Alvarez | Verrückt vor Sehnsucht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 967 Seiten

Alvarez Verrückt vor Sehnsucht


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7568-9750-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 967 Seiten

ISBN: 978-3-7568-9750-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der 21jährige Juan aus Sevilla verliert in einer dieser unglaublichen andalusischen Nächten ungeplant seine Unschuld. Am nächsten Morgen findet er sich in einem totalen Gefühlschaos wieder. Er kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und muss ständig nur noch an die aufregende und völlig ungewohnte Begegnung mit einem Mann denken, der zwar vollkommen betrunken war, aber scheinbar ganz genau wusste, was er da tat. Doch Pedro war verheiratet. Er hatte zwei kleine Kinder. Es würde also keine weiteren Treffen mit ihm mehr geben! Missmutig stieg Juan in den Bus und fuhr zur Wohnung seiner Mutter. Aber immerhin. Er wusste nun, was mit ihm los war. Die Nacht mit Pedro hatte ihm die Augen geöffnet. In ihm war nun ein großes Verlangen und eine unbändige Sehnsucht geweckt worden, die Liebe eines Mannes zu empfangen und seine eigene Liebe an einen solchen Kerl zu verschenken. Diese Sehnsucht wuchs jetzt von Tag zu Tag und machte ihn langsam aber sicher verrückt. Würde er es schaffen, die Sehnsucht in absehbarer Zeit stillen zu können? Oder bliebe ihm das Glück in der Liebe versagt? Nun er war jung und sich ziemlich sicher, dass sich das Blatt bald schon für ihn zum positiven wenden würde. Mit dieser Vermutung sollte er nicht ganz falsch liegen...

