Arndt | USA - Treffpunkt  Los Angeles | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 408 Seiten

Arndt USA - Treffpunkt Los Angeles

Reiseabenteuer
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7504-5806-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Reiseabenteuer

E-Book, Deutsch, 408 Seiten

ISBN: 978-3-7504-5806-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Los Angeles, Las Vegas und San Francisco waren Eckpunkte einer fantastischen etwa 3 000 Kilometer langen Rundreise durch den amerikanischen Westen. Vom Grand Canyon bis zum Yosemite-National-Park führte uns der Weg durch grandiose Landschaften, mitten durch Kalifornien, Utah, Arizona und Nevada hindurch. Siebenmeilenstiefel müsste man haben, um in alle Winkel des amerikanischen Westens vorzudringen und dessen Vielfalt kennen zu lernen; so enorm sind die Dimensionen des Landes. Für uns waren lebensfeindliche Wüsten, die unterschiedlichsten Metropolen und ein Helikopter-Flug im Grand Canyon, gespickt mit vielen Fotos, erlebte Reiseabenteuer voller Überraschungen und bleibender Erinnerungen.

1945 geboren und im Ostteil des Landes aufgewachsen, wurden die Trennung in Ost- und Westdeutschland und speziell die daraus resultierenden Folgen in der damaligen DDR, zum Begleiter meiner Entwicklung. Dem Zeitgeist entsprechend, folgte ich der Tramper- und Hippie-Bewegung in den 60 er und 70 er Jahren. Für mich hieß das, ich durfte meine ersten Erzählungen nicht veröffentlichen. Erst nach der Wende wurde ich wieder aktiv und veröffentlichte mehrere Bücher mit Erzählungen und Reiseabenteuer spezieller Fernreisen.
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USA – Treffpunkt Los Angeles


(2007)

Und schon lief alles durcheinander

Als hätte ich es geahnt, der Beginn meiner Kalifornienreise war ein glatter Fehlstart, ein Reinfall aller ersten Güte.

Ironisch betrachtet könnte man es ja so ausdrücken:

Na ja, ich war nie abergläubisch, aber so langsam nagte der Zweifel an meinem gesunden Menschenverstand. Ich begann mich daran zu gewöhnen, dass bestimmt wieder mal irgendetwas schief lief.

Innerlich schien ich förmlich auf das unvorhergesehene, nicht kalkulierbare Ereignis zu warten. Ging wider meiner Annahme doch mal alles problemlos über die Bühne, wurde ich garantiert misstrauisch und fragte mich:

Und auch dieses Mal sollte ich nicht enttäuscht werden. Ich wurde akkurat gut bedient, denn meine Erwartungen übertrafen zu meinem Leidwesen die Vorstellungen um ein Vielfaches.

Es begann alles, als ich beschloss meine beiden Koffer am Abend vorher zum Flughafen zu bringen. Ein Service den ich gern in Anspruch nahm und schon des Öfteren problemlos praktizierte.

Eigentlich war es eine feine Sache, dieser Vorabend – Check-in. Man wurde das Gepäck los und erhielt seine Platzkarte. Nun konnte man am nächsten Morgen, dem eigentlichen Abflugs-Tag, in aller Ruhe, nur mit dem Handgepäck belastet und der griffbereiten Bordkarte am Körper, stressfrei auf den Abflug warten.

So weit, so gut! Normalerweise entstanden dabei keine Probleme. In spätestens einer Stunde wäre mein „Vorabend-Check-in“ erledigt und mit dem nächsten Zubringerbus könnte ich nach Hause fahren.

Aber würde es auch so ablaufen, wie es sein sollte? Natürlich wieder mal nicht! Meine auf Misstrauen gespeicherte Erwartungshaltung wurde bestens bedient, denn jetzt kam das kleine Wörtchen „aber“ ins Spiel und schon lief alles durcheinander.

In bester Laune, gepaart mit Vorfreude auf den morgigen Urlaubsbeginn, betrat ich die Flughafenhalle in Tegel und fand laut Vorinformation auf Anhieb den Abfertigungsschalter. Doch jetzt begann das Theater. Als ich dort anlangte, war dieser wegen anstehender Baumaßnahmen geschlossen. Von einer, sichtlich von der Situation genervten älteren Dame erwartet, wurden alle ankommenden Fluggäste begrüßt und sofort weitergeleitet.

„Der Vorabend-Check-in ist hier leider nicht mehr möglich. Er wurde nach draußen verlegt und findet nun außerhalb der Halle statt.“, klärte uns die Dame auf.

„In einem separaten Gebäude, im oberen Ring“, fuhr sie fort und wies alle Neuankommende gestenreich den Weg nach draußen.

Ihre Mimik war entsprechend aussagekräftig. Ihr leicht gestresstes Nervenkostüm war eigentlich kein Wunder und nachvollziehbar. Alle, die ihr Gepäck loswerden wollten, mussten von ihr umgeleitet werden, verbunden mit einer Endlos-Schleife gleicher Fragen und Antworten, bei einem nicht versiegenden Ansturm neuer Fluggäste.

Leicht verärgert griff ich meine beiden Koffer und strebte dem Ausgang entgegen. Was blieb mir übrig? Wenn ich schon mal hier war, wollte ich auch mein Vorabend-Check-in abschließen.

Also wieder raus aus dem Gebäude und etwa zweihundert Meter Luftlinie überbrücken, hinüber zum Barackenanbau im oberen Bereich, außerhalb der Abfertigungshallen. Treppen hoch, Treppen runter, ein einziger Hindernis-Lauf, dieser abendliche, nichtgewollte Fußmarsch zum verlegten Check-in Schalter.

