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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 8, 189 Seiten

Reihe: Drachenblut

Awert Menschenzauber

Drachenblut 8
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-95959-187-4
Verlag: Machandel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Drachenblut 8

E-Book, Deutsch, Band 8, 189 Seiten

Reihe: Drachenblut

ISBN: 978-3-95959-187-4
Verlag: Machandel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nachdem es Tamalone gelungen ist, durch ein Artefakt, das Himmel und Erde vereinigen kann, ihre magischen Fähigkeiten zu verbessern, verfällt sie der Anziehungskraft von Pandos schwarzer Schwester. Sie erfährt aber auch die Ursache für den Hass der Drachenmutter und ihrer Töchter auf Godwin. Der Krieg zwischen den Komposits und den Waldelfen bringt noch andere Überraschungen hervor. Wer hätte gedacht, dass die unscheinbare Bork Drachenblut in ihren Adern hat und dass Tamas ehemalige Pflegemutter den Kämpfern der Komposits das Leben versüßt? Für Tama steht das Leben auf einmal auf dem Kopf. Der Hintergrund: Unerwartet tauchen auf der Welt Halva Gestaltwandler auf. Dem Aussehen nach wilde Tiere, doch mit Vernunft gesegnet und der entsetzlichen Fähigkeit, biologische Grenzen zu durchbrechen und sich mit anderen Arten fortzupflanzen. Bereits ihre bloße Gegenwart bringt in den anderen vernunftbegabten Arten, den Drachen, Elfen und Menschen, die finstersten Seiten zum Vorschein. Die Elfen versuchen deshalb, die Gestaltwandler und ihre Mischlings-Nachkommen einzufangen und wegzusperren, doch der Keim des Zerfalls breitet sich unaufhaltsam aus. Unter den Elfen droht ein Bürgerkrieg, die Menschen dringen in den Siedlungsraum der Elfen ein und die Drachen scheinen unschöne Geheimnisse zu haben. Am Ende beginnt sogar Halva, sich selbst zu zerstören. In dieser Welt macht sich die Viertelelfe Tamalone auf, ihre Ziehmutter wiederzufinden und die Rätsel ihrer Herkunft zu lösen. Niemand rechnet mit dem, was ihre Suche auslösen wird - sie selbst am wenigsten.

Ab wann Wolf Awert anfing, Geschichten zu schreiben, ist nicht überliefert. Erfunden und erzählt hat er sie, ab dem Zeitpunkt, an dem seine Erinnerung einsetzte. Vielleicht auch früher. Weggefährten berichten, dass er oft auf dem Weg zur Schule in ständige Selbstgespräche vertieft war. Später studierte er Geographie, Biologie, Geologie, Bodenkunde, Meterologie und Ethnologie, nicht alles mit Abschluss, und arbeitete danach als Umweltwissenschaftler an der Universität. Er schrieb wissenschaftliche Publikationen, Sachbücher und Lehrbücher, erfand Denkwerkzeuge und baute ein System für ein Ideenmanagement auf. Seine Berufstätigkeit führte ihn in viele Teile der Welt, wo er mehr als nur Konferenzsäle besuchte. In China bekam er 1980 zum ersten Mal Kontakt mit dem Qi Gong und Tai Chi Quan, das er heute ehrenamtlich lehrt. Für Fantasygeschichten sind es ideale Voraussetzungen, wenn man Waffen wie Schwert, Säbel, Lanze, Langstock und Fächer aus der eigenen Erfahrung kennt. Katana und Jo (Kurzstock) kamen aus dem Aikido dazu, Florett, Degen und Sportsäbel sorgten bereits zu Studentenzeiten für die Fitness. Heute führt Wolf Awert das geruhsame Leben eines Pensionär in der Eifel und schreibt nur noch Belletristik.
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Tamalone


Zsardyne und Tama erreichten das Haus ihrer Familie ohne Zwischenfälle. Sie waren erstaunt, dass sie erwartet wurden, und auch sonst hatte sich einiges geändert.

Baerben hielt sich nicht wie sonst an Aureon fest, sondern kam auf Tama zugeflogen, schlang ihr die Arme um den Hals und flüsterte ihr zu: „Ich weiß es.“

Zsardyne sah, wie sich Tamas Flaumhärchen am Hals unter Baerbens Atem bewegten und lächelte. „Hätte mich auch gewundert, wenn nicht“, gab sie leise zurück, als sie das Mädchen hochhob und auf die Stirn küsste.

Die Begrüßung durch die anderen Geschwister fiel etwas förmlicher aus. Aureon nahm Tama in den Arm und drückte sie kurz an sich, sein Zwilling Argenton lächelte nur auf seine unwiderstehlich distanzierte Art, Hogger wusste nicht wohin mit seinen Händen und nickte Tama mit breitem Grinsen zu. Neven blickte feindselig drein, aber der alte Hass ließ sich nicht blicken. Die kleine Paluda schaute nur mit großen Augen und schwieg wie immer. Und dann näherte sich zu Tamas großer Überraschung Altwi. Sie sprach auch als Erste, breitete ihre Arme aus und hieß Tama willkommen.

