Arndt | Zeitreise auf Abwegen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 191 Seiten

Arndt Zeitreise auf Abwegen


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8476-9213-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 191 Seiten

ISBN: 978-3-8476-9213-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Clemens Wagner, führt ein geordnetes und einfaches Familienleben mit allen Höhen und Tiefen, bis eines Tages ein allzu verlockendes Inserat von einer vermeintlichen Schweizer Pharma Firma sein Schicksal auf eine harte Probe stellt. Auf der Suche nach den Hintermännern jener fiktiven Schweizer Pharma Firma, verdichten sich die Hinweise darauf, dass es sich um ein organisiertes, weltumspannendes Netzwerk handeln könnte, welches Geschäfte mit dubiosen Arzneimitteln und Medikamenten betreibt. Dabei stößt er zunehmend auf Widersprüche und eine mangelnde Transparenz in der Gesellschaft..

Geboren im März 1966 in Saalfeld, begann er nach der Schule eine Ausbildung zum Elektroniker. In den 90er Jahren weckte die Belletristik sein Interesse und es kam aufgrund eines prägenden Erlebnisses die Idee auf, selbst eine Geschichte darüber zu schreiben.
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1. Kapitel


An diesem schönen Herbstnachmittag lief ich, wie so oft, die Straßen entlang, die mich zur Schule meines Sohnes führte. Julian war gerade acht Jahre jung und besuchte die Gesamtschule in unserer Stadt Erfurt. Je näher ich dem Schulgelände kam, konnte ich ein Gewirr von Kinderstimmen wahrnehmen. Alle Kinder quietschten vergnügt und sahen aus wie bunte kleine Zwerge, die in ihrem Spieltrieb wie wild auf dem Gelände der Schule herum tollten.

>>Julian, dein Papa ist gekommen<<, rief eine Stimme aus dem Hintergrund. Julian sprang auf und brauste auf mich zu.

>>Hallo Papa!<<

>>Du hast ja wieder tolle Spielchen gemacht<<, entgegnete ich.

>>Ich hab nur mit Marcel Fußball gespielt.<<

>>Ja und dabei sind wohl deine Hosen schmutzig geworden …, da wird sich aber Mama freuen.<<

Augenblicklich zog ich Julian eine neue Hose an und sortierte noch die Anziehsachen zum Wechseln, die vorrätig in der Wäschekammer des Hauses lagerten. Anschließend trotteten wir gemächlich nach Hause.

>>Papa, darf ich draußen noch ein bisschen spielen?<<, erwiderte Julian plötzlich.

Letztendlich konnte ich den wiederkehrenden Bitten meines Sohnes nicht widerstehen. Und so zogen wir noch eine kleine Runde entlang des Weges zu einem Spielplatz, der sich in der Nähe unseres Wohnviertels befand. Auf dem Spielplatz kletterten schon einige Kinder auf Spielgerüsten herum, während andere wiederum im Sandkasten spielten. Aus einem Unterholz neben einer Hecke kroch plötzlich ein kleiner Igel hervor. Seine Nasenspitze wippte auf und ab, als wolle er uns grüßen. Als ich heran trat, machte der Igel eine Kehrtwendung und suchte dann aber das Weite. Das bunte Herbstlaub schillerte im kontrastreichen Farbspiel und zeichnete eine Silhouette der Phantasie.

Wir wohnten in einem Mietshaus im vierten Stock. Der Klinkerbau aus den sechziger Jahren war renovierungsbedürftig. Fast alle Wohnungen hatten einen Balkon und waren mit sogenannter Ofenheizung ausgestattet. Unseren alten Nachtspeicherofen hatte ich bereits abgerissen und durch einen Ölofen ersetzt. Nach geraumer Zeit wollte Julian nach Hause und so machten wir uns dann auf den Heimweg. Als wir kurz darauf unsere Wohnung betraten, setzte ich mir Kaffeewasser auf und erwartete jeden Moment meine Frau Elke. Derweil spielte Julian im Wohnzimmer auf einer Klarinette, was mir aber so ziemlich auf die Nerven ging. Plötzlich klingelte es an unserer Wohnungstür. Ich öffnete die Türe in Erwartung, dass Elke kommt, aber dort stand die Nachbarsfrau mit Ihrem Sohn Felix. Julian spielte oft mit Felix, wobei es auch Stunden am Tag gab, an denen Julian in unserer Abwesenheit bei der Nachbarsfrau seine Freizeit verbrachte.

