Arnold | Das Kind der Liebe | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Arnold Das Kind der Liebe


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7499-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7499-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



An die Kraft der Liebe kann Mallory Powell, die Tochter von Grace DeWildes älterem Bruder Leland, nicht glauben. Doch eine einzige sensationelle Nacht auf einem Schweigeseminar verändert ihr ganzes Leben. In den Armen eines völlig Fremden erlebt sie Lust, Ekstase und totale Hingabe. Als sie sich später wiedersehen, weiß Mallory, dass sie sein Baby erwartet. Wie wird Liam O'Neill auf diese Nachricht reagieren?



Judith Arnold fing mit dem Erzählen von Geschichten an, lange bevor sie schreiben konnte. Sie war vier Jahre alt, als ihre Schwester ihr einen Stift in die Hand drückte und ihr das Alphabet beibrachte. Das war der Beginn, und sie schreibt noch immer. Seit 1983 ihre erste Romance veröffentlicht wurde, hat Judith Arnold über 70 Liebesromane verfasst, die weltweit mehr als acht Millionen Mal verkauft wurden und ihr zahlreiche Auszeichnungen in den USA einbrachten. Ihre Romances stehen sogar auf der Liste der Leseempfehlungen, die von Krebshilfegruppen in amerikanischen Krankenhäusern verteilt wird. Judith Arnold besuchte zunächst das Smith College und später die Brown University, wo sie nicht nur ihren MA-Abschluss in Kreativem Schreiben erwarb, sondern einen gut aussehenden Chemiestudenten kennen lernte, den sie später heiratete. Sie erhielt Schreibstipendien und lehrt an Colleges und Universitäten im ganzen Land. Neben ihren Romances hat sie auch einige Theaterstücke verfasst, die in San Fransisco, Washington, D.C., Connecticut und in kleinen Theatern in New York City aufgeführt werden. Judith Arnold lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen im Teenageralter und einem Meerschweinchen namens Wilbur in Massachusetts.
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2. KAPITEL

„Okay, Reuben, was haben Sie Schönes?“, fragte Mallory.

Reuben Cortes öffnete die Hecktüren seines Lieferwagens und strahlte sie an. „Ich habe Sachen, die Sie im Februar niemals erwarten würden“, meinte er mit einem Grinsen. Er griff in den Wagen und holte einen kleinen Karton mit frischen Portobellopilzen. „Hier, wie gewünscht.“

Portobellopilze waren eins der wichtigsten Gerichte auf Mallorys Speisekarte. Reuben versorgte sie regelmäßig damit, ebenso wie mit anderen Lebensmitteln, und manchmal überraschte er sie mit Leckerbissen, die es eigentlich zurzeit gar nicht gab, und die sie dann ihren Gästen als etwas Besonderes anbieten konnte. Mallory wusste nie, was sie für den jeweiligen Tag an Zutaten zur Verfügung haben würde. Und dies hielt ihre Kreativität lebendig.

Aber heute fühlte sie sich absolut nicht lebendig. Den größten Teil der Nacht hatte sie wachgelegen. Um sich von ihrem Dilemma abzulenken, hatte sie dummerweise in Der Ungeborene gelesen, dem Roman von Liam O’Neill. Sie hätte es niemals kaufen, niemals lesen sollen. Es war so angsteinflößend, dass sie vermutete, der Autor musste seelisch ziemlich aus dem Gleichgewicht sein.

Und sie trug das Kind dieses Mannes in sich.

Ihr Verstand riet ihr, die Schwangerschaft so schnell wie möglich abbrechen zu lassen. Aber ihr Gefühl, dem sie möglichst nicht viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, sagte ihr, dass Liam eine Art Genie sein musste, dem Buch nach – abgesehen davon, dass er der sexuell aufregendste Mann war, den sie je kennengelernt hatte. Und sie wollte sein Baby behalten, gegen jede Logik und gesunden Menschenverstand.

„Und hier habe ich noch Römischen Salat“, brachte sie Reubens Stimme wieder in die Gegenwart zurück. Er drückte ihr einen Karton in die Hände. Mallory reichte ihn an Burt, ihren Küchenchef, weiter.

