Ash | Insel meiner Sehnsucht | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0019, 160 Seiten

Reihe: Julia

Ash Insel meiner Sehnsucht


1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-305-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0019, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86349-305-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sehnsüchtig denkt Annie an die Zeit mit Josh Issac auf der malerischen griechischen Insel Skiathos zurück. Dort verlebten sie Wochen des ungetrübten Glücks. Bis der erfolgreiche Journalist ihr nach drei Wochen plötzlich vorwarf, sie würde ihn betrügen, und sie Hals über Kopf verließ ... Erst zwei Jahre später trifft sie ihn auf einer Hochzeitsfeier wieder. Wie am ersten Tag sprühen die Funken zwischen Josh und ihr. Und Annie muss sich eingestehen: Er war und ist immer noch ihre einzige große Liebe. Was muss geschehen, damit sie sein Vertrauen - und sein Herz! - zurückgewinnt?



Sie hat bisher 21 erfolgreiche Romances geschrieben, wobei sie erst jetzt wieder richtig aktiv geworden ist, nachdem sie eine längere Pause vom Schreiben romantischer Stories gemacht hat. Rosalie Ash ist Mitglied der Society of Authors und der Romantic Novelists Association. Gelegentlich bewohnt sie auch ein Paralleluniversum in ihrer Fantasie, wo sie acht Stunden am Tag schreiben kann, ein perfektes Haus und eine farblich markierte Garderobe besitzt, Gourmet-Dinnerparties veranstaltet und immer noch Zeit findet, um stundenlang mit ihrer Tochter zu telefonieren, Wiederholungen von Friends zu gucken und online zu shoppen.
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1. KAPITEL

Anoushka Trevellick kam zu spät zur Hochzeit.

Ihre Gedanken kreisten nur noch darum, bereits die kirchliche Trauung und die Hälfte des Empfangs verpasst zu haben. So bemerkte sie kaum wie schön es war, im Sommer nach Cornwall zurückzukehren. Auch der vertraute Anblick des blaugrauen Atlantiks, der an diesem leicht diesigen Junitag jenseits der rosa Strandnelken und Tamarisken in der Sonne glitzerte, drang nicht zu ihr durch.

Während sie über die abschüssige Rasenfläche auf das Festzelt zulief, lösten sich lange blonde Strähnen aus ihrer Haarspange und wehten über ihre Schultern. Das kurze rosafarbene Kleid mit dem dazu passenden Blazer bedeckten dabei kaum ihre schlanken, gebräunten Oberschenkel. Vor dem Zelt angelangt versuchte Annie, wieder zu Atem zu kommen.

Das hier war zwar eine Familienhochzeit, doch immerhin war sie auch die Besitzerin von Party Cooks & Co., der für das Catering zuständigen Firma. Und schon deshalb musste sie gelassen und professionell auftreten.

Annie blieb im Eingang des Festzeltes stehen und ließ den Blick über die fröhlichen Gäste gleiten. Ihre Angestellten bahnten sich mit Getränken und großen Tellern voller Essen geschickt den Weg durch die Anwesenden. In einiger Entfernung erblickte sie ihre kleine Schwester Liv, die in der Zeit bis zum Beginn ihres Studiums bei Party Cooks arbeitete. Sie unterhielt sich lachend mit Miles und Alison, dem frisch verheirateten Paar. Sämtliche Gäste wirkten zufrieden und waren mit Champagner sowie mit hausgemachten Kanapees versorgt. Alles in allem schien also keine Katastrophe zu drohen, sodass Annies Panik ein wenig nachließ.

Ob ich wohl so entnervt aussehe, wie ich mich fühle?, fragte sie sich, zog einen kleinen Spiegel aus ihrer Tasche und betrachtete ihr gerötetes Gesicht. Sie hatte auf der Autobahn Probleme mit dem Wagen gehabt und auf den Pannendienst warten müssen, der das Fahrzeug notdürftig repariert hatte. Dann war auch noch der Akku ihres Handys leer – und schließlich war sie viel zu spät zu Alisons und Miles’ Hochzeit gekommen. Angesichts dieser Umstände fand Annie es überraschend, dass sie immerhin halbwegs präsentabel aussah.