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'Wie konnte mir das passieren? Wie konnte mir das nur passieren?'
Die große Pause war gerade angebrochen, aber Juan konnte nur stumpfsinnig und schlaff an seinem Platz sitzen bleiben und betrübt auf seine Hände schauen, die er zittrig vor sich auf der Tischplatte abgelegt hatte.
Er war in furchtbarem Zustand, sein Gesicht sah noch immer schrecklich aus von der Prügelei des letzten Tages und zudem hatte er kein einziges Auge zugetan, letzte Nacht.
Diese furchtbare Erkenntnis hatte ihn innerlich aufgefressen. Er konnte es sich noch immer nicht eingestehen- aber es ließ sich auch nicht leugnen.
Das Gefühl hatte ihn einfach überwältigt und ihn völlig erschlagen.
Noch nie hatte er soetwas zuvor empfunden, noch nie.
Sein Leben war ein einziger Wirbel von immer neuen Gesichtern und Personen- er war schon so oft in neue Klassen gekommen, er hatte zwar versucht, Freunde zu finden, aber er und seine Mutter waren dann wieder verschwunden, ehe er irgendjemanden von ihnen näher hätte kennenlernen können.
Na gut, da waren ein paar alberne Parties gewesen, ein paar Küsse beim Flaschendrehen und ein Mädchen, mit dem er mal eine Woche Pärchen gespielt hatte- aber das war auch schon alles...
Juan hatte sich zuvor ja noch nicht einmal Gedanken darüber gemacht, für welches Geschlecht er sich mehr interessierte- und jetzt war es einfach so passiert.
Er hatte sich verliebt. Verliebt...!
Und ausgerechnet in diesen-... in diesen Kerl...
Wegen ihm war er verprügelt worden, wegen ihm litt er in seinem neuen Zuhause, wegen ihm fühlte er sich so mies, so gedemütigt- aber...
Aber diese Situation in der letzten Nacht- diese unerwarteten, sanften Züge an Robertos Wesen, sein unglaublicher, himmlischer Geruch, seine wunderschönen Augen...!
Dieses Gefühl- auch wenn er es zuvor noch nie empfunden hatte, es war eindeutig.
Das Herzklopfen, das Prickeln auf der Haut, das flaue Magengefühl.
'Aber wie konnte das bloß geschehen? Ich will das nicht... ich will das nicht empfinden... Dadurch wird meine Situation doch nur noch fürchterlicher...!'
Während er sich immer tiefer in sein Gefühlschaos hineinsteigerte, bemerkte er gar nicht, dass auf einmal der Grund für seine Sorgen in seinem Klassenzimmer aufgetaucht war.
Doch dann, als hätte er die eisige Aura seines Stiefbruders in der Atmosphäre gespürt, hob er den Kopf und erblickte Roberto.
Die Augen stachen sich messerscharf und präzise in seine Gefühle, wirbelten sie noch mehr durcheinander.
'W-was macht der denn hier!?'
Juan hatte es als seinen einzigen Trost angesehen, dass Roberto und er nicht in die gleiche Klasse gingen- aber nun war er in der Pause hergekommen und er sah sich schon wieder mit diesem geheimnisvollen Jungen konfrontiert.
Er war umringt von einem halben Dutzend Schülern, denen man ihre ebenso edle Herkunft direkt von den arroganten Visagen ablesen konnte und sie waren offenbar in dieses Klassenzimmer gekommen, um dort einen weiteren Freund zu besuchen.
Sie scharten sich um seinen Tisch und plauschten laut miteinander, der Klassenlehrer, der sich ebenfalls noch im Raum befand, versuchte sie zwar mehrmals dazu aufzufordern, ihre Pause im Pausenhof an der frischen Luft zu verbringen, doch er wurde weitestgehend ignoriert und gab sich schließlich geschlagen.
Juan hatte noch nie zuvor eine Privatschule besucht, doch er hatte bereits eine leise Ahnung bekommen, wie es hier ablief- da die Privatschulen vom Geld der reichen Eltern dieser Kinder lebten, schienen die Lehrer sich hier nicht zu trauen, die verwöhnten, jugendlichen Snobs zur Ordnung zu rufen.
So wurden diese eingebildeten Söhne und Töchter der Adeligen und Reichen nur noch schlimmer in ihren Verhaltensweisen und sie ließen sich von niemandem mehr etwas sagen.
Deswegen war es auch so ein weit verbreitetes Problem, dass die 'Parasiten', wie sie hier überall genannt wurden, regelmäßig ins Visier der Schulschläger gerieten. Und die Lehrer schienen dabei wegzusehen...
Als Juan die Gruppe um Roberto so betrachtete, entdeckte er dort auch einen der grobschlächtigen Jungs, die ihn am Vortag verprügelt hatten. Das waren also wirklich Freunde seines Stiefbruders gewesen... Na wunderbar.
Die Anwesenheit der brutalen Person ließ ihn in sich zusammenschrumpfen.
Er wagte es auch nur verstohlen, zu der Elite herüberzublicken. Roberto hingegen hatte kein einziges Mal zu ihm herübergesehen...
Juan verlor sich in dem Anblick, auch wenn er sich dafür schämte. Diese Haut- so rein... diese blauen Augen...
Obwohl er sichtlich zu dieser Gruppe gehörte, hob er sich doch irgendwie deutlich von ihnen ab.
Selbst wenn er unter Freunden war, taute er nicht auf und hatte noch immer diese erschreckend eisige Aura um sich, die alles um ihn herum in Kälte und Trostlosigkeit versinken ließ.
