Andersen | Küssen auf eigene Gefahr | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 414 Seiten

Andersen Küssen auf eigene Gefahr


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-95530-461-4
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 414 Seiten

ISBN: 978-3-95530-461-4
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Aktionspreis - nur für kurze Zeit! Gerade noch eine zurückhaltende und respektierte Schullehrerin - und im nächsten Moment mit Handschellen und sexy Stripperklamotten im Auto eines Kopfgeldjägers: Catherine MacPherson kann sich nicht erinnern, je einen furchtbareren Tag erlebt zu haben! Immer wieder versucht sie dem verwirrend gut aussehenden, aber unglaublich sturen Sam McKade zu erklären, dass er sie mit ihrer Zwillingsschwester Kaylee verwechselt. Da kann Sam ja nur lachen! Wer fällt denn noch auf diesen alten Zwillingstrick herein? Er muss aber zugeben, dass diese Kaylee wirklich hinreißend ist - und so ganz anders als seine üblichen »Klientinnen« ... »Susan Andersen schreibt wahnsinnig gute Thriller - voll gefährlicher Liebe und abgründiger Spannung!« (Romantic Times Magazine)

Susan Andersen hat, wie sie selbst sagt, eine Reihe von hochinteressanten Hobbys: ihren Ehemann, einen erwachsenen Sohn, Ski fahren, Modeschmuck, Inline-Skating, ihren Kater und, last but not least, ihre Bücher. Doch am liebsten verbringt sie ihre Zeit beim Schreiben. Mit großem Erfolg: Regelmäßig klettern ihre Romane auf die amerikanischen Bestsellerlisten! Susan Andersen lebt mit ihrer Familie an der Pazifikküste Washingtons.
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1


Als es an der Tür läutete, war Catherine MacPhersons erster Impuls, nicht darauf zu reagieren. Ihr war einfach nicht nach Gesellschaft zumute.

Andererseits war Selbstmitleid eine ziemlich unschöne Eigenschaft, und noch dazu verursachte es ihr Schuldgefühle – auch wenn sie sich selbst die Erlaubnis erteilt hatte, einen ganzen Tag lang in ihrem Unglück zu schwelgen. Wieder läutete es, durchdringender dieses Mal, und da gewann Catherines jahrelang geübte Selbstdisziplin die Oberhand. Sie ging zur Tür und öffnete.

Die Letzte, die sie auf ihrer Schwelle zu sehen erwartet hätte, war ihre Zwillingsschwester. »Kaylee«, war alles, was sie in ihrer Verblüffung herausbrachte, und dann stand sie nur noch da und starrte ihre Schwester an.

»Überraschung!«, rief Kaylee mit der heiseren Altstimme, die sie sich antrainiert hatte, als sie beide fünfzehn Jahre alt gewesen waren. Der Riemen ihrer Tasche rutschte ihr von der Schulter, und sie stieß mit ihrem Koffer gegen den Türrahmen, als sie ihn in den Flur bugsierte. Dort ließ sie Tasche und Koffer fallen, schloss Catherine in die Arme und drückte sie in einer Wolke aus Parfüm fest an sich.

Catherine erwiderte die Umarmung ihrer Schwester, konnte allerdings nicht verhindern, dass gleichzeitig eine leise Stimme in ihrem Kopf flüsterte: Oh, oh. Ich wittere Unheil. Sie klopfte Kaylee auf die Schulter, dann befreite sie sich aus ihren Armen und trat einen Schritt zurück.

Kaylee sah sich im Flur um und warf einen Blick ins Wohnzimmer, um sich anschließend mit einer spöttisch hochgezogenen Augenbraue wieder Catherine zuzuwenden. »Wie ich sehe, bist du wie eh und je die ordentliche kleine Hausfrau«, sagte sie mit amüsiertem Unterton. »Alles hübsch sauber aufgeräumt.«

Diese Bemerkung wirkte auf Catherine wie ein Schlag in die Magengrube, und sie erwiderte steif: »Ehrlich gesagt sieht es hier sonst nicht so ordentlich aus. Ich wollte gestern Abend nämlich nach Europa fliegen, aber als ich am Flughafen ankam, musste ich feststellen, dass der Reiseveranstalter Pleite gemacht hat und ich mein Geld in den Wind schreiben kann.«

»Auweia«, sagte Kaylee mitfühlend.