Vergeblich versuchte sie die Ponysträhnen zu glätten, die ihr links und rechts ihrer sanften, honigbraunen Augen auf die hohen Wangenknochen fielen. Als sie den Spiegel wieder in die Tasche geschoben hatte, wurde ihr plötzlich schwindelig. Der Boden unter ihren Füßen schien zu schwanken, sodass sie sich schnell an der nächsten Stuhllehne festhielt.

„Alles in Ordnung, Annie?“

Beim Klang der tiefen, gelassenen Männerstimme mit dem unverkennbaren amerikanischen Akzent begann ihr Herz, heftig zu schlagen.

Es war Josh Isaac.

Annie hatte ihn seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, und ihre letzte Begegnung war nicht gerade erfreulich verlaufen. Dennoch hatte sie seine Stimme erkannt, ohne ihn überhaupt anzusehen.

Schnell richtete Annie ihren einen Meter dreiundsechzig großen Körper auf – fest entschlossen, genauso gelassen wie er zu wirken. Doch als sie es wagte, ihm in die tiefblauen Augen zu blicken, mit denen er sie unter seinem etwas zu langen schwarzen Haar hervor durchdringend ansah, wurde sie nervös.

„Ja, mir geht es gut, danke. Und dir, Josh?“ Schnell ließ Annie den Blick über den einen Meter achtzig großen, schlanken und durchtrainierten Mann gleiten. Ich hätte damit rechnen müssen, ihm hier zu begegnen, dachte sie. Immerhin waren er und ihr Cousin Miles eng befreundet.

Das letzte Mal hatte sie Josh auf einer griechischen Insel gesehen. Damals hatte er ein T-Shirt und ausgefranste Jeansshorts an. Heute dagegen trug er einen eleganten grauen Cutaway. Bei diesem Anblick zog sich Annie die Kehle zusammen, denn er sah einfach atemberaubend aus.

„Ziemlich gut, danke.“ Joshs besorgter Gesichtsausdruck erstaunte sie. „Du wirkst, als würdest du jeden Moment in Ohnmacht fallen. Ist wirklich alles in Ordnung?“

„Ja.“ Annie lächelte strahlend. „Die Fahrt von London hierher war nur ziemlich stressig, und ich hatte kein Mittagessen …“

„Das ist ja geradezu absurd, wo du doch jetzt Köchin bist“, sagte Josh ein wenig spöttisch. „Setz dich, ich hole dir etwas zu essen …“

„Nicht nötig.“ Sein unerwartet fürsorgliches Verhalten verwirrte Annie. „Aber gut, dass du hier am Eingang stehst und bestens darauf vorbereitet bist, den barmherzigen Samariter zu spielen.“

„Als Trauzeuge gehört es zu meinen Aufgaben, die verspäteten Gäste zu begrüßen.“

Natürlich, dachte Annie. Wen sonst hätte Miles denn zu seinem Trauzeugen erklären sollen? Josh und Miles waren beide Journalisten, und der ältere, erfahrenere Josh war für ihren Cousin so etwas wie ein Vorbild: ein furchtloser, heldenhafter Korrespondent aus Krisenregionen, der sich im Auftrag einer großen Nachrichtenagentur in Kriegsgebiete wagte und erschütternde Informationen lieferte, bei denen den Menschen der Atem stockte.

Annie hatte Josh zwei Jahre zuvor während eines Familienurlaubs auf den griechischen Inseln kennengelernt und sofort insgeheim für ihn geschwärmt. Er hatte damals nebenan, in der Villa seiner Schwester, gewohnt. Ein Blick auf den schlanken, sonnengebräunten Mann mit breiten Schultern und schmalen Hüften, der so geschickt auf dem kristallklaren Wasser der Ägäis surfte – sofort war Annie von dem intensiven, verwirrenden Gefühl erfasst worden, Josh schon lange zu kennen, obwohl sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte.

Es folgte eine unvergessliche Zeit, in der sie ihn immer besser kennenlernte: Sie mieteten ein Auto und erkundeten die kleine Insel, tranken Ouzo am Meeresufer, aßen Souvlaki und Moussaka unter dem dunklen Sternenhimmel … Natürlich waren sie dabei nicht immer allein, doch wie zufällig saß sie immer neben Josh und redete sich gern ein, dass er fast ausschließlich mit ihr sprach. Sie hatten gelacht – und geredet und geredet… Und Annie hatte sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen gefühlt.

