Andrews | Testphase: Valor | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Andrews Testphase: Valor


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96089-347-9
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-96089-347-9
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nun, da sein Vater nicht länger der Präsident von Amerika ist, kann der 22jährige Rafael Castillo mit seinem Ex-Agenten Shane Kendrick zusammen sein. Shane hat seine Karriere für Rafa aufgegeben - eine Entscheidung, die seine Kollegen gleichermaßen an seinem Verstand und seiner Moral zweifeln lässt. Begierig darauf, den Fragen und Verurteilungen zu entfliehen, bauen sich Rafa und Shane ein neues Leben in Australien auf. Obwohl Shane mit Albträumen und seiner Überfürsorglichkeit zu kämpfen hat und Rafa sich seiner eigenen Unsicherheit stellen muss, lieben sie sich mehr denn je. Jetzt müssen sie nur einen Besuch des ehemaligen Präsidentenpaars überstehen. Rafas Eltern sind alles andere als einverstanden damit, dass er eine Beziehung mit dem 40jährigen Shane hat, und sie sind entschlossen, ihn zur Vernunft zu bringen. Sie verstehen einfach nicht, wie ihr Sohn glücklich sein kann, sich mit einem älteren Mann niederzulassen, und hinterfragen Shanes Beweggründe. Shane und Rafa wollen nur ein normales Leben haben. Aber als es plötzlich um ihr Überleben geht, kämpfen sie, um zu beweisen, dass ihre wilde Liebe allen Gefahren trotzen kann. Diese Gay Romance von Keira Andrews ist der zweite Teil der Valor-Dilogie. Eine Geschichte über Altersunterschiede, Sex am Strand ... und natürlich mit einem Happy End.

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Kapitel Eins


Wenn ihn einmal jemand fragen sollte, ob es die Mühe wert war, seine Karriere beim Secret Service aufzugeben und mit dem Sohn des Präsidenten abzuhauen, würde Shane Kendrick antworten: Verdammte Scheiße, ja.

Aber heute Morgen in ihrem kleinen Zelt am Strand war ihm flau im Magen. Sein Herz raste. Rafa lag nicht warm und im Schlaf murmelnd neben ihm, und Shane grub seine Finger in das leere Laken. Die schrecklichen Bilder seines Traums waren noch zu gegenwärtig – Shanes Füße, die hoffnungslos feststeckten, während ihm Rafa weggenommen wurde.

Während er alleine aufwachte, erstickte Shane fast an seiner Panik. Galle stieg in seinem Hals auf. Nackt, wie er war, kroch er aus dem Zelt und kam auf die Füße. Bereit, davonzurennen. Bereit, zu kämpfen.

Er stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, als er Rafa sogleich wenige Meter entfernt bei der Wasserlinie ausmachte. Es war Mitte Juni, ein Montagmorgen auf einem abgelegenen Stück Strand nördlich von Byron Bay, was glücklicherweise hieß, dass sie den Ort für sich alleine hatten.

Shanes Herz schlug immer noch zu schnell. Schweiß benetzte seine Augenbrauen, während er beobachtete, wie Rafa in der Ferne durch die Brandung watete. Schaumiges Wasser floss um dessen Knöchel. Mit der gebräunten Haut und in dem lila Kapuzenpullover sah Rafa wie ein Einheimischer aus. Die Boardshorts hingen tief auf seinen schmalen Hüften. Er war verdammt schön, die zottigen Locken standen wild von seinem Kopf ab.

Die Welle kam mit einem polternden Gurgeln zurück, die Sonne stand bereits hoch am bewölkten Himmel. In der Nähe kreischte eine Möwe und flatterte mit den Flügeln, als sie sich mit einem anderen Vogel um einen Leckerbissen stritt, der an den goldenen Strand gespült worden war.

Shane atmete tief die frische Luft ein, um die nachklingende Anspannung in seinen Gliedern und das Hämmern seines Herzens zu vertreiben. Die Träume – na gut, Albträume – waren ähnlich, doch niemals gleich. Diesmal war es nicht Schlamm auf einer Raststelle gewesen, der zu Treibsand wurde und ihn herabzog, während Rafa von maskierten Männern fortgebracht wurde und um Hilfe schrie.

