Anderson | Märchenhochzeit mit Hindernissen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2471, 144 Seiten

Reihe: Julia

Anderson Märchenhochzeit mit Hindernissen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1459-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2471, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1459-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kronprinz Alek Salustri muss heiraten - ein altes Gesetz besagt, dass er sonst den Thron von Triscari nicht besteigen darf! Woher soll er eine zukünftige Königin nehmen, wo er der Liebe für immer abgeschworen hat? Nur eine harmlose Vernunftehe auf Zeit ist für ihn denkbar. Da scheint die Assistentin seiner Schwester, die unscheinbare Hester, genau die Richtige. Ein Fehler! Denn Hester entfesselt ein verhängnisvolles Verlangen nach Liebe in ihm. Zwingen ihn die Schatten der Vergangenheit, sich von ihr zu trennen und damit auf den Thron zu verzichten?



Natalie Anderson nahm die endgültigen Korrekturen ihres ersten Buches ans Bett gefesselt im Krankenhaus vor. Direkt nach einem Notfall-Kaiserschnitt, bei dem gesunde Zwillinge das Licht der Welt erblickten, brachte ihr ihr Ehemann die E-Mail von ihrem Redakteur. Dem Verleger gefielen ihre früheren Korrekturen und da es gerade einen Mangel an guten Manuskripten gab, musste sie ihre Verbesserungen innerhalb von einer Woche anfertigen. Trotz dieses knappen Zeitfensters hatte ich längst angebissen. Unter starken Schmerzmitteln und ohne den ständigen Kontakt zu meinen frisch geborenen Zwillingen schaffte ich die Revisionen rechtzeitig, sagt sie. Auch ihr Ehemann dachte, dass es eine gute Idee sei, die Sache anzugehen. Darum brachte er ihr den Laptop seines Bruders und Natalie machte sich an die Arbeit. Sie verschickte die Revisionen am Freitag. Am Montag war sie bereits wieder Zuhause und bekam endlich den heiß ersehnten Anruf: Wir wollen ihr Buch kaufen. Ernsthaft schreibt Natalie nun schon seit einigen Jahren. Aber seit sie damit angefangen hat, schreibt sie jede Nacht, nachdem ihre zwei Kinder, und jetzt auch noch ihre Zwillinge, ins Bett gegangen sind. Für ihre Romane hofft sie in der Zukunft auf weitere gute Neuigkeiten und auf eine längere Abgabefrist.

Anderson Märchenhochzeit mit Hindernissen jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

„Fiorella, bist du hier?“

Hester Moss hörte, wie die Vordertür ihres Studentenapartments zuschlug.

„Fi? Wo zum Teufel steckst du?“

Hester zuckte zusammen, als sie begriff, wessen Stimme sie hörte.

Als persönliche Assistentin von Prinzessin Fiorella hatte sie schon einige der bekannten Persönlichkeiten getroffen, mit denen diese zu tun hatte. Ihrem Bruder war sie aber erst ein einziges Mal begegnet.

Damals waren noch viele andere Leute dabei gewesen, und Hester hatte nicht einmal mit ihm gesprochen. Aber wie der Rest der Welt wusste auch sie, dass er sich häufig ungeheuerlich benahm – arrogant und unverschämt. Wenig überraschend, fand sie, angesichts der Tatsache, dass er der Thronerbe einer idyllischen Insel im Mittelmeer war, auf der sich die Reichen und Schönen tummelten.

Hester hatte keine Ahnung gehabt, dass der Prinz seine Schwester hier in Boston besuchen würde, wo die Prinzessin studierte. Es stand nichts davon in ihrem Kalender. Und sicher wäre zumindest eine Ankündigung per E-Mail erfolgt, wenn sein Besuch geplant gewesen wäre.

Oder wollte er unbemerkt bleiben? Immerhin zog sein öffentliches Erscheinen jedes Mal unweigerlich die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Aber wenn das der Fall war, warum brüllte er dann so laut?

„Fi?“

Niemand sonst nannte die Prinzessin so. Und niemand klang sonst je so ungeduldig, wenn er mit ihr sprach. Eine Sekunde lang erwog Hester, ganz still zu bleiben und sich zu verstecken, aber es war wahrscheinlich nur eine Frage von Sekunden, bis der Prinz in ihr Schlafzimmer gestürmt kam. Sie spähte vorsichtig um die Ecke und betrat dann das Wohnzimmer des winzigen Apartments.