„Wie kommt es, dass ihr uns erwartet habt?“, wollte Tama wissen.

„Seit deinem letzten Besuch stehst du unter Beobachtung, und dass du kamst, hat Neven uns gesagt. Sie wusste es dieses Mal sogar vor mir.“

„Die Schildkröte?“

„Die Schildkröte.“

Tama war zufrieden. Neven schien sich an ihre Abmachung zu halten. Die Frage war nur, wie lange der Frieden hielt.

„Ich bin nach Hause gekommen, weil …“ Tama brach ab. „Ich soll euch alle grüßen. Meine Geschwister von Vater und die Zwillinge von ihrer Mutter. Aber das habt ihr euch ja denken können, wenn die Schildkröte zu euch gesprochen hat. Ich soll mich hier ein wenig ausruhen, denn die letzten Tage waren sehr anstrengend für mich. Ich bin aber auch gern gekommen, weil ich euch alle wiedersehen wollte, um zu reden und weil ich deinen Rat brauche, Altwi. Auch Fragen habe ich, auf die ich keine Antwort finde. Ich befürchte, ich bleibe dieses Mal ein wenig länger. Das hier neben mir ist Zsardyne, meine …“

„Deine Begleiterin ist mir selbstverständlich auch willkommen. Auch über sie sprach die Schildkröte. Ist es euch allen recht, dass ich mich mit unserer Tamalone ganz kurz zurückziehe? Wie können wir ihre Gesellschaft genießen, wenn ihr Herz von Fragen und Sorgen übervoll ist?“ Altwi kniff die Augen zusammen „Du heißt Zsardyne? Ich erkenne in dir einen entfernten Verwandten wieder. Hat Tama dir deinen Namen gegeben?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte Altwi sich an ihre Familie. „Sie wird dafür sorgen, dass niemand uns stört. Ist es nicht das, worum man dich gebeten hat?“

Zsardyne sah Altwi mit ernsten Augen an. „Tama machte mich immer neugieriger. Mit jedem Tag. Deshalb befinde ich mich immer noch an ihrer Seite. Du bist eine kluge Frau, stark und mir ähnlich. Du, deine Tochter Baerben und ich, wir drei gehören zusammen. Was wird erst passieren, wenn wir unsere Magien miteinander vereinigen?“

„Das wird nicht passieren, dunkle Kriegerin. Man kann sich zwar gegenseitig unterstützen, aber Aureon kann seinen Bruder Argenton nicht in das Totenreich bringen, noch kann Argenton ihn retten, wenn er sich zu weit vorwagen sollte.“

„Du irrst, kluge Frau. Ich weiß noch nicht wo, aber ich werde es herausfinden.“

„Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt dazu. Recht zu haben, ist nichts, worauf es sich lohnt, stolz zu sein.“

Altwis Zimmer war klein. In ihm befanden sich ein Bett, eine Truhe und ein Stuhl. Altwi wählte den Stuhl, Tama setzte sich auf die Bettkante, Altwi rückte mit dem Stuhl an das Bett, damit sie Tama ganz nah sein konnte. Tama ergriff beide Hände ihrer leiblichen Mutter.

„Was ich dir unbedingt sagen muss, ist … Also, ich – ich bekomme ein Kind.“

„Wie lange weißt du es schon?“

„Etwas weniger, als der Mond braucht, um seinen Bauch und seinen Rücken zu zeigen. Gemerkt habe ich es am dritten Tag. Oder war es am zweiten? Ja, am zweiten. Aber am dritten habe ich darüber gesprochen.“

„So früh?“

„Es gab außer meiner eigenen Magie noch eine zweite in mir, die mir fremd war und doch zu mir gehörte. Wie sich das anfühlte, kann ich nicht beschreiben. Es war erschreckend, aber auch tröstend, fremd und gleichzeitig vertraut und vor allem – es macht einen unvergleichlich stark, wenn du zu zweit bist, unbesiegbar sogar, und trotzdem rät es dir zur Vorsicht. War es bei dir auch so, als du mit mir gingst?“

„Ich weiß es nicht. Es war bei jedem meiner Kinder anders und ich kann mich auch nicht mehr so recht daran erinnern. Und wer ist der Vater?“

„Du hast ihn gesehen. Er bewacht unsere Tür. Es ist Zsardyne.“

„So, Zsardyne also und nicht Pando. Vater wird trotzdem begeistert sein, wenn er es erfährt.“

„Vater? – Ach ja, Vater. Ich vergesse immer, dass die Frau, die mich aufzog und Mutter der Zwillinge ist, dir als ein Mann meine drei Geschwister schenkte. Im Augenblick befindet sie sich in Neustadt, wo der Bürgerkrieg der Waldelfen stattfindet. Dort lebt sie als eine Komposit, mehr Mensch als Elfe und fällt jedem durch ihre glutroten Haare auf. Wenn mir jedes Mal aufs Neue klar wird, wer sie ist, kommt sie mir immer so unendlich fremd vor. Dabei liebe ich sie doch.“

„Ja, die Kinder der Drachenmutter können einen schon erschrecken. Aber sag mir doch, warum Zsardyne dein Herz erobern konnte und Pando nicht.“

Über Tamas Antlitz huschte ein Ausdruck von Betrübnis. Er kam und ging so schnell, dass Altwi nicht sicher war, ob sie ihn überhaupt gesehen hatte.

