Arndt | Namibia - Treffpunkt Windhoek | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 456 Seiten

Arndt Namibia - Treffpunkt Windhoek

Reiseabenteuer
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-7079-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Reiseabenteuer

E-Book, Deutsch, 456 Seiten

ISBN: 978-3-7543-7079-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Einmalige Tierbegegnungen, spannende Safari-Touren, wunderschöne Landschaften und lebensfeindliche Wüsten waren tägliche Begleiter unserer etwa 3 000 Kilometer langen Rundreise durch Namibia. Gut informiert folgten wir den Spuren prägender Kolonialzeit. vom damaligen Deutsch Südwestafrika. Ein Geschichtsstreifzug voller Überraschungen. Alle im Text eigeflossenen Farb- und Schwarz/Weißfotos, wurden unmittelbar bei dieser Rundreise aufgenommen und dokumentieren den aufgezeichneten Reiseverlauf.

1945 geboren und im Ostteil des Landes aufgewachsen. Die Trennung in Ost- und Westdeutschland und die daraus resultierenden Folgen in der damaligen DDR, wurden zum Begleiter meiner Entwicklung. Dem Zeitgeist entsprechend folgte ich der Tramper- und Hippiebewegung der 60er und 70er Jahre, immer im Begleitschatten der damaligen Staatssicherheit. Für mich hieß das, ich durfte nichts veröffentlichen. Erst nach der Wende wurde ich wieder aktiv und veröffentlichte mehrere Bücher mit Erzählungen und Reiseabenteuer spezieller Fernreisen.

