E-Book, Deutsch, Band 182019, 144 Seiten
Reihe: Julia
Anderson Cinderellas sinnliche Verführung
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1242-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 182019, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1242-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der sexy Fremde hat in dem Apartmentgebäude, das sie betreut, nichts zu suchen! Erbost stellt die hübsche Concierge Ettie ihn zur Rede. Zu spät erfährt sie, dass er der berühmt-berüchtigte Leon Kariakis ist. Ihr neuer Boss, denn er hat den exklusiven Block in Mayfair gekauft. Feuert er sie jetzt? Aber nein: Ihr heißblütiges Temperament scheint dem mächtigen Griechen zu gefallen. Warum sonst lockt er sie wie Cinderella in seine glamouröse Welt und verführt sie sinnlich in seinem Penthouse - mit Folgen, die Etties Leben auf den Kopf stellen?
Natalie Anderson nahm die endgültigen Korrekturen ihres ersten Buches ans Bett gefesselt im Krankenhaus vor. Direkt nach einem Notfall-Kaiserschnitt, bei dem gesunde Zwillinge das Licht der Welt erblickten, brachte ihr ihr Ehemann die E-Mail von ihrem Redakteur. Dem Verleger gefielen ihre früheren Korrekturen und da es gerade einen Mangel an guten Manuskripten gab, musste sie ihre Verbesserungen innerhalb von einer Woche anfertigen. Trotz dieses knappen Zeitfensters hatte ich längst angebissen. Unter starken Schmerzmitteln und ohne den ständigen Kontakt zu meinen frisch geborenen Zwillingen schaffte ich die Revisionen rechtzeitig, sagt sie. Auch ihr Ehemann dachte, dass es eine gute Idee sei, die Sache anzugehen. Darum brachte er ihr den Laptop seines Bruders und Natalie machte sich an die Arbeit. Sie verschickte die Revisionen am Freitag. Am Montag war sie bereits wieder Zuhause und bekam endlich den heiß ersehnten Anruf: Wir wollen ihr Buch kaufen. Ernsthaft schreibt Natalie nun schon seit einigen Jahren. Aber seit sie damit angefangen hat, schreibt sie jede Nacht, nachdem ihre zwei Kinder, und jetzt auch noch ihre Zwillinge, ins Bett gegangen sind. Für ihre Romane hofft sie in der Zukunft auf weitere gute Neuigkeiten und auf eine längere Abgabefrist.
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2. KAPITEL
„Warum hast du mir das nicht gesagt?“ Noch während sie es sagte, wurde Ettie klar, dass Joel es ja versucht hatte.
„Ich hatte keine Zeit …“
„Ja, ich weiß. Sorry.“
„Ist er nicht der helle Wahnsinn?“ Jess, eins der Hausmädchen, beugte sich über den Schreibtisch. „Chloe hat gestern Abend eine Frau aus seinem Penthouse kommen sehen. Ein Model, so sah sie zumindest aus.“
„Keinen Tratsch“, gab Ettie im Flüsterton zurück, lächelte aber entschuldigend, um dem Tadel die Schärfe zu nehmen.
Es überraschte sie nicht. Natürlich schlief er mit Models. Er hätte ja selbst eins sein können, so gut sah er aus. Selbst Ettie konnte sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Allerdings gab er sich auch extrem zugeknöpft. Er sah sie an, als könnte er ihre Gedanken lesen, verriet ihr dabei aber nichts über seine eigenen.
Jess lachte nur. „Na ja, jedenfalls finde ich ihn sexy. Ich würde mit ihm ins Bett gehen.“
„Ich mag ihn nicht“, knurrte Joel. „Er ist ein arroganter Mistkerl, der sich für was Besonderes hält.“
Das war er allerdings auch. Er hatte alles, gutes Aussehen, Geld, Frauen … Erfolg.
„Er war zu streng zu dir, Ettie“, sagte Joel. „Und was George angeht …“
Es war keine Überraschung, dass ihr Chef nicht zu sehen war. Wahrscheinlich versteckte er sich, bis sich der Wirbel gelegt hatte. Ettie lächelte Joel an. „Er wird bestimmt noch strenger, wenn ich nicht in einer Stunde alle Sachen zu ihm hochgebracht habe.“
„Brauchst du Hilfe?“
Sie schüttelte den Kopf. „Wir liegen ohnehin schon im Zeitplan zurück. Wenn du hier unten alles regelst, kümmere ich mich um Kariakis.“
Das hieß, sein Apartment zu betreten. Mehrfach. Etties Herz schlug unwillkürlich schneller, vor allem bei dem Gedanken, ihn morgen früh zu sehen. Würde er hellwach sein oder noch verschlafen? Bestimmt war er der Typ Mann, der nackt schlief.
