Altenried | Julia und ihr Jäger | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 256 Seiten

Reihe: 4er Liebesroman

Altenried Julia und ihr Jäger

4er Liebesroman 1 - Liebe
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7409-0339-8
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

4er Liebesroman 1 - Liebe

E-Book, Deutsch, Band 1, 256 Seiten

Reihe: 4er Liebesroman

ISBN: 978-3-7409-0339-8
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nebel wallte über die Hänge, als Johanna vom Begräbnis des Großvaters heimkehrte. Sie stand nun allein im Leben und war noch keine Achtzehn. Das Dorf Winkl blieb im grünen Tal zurück. Nur die wild schäumenden Wasser des Eisbachs begleiteten das junge Mädchen bis hinauf zur heimatlichen Hütte. Schratthütte wurde sie genannt. Johannas Großvater war den Talbewohnern immer wie ein Waldschratt, ein sagenhafter Berggeist, erschienen. Als Johanna die kleine Stube betrat, überkam sie noch einmal die ganze Trauer. Erst jetzt begriff sie, was sie verloren hatte. Um vor ihren Gefühlen zu bestehen, machte sie sich an die Arbeit. Johanna befreite die angepflockten Geißen und zog mit der kleinen Herde zum Waldrand hinauf. Hier setzte sich das junge Madl ins Gras und schaute auf die Berggipfel, die zwischen ziehenden Wolken immer wieder auftauchten. Plötzlich schreckte Johanna zusammen und lauschte. Unter der Widderwand krachten zwei Schüsse. Das Echo grollte wie Gewitterdonner. Johanna hatte viel von dem unbekannten Wildschützen gehört, der das Gebiet um die Widderwand unsicher machte. Als der Abend aus dem Tal heraufdämmerte, wollte die junge Hirtin mit ihrer Herde heimkehren. Da hörte sie ein Stöhnen, das aus dem dunklen Bergwald kam. Dicht vor ihr zerteilte jemand die Zweige und wankte ihr entgegen. Fast hätte Johanna aufgeschrien. Sie hatte den Burschen nie zuvor gesehen. Er hatte ein sonnenbraunes schmerzverzerrtes Gesicht und lebhafte dunkle Augen. Seine Hemdbrust war von Blut gerötet, und unter seinem Janker schaute der Lauf eines Kugelstutzens hervor. Johanna wunderte sich, dass der Bursch trotzdem nicht gefährlich oder furchterregend wirkte. Sie vermisste das rußverschmierte Gesicht, an das sie bei E-Book 1: E-Book 2: E-Book 3:

Ein bedeutender Name für den Heimatroman, der im herrlichen Reich der Berge angesiedelt ist! Die bekannte Schriftstellerin Anne Altenried hat den Bergroman geprägt wie kaum eine andere. Ihre Popularität bei den Leserinnen und Lesern dieses Genres ist in den letzten Jahren noch gewachsen. Anne Altenried verbindet auf geniale Weise romantische Stimmungen mit einer bemerkenswert knappen, präzisen, eigenwilligen Sprache. Volkstümlich, bodenständig, ausgerüstet mit der besonderen Gabe, Phantasie auch in den Dingen des Alltäglichen zu entfalten, zeichnen sich ihre Romane durch Herzenswärme und Menschlichkeit aus. Dabei schwingt ihre Liebe zu den Bergen in jedem Atemzug, jedem Satz mit. Anne Altenried ist als Schriftstellerin unverwechselbar und steht in einer Reihe mit den Begründern des Genres Ganghofer, Rosegger und Anzengruber.
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Die Fremde vom Geiereck


Man traut ihr nichts Gutes zu…


Roman von Anne Altenried


Matthias ließ das Dorf und den Achegrund hinter sich zurück, während er durch den sommerlichen Bergwald empor zu den Almen stieg, die sich am Fuß der mächtigen Weißwand ausbreiteten. Dicht über ihm, halb verdeckt von den Fichtenwipfeln, streckte sich die sonnenhelle Zinne des Geierecks in den tiefblauen Himmel. Da oben stand auch der halbverfallene Hof des alten Duregger, den Matthias’ Vater zum eigenen Grund dazukaufen wollte.

Als der Bursche die Höhe erreichte, sah er eine fremde junge Frauensperson im Rahmen der Haustür stehen. Ihr kupferfarbenes Haar leuchtete in der Nachmittagssonne wie Dukatengold.

Matthias grüßte verlegen. Die Fremde war bildsauber und trug das Gewand der einheimischen Bäuerinnen. Wer war sie?

Die Frau beantwortete seine stumme Frage mit einem kleinen Lachen. »Ich bin die neue Hofbäuerin«, erklärte sie dann mit ihrer dunkeltönenden Stimme.

Matthias schaute betroffen. »Hofbäuerin? Hat der Duregger heimlich verkauft?«

»Verkauft schon, aber nicht heimlich«, antwortete die Fremde in sanftem Spott. »Wer bist du?«

»Der Tschugger-Matthias.«

»Vom Tschuggerhof hab ich gehört.«

»Hoffentlich Gutes«, strahlte er sie an.