„Wo ist denn meine Überraschung?“, fragte sie und legte Enthusiasmus in ihre Stimme. Reuben war ihr bester Lieferant, mit einer Spürnase für außergewöhnliche Genüsse. So wollte sie seine Gefühle nicht verletzen, indem sie sich weniger interessiert zeigte als er.

„Geduld, Geduld.“ Er lud Karotten, Petersilie und Schalotten aus. Mallory hakte sie auf ihrer Liste ab. Zwiebeln. Neue Kartoffeln. Paprika aus Mittelamerika. Knoblauch aus San José. Das waren die Gemüse, mit denen sie im Winter normalerweise arbeitete.

Reuben legte eine Pause ein, als hätte er nun nichts mehr. Mallory spielte das Spiel mit so gut sie konnte. „Okay, Reuben, das war es dann wohl für heute.“

„Vergessen Sie dies hier nicht!“ Seine dunklen Augen strahlten sie an. Er griff tiefer in seinen Wagen hinein und holte einen kleinen Holzkasten mit Tomaten heraus. Nicht mit Treibhaustomaten – rosafarbene Kugeln und hart wie Tennisbälle –, sondern rote, sonnengereifte Früchte, so frisch, dass den grünen Stengeln noch der unverwechselbare Duft der Tomatenpflanze entströmte.

„Himmel, wo haben Sie die denn aufgetrieben?“ Der Anblick solch köstlich aussehender Tomaten im Februar riss sie aus ihrer gedämpften Stimmung.

„Fragen Sie nicht. Ich musste meine Schwester verkaufen, um sie zu ergattern.“

„Sie sind ja wahnsinnig! Mehr haben Sie nicht davon?“ Sie schätzte, dass es ungefähr drei Dutzend Tomaten waren.

„Nicht so raffgierig, Verehrteste. Vor Dankbarkeit, dass ich Sie Ihnen besorgt habe, sollten Sie den Boden anbeten, auf dem ich wandele!“

„Sie haben recht. Das sollte ich.“ Sie gab Reuben einen Kuss auf die Wange. „Sie sind wirklich ein Schatz. Ich werde versuchen, Ihre Schwester zurückzukaufen.“

„Den Gefallen brauchen Sie mir nicht zu tun.“ Er grinste verschmitzt und schloss den Rolladen seines Wagens. „Also, dann bis morgen.“

Als sie mit den Tomaten die Küche betrat, starrte Burt sie ehrfürchtig an. „Mein Gott, wen mussten Sie denn dafür umbringen?“

„Niemanden. Reuben hat seine Schwester verkauft“, antwortete Mallory und stellte den Kasten auf den Tresen. Sie lächelte schwach.

„Er hätte auch noch seine Mutter verkaufen sollen“, bemerkte Burt, der die Küche unter sich hatte und Mallory den Rücken freihielt, damit sie jeden Tag aus den angelieferten Lebensmitteln ein einzigartiges Gericht zaubern konnte. „Es sind nicht genügend Tomaten, um etwas Anständiges daraus machen zu können.“

„Ich bin sicher, uns fällt schon etwas ein“, sagte sie.

„Eine Sauce?“

Die beiden Lehrlinge buhten laut. Mallory lachte. Es wäre wirklich eine Sünde, frische Tomaten für eine Sauce zu pürieren.

„Sie haben nicht einmal genug, um sie in Salaten zu nutzen“, meinte Bert.

„Wie wäre es denn, wenn wir sie in Achtel schneiden und damit jedes Entree garnieren?“, schlug sie vor.

„Seht ihr!“, rief Burt den anderen in der Küche zu. „Deswegen heißt dieses Restaurant auch Mallory’s und nicht Burt’s. Sie ist einfach brillant, meine Damen und Herren!“

Normalerweise amüsierte Mallory sich über Burts Neckereien. Aber im Moment fühlte sie sich einfach zu müde, zu ausgelaugt dafür. Und das kräftige Rot der Tomaten stellte auch noch etwas mit ihrem Magen an.

Mallory litt an morgendlicher Übelkeit.