„Ich liebe Pando, und Pando liebt mich. Aber Zsardyne begehre ich. Sie liebt mich nicht, ist nur auf mich neugierig, sagt sie. Aber das muss nicht stimmen. Immer, wenn sie über sich selbst spricht, lügt sie. Sie ist wild, kann rücksichtslos und grausam sein, liebt ihre Freiheit über alles und hat doch ein gutes Herz. Und so weiß ich nicht, ob sie mich liebt. Trotzdem zieht mich alles zu ihr hin. Ich kann nicht von ihr lassen. Keinen Tag möchte ich von ihr getrennt verbringen. Ist das bereits Liebe? Sag du es mir, Altwi.“ Und dann, nach einer kleinen Pause und mehr ein Hauch als ein Wort: „Mutter“.

„Ich freue mich mit dir. Aber befrage mich nicht über die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau. Ich habe sie nie kennengelernt. Ich kenne nur die Liebe zu meinen Kindern. Mit ihnen führe ich ein glückliches Leben. Es gab ein paar Zeiten, die waren weniger erfreulich, doch wo gibt es das nicht. Niemand kann alles haben im Leben. Ich habe bereits sehr viel. Bei mir fehlt nur ein Teil der Liebe. Aber ich bin zufrieden. Und du hast dich richtig entschieden. Du hättest es ewig bereut, deinem Begehren nicht nachgegeben zu haben. Und jetzt Schluss damit. Was wolltest du von mir wissen?“

Tama gab Altwis Hände frei und lehnte sich etwas zurück, als brauchten ihre Fragen Abstand, um verstanden zu werden.

„Nach unserer ersten Begegnung hast du dich zurückgezogen und nicht mehr sehen lassen. Was habe ich falsch gemacht? War es, dass es mir so schwerfiel, dich als meine Mutter anzunehmen? War es das? Wenn ja, dann glaube mir: Das ist lange vorbei.“

„Du hast nicht als Einzige darunter gelitten. Du weißt von meiner Gabe? Ich kann die Zukunft sehen. Oder eine Zukunft sehen. Und du kamst nicht in ihr vor. Wie konnte das sein? Ich wollte nach dir suchen, aber Vater verbat mir, andere Zukünfte zu schauen als die, die ich als Erste gesehen hatte. Und dann habe ich erfahren, dass Vater glaubt, du wärst für die Drachenmutter und die Welt von einer entscheidenden Bedeutung. Wie kann das einen Sinn ergeben?“

„Das hat sie zu dir gesagt?“

„Du kennst sie. Sie spricht oft nur in Andeutungen, schenkt dir halbe Sätze, manchmal nur Worte, und verweigert dir, was sie verschweigt. Was sie genau gesagt hat, weiß ich nicht mehr. Es ist das, was ich verstanden habe.“

„Ich kann mir das alles nicht vorstellen. Wer in die Vergangenheit schaut, sieht klare Bilder. Allerdings zeigt sie einem nicht alles. Wer in die Gegenwart schaut, sieht alles nur verschwommen, kann es aber deutlich machen, wenn es ihm gelingt, eine Verbindung zu sich selbst herzustellen.“

„Das weißt du von Zsardyne und von Baerben?“

„Ja, sie haben mir ihre Welten gezeigt.“

„Der Blick in die Zukunft ist ein anderer. Er lebt davon, dass man keine Verbindung zu ihr hat. Je weniger sie mit uns verbunden ist, desto besser ist es. Unwissenheit ist unser Schild und unser Auge, denn zu viel Wissen lässt alles verschwinden. Es ist wie beim Wind. Man darf ihn spüren, aber wer versucht, ihm in die Augen zu blicken, erblindet durch die eigenen Tränen.“

„Hast du Vater gefragt, warum du nur die eine Zukunft schauen darfst?“

„Nein, das habe ich nicht gewagt. Vielleicht hätte bereits diese Frage alles verändert. Man darf die Zukünfte nicht hinterfragen. Dann laufen sie einem davon.“

Tama war empört. Was Altwi über die Unaussprechliche sagte, passte nicht zu dem Bild, das sie von ihr hatte. „Ich will dir etwas verraten. Ich hoffe nur, es erschreckt dich nicht. Sie, die du Vater nennst, Mutter, die Unaussprechliche, die von der Drachenmutter Tochtertochter genannt wird, sie weiß nichts. Nur, dass unsere nähere Zukunft gut ausschaut, weil du darin noch am Leben bist. Und die Drachenmutter ließ mich glauben, es gäbe einen Plan. Aber niemand hat einen Plan für das, was zu tun ist. Die Drachenmutter will den Altvater töten und weiß nicht, dass dieser unsterblich ist. Was weißt du wirklich über Vater? Was...



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