>>Entschuldigen Sie die Störung Herr Wagner, aber mein Sohn Felix möchte Julian am Samstag zum Geburtstag einladen.<<

>>Samstag?, ja das wäre vielleicht möglich, aber ich möchte vorher noch mit meiner Frau darüber sprechen.<<

>>Ja natürlich Herr Wagner, ist denn Ihre Frau noch nicht zu Hause?<<

>>Ich erwarte Sie jeden Moment.<<

>>Felix würde sich freuen, wenn Julian am Samstag kommen könnte<<, erwiderte die Nachbarsfrau.

Ich steckte die Einladung in die Tasche, schloss wieder die Wohnungstüre und nahm mir anschließend eine Lektüre aus unserem Wandschrank, die ich auf das Fensterbrett zum Balkon legte. Auf unserem Balkon standen zahlreiche exotische Pflanzen und Ziersträucher, die Elke zweimal die Woche akribisch pflegte. Vom Balkon aus hatte man eine schöne Aussicht auf unsere Stadt, in der wir wohnten. Selbst die Spitze des Doms konnte man von hier oben aus sehen. Ich nahm in einem Campingstuhl auf dem Balkon Platz, trank meinen Kaffee und vertiefte mich in die Lektüre, während Julian im Wohnzimmer spielte. Kurze Zeit später vernahm ich ein Geräusch auf der Schwelle zum Balkon, als plötzlich Elke vor mir stand.

>>Schatz, ich hab dich gar nicht kommen hören.<<, entgegnete ich verblüfft.

>>Clemens, es wäre besser, du würdest dich um Julian kümmern, als ständig in dieser Lektüre zu lesen.<<, pflichtete mir Elke bei.

>>Schatz, ich war mit Julian vorhin noch auf dem Spielplatz und außerdem war heute Nachmittag die Nachbarin mit ihrem Sohn Felix da.<<

>>So, was wollte Sie denn von Dir?<<

>>Julian ist eingeladen zum Geburtstag von Felix.<<

>>Wann denn?<<

>>Am Samstag.<<

>>Samstag?, ach du meine Güte!<<, erwiderte Elke.

Ich zeigte Elke die Einladung, die Sie misstrauisch beäugte und hatte zu Ihren Bemerkungen eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Elke hatte sich im Laufe unseres Zusammenlebens etwas verändert, wenn ihr etwas nicht in den Kram passte, konnte Sie einem ganz schön damit nerven. Unsere Beziehung war zudem recht schwierig, weil unsere Interessen zu unterschiedlich waren. Den gemeinsamen Abend über verbrachten wir dann bei einem Glas Wein zum Fernsehprogramm.

Am nächsten Morgen fuhr ich zu meiner Arbeitsstätte, die sich außerhalb der Stadt befand. Ich war dort als Elektriker bei einem Maschinenbauunternehmen tätig. Der Job war zwar abwechslungsreich, aber man benötigte eine gewisse Ausdauer um den Anforderungen des Arbeitsalltags gerecht zu werden. Den ganzen Tag über war ich dafür verantwortlich, dass die Maschinen an den produktiven Anlagen ihre volle Funktion aufrecht behielten und somit die Auslastung in der Produktion optimal gewährleistet ist. Ein Ausfall des Maschinenparks wäre für das Unternehmen und die Belegschaft eine Katastrophe, was auch zu finanziellen Problemen führen würde. Man brauchte schon einige handwerkliche Fähigkeiten und etwas Know-How um diese kniffligen Arbeiten zu beherrschen. Die Arbeiter in der Produktion kamen aus den unterschiedlichsten Branchen und wir hatten alle Hände voll zu tun, um das Ziel, die Erfüllung der Normen für das Unternehmen voran zu treiben. Als Traumjob konnte man diese Arbeiten aber nicht bezeichnen, weil auch an Wochenenden und Feiertags gearbeitet wurde. Nach dem Feierabend setzte ich mich in mein Auto und fuhr wieder nach Hause.