Sie biss die Zähne zusammen und verschwand mit einem weiteren falschen Lächeln blitzschnell aus der Küche. Ein kurzer Flur führte zu ihrem Privatbüro und der Personaltoilette, wohin sie auf direktem Weg eilte. Sie schloss die Tür hinter sich zu.

Die Übelkeit begann abzuebben. Der Schwindel in ihrem Kopf gab sich, und ihre Knie hörten auf zu zittern. Sie lehnte sich gegen das Waschbecken. Sie war kalkweiß im Gesicht, und graue Schatten lagen unter ihren Augen. Das Haar hing seltsam leblos herunter und betonte noch das schmaler gewordene Gesicht. Nahmen Frauen in der Schwangerschaft normalerweise nicht zu? Mallory hatte in den letzten zwei Tagen ein Kilo abgenommen. Kein Wunder bei ihrem Mangel an Appetit.

Wenn der Anblick köstlicher Tomaten Übelkeit bei ihr auslöste, dann musste etwas getan werden. Schnell. Jetzt.

Seufzend füllte sie einen Pappbecher mit kaltem Wasser und trank es in kurzen, kontrollierten Zügen. Als sie sicher war, das Wasser bei sich behalten zu können, holte sie tief Luft und verließ die Toilette. In der Tür zu ihrem Büro stand Robert Benedict.

Verdammt. Dass es so schlimm kommen würde, damit hatte sie nicht gerechnet.

Roberts Äußeres verriet, er kam direkt aus dem Büro. Der Anzug war von Armani, die Krawatte von Dior, die Schuhe von Bally. Bei den seltenen Gelegenheiten, zu denen sie ihn legerer gekleidet gesehen hatte, schien er sich nie richtig wohlgefühlt zu haben.

„Hast du vielleicht ein paar Minuten Zeit?“, fragte er mit einem Lächeln, dass die Polarkappen zum Schmelzen gebracht hätte.

„Sicher.“ Sie lächelte hölzern und war froh, dass Robert keine Bemerkung darüber machte.

Er trat beiseite, damit sie in ihr Büro gehen konnte, das gerade groß genug für einen Schreibtisch, den Computer und ein paar Sessel war. Die Wände waren mit Auszeichnungen bedeckt, die Mallory für ihr Können erhalten hatte. Dazwischen hingen gerahmte Fotografien einiger besonders aufwendiger Gerichte. Sie ließ sich in den gepolsterten Schreibtischsessel sinken und setzte sich so, dass das Morgenlicht ihr nicht direkt ins Gesicht schien. Sie wusste, wie schlimm sie heute Morgen aussah und wünschte sich, Robert würde es nicht bemerken.

Aber das Glück war heute nicht auf ihrer Seite. „Ist mit dir alles in Ordnung? Du siehst mitgenommen aus“, sagte er.

Sie lächelte matt. „Ach, mein Magen macht mir nur ein paar Probleme.“

„Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Am Telefon hast du dich auch schon so komisch angehört.“

„Mir geht es nicht so gut. Aber es wird schon bald vorbei sein.“ Wenn ich es schaffe, wieder alles auf die Reihe zu bekommen, dachte sie dabei.

Ihr vage Erklärung schien Robert auszureichen. Er machte es sich in dem Sessel ihr gegenüber bequem, streckte seine langen Beine aus und strahlte Mallory umwerfend an. Er war ein bemerkenswert gutaussehender Mann. Oft genug betonten dies Leute, wenn sie wohl vermuteten, Mallory würde seine glatte hohe Stirn, die gerade schmale Nase, die perfekt geschnittenen Haare und das geübte Lächeln nicht zu schätzen wissen. Ihre Freundin Courtney hatte ihn einst als „John F. Kennedy-Imitation“ bezeichnet. Und ihre Cousine hatte gemeint, er würde sie an einen der Ärzte aus einer dieser populären Krankenhausserien erinnern. „Weißt du, dieser eine ohne jede Moral.“

Mallory befand sich nicht der Position, über die Moral eines anderen zu urteilen.

„Also, was bringt dich her?“, fragte sie möglichst fest.

„Gestern sind die Vertreter des Hongkong-Konsortiums gekommen. Ich habe den ganzen Tag damit verbracht, ihnen lohnende Investitonsobjekte vorzuführen. In einer halben Stunde...



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