Altpeter | Neben der Normalität | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 290 Seiten

Altpeter Neben der Normalität

unglaublich aber wahr
Neuerscheinung
ISBN: 978-3-96610-505-7
Verlag: Karina Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

unglaublich aber wahr

E-Book, Deutsch, 290 Seiten

ISBN: 978-3-96610-505-7
Verlag: Karina Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dana organisiert nach einer Trennung von ihrem ersten Mann ihr Leben neu. Sie möchte alles ändern sich und ihr Umfeld. Durch ein Bewerbungsschreiben lernt sie den mystisch begabten Neurologen Paul kennen.Beide lernen sich privat kennen und Paul begeistert Dana für die mystische Seite des Lebens.Sehr schnell wird klar, dass beide füreinander bestimmt sind. Doch alles läuft nicht so glatt wie gewünscht.

Vom Übersinnlichen zur Realität Heike Altpeter, eine Frau mit vielen Talenten. Vor sechs Jahren entdeckte die Ehefrau und Mutter zweier Kinder, ihre Liebe zum Schreiben. Nach ihrer Tätigkeit als Arzthelferin, Trainerin für Coronar-, Diabetiker- und paVK-Sport, gelernte medizinische Fußpflege und Personalsachbearbeiterin wechselte sie krankheitsbedingt die Perspektive und verfasste sie als Frührentnerin ihren ersten (übersinnlichen) Roman. Das war die Geburtsstunde der Autorin Heike Altpeter. Heute widmet sie sich fast ausschließlich ihrer schriftstellerischen Passion. Geblieben ist die Vielfältigkeit ihres Schaffens: Mal schreibt sie Reime und Sprüche, mal Gedanken und Romane die im Saarland, ihrer geliebten Heimat spielen sowie einen Tatsachenbericht auf der Basis einer wahren Begebenheit.
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Kapitel XIV


„Krrring, Krrring, Krrring!“ Unsanft wurde ich vom Klingeln des Telefons geweckt. Wie spät war es? Ich hatte den ganzen Vormittag verschlafen. Hastig sprang ich auf und hätte mir beinahe erneut meine Zehe am Bettpfosten gestoßen. Noch mal Glück gehabt, ich schnaufte hörbar. Kurz bevor ich das Telefon erreichen konnte, hörte es auf zu klingeln. Wenn es wichtig war, würde derjenige bestimmt wieder anrufen. Ich hatte nun Zeit, mich wichtigeren Dingen zu widmen wie Kaffeekochen und Duschen. Meine Lebensgeister wurden erst richtig durch ein gutes Frühstück geweckt. Ich wollte unbedingt etwas tun.

„Krrring, Krrring, Krrring! Dieses Mal war ich schnell genug.

„Hallo, Dana Neu.“

„Du Dreckstück, halt dich aus seinem Leben heraus. Er gehört jetzt mir.“ Sofort wusste ich, wer da mit mir sprach. Die Stimme klang wahnsinnig und unheimlich schrill.

„Wer spricht, bitte? Was wollen Sie von Paul?“ Ich hörte nur noch das Klicken im Telefonhörer. Polizei! Ich musste sofort Herrn Meyer informieren. Sollte ich die Polizeinotrufnummer wählen? Nein, das war ja nur der öffentliche Notruf. Telefonbuch? Ich suchte unter Stadtverwaltung. Nichts! Polizei…Endlich fand ich die gesuchte Nummer. Polizeirevier, Bezirk Halberg. Aufgebracht wählte ich.

„Hallo, hier spricht Dana Neu. Kann ich bitte Herrn Meyer sprechen?“

„Einen Moment bitte.“ „Kommissar Meyer, wie kann ich Ihnen helfen?“ Ein Kommissar? „Ich bin Dana Neu. Wir haben gestern miteinander gesprochen. Ich habe eine Vermisstenanzeige aufgegeben.“

„Ja, ich erinnere mich. Gibt es etwas Neues?“

„Ich wurde eben von einer Frau angerufen, die klang ganz hysterisch oder verrückt. Ich weiß auch nicht so genau.“ Ich musste erst einmal tief Luft holen, um mich verständlich auszudrücken.

„Was hat sie gesagt?“ Neugierde schwang in seiner Stimme mit.

„Ich sei ein Dreckstück und solle mich aus Pauls Leben heraushalten, und er würde nur ihr gehören oder so ähnlich.“ Krampfhaft versuchte ich die Tränen zurückzuhalten, was mir nur bedingt gelang. Kurzes Schweigen und ein Flüstern im Hintergrund, mehr konnte ich nicht wahrnehmen.