Statt darauf einzugehen, fragte die Frau: »Was willst auf meinem Hof?«

»Auf deinem Hof«, brummelte er. »Daran muß ich mich erst gewöhnen. Wir haben das Geiereck kaufen wollen, weil unsere Alm am Fernerkogel zu klein wird.«

»Das Geiereck gehört jetzt mir.«

»Da hast gewiß Glück gehabt.

Aber wart ab, der Winter wird heroben hart.«

»Den Winter fürcht ich nicht.« Das klang abschließend. Sie tat einen Schritt in den Hausgang zurück.

»Behüt dich Gott«, grüßte der Bursche und marschierte benommen weiter.

Matthias schaute von der Höhe auf den Dureggerhof zurück.Viel war das kleine Bauernhaus nicht mehr wert. Windschief und morsch wirkte es mit den bemoosten Steinen auf dem Schindeldach. Aber der saftige Wiesengrund rundum hätte eine gute Alm abgegeben.

Ob die schöne Fremde Geld hatte, ihren Hof herzurichten? Sie sah mehr wie jemand aus, der vor der Welt davongelaufen war, um eine Enttäuschung zu überwinden.

Der Tschuggersohn erreichte eine bewirtschaftete Almhütte, aus deren Kamin Rauch stieg. Hier hauste die Beda, eine Sennerin aus Längenfeld.

Die Kühe weideten mit dunkeltönenden Halsglocken im Schatten der Felsen. Ein sonntäglicher Friede lag über dem Ganzen.

Beim Betreten der Hütte erlebte Matthias eine weitere Enttäuschung. In der Almstube saß der Jäger, mit dem er wegen der Tochter des Adlerwirts in kriegerischer Feindschaft lebte.

Der Grünrock höhnte sogleich:

»Ja, da schau her! Jetzt steigt er den Sennerinnen nach! Da wird die Jula staunen!«

Beda, ein derbes braunhaariges Madl, lachte nur und forderte den Besucher zum Hinsetzen auf.

»Darfst mir eine Buttermilch bringen!« bat der Besucher.

Nachdem Beda die Milch aus dem Felsenkeller heraufgeholt hatte, sagte sie zum Jäger: »Der Matthias vergibt sich nix bei einer andern. Der ist seiner Adlertochter treu. Er sucht vielmehr eine zweite Alm, damit er wieder zwanzig Kühe dazukaufen kann. Hab ich recht?«

»Ungefähr wird’s stimmen«, nickte Matthias.

Der Jäger spöttelte: »Möchte kein Tschuggerbauer sein. Der kommt vor lauter Geldzählen zu keinem richtigen Leben mehr.«

»Mir würd’s gefallen«, stichelte Beda. »Wollt er mich gegen seine Jula eintauschen, tät ich einen Juhuschrei zur Weißwand hinaufschicken.«

»Und nachher keinen einzigen Schilling in die Hand kriegen, weil der alte Tschugger auf seinem Geldsack hockt wie eine Gluckhenne«, hängte der Jäger an. »Hab ich auch der Jula gesagt, aber die wird net gescheit, selbst wenn ihr der Matthias das Bier mit abgerissenen Hosenknöpfen zahlt.«

Beda lachte laut. »Du bist dem Matthias bloß neidig.«

»Pfff!« machte der Jäger verächtlich. »Mir ist mein freies Jagerleben lieber.«

»Aber Adlerwirt willst halt doch gern werden wegen der schönen Jula.«

»Wer ist die Fremde vom Geiereck?« lenkte Matthias ab.

»Weiß selber nicht«, meinte Beda in ernstem Ton. »Dabei ist sie schon eine ganze Woche hier.«

»Noch länger«, verbesserte der Jäger. »Zwei Kühe hat sie, zwei Geißen und sechs Hennen. Und Haare hat sie auf den Zähnen.«

»Ach, hast du’s schon bei ihr probiert?« spottete die Sennerin. »Hat sie dich gebissen?«

»Seit der Tschugger hier hockt, redest mit mir, als hättest mich vorher net leiden können«, parierte der Jäger. »Aber ich kann auch in einer anderen Hütte zukehren, wo ich willkommener bin.«

»Bleib sitzen, Jäger«, mischte sich Matthias ein und stand auf. »Ich muß eh weiter!« Er bedankte sich bei der Beda für die Milch und verabschiedete sich.

Die Fremde vom Geiereck ging ihm nicht mehr aus dem Sinn. Lebte sie wirklich ganz allein auf dem alten Einödhof?

*

Beim Adlerwirt spielte der Schmieder-Klaus zum Tanz auf. Die Fenster standen offen. Matthias vernahm deutlich die Stimmen seiner Kameraden und das Lachen der Madln. Eigentlich hatte er heute abend nicht einkehren wollen. Doch nun kam er nicht vorbei.

Von der Wirtstochter wurde er mit einem aufleuchtenden Blick begrüßt. Sie verschaffte ihm sogleich einen guten Platz und brachte ihm ungefragt ein Viertel Roten, den er gewöhnlich trank.

