E-Book, Deutsch, Band 13, 260 Seiten
Reihe: Cupitora
Anonym Zweite Jugend
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95841-721-2
Verlag: BEBUG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein pikanter Tatsachenbericht
E-Book, Deutsch, Band 13, 260 Seiten
Reihe: Cupitora
ISBN: 978-3-95841-721-2
Verlag: BEBUG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
"Ein reifer Apfel hängt nicht lange überm Weg."
Ein schamloser Roman nach einem geheimen Privatmanuskript von 1919, versehen mit über 20 eindeutigen Zeichnungen
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1
Oberleutnant Müller war im Ersten Weltkrieg zu dem großen Generalstab in Wien abkommandiert. Er hatte zu dieser Zeit im Gegensatz zu seinem Kameraden, dem Oberleutnant von Hackenberg mit dauernden pekuniären Schwierigkeiten zu kämpfen, während dieser nur so im Gelde schwamm. Über die Herkunft der großen Geldmittel befragt, antwortete ihm lachend der Freund: »Ja, mein Lieber, das kannst du auch haben. Du musst es nur so machen wie ich.« Als nun Müller, neugierig geworden, näher in ihn drang, antwortet von Hackenberg: »Also, ich will einmal sehen, was ich für dich tun kann.« Damit hatte die freundschaftliche Unterredung fürs erste ihr Ende gefunden.
Inzwischen war eine Woche verstrichen und Müller saß nach wie vor auf dem Trockenen. Sich nochmals mit dem Kameraden über die Quelle dessen anscheinend erheblichen Nebeneinkünfte und seiner evtl. Mitbeteiligung zu unterhalten, war er zu stolz. Langsam ging der Monat seinem Ende zu. Müller hatte bereits seine Löhnung restlos ausgegeben und machte Schulden. Gerade saß er wieder einmal auf seiner Bude und blies Trübsal, als von Hackenberg bei ihm eintrat. Dieser schien glänzender Laune zu sein. Seine wohlgerundete Brieftasche zückend, befahl er Müllers Burschen, sofort einen Korb mit Sekt und eine Kiste bester Zigarren zu besorgen. »Na, mein lieber Müller, du scheinst ja mächtig erstaunt zu sein, dass ich kurz vor dem Ersten noch solche Sprünge machen kann«, meinte er jovial. »Ja, ich habe gerade heute wieder einen größeren Geldbetrag zu meinen Gunsten buchen können. Für dich habe ich eine ähnliche Verbindung angebahnt. Du brauchst nur ›ja‹ zu sagen und alles geht in bester Ordnung. Bist du bereit, mitzuhalten?« »Gewiss«, antwortete Müller, »wenn es sich nicht gerade um Hochverrat oder ähnliche Sachen handelt, bin ich zu jeder Schandtat bereit!« »Gut, dann halte dich bereit. Du wirst binnen kürzester Frist irgendwie Bescheid erhalten.« Damit ging er zum Fernsprecher, verlangte eine Nummer, meldete sich und rief nur ein Wort – »Erledigt« – in die Muschel und hängte ab. »So, das wäre geschafft«, meinte er zufrieden. Während des darauf folgenden Bacchanals ließ er kein Wort mehr über die fragliche Angelegenheit verlauten.
