen Augen und krummen Beinen zwischen ihn und Tama.

Wag es nicht, wer immer du auch bist. Bevor du ihr irgendein Leid antust, musst du erst an mir vorbei.“

Nur Tama, Neven und Godwin konnten Paluda verstehen, denn sie sprach mit stummen Lippen.

Godwin legte den Kopf schief und machte runde Augen. „Wer bist du denn?“, wollte er wissen. „Gerade mal die Hälfte von dem Menschenkind und wagst es, mich anzusprechen. Du stammst von unseren Ahnen ab, bist eine von ihnen, die unterwegs ihre Magie verloren und durch eine Laune der Natur ein bisschen davon zurückbekommen hat. Du rührst mich. Ich habe so etwas wie dich noch nie gesehen. Bist ein Sumpfgetier, nicht wahr? Und warum glaubst du, die Menschentochter vor mir schützen zu müssen?“

Sie ist meine Freundin.“

„Freund, Freundin. Solche Worte sind für Drachen schwer zu verstehen. Du behauptest, dass ihr beide zusammengehört. Dabei seid ihr kein Paar, auch nicht Mutter und Tochter. Ich kann mich nicht um alles kümmern, was in dieser Welt herumläuft, aber geh mir besser aus den Augen. Ich habe zwei Fragen an deine Freundin, die sie mir hier und jetzt beantworten wird.“

Tama nahm Paluda in den Arm. „Keine Angst. Der Altvater tut mir nichts. Wir sind gute Bekannte, beinahe Freunde. Und deshalb werde ich auch versuchen seine Fragen zu beantworten, wenn ich das kann.“

Godwin, der Tama verstanden hatte, lachte. „Wir kennen uns in der Tat, aber Freunde sind wir nicht. Dafür müsste sie eine Göttin sein und unsterblich wie ich. Aber sie hat trotzdem nichts von mir zu befürchten. Meine Fragen sind zwei. Wer bist du? Und warum bist du in diese Welt gekommen?“

„Das sind zwei Fragen, die nur das Schicksal oder die Götter beantworten können. Aber ich will dir sagen, was ich weiß. Ein Magier der Menschen verliebte sich in eine Frau unreinen Blutes. Menschenblut mit einem Viertel Elfenblut und einigen Tropfen Drachenblut, die wahrscheinlich von dir sind. Sie bildeten ein Paar und wurden meine Eltern. Auch mein Blut ist unrein. Aber die Magie wohnt in mir, auch wenn sie nur sehr schwach ausgeprägt ist. Meine stärkste Gabe ist es, mit dir sprechen zu können. Auch dann, wenn du in deiner ursprünglichen Form vor mir stehst. Warum ich in dieser Welt weile, weiß ich genauso wenig wie du. Nichts Genaues kann ich dir dazu sagen, aber viel Dunst und Nebel, Gedanken und Überlegungen. Ich bin gern bereit, sie mit dir zu teilen, aber nichts davon ist fest oder gar greifbar.“

„Diese Kriecher behauptet, du hättest sie verraten und würdest sie nie wieder besuchen, weil du das nicht überleben würdest. Ich behaupte, du wirst sie besuchen, weil du vor nichts Angst hast. Nicht vor mir und schon gar nicht vor Kriecher, die sich noch nicht einmal in die Lüfte erheben kann. Habe ich recht?“

„Ich habe vor vielen Dingen Angst, Altvater. Ich bin klein, schwach und mein Leben ist von kurzer Dauer. Aber vor dir habe ich keine Angst. Und vor der Drachenmutter auch nicht. Bei ihr ist es ein Missverständnis, so wie es auch ein Missverständnis zwischen euch beiden gibt. Ihr seid euch sehr ähnlich. Aber das wisst ihr auch. Ihr könnt es nur nicht zugeben.“

Godwin schnaubte durch die Nase, wie nur Drachen es konnten.