»Hast eine Alm gefunden?« fragte sie.

»Den Hof auf dem Geiereck hat uns jemand weggekauft.«

»Ach, darum schaust du so grantig. Den alten Dureggerhof hat einer vom Inntal erstanden.«

»Wieso einer? Es haust bloß ein junges Madl droben.«

»Ein Madl? Vielleicht ist er verheiratet und hat eine junge Bäuerin mitgebracht«, vermutete die Wirtstochter. »Aber das soll uns net stören.«

»Mich stört’s aber.« Matthias nahm einen Schluck aus seinem Glas. »Einer aus dem Inntal? Hast du ihn gesehen?«

»Er hat bei uns gewohnt und hier den Kaufvertrag unterschrieben.«

»Wie heißt er?«

»Tschöll, mein ich. Genau kann ich’s nimmer sagen.« Erstaunt fügte sie an: »Warum regst dich so auf?«

»Hab nur gemeint – weil ich droben nur das Madl gesehen hab…«

Jula, die sich mit den Mannsleuten auskannte, forschte in seinem Gesicht. Gleich darauf wurde sie an einen anderen Tisch gerufen.

Der Kreuzweger-Markus setzte sich nun zu Matthias. Dann kam auch noch der Schmieder-Klaus herüber, der auf seiner asthmatischen Ziehharmonika spielte und mittendrin manchmal einen lauten Juchzer losließ, wenn sein Blick dem einer jungen Tänzerin begegnete.

»Was hast denn heut?« wunderte sich Markus und betrachtete das maskenhafte Gesicht des Tschuggersohnes. »Macht euch daheim das viele Geld Sorgen? Bei mir könntest ein paar davon loswerden. Ich könnt hundert Schilling brauchen. Besorgst sie mir?«

»Die müßt ich gleich abschreiben. Tu halt schaffen ums Geld! Wir suchen einen Knecht.«

»Seh ich so dumm aus? Führ ich die Fremden in die Berge, hab ich’s leichter.«

Der Schmieder-Klaus beendete sein Stück und zog die Arme aus den Gurten der Ziehharmonika. Jula stellte ihm ein Bier hin und eilte weiter. Er trank und beugte sich dann vertraulich über den Tisch. »Matthias, ich hab was für dich. Ein bildsauberes Madl!«

»O mei«, lachte der Kreuzweger-Markus, »laß dir nix einreden! Die er dir anpreisen will, ist eine Hexe und hat ihn das Fürchten gelehrt!«

Räuspernd schob Klaus sein Bier beiseite. »Du sei stad, gell! Ein Dirndl zum Anbeißen ist sie, auf Ehr! Kriegst du die, kannst deine Jula einmotten.«

»Ich möcht aber gar net«, lachte Matthias. »An mir kannst dir keinen Kuppelpelz verdienen.«

»Mir hat er sie auch schon angepriesen«, höhnte Markus. »Sie muß eine arge Zwiderwurzen sein. Beim Fensterln hat sie ihn mit der Ochsenpeitsche von der Leiter getrieben.«

»Stad bist, hab ich gesagt!« Klaus wurde ernstlich böse. »Warum sollt der Matthias als reicher Erbe kein Glück bei ihr haben?«

Markus blieb still. Nun berichtete der Musikant, wie er auf die Fremde vom Geiereck aufmerksam geworden war und er es bei ihr mit allen Mitteln versucht hatte. »Das ist eine!« schwärmte er. »Aber nix zu machen: Sie wartet auf einen Prinzen.«

»Auf den Matthias Tschugger«, spottete Markus. »Leider darf er keine Fremde nehmen. Und zweimal schon keine solche Bettelbäuerin.«

Matthias war errötet. »Ist sie net verheiratet?«

»Verheiratet. Wer behauptet das?«

»Die Jula.«

»Jula!« schrie Klaus nach der Wirtstochter, erhaschte die Vorbeieilende beim Schürzenbandl und bugsierte sie an den Tisch heran. »Jula, ist’s wahr? Hat die Neue vom Dureggerhof einen Mann?«

»Weiß doch ich net«, schimpfte sie, riß sich los und trug das große Tablett mit Gläsern weiter. »Hab keine Zeit. Die vom Geiereck droben geht mich eh nix an.«

»Das wird anders, sobald ihr dein Matthias nachsteigt«, lachte Markus.

Jula blitzte den Spötter aus schillernden Augen an. »An mir und meinem Matthias brauchst du dir den Schnabel nicht zu wetzen!« Fort war sie.

»Huii!« feixte Klaus und zog den Kopf zwischen die Schultern. »Spaß versteht sie heut keinen.«

»Das war kein Spaß«, brummte Matthias vorwurfsvoll. »Gebt Ruhe jetzt!«

»Hast du die Fremde überhaupt schon gesehen?« fragte Klaus beharrlich.

»Heut war ich droben.«

»Und?«

»Nix und! Ich hab meine Jula.«

»Klaus, bitt schön, tu weiterspielen!«...



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