„Hallo, sind Sie noch da?“

„Ja, bin ich. Was machen wir jetzt?“ Der Kommissar beruhigte mich und bot an, bei mir zu Hause vorbeizukommen und eine Fangschaltung zu installieren. Ohne Zögern willigte ich ein. Eine Fangschaltung wie bei einem Fernsehkrimi. Seltsame Gedanken in Anbetracht der Lage. Ich beseitigte schnell mein Chaos der letzten Tage und wartete auf die Polizei. Hoffentlich rief diese Wahnsinnige wieder an. Ich konnte doch der Polizei nicht erzählen, dass ich in Gedanken mit Paul sprechen konnte. Sie würden mich für absolut verrückt halten und mich einsperren. Mir musste etwas anderes einfallen, um meine Informationen weiter zu geben. Zwei Stunden später war die Fangschaltung installiert und ich erhielt Anweisungen, wie ich mich zu verhalten hätte, wenn die Frau wieder anrief.

„Das Telefon dreimal klingen lassen und dann erst abheben.“ Das würde dafür sorgen, dass das Gerät sich lautlos aktiviere.

„Immer langsam sprechen und Fragen stellen, damit wir genügend Zeit haben, um den Anruf zurückzuverfolgen. Immer wieder nachhaken und einen Lebensbeweis von Paul verlangen.“

Wieso ein Lebensbeweis? Ich wusste, dass Paul lebte, wie hätte er sonst mit mir kommunizieren können? Hoffentlich hatte ich Recht.

„Wenn eine Freundin oder die Familie anruft, können Sie hier, mit diesem Knopf, das Gerät deaktivieren. Haben Sie das verstanden?“

Ich war doch nicht blöd! Auch wenn ich momentan vielleicht so aussah. Zur Bestätigung nickte ich.

„Frau Neu! Haben Sie alles verstanden?“ Mit Nachdruck stellte der Polizeibeamte seine Frage. Genervt antwortete ich mit: „Jaahaa!“

Sichtlich zufrieden packte er seine Utensilien in einen Koffer, verabschiedete sich und versprach, sich in den nächsten Tagen wieder zu melden. Nun ging die Warterei los. „Bitte, lieber Gott, lass sie wieder anrufen. Bitte, bitte! Wenn du mich lieb hast, du hast mich doch lieb oder?“, murmelte ich vor mich hin. Ich glaubte, verrückt zu werden. Schon wieder führte ich Selbstgespräche. Bei alldem sollte man mal nicht verrückt werden. Schokolade, das half immer, hatte meine Mama schon gesagt. Schokolade, Schokolade … So musste sich ein Süchtiger fühlen. Schon allein beim Gedanken daran lief mir die Spucke im Mund zusammen. Ich bildete mir ein, dass die Schokolade half. Etwas beruhigter rief ich Emma an.

„Hallo, Emma, wie geht es dir?“

„Danke der Nachfrage, ich mache mir Sorgen.“

„Es gibt etwas Neues. Diese Frau hat bei mir angerufen und mich beschimpft und gesagt, Paul würde jetzt ihr gehören. Kennst du diese Frau oder hat Paul jemals so jemanden erwähnt?“ Emma dachte nach, das konnte ich fühlen.

„Nein, mir fällt dazu niemand ein. Ich habe auch wieder das Tagebuch von Paul gelesen. Er schreibt darin sehr viel über den Schamanen. Ich glaube, die beiden sind Freunde. Er erzählt darin auch von einem Stamm oder eine Gruppe von Afrikanern und von einem alten Mann, der sich wie ein Anführer aufführt. Ich glaube, Paul ist der Meinung, dieser Mann, er nennt ihn nur „old man“, habe sich in den Kopf gesetzt, dass er seine Tochter Mania heiraten solle. Aber die Sache mit dem Fluch hat er nur kurz erwähnt. Komisch. Was hältst du davon?“

„Ich kann mir da auch nichts zusammenreimen. Übrigens, die Polizei hat bei mir eine Fangschaltung installiert. Wenn du mich anrufst, warte bitte mit dem Sprechen bis ich den Anrufbeantworter ausgeschaltet habe, sonst hören die alles mit.“

„Pass gut auf dich auf, Dana, und melde dich wieder, wenn du etwas Neues hörst.“ Wir verabschiedeten uns. In meinem Kopf drehte sich alles nur noch um Paul. Erschöpft nahm ich mir ein Stück Käse aus dem Kühlschrank. Zu mehr hatte ich keinen Hunger. Hoffentlich ging es Paul gut.