Kaum war der zweiten Flasche Sekt der Hals gebrochen, als eine Ordonnanz meldete, ein Zivilkraftfahrer wünsche Herrn Oberleutnant Müller abzuholen. »Donnerwetter!«, entfuhr es Hackenberg, »man hat es aber kolossal eilig! Also, alter Junge, jetzt hast du Gelegenheit, das Geheimnis zu lüften. Mach dich sofort auf die Socken, denn man wartet nicht gerne.« Neugierig geworden folgte Müller dem Chauffeur, der ihm zuvorkommend den Schlag eines luxuriösen Mercedes öffnete. Als die Deckenbeleuchtung ausgeschaltet war und der Wagen sich in Bewegung gesetzt hatte, musste Müller feststellen, dass die Fenster dicht verhängt waren, sodass kein Blick nach außen dringen konnte. Der Wagenführer, der derartige Fahrten anscheinend schon öfters gemacht hatte, drehte sich nach einiger Zeit um und ermahnte Müller sich keine Sorgen zu machen, es passiere ihm nichts. Nach etwa einer halben Stunde Fahrzeit hielt der Kraftwagen vor einer allein stehenden eleganten Villa. Der Fahrer öffnete den Schlag und bat, ihm zu folgen. Damit öffnete er die Gartenpforte und klingelte, nachdem sie einen parkähnlichen Garten durchschritten hatten, an der Entreetür. Dem öffnenden Mädchen flüsterte er die Worte »Ein neuer L.F.D.« ins Ohr und zog sich wieder zurück. Die Zofe führte daraufhin den späten Ankömmling in einen eleganten Salon und bat ihn, einen Augenblick Platz zu nehmen. Müller ließ sich erwartungsvoll auch in einen tiefen Klubsessel fallen. Unter seiner nach außen zur Schau getragenen Gelassenheit verbarg er geschickt seine innere Erregung und Neugierde. Nach einer kleinen Weile öffnete sich leise die Tür zum Nebengemach. Müller konnte gerade noch die Umrisse einer elegant gekleideten Dame erkennen, dann erlosch das Licht. Rasch sprang er auf, zog die Pistole und rief mit befehlsgewohnter Stimme: »Machen Sie bitte sofort wieder Licht oder ich schieße!«
Unverzüglich flammte der elektrische Kronenleuchter wieder auf und Müller sah sich einer schönen, gepflegten Frau von 28 bis 30 Jahren gegenüber. Diese begrüßte ihn sarkastisch lächelnd mit den Worten: »Guten Abend, Herr Oberleutnant Müller, Sie scheinen mir ja ein mutiger Mann zu sein!« »Entschuldigen Sie, gnädige Frau, ich bin Stabsoffizier und fürchtete in eine Falle geraten zu sein.« – »Sie kommen auf Empfehlung von Hackenberg? Behalten Sie doch bitte Platz, Herr Oberleutnant! Ich will Ihnen kurz erklären, worum es sich handelt.« Nach einem tiefen Seufzer fuhr sie fort: »Sehen Sie, Herr Oberleutnant, wir leben jetzt schon im dritten Kriegsjahr und ein Ende ist leider immer noch nicht abzusehen. So lange leben wir armen Frauen auch schon von unseren im Felde stehenden Männern getrennt.« – »Mit Ausnahme der Urlaubstage«, entgegnete Müller schlagfertig. – »Ganz richtig, aber was bedeuten schon ein paar Urlaubstage, die im Fluge zu verstreichen pflegen. Und hinterher ist es dann gewöhnlich umso schlimmer. Sie stellen sich gar nicht vor, was wir armen Frauen, die an einen geregelten und häufigen Geschlechtsverkehr gewöhnt sind, für Qualen durch die uns aufgezwungene Abstinenz erdulden müssen.« Aha, dachte Müller, da liegt der Hase im Pfeffer. So sieht also die männliche Prostitution bei den oberen Zehntausend aus. Na, mir soll’s recht sein, wenn sie nur ordentlich für ihr und mein eigenes Vergnügen zahlen! »Um diesem Übelstand abzuhelfen«, fuhr sein schönes Gegenüber fort, »hat sich eine Anzahl Frauen der höheren Gesellschaftskreise, die auf den Geschlechtsgenuss nicht verzichten wollen und können, zusammengeschlossen und die Organisation ›Lieb-Frauen-Diener‹ oder abgekürzt ›Elefde‹ (L.F.D.) geschaffen. Wegen der Gefahr einer unwillkommenen Schwängerung darf der Liebesverkehr aber nur auf eine anormale Art und Weise ausgeübt werden. Das ›Wie‹ bleibt jeder einzelnen Dame selbst überlassen. Ein regelrechter Coitus, ganz gleich in welcher Stellung er ausgeführt wird, ist im allgemeinen unstatthaft. Das alles hat aber die zu befriedigende Dame selbst zu bestimmen, welche auch die Honorierung vornimmt. Jede Perversität muss geleistet und erduldet werden, andernfalls der Ausschluss – natürlich männlicherseits – aus der Verbindung erfolgt. Sind Sie unter diesen Bedingungen bereit, selbstverständlich unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit, der ›Elefde‹ beizutreten?