Asef | Baseball: Die größten Legenden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 312 Seiten

Asef Baseball: Die größten Legenden


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8403-3902-8
Verlag: Meyer & Meyer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 312 Seiten

ISBN: 978-3-8403-3902-8
Verlag: Meyer & Meyer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kaum ein anderer Sport hat eine so faszinierende und so eng mit der Kultur eines Landes verwobene Geschichte wie Baseball. Dominik Asef erzählt diese Geschichte anhand der größten, besten und einflussreichsten Spieler, Funktionäre und Wegbereiter des Sports. Von den frühen Legenden wie Cy Young und Honus Wagner über den legendären Babe Ruth bis zu den modernen Stars wie Shohei Ohtani und Mike Trout porträtiert dieses Buch die herausragenden Persönlichkeiten, die dem Baseballsport ihren Stempel aufgedrückt haben. Unglaubliche Triumphe, herzzerreißende Tragödien, ergreifende Momente vereinen sich zu 60 Biographien - jede für sich einzigartig und gleichzeitig ein unverzichtbarer Mosaikstein, ohne den der Baseball nicht das wäre, was er heute ist.

Dominik Asef ist Mitglied des Baseballclubs Main-Taunus Redwings und stolzer Vater von zwei Nachwuchs-Baseballern. Er arbeitet als Referatsleiter im Statistischen Bundesamt. Zuvor war er als Literatur- und Sportjournalist tätig und betrieb einige Jahre lang einen deutschsprachigen Baseballblog. Mit seinem ersten Titel 'Baseball - Alles, was man wissen muss' legte er das deutschsprachige Standardwerk über diesen spannenden Sport vor.
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1


LEGENDE UND WAHRHEIT – DIE ANGEBLICHEN GRÜNDERVÄTER DES BASEBALLS


Wer hat den Baseball erfunden? Um diese Frage ranken sich diverse Legenden. Die bekannteste davon ist der längst widerlegte, aber erstaunlich langlebige Mythos um einen amerikanischen Bürgerkriegshelden. Auch wenn es völlig unstrittig ist, dass Abner Doubleday mit der Erfindung des Baseballs nicht das Geringste zu tun hatte, so ist die fast 120 Jahre alte Fake-Geschichte doch zu interessant und bis heute nachwirkend, als dass ich sie für dieses Buch ignorieren könnte.

Die wahre Gründungsgeschichte des Baseballs ist leider ein bisschen komplizierter und nicht ganz so griffig wie der Doubleday-Mythos. Tatsächlich finden sich schon hunderte Jahre vor Doubleday historische Erwähnungen von Spielen mit Schläger und Ball. Ein sehr früher Vorläufer des Krickets namens Stoolball wird in historischen Quellen spätestens ab dem 15. Jahrhundert, laut einigen Angaben sogar schon ab dem 11. Jahrhundert erwähnt. Im 1798 bis 1803 verfassten Roman Northanger Abbey (deutsch: Die Abtei von Northanger) schreibt die britische Schriftstellerin Jane Austen über ihre Heldin Catherine Moreland, dass diese sich im Alter von 14 Jahren lieber mit „Kricket, Baseball, Pferdereiten und Umherstreifen“ beschäftigte als mit Büchern. „Baseball“ war bei Austen nach heutiger Überzeugung wohl ein Synonym für ein häufiger als „Rounders“ bezeichnetes Schlagballspiel. Der Spielablauf von Rounders dreht sich darum, den Ball zu schlagen und anschließend nacheinander vier Bases zu erreichen. Die Ähnlichkeit zum modernen Baseball und Softball ist unübersehbar; der auffälligste Unterschied ist, dass beim Rounders die vierte Base nicht identisch mit der Stelle ist, von der geschlagen wird.

