Andersen | Ein Traummann zum Verzweifeln | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Andersen Ein Traummann zum Verzweifeln

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96215-332-8
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

ISBN: 978-3-96215-332-8
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Freiwillig hätte die junge Sicherheitsexpertin Daisy Parker sicher nicht bei dem Fotografen Nick Coltrane als Bodyguard angeheuert. Schließlich ist dieser Casanova vor neun Jahren nach einer märchenhaften Liebesnacht grußlos verschwunden. Aber sie braucht das Geld, und er ist in Gefahr. Also willigt sie ein, ihn rund um die Uhr zu beschützen. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich ist Daisy nicht nur mit einer ganzen Riege mordlüsterner Männern konfrontiert, sondern auch mit dem einen, der es auf ihr Herz abgesehen hat ...
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1


Montag

Daisy war noch nicht ganz durch die Bürotür, da bekam sie auch schon eine geballte Ladung ab.

Ihr Sekretär kreischte auf und glotzte sie entgeistert an. »Bitte, erzähl mir nicht, dass du das da tatsächlich tragen willst!.

Daisy blieb abrupt stehen und schaute an ihrem goldfarbenen Wollblazer mit dem Wappen auf der Brusttasche und an dem darauf abgestimmten blaugelb karierten Schottenrock hinunter. »Was stimmt damit nicht? Du wolltest doch, dass ich einen Rock anziehe.«

Reggie verdrehte die Augen und strich liebevoll über seinen eigenen gediegenen Anzug, als wolle er sich vergewissern, dass wenigstens einer von ihnen Geschmack hatte. »Ich habe nicht gesagt, dass du dich wie eine Kreuzung aus Mary Catherine Parochial und GI Jane kleiden sollst.«

»Wieso, du meinst wegen der Stiefel?« Sie ließ ihren Blick über die marineblauen Nylonstrümpfe zu ihren Schnürstiefeln und die zusammengerollten Socken, die oben heraussahen, wandern. »Sie sind marineblau; das passt doch.«

»Sicher, wenn du unbedingt wie der bestgekleidete Kampfsoldat, der je einen Schülerinnenpreis abgeräumt hat, herumlaufen willst ... Warum ziehst du dir nicht einfach nur einen Spitzenbody an und fertig? Ich kann bestimmt noch irgendwo etwas grünen und braunen Lidschatten auftreiben; wir werden auch dein Gesicht tarnen.«

Daisy funkelte ihn beleidigt an. »Du hast gesagt, zieh einen Rock an; also bin ich noch schnell bei mir zu Hause vorbeigefahren und habe einen Rock angezogen. Sorry, wenn er nicht deinen hohen Standards in Bezug auf Eleganz entspricht, aber ich bin Sicherheitsexpertin und will nicht auf einen Debütantinnenball. Ich trage keine Schuhe mit hohen Absätzen, Reg, das kannst du vergessen. Das wäre nutzlos, wenn ich rennen müsste.«

»Ich hoffe inständig, dass sich die notwendige Rennerei darauf beschränkt, geradewegs zur Bank zu laufen und den Scheck dieses neuen Kunden einzulösen.« Reggie bedachte ihr Outfit mit einem letzten missbilligenden Blick, bevor er sich wieder seinem Computer zuwandte. »Das heißt, falls er uns den Scheck überhaupt noch gibt, wenn er erst einmal gesehen hat, was du dir unter professioneller Kleidung so vorstellst«, murmelte er.

Wissend, dass es ihn verrückt machte, wenn man sich von hinten über ihn beugte, legte Daisy die Hände flach auf seinen Schreibtisch und verlagerte ihr Gewicht darauf. »Vielleicht hat er ja – ganz im Gegensatz zu den meisten Männern –«, presste sie zwischen den Zähnen hervor, »ein halbes Gehirn in seinem Kopf und merkt, dass das hier professionell ist. Zugegeben, es ist nicht der Nadelstreifenanzug eines Bankers, aber es ist äußerst passend für eine Frau, die seinen Arsch bewachen soll.«

Reggie blieb sichtlich unbeeindruckt, und sie richtete sich wieder auf. »Herrgott noch mal, Reg, wer ist dieser Typ überhaupt – der Kronprinz von England?«

»Knapp daneben«, ließ sich eine Stimme von der Tür her vernehmen.