»Ich habe lange für diese Reise gespart, Kaylee.« Catherines Kinn begann zu zittern, sie riss sich jedoch zusammen und biss die Zähne aufeinander, bis sie sich wieder unter Kontrolle hatte.

»Ja, das ist wirklich Pech«, sagte Kaylee. Dann zuckte sie mit den Schultern und fuhr munter fort: »Aber damit wirst du schon fertig, Schwesterherz. Das ist dir doch bis jetzt immer gelungen.« Sie nahm eine zierliche Skulptur in die Hand, die auf einem kleinen Tisch im Flur stand, betrachtete sie einen Augenblick lang ohne großes Interesse und sah wieder ihre Schwester an. »Die Sache ist die, Catherine« – sie stellte die Skulptur vorsichtig zurück – »ich stecke ziemlich tief in der Klemme.«

Na, das ist ja mal was ganz Neues, ging es Catherine unwillkürlich durch den Kopf, wobei ihr klar war, dass diese Art von Sarkasmus kein besonders gutes Licht auf ihren Charakter warf, aber sie war momentan einfach nicht in der Lage, ein entsprechendes Maß an Mitgefühl aufzubringen. Es war kein Zufall, dass sie sich einen Wohnort ausgesucht hatte, der so weit wie möglich von dem ihrer Schwester entfernt lag, wenn sie denn schon auf dem gleichen Kontinent leben mussten.

So lange Catherine denken konnte, hatte man es ihr überlassen, sich der Probleme anzunehmen, die in der Familie auftauchten. Sie hatte keine Ahnung, wie es dazu gekommen war, aber im Grunde lief es immer darauf hinaus. Bevor irgendeine Sache erledigt werden konnte, musste sich erst jemand finden, der das zu übernehmen gewillt war – und niemand sonst aus ihrer Familie hatte sich jemals freiwillig dazu bereit erklärt. Ihr Vater war für gewöhnlich unterwegs, um einen seiner Pläne zu verfolgen, die ihm zu schnellem Reichtum verhelfen sollten, und alles andere war ihm egal, sollte sich doch darum kümmern, wer wollte. Ihre Mutter war taub gewesen und hatte kaum etwas anderes im Kopf gehabt als ihre fundamentalistische kirchliche Gemeinde, und wenn sie sich hin und wieder einmal Catherine und Kaylee zuwandte, dann nur, um sie vor den Gefahren zu warnen, die sie mit der Zurschaustellung ihrer sündigen Körper heraufbeschworen. Derartige Ermahnungen waren mit nervtötender Regelmäßigkeit erfolgt, die Probleme des täglichen Lebens dagegen hatte sie einfach nicht zur Kenntnis genommen. Es war an Catherine hängen geblieben, dafür zu sorgen, dass die Stromrechnung bezahlt wurde und etwas zu essen auf den Tisch kam. Genauso war es an ihr hängen geblieben, Kaylee aus der Klemme zu helfen, wenn ihre Zwillingsschwester wieder einmal Mist gebaut hatte.

Während ihrer Kindheit und Jugend hatte Catherine sich viele Dinge gewünscht, am meisten aber, dass ihre Mutter nicht ständig von ihren sündigen Körpern reden würde. Diese Predigten hatten bei ihr dazu geführt, dass sie Komplexe entwickelte, was ihren Körper betraf, Kaylee aber hatten sie dazu getrieben, von dem ihren so viel zu zeigen, wie es das Gesetz gerade noch erlaubte. Ihre Schwester schien nach dem Motto zu handeln: Wenn sie es dir verbieten, dann tu es. Und wenn du dich gut dabei fühlst, dann tu es, bis du’s überdrüssig bist.

Schon der Gedanke daran machte Catherine müde. Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte sie den größten Teil ihrer Energie darauf verwendet, das Porzellan, das Kaylee zerschlagen hatte, notdürftig wieder zusammenzuflicken. Man konnte selten davon ausgehen, dass ihre Schwester zuerst dachte und dann handelte. Catherine musste nicht einmal die Augen schließen, um eine ganze Reihe solcher Vorfälle wie in einem Videoclip vorbeiziehen zu sehen.