Baseball war letztendlich wohl keine dezidierte Erfindung einer einzelnen Person, sondern eher das Ergebnis eines evolutionären Prozesses, in dessen Verlauf sich im 18. und 19. Jahrhundert aus mehreren Vorläuferspielen wie Kricket und Rounders Variationen entwickelten, die auf amerikanischen Schulhöfen und College-Campussen gespielt wurden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich eine Variante durch, deren Regelwerk trotz der einen oder anderen seitdem beschlossenen Modifikation schon recht eindeutig dem Sport entsprach, den wir heute als Baseball kennen und lieben. Ein möglicher Mitverfasser dieses Regelwerks war Alexander Cartwright, der dadurch gemeinhin – wenngleich auch das wieder eine grobe Vereinfachung einer komplexen Geschichte ist – als Gründervater der Sportart gilt und dem deshalb der zweite Teil dieses Kapitels gewidmet ist.

1.1ABNER DOUBLEDAY

Geboren: 26. Juni 1819 in Ballston Spa, New York, USA
Gestorben: 26. Januar 1893 in Mendham, New Jersey, USA

Mit einem Schlag berühmt: Diesen Traum erfüllte sich Abner Doubleday im Jahr 1861, allerdings nicht etwa mit einem Baseballschläger, sondern mit einer Kanone. Der Army-Offizier sicherte sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Vereinigten Staaten, indem er den ersten Schuss der Unionsarmee in der Schlacht um Fort Sumter abgab, die den amerikanischen Bürgerkrieg eröffnete. Im Laufe des Krieges stieg er zum Generalmajor auf und spielte unter anderem eine entscheidende Rolle in der Schlacht von Gettysburg. Ob seine Verdienste groß genug waren, um in einem Buch über US-Militär-Legenden aufzutauchen, mögen andere beurteilen. Doubledays Platz in einem Buch über die Legenden des Baseballs erklärt sich jedenfalls nicht aus seinem Leben heraus, sondern nur durch Ereignisse, die erst 12 Jahre nach seinem Tod ihren Lauf nahmen.

Wir springen deshalb ins Jahr 1905. Die immer noch recht junge amerikanische Nation befand sich auf der Suche nach ihrer kulturellen Identität und Eigenständigkeit gegenüber ihren europäischen, insbesondere britischen, Wurzeln. Eine heiße Diskussion vor diesem Hintergrund drehte sich um die Ursprünge des Nationalsports Baseball. Während zum Beispiel der prominente Baseballjournalist und Historiker Henry Chadwick – selbst gebürtiger Brite – den Sport auf britische Vorläuferspiele wie Rounders zurückführte, vertraten einflussreiche Funktionäre – allen voran der Präsident der Chicago Cubs, Albert Spalding, und der Präsident der National League, Abraham G. Mills – vehement die Überzeugung, Baseball sei eine originär amerikanische Erfindung. Beweise dafür hatten sie zwar nicht, aber die Überzeugung und der Eifer waren so groß, dass schließlich ein Gremium zur Findung der „Wahrheit“ gegründet wurde. Mills selbst war Vorsitzender der Gruppe, die als „Mills Commission“ bekannt wurde. Sie bestand außer ihm aus sechs Männern, welche allesamt wie er Vertreter der Theorie waren, Baseball könne nur rein amerikanischen Ursprungs sein. Andersdenkenden wie Chadwick, der die Gründung der Kommission zunächst begrüßte, wurde die Teilnahme daran verwehrt.

Die Arbeit der Mills Commission erwies sich als beschwerlich, denn trotz umfangreicher Recherchen und Aufrufen zur Mitwirkung wollten sich einfach keine Belege für das vorab festgelegte Ergebnis finden lassen. Nahezu alle eingehenden Hinweise, die meisten davon Briefe von ehemaligen Spielern, sprachen für die Rounders-Abstammung, die aber bekanntlich nicht sein konnte, weil sie nicht sein durfte. Die Erlösung brachten schließlich zwei Briefe von einem Mineningenieur aus Colorado namens Abner Graves. Graves berichtete, er sei im Jahr 1839 oder 1840 Zeuge davon geworden, wie sein Namensvetter Abner Doubleday auf einer Kuhweide in Cooperstown im Bundesstaat New York Baseball erfand. Der spätere Bürgerkriegsheld sei damals 16 oder 17 Jahre alt und Schüler der „Green’s Select School“ gewesen. Er habe das von ihm erdachte Spiel den anderen Jungen erklärt, mit einem Stock das Spielfeld mit vier Bases und einem Kreis für den Pitcher skizziert und selbst als Catcher gespielt.