Und dort war er. Prinz Alek Salustri von Triscari in Überlebensgröße. Mitten in ihrem ohnehin schon zu kleinen Wohnzimmer. Und abgesehen davon, dass er ein Prinz war, eine weltweit bekannte Persönlichkeit, war er auch noch muskulös, schlank und unglaublich attraktiv. Einen Moment lang konnte Hester ihn nur anstarren. Ihr entging nicht, wie sehr der maßgeschneiderte Anzug seiner Figur schmeichelte. Zu seinem schwarzen Hemd trug er eine mattschwarze Krawatte und hielt eine dunkle Sonnenbrille in der Hand. Er strahlte Ungeduld aus, und, ja: Gefahr.

Das hatte allerdings weniger mit seinen Kleidern und den Luxus-Accessoires zu tun als mit der lässigen Selbstverständlichkeit, mit der er sich bewegte. Selbst in diesem bescheidenen Apartment strahlte er die Gewissheit aus, dass ihm die Welt zu Füßen lag.

Im Moment allerdings wirkte er wütend. Und als sein finsterer Blick auf Hester landete, schien er noch wütender zu werden.

„Oh.“ Sein Stirnrunzeln erinnerte an Gewitterwolken, die sich unter Donnergrummeln am Horizont zusammenballten. „Sie sind die Assistentin.“

Nicht zum ersten Mal fand sich Hester in einer Situation wieder, in der sie offenbar für unzureichend befunden wurde. Aber sie hatte Übung darin, ihre Gefühle zu verstecken. Niemals ließ sie es sich anmerken, wenn jemand sie verletzte. Dass dieser Playboy vor ihr so gefährlich wütend wirkte, war ihr ganz egal.

„Hoheit.“ Sie nickte, machte aber keinen Knicks, ihre Beine zitterten zu sehr. „Leider ist Prinzessin Fiorella im Moment nicht hier.“

„Das sehe ich.“ Er knirschte mit den Zähnen. „Wo steckt sie?“

Hester zwang sich, nicht die Fäuste zu ballen und damit ihre Nervosität zu offenbaren. Es war ihre Aufgabe, Prinzessin Fiorella vor ungewollter Aufmerksamkeit zu beschützen. Allerdings war Prinz Alek nicht einfach irgendjemand.

„Sie hat eine Vorlesung in Biologie. In einer halben Stunde sollte sie zurück sein, wenn sie nicht noch irgendwo einen Kaffee trinkt.“

„Verdammt.“ Die Gewitterwolken verzogen sich nicht, ganz im Gegenteil. Prinz Alek wandte sich um und ging unruhig im Raum auf und ab. „Ist sie in Begleitung?“

Hester nickte.

„Aber ohne Telefon.“

„Ihr Bodyguard hat eins dabei, aber Ihre Schwester zieht es vor, sich während der Veranstaltungen nicht ablenken zu lassen. Soll ich ihm eine Nachricht schicken?“

„Nein!“, fuhr er sie an. „Ich muss sie unter vier Augen sprechen. Ich warte hier auf sie.“

Dabei sah er immer noch so zornig aus, dass Hester versucht war, trotzdem zum Telefon zu greifen – auch wenn es ihr nicht gerade klug vorkam, sich seinem ausdrücklichen Wunsch zu widersetzen.

Nervös sah sie zu, wie er auf und ab ging und dabei ihren ordentlichen Schreibtisch umrundete.

„Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“ Es ärgerte sie, wie eingeschüchtert sie klang. In Fiorellas Gegenwart war sie nie so verlegen. Aber sie war sich nicht sicher, wie sie mit diesem Mann umgehen sollte.

Er blieb stehen und betrachtete sie, als würde er sie zum ersten Mal richtig wahrnehmen. Hester starrte zurück. Seine Augen waren schwarze, unendliche Tiefen. Wunderschön. Sie war sich nicht sicher, was sie darin las. War sein Blick gefühlvoll oder von kalter Abschätzigkeit?

Erst langsam ging ihr auf, was für eine alberne Frage sie ihm gestellt hatte. Sie – ihm helfen? Er war ein Prinz.

Sein Telefon begann zu vibrieren. Ungeduldig nahm er den Anruf entgegen.

„Ich habe doch schon Nein gesagt“, sagte er gereizt.

Selbst aus der Distanz konnte Hester den flehentlichen Tonfall des Anrufers hören.

„Das werde ich nicht tun“, sagte der Prinz fest. „Ich habe schon gesagt, dass es keine Hochzeit geben wird. Ich habe nicht das geringste Verlangen …“ Er brach ab und hörte grimmig zu. „Dann finden wir einen anderen Weg. Ich werde auf keinen Fall …“ Wieder brach er ab, unterdrückte sichtlich mühsam einen Fluch und wechselte ins Italienische. Ein Wortschwall folgte.