Reiß dich zusammen!
Sie hatte nur noch fünfzehn Minuten und durfte sich heute kein zweites Mal verspäten. Toby im Arm, den Rollkoffer mit allem, was er brauchte, hinter sich herziehend, stieg sie in den Fahrstuhl.
An der Tür zum Penthouse klopfte sie, aber es kam keine Antwort, also tippte sie ihren Sicherheitscode ein.
„Hallo? Mr. Kariakis?“ Sie betrat das Apartment, aber alles war still.
Sollte sie Toby einfach hier allein lassen oder bei ihm warten? Ettie unterdrückte einen Seufzer, setzte den Hund ab und holte die Sachen, die er brauchen würde, aus dem Koffer. Als sie gerade die Hände voll hatte, beschloss Toby, sich umzusehen, und steuerte auf ein Schlafzimmer zu. Sie rief seinen Namen und ließ prompt die Wasserschüssel fallen, als sie ihm hinterhereilte. Und in diesem Moment, als sie es gar nicht gebrauchen konnte, riss ihr Haargummi und das Haar fiel ihr in einer Wolke zerzauster Locken ins Gesicht.
Sie stellte alles rasch auf den Boden und sah sich nach einer Behelfslösung um. Auf einem Tisch sah sie einen Stift liegen. Schnell wand sie ihr Haar zu einem Knoten und steckte ihn damit fest. Gott sei Dank war Leon Kariakis nicht hier und sah sie in diesem unprofessionellen Zustand.
„Ms. Roberts.“
Ettie erstarrte. So ein Pech.
Er kam aus dem Schlafzimmer. Direkt auf sie zu.
Meistens bot sie einem neuen Mieter an, sie beim Vornamen zu nennen, wenn sie ihn das erste Mal besuchte. Bei Leon Kariakis verbot sich das von selbst.
In seinem dunkelgrauen Anzug sah er nach wie vor sehr geschäftsmäßig aus. Schade, dass er in seinen eigenen vier Wänden nicht ein bisschen entspannter war.
„Sie sind spät dran“, sagte er.
„Auf die Minute pünktlich.“ Sie hielt ihre Uhr hoch, dann bückte sie sich nach Tobys Korb und ging damit in den Wohnbereich hinüber. Dabei versuchte sie, selbstbewusst zu wirken. Kariakis beobachtete sie, reglos und wachsam, während sie den Korb in eine Ecke stellte. Der Ausblick aus den Fenstern auf die Stadt war atemberaubend.
„Ist das mein Stift, den Sie da im Haar haben?“
Sie zuckte zusammen. Noch kälter konnte eine Stimme nicht klingen. „Verzeihung. Mein Haargummi ist kaputtgegangen.“ In seinen Augen blitzte etwas wie Überraschung auf. „Ist es ein besonderer Stift?“
„Er schreibt auch dann noch, wenn man ihn verkehrt herum hält.“
Sollte das ein Witz sein? Sie musste ein Grinsen unterdrücken. „Machen Sie sich während des Kopfstands Notizen?“
„Es ist mein Stift.“ Er ignorierte ihren Scherz. „Sie haben ihn gestohlen.“
„Ich habe ihn geborgt.“ So viel zu ihrer Chance, wie eine sexy Bibliothekarin auszusehen. Ettie seufzte. „Brauchen Sie ihn jetzt sofort zurück?“
„Wenn es Ihnen nichts ausmacht.“
Ernsthaft? War ihm dieser Stift wirklich so wichtig? Sie zog ihn sich aus dem Haar, sodass ihr das Haar wieder offen über die Schultern fiel.
Ihre Blicke trafen sich. Auf einmal war Ettie heiß. Viel zu heiß.
Sie reichte Leon Kariakis den Stift. Wortlos nahm er ihn entgegen und steckte ihn in die Brusttasche seines Jacketts. Schnell wandte sie sich ab. Sie wünschte sich, er würde sie einfach ihre Arbeit machen lassen. Stattdessen beobachtete er jede ihrer Bewegungen, während sie Tobys Decke ausbreitete und seine Näpfe aufstellte. Toby tapste zu seinem Korb hinüber und rollte sich prompt darin zusammen.