Abgesehen davon, dass sich niemand fand, der die Schilderungen von Graves bestätigen konnte, enthielten diese einige offensichtliche Ungereimtheiten. So war Doubleday in dem genannten Zeitraum von 1839 bis 1840 rund 20 Jahre alt und besuchte nachweislich die Militärakademie in West Point, rund 220 Kilometer entfernt von Cooperstown. Für damalige Verhältnisse war das eine halbe Weltreise, die ein Kadett kaum auf sich genommen haben dürfte, um ein paar Schülern ein Ballspiel vorzustellen. Graves selbst war zu der Zeit erst 5 oder 6 Jahre alt, sodass man sich über die Genauigkeit seiner angeblichen Erinnerungen zumindest wundern müsste. Ebenso verwunderlich müsste die Tatsache gestimmt haben, dass Doubleday ein berühmter Mann war, der gern über seine persönlichen Erfolge sprach und von dem zahlreiche Schriften und Korrespondenzen existierten, ohne dass er je in einer davon etwas über Baseball erwähnt hätte. Tatsächlich kannten sich Doubleday und A. G. Mills, der spätere Vorsitzende der Kommission, sogar aus der gemeinsamen Zeit im Krieg und waren miteinander befreundet. Mills konnte sich aber nicht erinnern, mit Doubleday jemals über Baseball geredet zu haben.

Es sprach also von Anfang an nicht viel für die Eingaben des Abner Graves, der übrigens ein paar Jahre später seine Frau erschoss und den Rest seines Lebens in einer Einrichtung für unzurechnungsfähige Straftäter verbrachte. Doch die Mills Commission hatte die Story gefunden, nach der sie händeringend gesucht hatte, und erklärte in ihrem Abschlussbericht 1908 die Erfindung des Baseballs durch Abner Doubleday 1839 in Cooperstown zur Wahrheit.

Obwohl der Mills-Bericht vor, während und nach seiner Entstehung umstritten war, gelang es seinen Initiatoren, den Doubleday-Mythos in die Welt zu setzen und ihn für Jahrzehnte zur vorherrschenden Erzählung um die Entstehung des Baseballsports zu machen. Davon zeugt noch heute die zentrale Rolle des Ortes Cooperstown als Standort der Baseball Hall of Fame, die 1937 am angeblichen Geburtsort des Spiels eingerichtet wurde. Auch das College-Team der „Auburn Doubledays“ in Abner Doubledays Heimatstadt sowie gleich zwei Stadien namens „Doubleday Field“ – eines in Cooperstown an der Stelle der berühmten Kuhweide und eines an der Akademie in West Point – erinnern an eine der großen Lügen der Sportgeschichte.

1.2ALEXANDER CARTWRIGHT

Geboren: 17. April 1820 in New York City, USA
Gestorben: 12. Juli 1892 in Honolulu, Königreich Hawai’i
Aufnahme in die Hall of Fame: 1938


Gegen Ende der 1930er Jahre, zur Zeit der Eröffnung der...


Dominik Asef ist Mitglied des Baseballclubs Main-Taunus Redwings und stolzer Vater von zwei Nachwuchs-Baseballern. Er arbeitet als Referatsleiter im Statistischen Bundesamt. Zuvor war er als Literatur- und Sportjournalist tätig und betrieb einige Jahre lang einen deutschsprachigen Baseballblog. Mit seinem ersten Titel "Baseball – Alles, was man wissen muss" legte er das deutschsprachige Standardwerk über diesen spannenden Sport vor.



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