Doch als sie drei Wochen später nach England zurückgekehrt war, hatte Annie auf schmerzliche Art erfahren müssen, dass Miles’ Idol auf tönernen Füßen stand.

Mit der Erinnerung wurden nun auch Schmerz und Empörung wieder in ihr wach. Eine kurze, wundervolle Zeit lang hatte sie sich eingebildet, dass Josh ihre Gefühle erwiderte. Doch dann hatte er sie beschuldigt, den Verlobten seiner Schwester verführen zu wollen – wie ein männermordender Vamp.

Ob er mich immer noch so sieht?, fragte Annie sich. Wenn ja, dann kann ich mich ja ruhig entsprechend verhalten. „Wenn es zu deinen Aufgaben gehört, die Spätankömmlinge zu begrüßen, dann solltest du das auch bei mir angemessen tun, stimmt’s, Darling?“, fragte sie ihn neckend und bot ihm ihre samtige Wange zum Kuss an.

Einige Sekunden lang stand Josh reglos da und blickte ihr in die Augen. Sie sah etwas darin aufblitzen und wusste genau, dass er an die Zeit in Griechenland dachte. Langsam ließ er den Blick zu ihrem Ausschnitt gleiten, wo sich der sanft geschwungene Ansatz ihrer Brüste abzeichnete. Als er sich dann endlich langsam hinunterneigte, um ihr einen flüchtigen Kuss zu geben, bebte sie innerlich.

„Hältst du es wirklich für klug, dich so aufzuspielen?“ Josh hob den Kopf und betrachtete sie mit forschend. „Ich habe doch schon vor zwei Jahren gesehen, was für einen Schaden du damit angerichtet hast.“

Annie hatte das Gefühl, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen. Doch es gelang ihr, weiterhin zu lächeln. „Wenn du noch nicht einmal zu den üblichen Höflichkeiten in der Lage bist, solltest du dich darauf beschränken, in Kriegsgebieten Gewehrkugeln auszuweichen. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich möchte mit jemandem sprechen …“ Sie hatte ihre Schwester wieder in der Menge entdeckt.

Doch Josh hielt sie fest. Mit seinen langen, sonnengebräunten Fingern umfasste er ihren schlanken Oberarm, ohne ihr jedoch wehzutun.

Annie schluckte nervös, denn trotz allem hatte Josh noch immer eine beängstigend starke Wirkung auf sie. Eine leichte Berührung reichte aus, um sie erzittern zu lassen wie Sommerblumen im Wind.

„Du kannst es einfach nicht lassen, stimmt’s?“, fragte er spöttisch. „Du musst mit allem flirten, was Hosen trägt. Aber wie ich höre, hast du inzwischen deine Berufung gefunden: Abendessen in den gehobenen Londoner Kreisen. Jede Menge Männer, die dir ihre Aufmerksamkeit schenken können. Und wen interessiert es schon, ob sie bereits vergeben sind?“

Annie war wie vor den Kopf gestoßen. Dann wurde sie von Empörung erfüllt. Sie spürte, wie eine heiße Röte vom Brustansatz bis zum Haar in ihr aufstieg.

„Was willst du damit sagen?“, rief sie aufgebracht und scherte sich nicht darum, dass einige Gäste neugierig zu ihr hinüber blickten. „Wenn du damit andeuten willst …“

„Annie, beruhig dich. Du machst ja eine richtige Szene.“

„Nein, ich werde mich nicht beruhigen! Weißt du was? Du tust mir leid!“, erwiderte sie heftig. „Du musst wirklich ein freudloser Zyniker sein. Was hast du für verzerrte Vorstellung von der Moral anderer Menschen! Und wer gibt dir eigentlich das Recht, über mich zu urteilen?“

„He, was ist denn hier los?“

Plötzlich stand Miles vor ihnen, mit einem amüsierten Ausdruck in seinen braunen Augen. Seine fröhliche Frage löste die die angespannte Stimmung ein wenig auf.

„Ich kenne mich zwar mit den Gepflogenheiten bei Hochzeiten nicht gut aus, bin mir aber ziemlich sicher, dass die Chefin des Catering-Service sich nicht mit dem Trauzeugen streiten sollte. Das ist auch nicht gut...



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