Nein. Lieber Gott, bitte nein. Ihr Herz hämmerte in einem wilden Wirbel gegen ihre Rippen, als sie sich ganz langsam umdrehte, immer noch gegen jede Hoffnung hoffend, dass die Ohren ihr einen Streich gespielt hatten.

Hatten sie nicht. Es war genau der, von dem sie befürchtet hatte, dass er es sei: Nick Coltrane. Der letzte Mann in der Welt, den sie sehen wollte.

Er sah fantastisch wie eh und je aus – zum Teufel mit seinen blauen Augen. Der lang gestreckte, wunderbar gebaute Körper wirkte selbst angezogen genauso durchtrainiert, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Er trug alte Jeans und einen Pulli mit V-Ausschnitt, vor dem eine Kamera baumelte. Mo pflegte stets zu sagen, Nick sehe aus, als sei er in seiner weißen Tenniskluft zur Welt gekommen, und das stimmte auch. Er strahlte lässige Eleganz aus und vermittelte einfach den Eindruck, dazuzugehören. Das war so natürlich an ihm wie das Atmen.

Doch warum auch nicht? Er gehörte ja schließlich wirklich dazu, hatte immer dazu gehört. Sie war es, die ihr Leben lang außen vor gewesen war.

Sie beobachtete, wie er ihr Büro inspizierte. Und plötzlich sah sie es mit seinen Augen und nahm nicht mehr den freundlichen cremefarbenen Anstrich wahr, den Reg und sie den Wänden gegeben hatten, um die hellen, von ihnen eigenhändig gerahmten und aufgehängten Poster zur Geltung zu bringen. Sie sah auch nicht den glänzenden, beinahe zwei Meter hohen Ficus oder Regs schimmernden naturholzfurnierten Schreibtisch. Stattdessen sah sie nur den gewellten Linoleumboden und an der Fensterwand die zwei abgewetzten Holzstühle mit dem auf dem Trödelmarkt erstandenen Tisch dazwischen.

Doch dann straffte sie die Schultern. Was soll’s. Sie hatte zwar kein piekfeines Büro, aber zumindest gehörte alles ihr. Nun gut, ihr und der Bank ...

Nick musterte sie eingehend. »Wie geht’s dir, Daisy? Du siehst gut aus.«

»Nenn mich nicht ...«, sie machte einen wütenden Schritt vorwärts, fing sich dann aber wieder. »Daisy«, beendete sie den Satz mit einer Sanftmütigkeit, an der sie beinahe erstickte. Der Spitzname war ein wunder Punkt. Das wusste er verdammt gut, und deshalb hatte er es zweifellos auch gesagt. Sie war sechzehn, er zweiundzwanzig gewesen, als er damit angefangen hatte, sie so zu nennen, und wie ein Fisch hatte sie es sich nie abgewöhnen können, nach dem Köder zu schnappen. Sie spürte, dass ihre Wangen heiß wurden. Sie atmete noch einmal tief ein, hielt kurz die Luft an und atmete langsam wieder aus. Sie war gefährlich nahe daran, die Fassung zu verlieren.

Sie würde lieber Würmer essen, bevor sie ihm diese Genugtuung verschaffte. Und vor allem, bevor sie ihn merken ließe, wie der Schmerz über seine Zurückweisung sie erneut überschwemmte, wenn er sie mit diesem kühlen, leicht amüsierten Blick ansah.

Sie reckte das Kinn nach vorne und musterte ihn wortlos. Er lehnte lässig an der Tür, die Beine gekreuzt, die Hände in den Taschen seiner Jeans, und erwiderte ihren Blick.

»Wie ich sehe, scheint ihr beide euch zu kennen«, sagte Reggie, als das Schweigen sich zu lange hinzog.

»Mein Vater war eine Zeit lang mit ihrer Mutter verheiratet«, erklärte Nick.

