E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Reihe: Cupitora
Anonym Die Novizin
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95841-711-3
Verlag: BEBUG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Verdorbenes Paris …
E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Reihe: Cupitora
ISBN: 978-3-95841-711-3
Verlag: BEBUG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein aufreizender Roman nach einem unveröffentlichten Privatmanuskript von 1932, versehen mit über 20 pikanten Zeichnungen
Ein aufreizender Roman nach einem unveröffentlichten Privatmanuskript von 1932, versehen mit über 20 pikanten Zeichnungen
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X
Ein halbdunkler Korridor lag vor Balbyne, die trotz ihrem lebhaften Wunsch, dem Club der Demi-Vierges als Priekerin anzugehören, in diesem Augenblick alle Verlegenheiten empfand, in die eine ungewohnte Situation jemanden versetzen kann.
Sie betrat ein reich ausgestattetes Boudoir von der sonderbaren Form einer dicken Zigarre und sah mitten im Zimmer den Richter Bazile Issitus stehen.
Der Gruß wurde vollzogen. Sie wurde dabei ganz rot, als sie überaus anmutig die kleine Aufschürzung der Röcke bis zum Knie vornahm; er verlangte die große Aufschürzung und sie zeigte ihm ihre wohlgeformten weißen Schenkel, ihre prallen, runden Hinterbacken in einem Rahmen eleganter Dessous über ihren lilafarbenen Seidenstrümpfen. Und nachdem Stellung und Bewegung auf diese Weise vollbracht waren, presste er einen glühenden Kuss auf den Treffpunkt ihrer Schenkel und beendete damit die Begrüßungsszene.
Sie wollte ihre Röcke fallen lassen, er sagte aber:
»Einen Augenblick, meine reizende Balbyne, einen Augenblick! Lassen Sie mich erst Ihr hübsches kleines Liebesnest bewundern, das so niedlich ist und so fest geschlossen; lassen Sie meine Lippen dem krausen Haargewirre, das es umgibt, ihre Huldigung erweisen.«
»Gehört das mit zur Rolle?«, fragte sie in mutwilligem Ton.
»Freilich nicht. Aber durch deine blendenden Schätze ist meine Begierde wachgerufen worden.«
»Ah so. Wie wär’s, wenn wir uns setzten und ein bisschen plauderten? Was meinst du dazu, Issitus? Mir glüht der Kopf wie Feuer; ich bitte, mich noch etwas erholen zu dürfen.«
»Sehr gern, meine schöne Priekerin. Mein Genuss wird durch die Huld deiner Konversation sich vermehren.«
»Komplimente sind hier sehr am Platz! Na, ich weise Sie nicht zurück. Also, da sitzen wir nebeneinander auf dem Kanapee. Ah, mein kleiner Issitus, wenn mir vor acht Tagen einer gesagt hätte, dass du mir die Beine küssen würdest!«
»Die Beine – in Erwartung anderer Dinge.«
»Ja, ja, das andere – kommt gleich! Einerlei – es ist kaum auszudenken! Auf solche Eingangsakkorde war ich nicht gefasst!«
»Wie hattest du es dir denn gedacht?«
»An Stelldicheins mit gewissen Steigerungen, an fröhliche Zusammenkünfte, an gewisse Feste mit großem Zeremoniell. Aber dass es gleich so käme …«
»Haben wir denn nicht ein Stelldichein?«
»Ja, doch; ja. Aber man fühlt so viele schnurrige Sachen um sich herum. Was bedeuten zum Beispiel alle diese Türen mit einem Bild in der Mitte?«
»Das sind Verbindungstüren, die in andere Kabinette führen.«
»Das sind sie gewiss! Aber sind das Kabinette, worin andere dasselbe machen, was wir hier tun?«