Obwohl er nah bei seinen Freunden stand, sich mit ihnen unterhielt und sogar ab und zu lachte, so wirkte er doch merkwürdig abwesend... Seine himmelblauen Augen schienen sich in die Ferne zu richten, das Lachen klang aufgesetzt und seine ganze Haltung wirkte distanziert und sogar gelangweilt- als wäre er am liebsten an einem ganz anderen Ort. Allein.
Ob sich dieser Frostprinz nach einem einsamen Thron an der Spitze eines Eisberges am Ende der Welt sehnte...?
Fernab von allem...
Roberto wirkte irgendwie verloren, selbst im Kreis seiner Freunde.
Ob das wirklich echte Freunde für ihn waren?
Das Bild der Gruppe wirkte so unnatürlich, so aufgesetzt...
"Hey, sag mal, Roberto...", hörte er ein Mädchen von der Gruppe zu Roberto sagen. "...Das da drüben, dieser verlauste, schmutzige Parasit-... das ist der, der sich in deine Familie eingeschlichen hat, oder nicht?"
Auf einmal bemerkte Juan, wie sich ein unbarmherziges Heer von neugierigen, stichelnden Augenpaaren auf ihn richteten und er senkte beschämt den Kopf.
Obwohl sie alle die gleiche Uniform trugen und damit auf den ersten Blick so ähnlich und angepasst wirkten, so hatte die Elite hier doch ihre Mittel und Wege, um einen Aussenseiter, einen 'Parasiten' mit nur einem Blick herauszufiltern und zu entlarven.
Ganz besonders Robertos Blick konnte er in dieser Sekunde spüren- ihm wurde ganz anders, heiß und kalt zugleich, und das aus so vielen Gründen...
Roberto schwieg eine halbe Ewigkeit. Dann konnte Juan aus dem Augenwinkel sehen, wie sein neuer 'Bruder' das Kinn in die Höhe reckte und hochmütig auf ihn herabschaute, auf ihn, den kleinen, unbedeutenden Parasiten auf seinem Platz.
"In der Tat, das ist er.", erwiderte er eiskalt.
"Ha. Dann wissen wir Bescheid...", sagte das Mädchen und ein boshaftes Funkeln trat in ihre Augen.
Einer der Jungs trat auf einmal sehr nah an Roberto heran und berührte seinen Arm- da konnte Juan den Blick nicht mehr geduckt halten, er musste zu ihnen herübersehen.
Der Junge, der seinen Stiefbruder am Arm fasste, hatte eine gesunde Hautfarbe, nicht so beinahe kränklich hell wie Roberto, seine Haare waren rabenschwarz und er hatte eine besondere, anziehende Ausstrahlung. Er wirkte südländisch. Vielleicht ein Spanier...?
Roberto und der fremde Junge blickten einander an, auf solch seltsame Weise...
Juans Herz begann heftig zu klopfen.
Dieser Spanier- er und Roberto-... waren sie etwa...
Jedenfalls gab es etwas sehr befremdliches an der Art, wie sie miteinander umgingen, wie sie einander ansahen...
"Soll ich mich für dich um ihn kümmern?", fragte der fremde Junge und zeigte ein breites Lächeln.
Roberto verzog keine Miene. Schließlich schlug er die hellen Wimpern über seine schönen Augen und verschränkte die Arme vor der Brust, die Finger des Spaniers glitten von ihm.
"Macht was ihr wollt. Es kümmert mich nicht.", verkündete Roberto schließlich in absoluter Ruhe und Emotionslosigkeit.
Juan ließ den Kopf hängen.
'...Es ist ihm egal, wenn sie mich weiterhin verprügeln... Aber- was habe ich auch sonst erwartet? Er würde mich nie beschützen...'
Aber dieser Moment in der letzten Nacht-...
Was hatte er dann zu bedeuten?
Fast wollten ihm die Tränen über die Wangen laufen- aber das konnte er vor dieser Meute nicht zeigen, verzweifelt zwang er sich, aus dem Fenster hinaus in den Hof zu blicken, um sie nicht die Angst in seinen Augen sehen zu lassen.
'Ich will nicht in dieses... grausame, tyrannische, eiskalte Monster verliebt sein...! Ich will es nicht! Ich will es nicht! Wie konnte mir etwas so dummes passieren? Jetzt-... jetzt tut das alles nur noch mehr weh... jetzt ist alles nur noch komplizierter- kann ich diese Gefühle nicht irgendwie loswerden? Irgendwie...?'
Doch als er die Lider schloss, sah er vor seinem inneren Auge sofort Robertos Abbild aufflammen, in dieser schicken Schuluniform, die ihm besser zu stehen schien als jedem anderen, er konnte sein Gesicht sehen, dieses perfekte Gesicht, diese Lippen, die nie lächelten...
Er wollte sich dazu zwingen, ihn zu hassen.
Aber es ging nicht. Stattdessen dachte er nur noch daran, wie gerne er ihn berühren würde- die schneeweiße unantastbare Haut... und wie gerne er ihn verstehen würde.
Was ging nur im Kopf dieses Jungen vor?
Und- in seinem Herzen?
Was war dort zu finden? Etwa nur noch mehr Grausamkeit...?

Juan stieg nach der Schule in die Limousine von Robertos Privatchauffeur, der Adelsspross saß bereits drin und blickte gelangweilt aus dem Fenster.
"Weshalb hast du uns so lange warten lassen?", murrte der Junge, ohne Juan anzusehen.
Er hatte die Beine übereinander geschlagen und seine Wange war in seine Handinnenfläche geschmiegt...
'Ich fasse es einfach nicht.'
Juan setzte sich bitter schweigend neben ihn auf die Rückbank und schnallte sich an.
Wieso fragte er da noch so grausam nach...? Er rieb sich den verletzten Arm. Natürlich war er...



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