„Das sind nicht deine Angelegenheiten. Erzähl mir, warum du lebst?“

„Gern, aber bedenke, alles ist flüchtig, kommt und geht und verändert sich mit jedem Tag. Wenn Drachenmagie und die Magie der Menschen sich begegnen und miteinander zu tun haben, lassen sie manche Fähigkeit entstehen, von denen noch nie jemand gehört hat. Eine davon ist, dass sich ihnen die Zukunft offenbart.“

„Das ist unmöglich. Würde das zutreffen, würde sich jeder an der Zukunft ausrichten und sie damit zu einer Gewissheit machen. Änderungen wären nicht mehr möglich. Das Chaos würde aus der Welt verschwinden.“

„Das ist wohl wahr und weise gesprochen. Die Zukunft, von der ich spreche und die einige von uns sehen, ist niemals sicher, manchmal nur ein Eindruck, manchmal aber auch beinahe eine Gewissheit. Es gibt eine sehr ferne Zukunft, die uns immer wieder erscheint. Sie zeigt unsere Welt. Es gibt in ihr nur noch Pflanzen und Tiere – und Menschen. Die Drachen haben die Welt verlassen. Die Waldelfen ebenfalls. Verstehst du? Es gibt keine Drachen mehr. Und auch keine Elfen.“

„Das ist unmöglich, denn ich bin unsterblich, und ich bin ein Drache. Außerdem könnte ich jetzt hingehen und alle Menschen, Tiere und Waldelfen auslöschen. Dann würden nur noch wir Drachen übrigbleiben.“

„Du scheinst nicht zu wissen, dass es zwei Arten von Menschen gibt. Die Toten und die Lebenden. Die Verstorbenen versuchen unter Führung ihrer Geister zurück in die Welt der Lebenden zu kommen. Wenn ihnen das gelingt, herrscht in der Welt eine ewige Dunkelheit und alle bis auf ihre Magier werden dem Wahnsinn verfallen.“

„Geister? Was sollen das für Wesen sein?“

„Ihr Anführer heißt Vye, und du hast ihm seinen Namen gestohlen.“

„Wie kannst du seinen Namen kennen, wenn ich ihn geraubt habe?“

„Du hast ihn mir genannt. Ich bin dir unendlich dankbar dafür und verehre dich deshalb umso mehr. Er wird seinen Namen von mir nicht zurückbekommen. Das verspreche ich dir.“

„Dein Versprechen ist wertlos. Du kannst ihm seinen Namen nicht zurückbringen. Was ich tue, tue ich gründlich. Dieser Vye wird seinen Namen vergessen, sobald er ihn hört. Dafür habe ich mit einem Zauber gesorgt. Vye ist machtlos. Er wird die Drachen nicht vertreiben können.“

„Es gibt noch eine weitere Möglichkeit. Die Erdgöttin Halva wird unsere Welt zerstören und sie neu entstehen lassen. Die neue Welt ist dann ohne Leben. Oder wenn ein neues Leben entsteht, was auch möglich ist, dann kann es ein ganz anderes Leben sein als das, was wir kennen. Dann es gibt es keine Drachen, keine Waldelfen, aber auch keine Menschen mehr.“

„Halva. Ist das dieses Wesen, von dem Kriecher immer faselt?“

„Die Drachenmutter hat sie als Erste gespürt. Ja, es gibt sie, und sie hat angefangen, die Erde zu zerstören. Hast du nicht gemerkt, dass die Erde sich schüttelt, erbebt und erzittert?“

„Das hat sie schon immer gemacht.“

„Dass Feuersäulen ihre Kruste durchbrechen und in den Himmel schießen?“

„Dieses Feuer ist schwächer als ein Drachenfeuer.“

„Und dass Giftlöcher aufbrechen, die alles in ihrer Umgebung vernichten? Dieses Gift ist in Wirklichkeit eine Magie, die so stark ist, dass nichts und niemand sie erträgt. Sag jetzt nicht, dass du davon keine Kenntnis hast.“

Godwin war nachdenklich geworden.

„Wo steckt diese...



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