»Wir machen hier nicht viel.«
»Du bist unverschämt, Herr Richter! Was behauptest du denn, meine Unterhaltung mache dir Spaß?!«
»Macht sie ja auch, macht sie auch! Aber man könnte doch die Unterhaltung noch ein bisschen würzen!«
»Geniere dich nicht. So, so – lass nur da! Mach mir recht warm. Wir plaudern so besser; du hast recht. Aha, da hast du den Eingang gefunden. Das tut gut, das Fingern. Nicht wahr. Zeig mir jetzt dein Ding!«
»Du kennst die Formalität, die bei seinem ersten Erscheinen zu erfüllen ist?«
»Ich gab dir den Gruß zum Anfang. Gibt es noch eine andere?«
»Na, natürlich. Uns armen Männern muss doch Kraft eingeflößt werden!«
»Nenne die Formalität.«
»So wie wir jetzt auf dem Kanapee sitzen, musst du, sobald meine Hose offen ist, dein Mieder aufmachen und deine Titten rausholen, sobald der Vogel aus dem Käfig kommt.«
»Mit der Formalität bin ich einverstanden. Weiter?«
»Während das Hähnchen in meinen Fingern dir seine Huldigung darbringt, hast du dich zu bücken und es zu küssen.«
»Das dachte ich mir schon. Ich habe gar nichts dagegen. Soll ich ihn in den Mund nehmen?«
»Nein, nein, nein! Nur mit den Lippen berühren!«
»Du Schlemmer!«
Ihr frisches feines Gesicht neigte sich über den Bauch des Herrn Issitus, dessen Schwanz einen langen, langen Kuss empfing.
»Du liebst den Mann?«, fragte er sie.
»Ich liebe, was er hat, sowie er liebt, was ich habe. Oh, welch eine gute Mutter ist die Natur!«
»Sie gibt viel: dem Weibe Schönheit, um den Mann anzuziehen; dem Mann Begierden, um das Weib zu schätzen.«
»Auch das Weib hat Begierden. Höre, diese Türen beunruhigen mich.«
»Es sind Türen wie andere auch.«
»O nein! Die Bilder haben eine Bedeutung.«
»Ich möchte so gerne, dass wir mal recht kräftig mit unserem Duett begännen!«
»Haben wir nicht schon begonnen? Indem du mich unterrichtest – wozu du übrigens, nach dem, was man mir sagte, verpflichtet bist, hindert dich doch nichts, dir deine Genüsse zu verschaffen und mir die meinigen zu gönnen. Antworte mir also, was diese Türen, diese Bilder bedeuten!«
»Du hast richtig geraten. Sie haben eine Bedeutung. Wir können uns mit dem Nebenkabinett in Verbindung setzen, indem wir dagegenklopfen.«
»Diese Zimmer sind also belegt?«
»Wenn das Bild heruntergelassen ist, ja!«
»Es ist heruntergelassen!«
»Wenn es hochgezogen ist, wird nämlich ein Guckfenster frei.«
»Ach, wirklich? Und wenn man sich mit seinen Nachbarn in Verbindung setzt, was passiert dann?«
»Zunächst hat man gegenseitig den Vorteil, zusehen zu können. Außerdem wird, wenn man sich vereinigt, ein ganzes Zeremoniell befolgt, hierauf ein Gruß ausgetauscht und ein lebendes Bild gestellt.«
»Ein lebendes Bild?«
»Eine Ensemble-Szene, in der die einzelnen Paare aufgehen.«
»Das ist mein Fall! Setze uns in Verbindung mit einem dieser Zimmer!«
»Gern. Aber dann musst du im Unterrock sein, und sobald nach Einwilligung unserer Nachbarn das Guckfenster sich öffnet, musst du dein Hemd hochheben, Bauch und Beine zeigen und den vierten Finger auf den Nabel legen.«
»Nur los, ich ziehe mich aus!«
Issitus trat an das nächste Bild heran; sie zog ihr Kleid aus; er klopfte leise zweimal an und bald darauf antwortete ein ebenfalls zweimaliges Klopfen. Er drehte sich um und sagte:
