E-Book, Deutsch, 230 Seiten
Reihe: Interkulturelle Studien
Auernheimer Schieflagen im Bildungssystem
4. Auflage 2010
ISBN: 978-3-531-92198-3
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die Benachteiligung der Migrantenkinder
E-Book, Deutsch, 230 Seiten
Reihe: Interkulturelle Studien
ISBN: 978-3-531-92198-3
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;5
2;Einleitung;7
2.1;Die Frage der Struktur des deutschen Bildungssystems – ein Tabu;8
2.2;Gründe für ein integratives Schulsystem;12
2.3;Von der monolingualen zur multilingualen Schule;13
2.4;Fragen der Schulqualität;16
2.5;Geringe Chancen und Strategien junger Migrant(inn)en;17
2.6;Diskriminierung oder leistungsgerechte Auslese?;17
2.7;Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik;18
3;1 Die Pisa-Studien – Herausforderung und Chance;21
3.1;Skandinavische Bildungssysteme – Schule in Deutschland. Ein provokanter Vergleich;22
3.1.1;Schweden – Fördern mit System;23
3.1.2;Norwegen: Inklusion gilt für alle;25
3.1.3;Finnland: Kein Kind fällt aus dem Netz;26
3.1.4;Gemeinsamkeiten erfolgreicher Systeme – Provokationen und Herausforderungen für Deutschland;28
3.2;Chancen und Risiken nach PISA – über Bildungsbeteiligung von Migrantenkindern und Reformvorschläge1;31
3.2.1;Aus der Sicht der Interkulturellen Bildungsforschung relevante PISA-Ergebnisse;31
3.2.2;Das Deutsch der Schule;37
3.2.3;Chancengleichheit durch Autonomisierung der Schule?;41
3.3;Der Bildungserfolg von Einwandererkindern in den westdeutschen Bundesländern. Diskrepanzen zwischen den PISA-Studien und den amt;49
3.3.1;Einleitung;49
3.3.2;Ergebnisse der innerdeutschen PISA-Studie (PISA-E);50
3.3.3;Daten der amtlichen Schulstatistik;55
3.3.4;Datenkritik und Schlussfolgerungen;60
4;2 Strukturelle Aspekte der Bildungssituation 2 von Migrantenkindern;66
4.1;Die Überrepräsentation ausländischer Kinder und Jugendlicher in Sonderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen1,;67
4.1.1;Befunde zur Beschreibung der Situation;67
4.1.2;Erklärungsansätze;71
4.1.3;Möglichkeiten zur Minderung und Überwindung der Bildungsbenachteiligung;77
4.2;Fördern und Fordern allein genügt nicht! Mechanismen institutioneller Diskriminierung von Migrantenkindern und -jugendlichen im;82
4.2.1;Institutionelle Diskriminierung – die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule;83
4.2.2;Chancen und Risiken der aktuellen Schulentwicklungsdiskussion;93
4.3;Zunehmende Chancenungleichheit für junge Menschen mit Migrationshintergrund auch in der beruflichen Bildung?;98
4.3.1;Junge Menschen mit Migrationshintergrund: who is who?;98
4.3.2;Junge Menschen mit ausländischem Pass in einer dualen Ausbildung;100
4.3.3;Sinkende Ausbildungschancen für junge Menschen mit Migrationshintergrund – ausgewählte Erklärungsansätze;105
4.3.4;Fehlendes Interesse und Engagement beim Übergang Schule – Ausbildung?;105
4.3.5;Mangel an Ausbildungsplätzen oder fehlende schulische Bildungsvoraussetzungen?;109
4.3.6;Diskussion der Ergebnisse;112
4.3.7;Ein Drittel ohne Berufsabschluss – was tun?;113
4.3.8;Ausblick;114
5;3 Über Schulund Unterrichtsqualität, 3 Sprachund Lesekompetenz;117
5.1;Schulische und unterrichtliche Prozessvariablen in internationalen Schulleistungsstudien;118
5.1.1;Internationale Schulleistungsuntersuchungen der IEA und die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland;119
5.1.2;Das Produktivitätsmodell der School-Effectiveness-Forschung als Rahmenmodell für schulische und unterrichtliche Prozessvariablen;123
5.2;Mehrsprachigkeit und Bildungserfolg;137
5.2.1;Mehrsprachigkeit und Bildungserfolg – eine bildungspolitische Kontroverse;137
5.2.2;Sprachgebrauch und Sprachentwicklung;138
5.2.3;Mehrsprachigkeit und Schulerfolg – Ergebnisse der internationalen Schulforschung;141
5.2.4;Ansätze zur Entwicklung von Leseund Schreibfähigkeiten in zwei Sprachen;143