Der Herbstwind fegte das Laub die Straße entlang und bot so ein einzigartiges Naturschauspiel. Anschließend tauschte ich meine Arbeitssachen gegen meine Alltagsbekleidung und lief in Richtung Zentrum unserer Stadt. An der nächsten Ecke bog ich in eine Seitenstraße, von wo aus ich dann eine Brücke überquerte und ins Zentrum gelangte. Mein Ziel, die Buchhandlung, erreichte ich dann nach nur wenigen Schritten. Eine Reihe von Büchern über Pflanzen und Tiere ließ ich Revue passieren. Mein Interesse galt vor allem historischen Romanen aus dem Mittelalter. Ich suchte nach dem Roman "Die Bartholomäusnacht" von Alexandre Dumas, als mich plötzlich eine fremde Stimme von hinten grüßt.

>>Hallo Clemens!<<

Ich drehte mich um und bemerkte eine junge Frau mit blonden seidigen Haaren, die mich mit überschwänglichem Enthusiasmus begrüßte.

>>Das ist ja eine Überraschung Clemens, wie lange haben wir uns schon nicht mehr gesehen?<<

Zuerst war ich vollkommen verblüfft, hatte ich doch Marina schon seit ewiger Zeit nicht mehr gesehen. Es musste wohl schon sehr lange her sein.

>>Marina, bist du es tatsächlich? Ich kann mich nicht mehr so recht erinnern.<<

>>Clemens was denkst du denn, oder glaubst du etwa, dass ich ein Geist bin.<<

>>Natürlich nicht, ich dachte nur …, so ein Zufall. Sag, wie geht es Dir?<<

>>Prima! Ich kann nicht klagen.<<

Eine Verkäuferin der Buchhandlung lief an uns vorbei.

>>Ach bitte seien Sie so liebenswürdig und packen mir dieses Buch hier ein.<<, rief ich verständnisvoll der Verkäuferin zu.

>>Clemens du liest Alexandre Dumas?<<

>>Warum nicht und was liest du so?<<

>>Naja eben Kunstgeschichte und jetzt lese ich was über die Architektur der Renaissance im neunzehnten Jahrhundert<<.

>>Marina, wollen wir einen Kaffee trinken und ein wenig plaudern?<<

Sie lächelte nur, was ich als ein >>Ja<<, deutete.

Wir bogen an der nächsten Straßenecke in Richtung Domplatz ab. Die Kaffees der Stadt waren gut besucht und verströmten einen wohlriechenden Kaffeegeruch, der einem beim Vorbeilaufen zum Verweilen einlud. Der Cafebetreiber wies uns einen Tisch am Fenster zu. Marina bestellte sich eine heiße Schokolade und ich mir einen Cappuccino. Ich erzählte Marina von meiner Frau Elke und von meinem Sohn Julian, während Sie aufmerksam zuhörte und an Ihren heißen Kakao schlürfte. Vorsichtig berührte ich ihre Hand und sah ihr in die Augen, wobei sie leicht vor Scham errötete. Dabei schossen mir unendlich viele Gedanken im Kopf herum. Mir kam es jetzt so vor, als wenn die Zeit stehen geblieben ist und das Erlebte aus der Vergangenheit mit Marina plötzlich wieder objektiv da war. Von da an...



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