»Das Bild wird gleich hochgehen; nimm deine Stellung ein!«
Ohne Zögern hob Balbyne ihr Hemd hoch und zeigte von neuem ihre geheimen Reize. Das Bild ging in die Höhe; sie sah ein bartloses dickes Gesicht. Der neue Teilnehmer an der Szene steckte den Kopf in ihr Zimmer, schnalzte mit der Zunge und rief:
»Bravo, bravissimo! Eine Perle, ein Diamant! Aber wahrhaftig, Freund Issitus, du hattest ja kaum angefangen! Lass dich in deinem Vergnügen nicht stören; ich kehre zu dem meinigen zurück. Dein Küken kann zusehen, weil sie’s nun mal gewünscht hat.«
Balbyne blieb mit hochgehobenem Hemd stehen, weil sie nicht wusste, was sie machen sollte; das Gesicht sah sie immerzu durch das Guckloch an. Issitus sagte ihr ins Ohr:
»Küsse den Finger, den du auf den Nabel gelegt hattest; wirf deinem Bewunderer ein Küsschen zu, und er wird sich zurückziehen.«
Sie beeilte sich, dieser Vorschrift nachzukommen. Das Guckfenster wurde frei und sie wollte sich demselben nähern, als Issitus ihr sagte:
»Ach so, du hast recht.«
»Wenn du ins Nebenzimmer hineinsiehst, findest du ein Weib in derselben Stellung, wie du sie eben einnahmst, das heißt: jedenfalls mit dem Finger auf dem Nabel, weil sie möglicherweise schon ganz entkleidet ist. Du küsst die Höhlung deiner Hand, machst sie mit Speichel nass und streckst den Arm durch das Guckloch. Der Kavalier wird die Höhlung deiner Hand mit seinem Schwanz reiben und hierauf mit demselben den auf dem Nabel ruhenden Finger seiner Schönen berühren. Ihr werdet euch ein Kusshändchen zuwerfen, und sie kehren zu ihren Belustigungen zurück und kümmern sich nicht weiter darum, ob wir zusehen oder nicht.«
Mit welcher Einbildungskraft alle diese verschiedenen Phasen ausgedacht sind.«
»Sie wirken aufregend, das wirst du mit der Zeit schon selber bemerken.«
Kaum aber hatte Balbyne den Kopf durch das Guckloch gesteckt, so stieß sie einen Schrei des Erstaunens aus.
»Simonne! Du? Simonne?«
»Balbyne!«, antwortete von drüben eine weibliche Stimme.
»Erst die Formalität!«, befahl Issitus. »Nachher kannst du sprechen.«
»Ja, ja! Oh, welch ein Glück!«
Sie benetzte mit heiterem Lachen die Höhlung ihrer Hand und versuchte den Schwanz festzuhalten, als dieser sich daran rieb. Dann tauschten sie die Kusshändchen aus. Sie wollten nun sprechen, aber Issitus hielt sie zurück, und sie sah folgendes Bild vor sich:
Simonne, die von ihr so unerwartet wiedergetroffene Freundin, war ganz nackt; bei ihr befand sich ein ebenfalls nackter Mann von etwa fünfzig Jahren.
Kniend umschlang Simonne mit dem einen Arm die Beine ihres Kavaliers; während sie mit der freien Hand ihre Brüste hielt. Der Kavalier hatte seinen Schwanz zwischen die Finger genommen und zielte mit der Eichel auf das Guckloch.
Issitus öffnete nunmehr die Tür, indem er zu Balbyne sagte:
»Wir vereinigen uns, da du mit Simonne schon bekannt bist. Da hast mit ihrem Kavalier, Edgar L’hermineux, dem berühmten Advokaten, den Gruß zu tauschen, wie wir beide es vorhin machten. Dasselbe werde ich mit Simonne tun, unter Berücksichtigung jedoch des Umstandes, dass sie nackt ist. Hierauf wirst du auch sie begrüßen, indem du deinen Leib gegen den ihren presst und dann mit deinem Mittelfinger in der Kerbe ihres Hintern auf- und abfährst. Ebenso...