Um Catherines Geduld war es bei weitem nicht mehr so gut bestellt wie früher, das änderte allerdings nichts daran, dass sie wie ein Pawlowscher Hund darauf konditioniert war, auf bestimmte Reize zu reagieren. Was bedeutete, dass sie sofort anfing, nach Lösungen zu suchen, sobald sie mit einem Problem konfrontiert wurde. Und auch jetzt verspürte sie diese allzu vertraute unerfreuliche Mischung aus Liebe, Ärger und Frustration. Sie unterdrückte einen Seufzer und bückte sich nach dem Koffer ihrer Schwester. »Komm mit in die Küche«, sagte sie resigniert, »und erzähl mir alles von Anfang an.«

»Du hast was belauscht?«, fragte sie kurze Zeit später fassungslos. Sie wandte sich halb um und sah ihre Schwester über die Schulter an.

»Wie von einem Mord geredet wurde.«

»Mein Gott, dann habe ich mich also nicht verhört.« Catherine drehte sich wieder zum Herd, um den Wasserkessel aufzusetzen. Sie war so entsetzt, dass ihre Finger wie gelähmt waren, und der Wasserkessel stieß mit einem lauten Knall gegen den Gasbrenner, als sie ihn auf die Flamme stellte. Als sie die Teetassen zum Tisch trug, konnte sie nicht verhindern, dass sie leise auf den Untertassen klapperten, und das Sonnenlicht, das durch die Jalousie fiel, kam ihr plötzlich viel zu grell vor. »Wann? Wo? Wer soll ermordet werden?«

Kaylee betrachtete ungläubig die Tasse mit dem zarten Blumenmuster, die Catherine vor ihr auf den Tisch stellte, dann blickte sie auf und sah ihre Zwillingsschwester an, die mit blassem Gesicht vor ihr stand. »Tee?«, fragte sie ungläubig. »Ich erzähle dir gerade, dass ich gehört habe, wie ein Mord geplant wird, und du setzt mir Tee vor? Du lieber Himmel, Cat. Hast du nicht ein bisschen was Stärkeres? Scotch oder Bourbon vielleicht – irgendwas in der Art?«

Du lieber Himmel, Caty. Es war die Stimme ihres Vaters, die Catherine hörte, und sie konnte ihn förmlich vor sich sehen, strotzend vor Gesundheit und stets ein Lächeln auf den Lippen. Du lieber Himmel, Caty, du musst lernen, ein bisschen gelassener zu sein. Ich bin überzeugt, dass du uns etwas Leckeres zum Abendessen zaubern kannst. Du tust ja gerade so, als hätte ich das gesamte Haushaltsgeld auf den Kopf gehauen.

Catherine verkniff sich die Bemerkung, dass es noch ein bisschen früh zum Trinken war. Stattdessen erhob sie sich schweigend und ging zum Schrank, wo sie die Flasche Whiskey aufbewahrte, die von Weihnachten übrig geblieben war. Sie reichte sie Kaylee und sah ihr dabei zu, wie sie die Verschlusskappe abdrehte und einen kräftigen Schuss in ihre Teetasse goss. Schließlich setzte sie sich ihrer Zwillingsschwester gegenüber an den Tisch.

Kaylee nahm einen großen Schluck, ließ ihn durch ihre Kehle rinnen und hüstelte ein paarmal. Dann blickte sie Catherine über den Tisch hinweg an. Als sähe sie ihre Schwester zum ersten Mal, zog sie einen Mundwinkel nach oben und schüttelte den Kopf. »Weißt du was, Cat, du ziehst dich an wie eine Nonne. Mama wäre bestimmt stolz auf dich.«

Catherine sah an sich hinunter. Es ließ sich nicht bestreiten, dass ihre weiße Bluse nicht gerade auf Figur geschnitten war, aber es war ihr einfach unangenehm, wie viel Aufmerksamkeit ihr Busen auf sich zog, wenn sie etwas Enganliegendes trug. Die Radlerhose aus Lycra saß dagegen wie eine zweite Haut. Sie musterte ihre Schwester, die vom Dekolletee bis knapp über den Po in Stretch gehüllt war und hochhackige Pumps trug, wogegen ihre eigenen Füße in Turnschuhen steckten, und musste zugeben, dass sie im Vergleich zu Kaylee vermutlich ziemlich spießig aussah. »Willst du dich wirklich über meine Garderobe unterhalten?«

»Nein, eigentlich nicht. Wo waren wir stehen geblieben?« Im nächsten Augenblick wischte Kaylee die Frage mit einer wegwerfenden Geste ihrer schlanken Finger mit den...



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