Daisy erstarrte. Diesen Umstand betrachtete er als die stärkste Verbindung zwischen ihnen? Es sollte sie eigentlich nicht verletzen – nicht nachdem er sie schon so oft auf andere Weise verletzt hatte. Und doch tat es weh. Sie wäre ihm am liebsten ins Gesicht gesprungen, um ihn ihrerseits zu verletzen, aber sie wollte verdammt sein, wenn sie ihn merken ließe, wie sehr er sie immer noch treffen konnte.

Hinter ihr horchte Reg auf und lieferte ihr die Ablenkung, auf die sie sich konzentrieren konnte. »Ach ja?«, fragte er. »Welche Ehe war das denn?«

»Ihre dritte«, sagte sie.

»Bei meinem Vater war es die fünfte«, steuerte Nick bei.

Reggie – dem Himmel sei’s gedankt – ignorierte ihn. »Das muss dann dieser reiche Kerl gewesen sein, stimmt’s? Der, der deine Mom auf die erste Seite aller Boulevard-Blätter brachte?«

Daisy warf Nick einen warnenden Blick zu. Wehe, er sagte auch nur ein Wort. Wenn er wusste, was gut für ihn war, hielt er die Klappe. Denn schuld daran, dass ihre Mutter von diesem Journalistenpack verfolgt worden und in die Schlagzeilen geraten war, war sein Vater.

Nick sah sie nur gleichmütig an, und fest entschlossen, sich wie eine Erwachsene zu benehmen, erwiderte sie seinen Blick mit demselben Gleichmut. »Tja, Coltrane, wie lange ist das eigentlich her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben? Sechs, sieben Jahre?« Als ob sie das nicht auf die Minute genau wusste.

»Neun.«

»So lange? Meine Güte. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug, wenn dich keiner ärgert. Was treibt dich zu mir?«

»Äh, er ist unser Zwei-Uhr-Termin, Daise.«

Langsam, ganz langsam drehte sie sich zu ihrem Sekretär um. »Er ist was?«

Reggie hielt abwehrend die Hände hoch. »Was sollte ich denn tun? Als ich den Termin machte, hatte ich doch keine Ahnung, dass er dein Stief ...«

»Ich bin nicht ihr Bruder«, fiel Nick ihm energisch ins Wort. In seiner Stimme lag eine gewisse Schärfe.

Daisy wandte ihm wieder ihre Aufmerksamkeit zu. »Nein«, sagte sie, »diese Rolle hast du mit Sicherheit nie gewollt. Hab ich Recht?«

Er begegnete ihrem bösen Blick, ohne mit der Wimper zu zucken. »Nein, die wollte ich nicht. Und wenn du bis heute noch nicht dahinter gekommen bist, warum nicht, bist du nicht halb so schlau, wie ich immer dachte.«

Sie spürte, wie ihr Gesicht wieder in Flammen stand, wegen der Erinnerung und auch aus Scham. »Du möchtest mich engagieren?«, fragte sie ungläubig.

»Ich möchte am liebsten einen Riesenbogen um dich machen.«

»Dann geh am besten nach Hause«, schlug sie vor und war sehr stolz auf ihren vernünftigen Ton. »Ich habe keine Zeit für die neckischen Spielchen reicher Jungs. Ich habe zu arbeiten.«

Nick sah sich um. »Ja, natürlich, ich seh ja, dass die Kunden bei dir Schlange stehen. Wie bekommst du das nur alles auf die Reihe?«

Bitte, lieber Gott, lass mich ihm eine knallen, nur ein einziges Mal. Nur eine nette, saftige Ohrfeige. Dann werde ich dich auch nie wieder um etwas bitten. »Goodbye, Nick.« Der Faltenrock wirbelte ihr um die Beine, als sie sich auf dem Absatz umdrehte und zu ihrem Büro marschierte.

»Warte, Daisy.«

Widerstrebend wandte sie sich wieder zu ihm um. Sie war sich bewusst, mit welch regem Interesse Reggie die Situation verfolgte. Großartig. In derselben Minute, da Nick weg war, würde er über sie herfallen, und dieses Fiasko würde nie eines natürlichen Todes sterben dürfen. Mit steinerner Miene sah sie Nick an.

»Ich entschuldige mich«,...



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