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Keetmanshoop und der Köcherbaumwald Pünktlich acht Uhr zuckelte unser Bus in behäbigem Tempo vom Parkplatz der Kalahari Anib Lodge und ordnete sich ein, als alleiniger Verkehrsteilnehmer in die etwa ein Kilometer entfernt liegende Zubringerstraße Richtung Keetmanshoop. Die schrägen Strahlen der aufgehenden Sonne tauchten die im Kreis angeordneten Bungalows der Anib Lodge, samt ihren Verwaltungsgebäuden in ein gleißendes Licht. Die langen Schatten werfenden Gebäude standen im Kontrast mit der bis zum Horizont reichenden und in den verschiedensten rötlichen Farben aufleuchtenden Umgebung. Tief in Gedanken versunken betrachtete ich diesen Anblick mit etwas Wehmut. Der gestrige Eingewöhnungstag in Namibias Wüstenklima, verbunden mit den ersten Erlebnissen bei unserer Safari-Tour, zahlreichen Tierbegegnungen und den nächtlicher Sternenhimmel in einer so noch nie gesehenen Intensität, waren fest in mir verankert. Doch Wehmut hin und Wehmut her, vor uns lag ein neues Ziel, das etwa 280 Kilometer entfernt liegende Keetmanshoop, mit zwei Übernachtungen im dort am Ortsrand liegenden Hotel „Central Lodge“. Während unser Bus auf der einigermaßen glatten Fahrbahn voranrollte, verfolgte ich am Fenster die vorüberziehenden Landschaften mit mehr oder weniger Interesse, da dort außer Gras-, Sand- und Buschflächen nichts Aufregendes zu erspähen gab. So etwa nach halbstündiger Fahrt wurden wir aus unserer gemeinsamen Trägheit gerissen, als Issi uns über den weiteren Ablauf informierte und uns auf etwas aufmerksam machte, unser Bus stoppte und langsam am linken Straßenrand ausrollte. „Hier habt ihr die Möglichkeit euch ein Souvenir einzusacken“, begann sie, aufstehend ihr Info vorzutragen. Eine Sandabfüllstation am Straßenrand. Touristen füllen
hier ihre Wasserflaschen mit rotem Kalahari-Sand. „Dort draußen, am Hang der kleinen Sanddüne, liegt eine Sandabfüllstation. Hier halten alle Touristenbusse an, da der Sand eine leuchtend rote Farbe besitzt. Nehmt eine von euren leeren Wasserflaschen mit nach draußen. Die könnt ihr dort auffüllen und als Andenken mitnehmen.“ Amüsiert verfolgte ich diese Aktion vom Fenster aus, denn mein Interesse an solch einem Souvenir hielt sich in Grenzen. Na ja, aus Schaden wird man klug. Mit einem, mit Sahara-Sand gefüllten Schraubglas im Koffer, musste ich vor Jahren nach meinem Rückflug aus Marokko entsetzt feststellen, der Schraubdeckel hatte sich gelöst und der ganze Sand wurde durch die schwunghafte Kofferbeförderung der Airline Mitarbeiter, zwischen all meinen Sachen flächendeckend verteilt. Noch Monate später fand ich diese Souvenir-Mitbringsel in einzelnen Wäschestücken. Nun gut, das war meine Erfahrung. Fast alle anderen im Bus stürmten nach draußen und buddelten im immer größer werdendem Loch am Dünenrand und füllten ihre Wasserflaschen. So verschwanden ganz nebenbei mehrere Hundert Kubikmeter roter Sand aus Namibia in den Koffern endloser Touristenströme. Da Toiletten in der Kalahari nicht überall zu haben waren, nutzten einige den Stopp hinter der Düne zur Pinkelpause aus. Für uns Männer war solch eine Situation ohne große Probleme zu bewältigen, da der Drang zum Wasser lassen jede Scham überwand. Doch die Damenwelt war davon nicht gerade begeistert. Solang der Druck nicht übermäßig wurde, verzichtete man auf solch einen Ausflug und zog es vor auf der nächsten Haltestelle, falls vorhanden, ein Toilettenhäuschen aufzusuchen. Ja, das waren Situationen auf solch einer Rundreise, mit denen man leben musste. Ortschaften lagen nun mal im dünn besiedelten Namibia öfters hunderte von Kilometer auseinander. Und schon ging es weiter - Aktion Pinkeln und Sand schöpfen war erfolgreich abgeschlossen. Nur noch ein einziges Mal wurde angehalten, bevor wir gegen Mittag in Keetmanshoop anlangten und im einfachen mit zwei aneinander grenzenden Innenhöfen ausgestattetem Hotel „Central Lodge“, für zwei Übernachtungen einquartiert wurden. Während der Zimmerschlüsselverteilung gab Issi den weiteren Ablauf bekannt. „15 Uhr treffen wir uns am Bus zur Stadtrundfahrt. Nehmt euch etwas zum Überziehen mit, denn im Anschluss fahren wir gleich weiter zum Köcherbaumwald. Dort bleiben wir bis zum Sonnenuntergand im Nationalpark und erst dann geht es zurück ins Hotel zum Abendbrot. Alles Weitere dann im Bus bei unserer Stadtrundfahrt.