« Nach kurzem Besinnen gab der Oberleutnant seine Zustimmung. Die Dame erklärte ihn damit für aufgenommen, verpflichtete ihn ehrenwörtlich zu strengstem Stillschweigen nach außen und händigte ihm eine Ausweiskarte aus. »Wenn Sie diese Karte in dem bekannten Wiener Café ABC« – damit bezeichnete sie ein großes Unternehmen in der Wiener Neustadt – »sehen lassen, werden Sie die Bekanntschaft eines weiblichen Mitgliedes unserer Verbindung machen.« Aufmerksam betrachtete Müller das bunt bedruckte Stückchen Karton und musste unwillkürlich über dessen symbolhafte Bedeutung lachen. Im Vordergrund erhoben sich zwei steil aufragende Berge im Lichte der aufgehenden Sonne, während an der Verbindungsstelle der beiden Berge die Buchstaben L.F.D. eingedruckt waren.
Mit einem bezaubernden Augenaufschlag und einem sinnlichen Lächeln auf den fein geschwungenen Lippen fuhr sein hübsches Gegenüber fort zu plaudern. »Es ist zwar schon etwas spät, sind Sie dessen ungeachtet heute noch bereit, mit den soeben übernommenen Verpflichtungen zu beginnen?« »Gewiss doch«, gab Müller zur Antwort. »Gut, dann folgen Sie mir bitte!« Mit diesen Worten führte sie ihn in ihr mit allen Raffinessen eingerichtetes Boudoir. In dem prächtigen antiken Marmorkamin brannten große Buchenscheite und verbreiteten eine wohlige Wärme. An der Decke hing eine rosenfarbige Alabasterampel, deren gedämpftes Licht dem behaglichen Raum eine vertrauliche Note gab. Die zwei großen Fenster waren dicht verhängt, sodass kein neugieriger Blick von außen eindringen konnte.
Die Dame drückte nun auf einen Klingelknopf und gab dem kurz danach eintretenden Mädchen den Auftrag, niemand mehr einzulassen und das Telefon abzuschalten. Sie wolle heute nicht mehr gestört werden. Dann entledigte sie sich rasch ihrer wenigen Kleider und forderte Müller auf, ein gleiches zu tun. Wollüstig dehnte und reckte sie ihren gertenschlanken, gut gewachsenen Körper und ließ sich endlich mit einem tiefen Seufzer auf das vor dem Kamin liegende große Eisbärenfell gleiten, sich erst die eine, dann die andere Seite rösten lassend.
Umständlich und etwas befangen von der immerhin eigenartigen Situation warf der Mann nacheinander seine Kleider ab. Durch den Anblick der in verführerischer Stellung vor ihm liegenden nackten Frau war er in eine hochgradige sexuelle Aufregung geraten und zögerte deshalb, die letzte Hülle fallen zu lassen. Sie bemerkte endlich sein offensichtliches Zögern und forderte ihn ungeduldig auf, sich etwas mehr zu beeilen.
Entschlossen streifte er nun das Hemd über den Kopf und stand mit steil aufgerichteter Rute vor der ihn mit Kennerblicken musternden Frau. Diese geriet durch die Betrachtung seines männlich breiten, stark behaarten Körpers und insbesondere seines großen erigierten Gliedes gleichfalls in unbeschreibliche Erregung. Einen brünstigen kleinen Schrei ausstoßend, sprang sie plötzlich auf und hing sich an seinen Hals, seinen Mund dabei mit brennenden Küssen bedeckend. Dann kauerte sie sich wieder auf das Bärenfell, ihren rassigen, makellosen Körper fest an ihn anpressend. Ihr weißblondes, natürlich gewelltes Haar knisterte unter seinen begehrlichen Händen....