5.2.5;Die Voraussetzungen des Kindes und die Ziele der Schule;147
5.3;Ein erweitertes Konzept von Lesekompetenz und Konsequenzen für die Leseförderung;152
5.3.1;Familie und Schule als Instanzen der Lesesozialisation;154
5.3.2;Frühe Lesesozialisation als Brücke zwischen Oralität und Literalität;158
5.3.3;Zur Konzeptualisierung von Lesekompetenz als einer Voraussetzung gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit;160
6;4 Bildungsbeteiligung und Förderung von jungen 4 Migranten in Fallstudien;168
6.1;Ausländische Schüler in den neuen Bundesländern – eine Erfolgsstory;169
6.1.1;Bildungsabschlüsse ausländischer Jugendlicher;170
6.1.2;Bildungsbeteiligung;172
6.1.3;Bedingungsfaktoren – Hypothesen zur Erklärung;174
6.1.4;Zusammenfassung;180
6.2;Verschlungene Bildungspfade. Über Bildungskarrieren von Jugendlichen mit Migrationshintergrund;182
6.2.1;PISA und die Migrantenjugendlichen;182
6.2.2;Ein Blick in die Statistik – Wie steht es um die Bildungssituation von Migrant(inn)en?;184
6.2.3;Verschlungene Bildungspfade – Ergebnisse der Fragebogenerhebung;186
6.2.4;Resümee;193
6.3;Unzureichend gefördert? Eine Analyse der Bildungssituation und der Förderbedingungen für Migrantenkinder an Frankfurter Schulen;195
6.3.1;Die Bildungssituation;195
6.3.2;Die Förderbedingungen;196
6.3.3;Ausblick;214
7;Verzeichnis der Autorinnen und Autoren;216
(S. 145-146)
Einleitung
Multikulturelle Teams sind Laboratorien für die Entwicklung interkultureller Kompetenz. Gelingt es, gleichberechtigt miteinander zu kooperieren und die Synergie-Potenziale der Vielfalt der Perspektiven und Problembewältigungsstrategien freizusetzen, wird nicht nur die Arbeit mit der Klientel effektiver, gut eingespielte interkulturelle Teams haben auch Vorbildcharakter – als gelungene Beispiele gleichberechtigter und produktiver interkultureller Zusammenarbeit – für die Klientel, die externen Kooperationspartner und den Sozialraum (vgl. Fischer 2004, Schröer 2007). Allerdings kann der Weg dorthin dornenreich und langwierig sein.
Der Verfasser hat als wissenschaftlicher Begleiter eines Qualitätszirkels „Interkulturelle Teamentwicklung“ im Rahmen der Implementation eines Qualitätsmanagement- Verfahrens in drei Einrichtungen der Migrationsarbeit in München und als Leiter einschlägiger Fortbildungen reichlich Erfahrungen sammeln können, die belegen, dass interkulturelle Teamentwicklung sich nicht naturwüchsig ergibt, durch „lerning by doing together“ sondern einen intensiven und systematischen Lernprozess erfordert (Gaitanides 2003). In diesem Beitrag werden zunächst die wichtigsten Ergebnisse der Qualitätszirkelstudie zusammengefasst.
Dem schließt sich eine exemplarische Beschäftigung mit einem Schlüsselthema interkultureller Teamkonflikte an – dem „richtigen“ Umgang mit Distanz und Nähe in der Interaktion mit der Klientel, aber auch innerhalb des Teams. Der Artikel befasst sich nicht mit einem anderen wichtigen Themenkomplex, der im Zusammenhang mit interkultureller Teamentwicklung von großer Bedeutung ist, den Einstellungsbarrieren, die es oft überhaupt nicht zur multikulturellen Zusammensetzung von Teams kommen lassen.
Hierbei ginge es nicht nur um die strukturellen Barrieren (geringe Ausbildungsquote, Nichtanerkennung von heimatlichen Berufsabschlüssen, christliche Tendenzbetriebe, keine frei werdenden Stellen mangels Fluktuation bzw. durch den Stellenabbau) sondern auch um die abwehrenden Einstellungen der Mitarbeiter (Konkurrenzängste, Anzweiflung beruflicher Kompetenz, Reduktion auf Herkunftskompetenz, Unterstellung traditioneller Einstellungen und Verhaltensmuster, dazu Anderson 2000, Czock 2003, Gaitanides 2006,) – um Einstellungen, die wiederum durch interkulturelle Selbstreflexion in Fortbildungen monokultureller Teams hinterfragt werden müssen.