Nein, diesmal war der Treibsand an einem sonnigen Tag, auf einem perfekten Strand wie diesem aufgetaucht. Er hatte ihn in die Tiefe gesogen und an Ort und Stelle gelähmt. In seinem Traum hatte er immer und immer wieder versucht, seine Füße zu bewegen, aber seine Glieder waren nutzlos gewesen. Er schmeckte sein Blut, Schüsse hallten in seinen Ohren, während er sich abmühte. Doch er versagte kläglich, und die Silhouetten namenloser Männer zerrten Rafa außer Reichweite.

Shane sah zu ihm und atmete wieder die frische Seeluft ein – Salzwasser und Seetang und Sommer.

Du bist wach. Es geht ihm gut. Lass los.

Er schloss die Augen und zählte bis fünf. Wenn er sie öffnete, würde der Moment – der Nachhall des Albtraums, der ihn gequält hatte, offiziell vorbei sein. Sie hatten so eine friedliche Woche verbracht. Er konnte nicht zulassen, dass irgendetwas ihren letzten Tag ruinierte, bevor sie zurück nach Sydney gingen. Wenigstens hatte Rafa bereits das Zelt verlassen, als der Albtraum gekommen war. Shane wollte nicht, dass er sich wegen etwas so Unwichtigem Sorgen machte.

Die Träume hatten vor Kurzem angefangen, ohne Warnung und besonderen Grund. Shane wüsste nicht, warum sie nicht genauso schnell wieder verschwinden sollten. Kein Grund, einen Aufstand zu machen.

Na ja, okay. Vielleicht hatten sie nicht völlig unvorhergesehen angefangen. Der erste Traum war in der Nacht gekommen, nachdem Shane gesagt worden war, dass er für eine spezielle Untersuchung aussagen müsse. Sein ehemaliger Partner – ehemaliger Freund, erinnerte ihn sein schmerzender Magen – hatte sich wegen Hochverrats schuldig bekannt und lebenslänglich ohne Bewährung bekommen. Alan hatte Glück gehabt, dass er der Todesstrafe entronnen war. Es war wohl nur möglich gewesen, weil Rafa um eine Kronzeugenregelung gebeten hatte.

Shanes Herz schwoll an, als er beobachtete, wie Rafa das Wasser trat. Nach allem, was Alan getan hatte, hätten ihn die meisten gehasst, doch nicht Rafa. Während Shane ihm zusah, grub er seine Zehen in den warmen Sand nahe den Sträuchern und Bäume, die am Rand des Strandes wuchsen, und versuchte nicht über die verfluchte Ermittlung nachzudenken.

Klar, der Secret Service musste verstehen, wie eine derart große Sicherheitsverletzung direkt unter ihrer Nase hatte passieren können. Wie einer ihrer Agenten sich Terroristen angeschlossen hatte. Nicht, dass Shane es selbst verstehen könnte.

Er versuchte erneut, die Gedanken an Alans Verrat und dass er beinahe Rafas Leben gekostet hätte zu verdrängen. Die Erinnerung, wie er Rafa eingequetscht in diesem Kasten vorgefunden hatte …

Hör auf!

Die Albträume schwächten ihn schon genug. Er musste nicht auch noch seine Tage ruinieren, indem er sich mit der Frage quälte, was alles hätte passieren können. Immerhin hatte der Secret Service ihm gestattet, per Satellitenverbindung auszusagen. Er musste bis dahin aufhören, zu viel nachzudenken, und dann könnte er alles hinter sich lassen. Und Rafa sollte niemals von diesen lächerlichen Albträumen wissen. Shane hatte ihn bisher nicht deswegen belästigt, und er wollte, dass es so blieb.

Er streckte die Arme über seinen Kopf, der Wind kitzelte seine bloße Haut. Für die Australier mochte dieser Wintermorgen ein wenig zu kalt sein, aber für ihn war er perfekt – eine kühle Brise, die die Hitze der Sonne milderte.

Er fuhr sich mit der Hand über die Bartstoppeln. Es war nur eine kleine Sache, sich nicht jeden Tag zu rasieren, aber er mochte es trotzdem. Er schor immer noch seinen Kopf, da sein Haaransatz mit jedem Monat mehr zurückging. Sobald er seine Sicherheitsberatung startete, würde er gepflegt und wieder im Anzug sein, aber jetzt genoss er es, nackt herumzugammeln.