Hester starrte auf ihren Schreibtisch und wünschte sich, sie könnte einfach verschwinden. Ihre Gegenwart schien ihm egal zu sein. Sie hielt ihn jedenfalls nicht davon ab, sich am Telefon über die ungerechte und veraltete Gesetzgebung seines Landes auszulassen.

Seit dem Tod seines Vaters vor zehn Monaten wartete die Welt darauf, dass Alek den Thron bestieg, aber das hatte er bisher nicht getan. Der „Playboy-Prinz“, wie ihn die Illustrierten gern nannten, hatte offenbar noch keine Anstrengungen unternommen, eine Frau zu finden – und die brauchte er, wenn er König werden wollte. Das besagte ein altes Gesetz.

Vielleicht war es ihm schwergefallen, über den Tod seines Vaters hinwegzukommen. Hester hatte gesehen, wie sehr Prinzessin Fiorella getrauert hatte, und sie hatte versucht, ihr so gut wie möglich zur Seite zu stehen. Aus eigener Erfahrung wusste sie, wie es sich anfühlte, die Eltern zu verlieren.

Erst in den letzten Wochen hatte die Prinzessin damit begonnen, wieder mehr Zeit mit ihren Freunden und Hobbys zu verbringen. Prinz Alek hatte einen ganz anderen Weg gewählt, mit dem Verlust umzugehen. Allein im letzten Monat war er von der Boulevardpresse jeden Abend mit einer anderen Frau abgelichtet worden, als wollte er seine Weigerung, sich dem Gesetz zu beugen, extra deutlich machen.

Der Prinz knurrte und stopfte sein Telefon zurück in die Anzugtasche.

Während Hester verzweifelt versuchte, sich etwas einfallen zu lassen, was sie sagen konnte, erklang auf einmal aus dem Schlafzimmer ein dumpfes Geräusch. Hester versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.

„Was war das?“ Prinz Alek neigte den Kopf wie ein Raubtier, dessen feines Gehör auf Beute lauschte. „Warum lassen Sie mich nicht in Fis Zimmer?“

„Es ist nicht …“

„Ich bin ihr Bruder. Was verstecken Sie vor mir? Ist sie mit einem Mann da drin?“

Bevor Hester sich bewegen konnte, ging er an ihr vorbei und öffnete die Tür, als wäre er hier zu Hause.

Wie angewurzelt blieb er stehen. „Was zum Teufel ist das?“

„Eine Katze. Sie ist ziemlich verängstigt.“ Hester ging an ihm vorbei und bewegte sich vorsichtig in Richtung des verwilderten Tiers, um es nicht noch mehr zu erschrecken.

„Was tut sie hier?“

„Zu Abend essen.“ Sie hob den Kater vorsichtig auf und öffnete das Fenster.

„Ich kann nicht glauben, dass sie Fiorella gehört.“ Er starrte das Tier ungläubig an. „Nicht gerade eine hochgezüchtete Preußisch Blau.“

In Hester stieg allmählich Ärger auf. Jemand, der nur auf Äußerlichkeiten Wert legte, konnte dem grau getigerten Straßenkater mit seinen eingekerbten Ohren natürlich nichts abgewinnen. „Er ist vielleicht nicht hübsch, aber tapfer und zäh. Hier bekommt er jeden Tag etwas zu fressen.“ Sie setzte den Kater auf den Fenstervorsprung.

„Wie kommt er von da herunter?“ Prinz Alek kam zum Fenster und beobachtete, wie der Kater bis zum Ende der Feuerleiter kletterte und die verbleibende Strecke von dort aus bis zum Boden sprang – immerhin beinahe zwei Meter. „Beeindruckend.“

„Er ist ein Überlebenskünstler.“ Noch während Hester den Prinzen ansah, begann ihre Nase zu jucken. Sie blinzelte, aber das half nicht, das Unausweichliche zu verhindern.

„Haben Sie gerade geniest?“ Prinz Alek blickte sie aus seinen dunklen Augen an. „Reagieren Sie etwa allergisch auf Katzen?“

„Ja, aber soll er deswegen verhungern?“ Sie zog ein Taschentuch aus der Packung auf dem Nachttisch und schnäuzte sich die Nase.

Aber anscheinend hatte Prinz Alek bereits das Interesse an der gesamten Angelegenheit verloren, denn nun sah er sich im Zimmer um und runzelte erneut die Stirn.

„Ich hatte keine Ahnung, dass Fi so viele...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.