Leon Kariakis lehnte sich an den Türrahmen und sah zu, wie sie sich zu Toby herunterbeugte und ihn ein paarmal streichelte. „Gibt es eigentlich nichts, was Sie nicht können?“
Überrascht schaute Ettie zu ihm auf. Sicher hatte er das sarkastisch gemeint, aber sie war entschlossen, ihn wie jeden anderen Mieter zu behandeln – freundlich, respektvoll und distanziert.
„Es gibt eine Menge, was ich nicht kann“, murmelte sie. Mich ordentlich frisieren beispielsweise.
„Sie haben an alles gedacht.“
Sie richtete sich auf. „Es ist mein Job, an alles zu denken.“
„Und Sie sind sehr gut in Ihrem Job.“
Das brachte sie dazu, ihm direkt in die Augen zu sehen. „Ja, das bin ich.“
Deshalb würde er sie auch nicht entlassen, sagte sie sich. Und deshalb würde Sie von jetzt an auf professionelles Verhalten achten.
Ophelia war auf sie angewiesen. Daran musste sie denken.
„Ich nehme an, Sie haben einen eigenen Sicherheitscode, sodass es keine Rolle spielt, ob ich hier bin oder nicht.“
Ettie nickte, einen Augenblick lang fasziniert von der Wandlung, die seine Augen durchlaufen hatten. Jetzt lag ein bernsteinfarbener Glanz darin.
„Es ist aber nur eine kurzfristige Lösung. Bis wir ein geeignetes Zuhause für ihn finden.“
Konzentration, Ettie. „Natürlich.“ Sie schaute sich um und warf ihm dann einen Seitenblick zu. „Toby passt aber ziemlich gut hierher.“
Leon kam zu ihr herüber und ging vor dem Korb in die Hocke. „Ist er immer so still?“ Sanft strich er dem Hund übers Fell. „Ich habe mich gefragt, ob er krank ist.“
Ettie lächelte ihn an. Es tat gut zu hören, dass er um den Hund besorgt war. „Er ist alt und schläft viel. Und er vermisst Harold.“
Leon kraulte Toby hinter den Ohren.
„Aber sonst geht es ihm gut“, fügte Ettie noch rasch hinzu.
„Keine Sorge. Ich werde nicht nach dem Tierarzt schicken.“
Eine Sekunde lang entspannte sie sich. Dann fiel ihr auf, dass dieser kraftvolle Mann quasi vor ihr kniete. „Ich lasse Sie beide allein, damit Sie sich kennenlernen können.“ Sie konnte nicht widerstehen, Leon Kariakis ein kleines bisschen zu necken. „Vielleicht könnten Sie ihn anlächeln? Damit er sich willkommen fühlt?“
Er richtete sich wieder gerade auf. Nun überragte er sie.
„Meine Zähne blecken, meinen Sie? Ich bin mir nicht sicher, ob das gegenüber einem Wolf eine gute Idee ist.“
Seine Worte lösten ein Kribbeln in ihrem Bauch aus – reine, körperliche Anziehungskraft. Ein sinnliches Verlangen tief in ihr.
Und es brachte sie dazu, sich ein wenig weiter vorzuwagen. „Sie sind auch ein Wolf, oder? Lächeln Sie überhaupt jemals?“
Ja, damit hatte sie eine Grenze überschritten.
Leon Kariakis blickte auf sie herab, als könnte er nicht glauben, was er gehört hatte. Als ob er darüber nachdachte, welche Maßnahmen das erforderte …
Er ließ sich gern Zeit zum Nachdenken, nicht wahr?
Ettie dagegen hatte vergessen, wie man dachte. Oder sich bewegte. Oder atmete. Sie starrte ihn nur an. Wirklich, er war einfach viel zu attraktiv. „Danke, dass Sie sich um Toby kümmern.“
Etwas blitzte in seinen Augen. „Entgegen Ihrer ursprünglichen Annahme bin ich kein Unmensch.“
Nein, das war er nicht. „Das vorhin, es tut mir sehr leid“, sagte sie. Die Entschuldigung war längst überfällig. Sie errötete und strich sich nervös eine Haarsträhne aus der Stirn.
Ob er auf sie zukam oder sie schwankte, wusste Ettie nicht, aber auf einmal schien zwischen ihnen kein Raum mehr zu sein. Sie konnte kaum atmen, so nahe war er ihr. Und er war so still – das Gesicht ausdruckslos –, aber die Art, wie er sie ansah, war, wie in einem Gewitter zu stehen und darauf zu warten, dass der Blitz einschlug.
Sie würde sich verbrennen …
Es dauerte einen langen Moment, bevor ihr Verstand wieder arbeitete. Wahrscheinlich wartete Leon...