Na ja, zwanzig Minuten später hatte ich es dann doch geschafft und betrat die langgestreckte Halle. Was für ein Empfang! Etwa fünfzig Leute standen da schon hintereinander in Reih und Glied und schienen sich über jeden Neuankömmling zu amüsieren, der sich am Ende der Schlange einreihen musste. Anfangs fand ich es noch in Ordnung da ich fünfzig Leute vor mir und nicht viel später bald hundert Neuankömmlinge hinter mir wusste.

Hier länger als eine Stunde zu warten um meine Koffer los zu werden, konnte ich mir nicht vorstellen. Doch die Realität lag fern jeder Vorstellung. Als ich nach einer Stunde immer noch auf derselben Stelle stand und vorn am Schalter sich nichts bewegte, wurde mir schlagartig bewusst, hier lief mal wieder alles schief.

Und Recht sollte ich behalten. Nervenaufreibende, knappe drei Stunden musste ich ausharren, inmitten unzähliger Koffer, Taschen und sperriger Campingausrüstungen, immer den Abfertigungsschalter vor Augen, bevor ich endlich selbst herantreten durfte.

Schuld an dieser schleppenden Bearbeitung waren die in die Vereinigten Staaten von Amerika. Nach den Terroranschlägen in New York und anderswo, wurden diese nach und nach erweitert, um Flugzeugentführungen nach Möglichkeit zu verhindern.

Nun wollte ich ja selbst in die USA einreisen, mit Zielflughafen Los Angeles, musste also den Identifikationsmarathon mit der ungewohnten Einsicht in die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme, überstehen. Doch Einsicht und Notwendigkeit waren zwei Paar verschiedene Schuhe. Das Ganze zog sich dermaßen in die Länge, wie alle Gesichter der Anwesenden, vor und hinter mir in der Reihe, denn weiter ging es nur im Schneckentempo Richtung Check-in- Schalter.

Doch alles Warten hatte mal ein Ende. Genervt vom langen Herumstehen war ich heilfroh es endlich geschafft zu haben. Mit einem erleichterten:

- Ausruf ließ ich die Bordkarten in einer Seitentasche verschwinden, warf einen letzten Blick auf meine beiden Koffer, die in diesem Moment das Transportband erreichten und hinter herunterhängenden Gummistreifen langsam verschwanden.

Jetzt aber raus hier, schnell ab nach Hause. Ein kurzer, nicht ganz hämefreier Blick auf die lange Schlange der Wartenden, verbesserte mein Stimmungsbarometer um einige Grad. Warum sollte es denen anders ergehen. Leicht grinsend verschwand ich nach draußen und orientierte mich Richtung Bushaltestelle.

Wie konnte ich nur annehmen, aller Ärger wäre nun vorüber. Mir fuhr der Bus natürlich vor der Nase weg. Ich lag mal wieder voll im Trend. Es kam so, wie es kommen musste.

Zwanzig Minuten später war es dann doch soweit. Mit dem nächstankommenden Zubringer rollte ich endlich Richtung Heimathafen. Alles in allem waren knapp sechs Stunden verstrichen. So lang war ich unterwegs, Hin- und Rückfahrt eingeschlossen. Am Ende war ich zu Hause so aufgestachelt und konnte nicht einschlafen. Ich wachte mehrmals auf, bis mein nervender Radiowecker dann endgültig meine begrenzte Nachtruhe beendete.

Mit dem georderten Taxi landete ich einige Zeit später wieder am Airport, diesmal pünktlich und voller Zuversicht, dass alles etwas zügiger ablaufen möge, als am Vorabend.

Nach all dem Chaos gestern Abend, hatte ich mir geschworen, nie wieder die Koffer beim Vorabend-Check-in abzugeben. Dieses stundenlange Herumstehen bei der Abgabe, bohrte noch immer im Gedächtnis herum, ohne Change es auszuklammern.

Eigentlich hatte sich dieses Thema für mich erledigt.

Doch dann wurde ich beim Pass- und Kontrolldurchgang nochmals daran erinnert. An den vorgelagerten Check-in Schaltern blieb ich ärgerlich stehen und mein gestriger Abend kochte augenblicklich wieder nach oben.

Kopfschüttelnd betrachtete ich die wenigen Fluggäste vor den Abfertigungsschaltern, die problemlos an mehreren Annahmestellen ihr Gepäck loswerden konnten. Ich hatte Gestern mal wieder die verkehrte Entscheidung getroffen. Doch ändern konnte ich daran nun nichts mehr.

Niemand konnte vorausahnen, das anscheinend 90% der Mitreisenden auf die gleiche Idee kommen würden, ihr Gepäck am Vorabend abzugeben.

Na ja, eigentlich sollte mir so etwas nicht nochmal passieren, da ich die Vorabendabgabe ab sofort nicht mehr nutzen würde. Allerdings konnte dieser Plan nur dann funktionieren, wenn die Anderen bei ihrem Abgaberhythmus blieben, und nicht vorhatten, sich meiner Änderung anzuschließen. Dann wäre der Effekt gleich Null und der ewig dauernde Abfertigungsärger vorprogrammiert.

Nun aber Schluss mit diesem Thema, denn heute Vormittag klappte alles wie am Schnürchen. Zügig verliefen Abfertigung und Kontrolle. Problemlos passierte ich den Durchleuchtungs- und Sicherheitsbereich, bummelte noch bis zum Check-in zwischen den Gastronomie- und Souvenirgeschäften herum und fand schließlich meinen georderten Sitzplatz im Zubringerflug nach Düsseldorf.

Nun konnte eigentlich nichts mehr passieren. Ich verstaute mein Handgepäck, lehnte mich zufrieden nach hinten und beobachtete die hektische Betriebsamkeit in den beiden Zwischengängen. .

Schon zwei Stunden später betrat...



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