Nachdem er neben einen Busch gepinkelt und seine Zähne mit einer Kanne Wasser geputzt hatte, beobachtete er wieder Rafa unten am Strand. Der hielt immer wieder an, um sich zu bücken und Muscheln aufzuheben, die die Wellen zurückgelassen hatten. Seine komplette Sammlung befand sich in einem Glas und stand auf dem Fensterbrett des Badezimmers, das sie sich mit ihrem Bungalow gemietet hatten. Bald würde Rafa ein weiteres Glas brauchen. Shane stellte sich vor, wie die Fensterbank immer voller wurde, während die Monate vergingen, und lächelte.

Er machte eine Bewegung in der Ferne aus, hob die Hand über seine Augen, um sie von der Sonne abzuschirmen, und erblickte einen Mann mit Hund. Schnell kalkulierte er, wie weit sie von Rafa entfernt waren, der immer noch wie versessen auf etwas im Sand starrte. Shane war schon dabei, loszulaufen, ehe er sich erinnerte, dass er nackt war.

Ruhig. Atme. Er ist sicher.

Es war nur ein Mann, der mit seinem Hund spazierte – keine Paparazzi oder Terroristen. Trotzdem schätzte Shane noch einmal den Abstand zwischen ihnen ab. Er könnte in ungefähr zwanzig Sekunden bei Rafa sein, wenn er sprintete, den verlangsamenden Effekt des Sandes mit einberechnet.

In zwanzig Sekunden kann eine Menge passieren.

Für ein paar heftige Herzschläge glaubte er, dass Regen ihn durchnässte, obwohl die Wolken flockig und weiß waren und nicht schwer und grau. Das stetige Grollen der Wellen wurde zu Donner. Schüsse hallten in seinem Kopf, als er zusammenbrach und in Schlamm und Dunkelheit versank, hilflos, Rafa fort. Sein Atem versagte, und er fuhr mit einem Finger über die Narbe, die sich auf der linken Seite seines Kopfes über dem Ohr befand.

Fast erwartete er warmes, klebriges Blut zu spüren und wie die Kugel ihn zu seinem Glück nur streifte, ohne den Schädel zu durchdringen. Die Erinnerung an das Grauen, zu wissen, dass Rafa fort war, ließ sogar jetzt noch seinen Magen hüpfen, obwohl er sich sagte, dass Rafa doch hier war, sicher und unverletzt und in sich hineinlächelnd, während er durch die Brandung watete.

Shane schüttelte den Kopf, wandte sich entschlossen ab und zog sich seine Boardshorts über. Er sollte über den Albtraum hinwegkommen und ihn nicht wieder wachrufen. Außerdem würde es Rafa wahrscheinlich irritieren, wenn er wie eine Glucke zu ihm hinüberlief.

Es hatte Wochen gedauert, ehe Shane sich daran gewöhnt hatte, ihn nicht mehr in Reichweite zu haben, und er mochte es immer noch nicht. Aber Rafa war ein erwachsener Mann. Shane musste sich zusammenreißen.

Er setzte sich auf den Baumstamm, den sie in der Nacht zuvor zu ihrer Feuerstelle gezogen hatten, und überlegte, ob er ein Feuer anzünden und Kaffee machen sollte. Für einen Moment saß er einfach nur da und atmete ein und aus. Er beobachtete, wie Rafa einen Stein ins Wasser warf, immer noch bemüht, seine Wurftechnik zu perfektionieren.

Der Mann und der schwarze Labrador verschwanden irgendwann in der Richtung, aus der sie gekommen waren. Der letzte Rest von Anspannung in Shanes Schultern verging. Die Reporter hatten sie schon lange nicht mehr bedrängt.

Nachdem die US Weekly die Romanze zwischen dem schwulen Sohn des Ex-Präsidenten und dem älteren Agenten des Secret Service öffentlich gemacht hatte, waren sie schier überflutet worden mit Aufmerksamkeit. Aber sie hatten sich bedeckt gehalten und von Shanes Ersparnissen gelebt.

Jetzt waren sie keine heißen Nachrichten mehr. Die meisten Australier erkannten sie nicht einmal, gaben einen Scheiß drauf oder waren zu nett, um irgendetwas zu sagen. Shane hatte heimlich den Grundstein für seine Sicherheitsberatung gelegt, und Rafa würde...



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