“ Während Issi uns informierte, setzten sich die Kofferträger in Bewegung und rannten mit dem Gepäck nach allen Seiten auseinander. Ich folgte einfach meinem davoneilenden Koffer und sparte mir dabei die Zimmersuche in einem der beiden Innenhöfe. Dem Kofferträger ein Dollar überreichend, stellte ich zu meiner Zufriedenheit fest, mein Zimmer lag im ersten Hof, nahe am Ausgang zur Straßenseite. „Das liegt ja günstig“, ging mir durch den Kopf. „Bis 15 Uhr ist noch Zeit genug, um schnell mal ein kleinen Ausflug in die nähere Umgebung zu starten.“ Mich beeilend, entnahm ich nur mein Waschbeutel und ein sauberes T-Shirt dem Koffer und war nun mehr oder weniger startklar. Frisch geduscht und mit vollem Akku meiner Kamera versehen, begab ich mich nach draußen. Das Hotelgelände verlassend, betrat ich, über den Bürgersteig hinwegtretend, die am Gebäude entlangführende Straße. Mein Ziel lag auf der anderen Straßenseite, mehrere kleine Geschäfte, die meine Aufmerksamkeit erregt hatten. Für mich als Europäer, die Engländer da mal ausgenommen, war der entgegengesetzt fließende Verkehr ein echtes Problem und ein Unsicherheitsfaktor. Ich konnte mich nie in dieser kurzen Zeit daran gewöhnen, bei einer Straßenüberquerung, zuerst nach rechts zu schauen und dann nach links. Verkehrsampeln gab es so gut wie keine. Hier schien jeder auf seine Reaktionsfähigkeit zu vertrauen. Eigentlich blieb einem auch gar nichts anderes übrig, wenn du denn auf die andere Straßenseite wechseln wolltest. Drüben bei den kleinen Läden angekommen, musste ich feststellen, dass alle geschlossen hatten, bis auf einen Supermarkt an der nächsten Straßenkreuzung. Dort am Eingang stauten sich etwa 100 Leute, in einer langen Schlange aufgereiht. Erst beim näher kommen stellte ich fest, das sich dort auch eine Bank befand, geöffnet und mit mehreren Geldautomaten im Außenbereich bestückt. Das Ziel dieser Leute waren diese Automaten. Alle hoben ihr Geld ab und verschwanden, entweder nach Hause, oder im nächsten Supermarkt. Am Durchgangseingang angekommen, gefiel mir dieser Massenandrang ganz und gar nicht. Irgendwie hatte ich immer noch diese Verhaltensregel im Kopf, sich auf gar keinen Fall in solche größeren Gruppierungen hinein zubewegen und allein schon gar nicht. Noch war ich beim Überlegen, gehe ich nun rein oder nicht, als mir die Entscheidung abgenommen wurde. „Peter, lass es lieber sein. Heute scheint hier irgendwie Zahltag zu sein“, vernahm ich Ullas Stimme hinter mir, die sich Platz schaffend energisch durchdrängelte. „Der ganze Laden ist voller Leute und eine Kasse hat nur geöffnet. Da kommst du so schnell nicht wieder raus.“ „Ulla, du hast Recht.“, gab ich ihr zur Antwort. „Wir gehen zurück ins Hotel. Hier gibt es wirklich nichts zu sehen, nur diese Menschenansammlung an den Gelsautomaten. Außerdem startet 15 Uhr unsere vorgelagerte Stadtrundfahrt.“ Neugierig geworden, warum heute alle ihr Geld abhoben, versuchte die daraufhin angesprochene Issi uns die beobachtete Situation zu erklären. Um gleichzeitig auch alle anderen mit zu informieren, nutzte sie im Bus den dort installierten Bordlautsprecher. „Ihr müsst wissen, Namibia ist eines der ärmsten Länder der Welt. Nur etwa 30 Prozent der Bevölkerung hat eine Arbeit. Genau weiß das keiner. Für Arbeitslose gibt es eine staatliche Unterstützung von monatlich 1 000 Namibia-Dollar, das sind etwa 70 Euro. Der Bildungsstand dieser Leute ist sehr niedrig. Viele haben kein Schulabschluss, können weder lesen noch schreiben und damit so gut wie keine Change auf dem Arbeitsmarkt. Viele sind dem Alkohol verfallen und für keine Arbeit zu gebrauchen. Dummerweise seid ihr heute gerade in eine solche Situation hinein geraten. Heute ist Zahltag. Das Geld wird abgehoben und für eine Woche ist die Welt dann in Ordnung. Dann heißt es auf die nächste Auszahlung zu warten. Ein wirklich verhängnisvoller Kreislauf.“ Derweilen war unser Bus schon mitten in Keetmanshoop angekommen. Frei übersetzt, die Stadt der Hoffnung, galt heute als die Hauptstadt Süd-Namibias. Um eine Brücke zur momentanen Stadtrundfahrt zu schaffen, verteilte Issi vorbereitete Info-Blätter zum geschichtlichen Hintergrund Keetmanshoops. Dann folgten vom Sitzplatz aus ausführliche Zusatzinformationen übern Bordfunk. „Der deutsche Industrielle Johann Keetmann war Namensgeber der Stadt Keetmanshoop...



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