Ich zog mir einen Stuhl auf den Balkon und setzte mich. Die frische Luft tat mir gut Das Zwitschern der Vögel wirkte entspannend. Gedankenverloren rieb ich mir meinen Nacken. Wie lange war es jetzt her, dass ich Paul kennengelernt hatte? Ich überlegte. Sonntag war er verschwunden, davor waren wir essen und sonntags im Zoo gewesen, davor am Bostalsee und davor hatte ich mein Vorstellungsgespräch bei ihm. Das war dienstags. Davor hatten wir uns im Eishaus kennengelernt. Also ungefähr zweieinhalb Wochen. Eigentlich keine lange Zeit, aber ich vermisste Paul schon wirklich sehr. Ich ließ die letzten Wochen in meinem Inneren vorbeiziehen. Wäre ein guter Film geworden, dachte ich bei mir. Leider war das wirkliche Leben manchmal anders.

Es wurde schon wieder dunkel. Wieder einmal hatte ich vollkommen die Zeit vergessen. Mit meinen Gedanken war ich ganz woanders, nur nicht im Hier und Jetzt. Heute ging nichts mehr. Ob ich noch Julia anrufen konnte? Sie war ja immer bis mindestens elf Uhr abends wach. Ich wählte einfach auf gut Glück ihre Nummer. Julia meldete sich. „Hey, Julia, hast du noch ein bisschen Zeit?“

„Für dich immer, das weißt du doch.“

„Ja, schon klar, ich wollte dich nur nicht stören. Paul ist immer noch verschwunden. Aber eine Frau hat sich bei mir gemeldet, mich beschimpft und gesagt, Paul würde jetzt ihr gehören. Unglaublich, oder?“

„Das ist schon ganz schön makaber. Hat Paul nicht mal etwas erwähnt von einer anderen Frau oder einer früheren Freundin?“

„Nein, das wüsste ich doch. Ich war bei der Polizei und habe eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Stell dir vor, die haben eine Fangschaltung bei mir installiert, für den Fall, dass diese mysteriöse Frau sich wieder meldet. Wenn du mich anrufst, sag nur Hallo, und warte, bis ich den Apparat abgeschaltet habe.“

„Na, hoffentlich meldet sich diese Frau auch wieder. Wie geht es dir, machst du dir viele Sorgen?“

„Ja, eigentlich schon. Ich habe heute mal ausgerechnet, wie lange wir uns jetzt schon kennen. Es sind erst zweieinhalb Wochen, aber mir kommt es vor, als ob alles schon immer so gewesen wäre. Ich habe versucht, Paul mit Telepathie zu erreichen. Ich glaube, es hat funktioniert. Er hat mir in meinen Gedanken geantwortet. Hoffentlich bilde ich mir das nicht nur ein. Heute Abend will ich es wieder versuchen. Drück mir die Daumen.“ Julia schien völlig perplex, fragte aber nicht nach. Vielleicht hatte ich aber auch schon mit ihr über meine Fähigkeiten gesprochen. Egal, war nicht so wichtig im Moment. Dann erzählte ich Julia noch von dem Gespräch mit Emma und von dem, was Paul in seinem Tagebuch geschrieben hatte. Julia fand das alles sehr seltsam und brachte mich darauf, bei Gelegenheit in Pauls Unterlagen nach einer Telefonnummer zu suchen, die uns zu Samuel führen könnte. Sie meinte, es könnte vielleicht nützlich sein, sich mal mit Samuel zu unterhalten.

„Er weiß eventuell mehr über den Fluch und diese Frau, als wir zwei jemals in Erfahrung bringen würden. Geh doch gleich mal morgen zu Emma, sie hilft dir sicherlich.“

„Na, dann wollen wir mal hoffen, dass Samuel auch deutsch sprechen kann, denn mein Französisch ist mehr als schlecht. Spricht man dort überhaupt französisch? Na ja, wir werden sehen.“

Wir unterhielten uns noch ein wenig und verabredeten uns für den kommenden Freitag.

„Schlaf schön und erhol dich ein bisschen. Du brauchst jetzt deine ganze Kraft. Ich rufe dich Freitag noch mal kurz vorher an. Tschüss, Dana.“ Im Hörer klickte es, und ich war wieder mit mir allein. Zum Fernsehen war ich viel zu müde, außerdem wollte ich ja auch noch versuchen, mit Paul Kontakt aufzunehmen....



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