Buch, Englisch, Deutsch, Band 3, 120 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 205 mm, Gewicht: 200 g
Reihe: WortArt
Fotos & Texte
Buch, Englisch, Deutsch, Band 3, 120 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 205 mm, Gewicht: 200 g
Reihe: WortArt
ISBN: 978-3-907296-17-2
Verlag: Caracol Verlag der Autorinnen & Autoren
Die Schweizer Autorin Gabrielle Alioth lebt seit bald 40 Jahren in Irland, im County Louth an der Ostküste, nördlich von Dublin. Täglich frühmorgens geht sie mit ihrem Hund am nahen Strand spazieren, der Seapoint heisst. Was sie dort sieht, erlebt und ersinnt, zeigt dieses Buch in 52 Bildern, begleitet von 12 Prosatexten in Deutsch und Englisch.
Die Fotos der Autorin, zu einem Jahresablauf angeordnet, reichen von Detailaufnahmen wie Seesternen, Spuren am Strand über eindrückliche Wasser- und Wolkenlandschaften hin zum Lichtspiel der Sonne und bis zu fast abstrakt wirkenden Bildern der Morgendämmerung. – Der Strand ist Realität und Mythos zugleich.
In den deutschen wie in den englischen Texten verweben sich Gegenwart und Vergangenheit. Figuren der irischen Sagen steigen aus dem Strand auf und spiegeln zugleich die Biographie der Autorin.
Englisch sei für sie zur «Sprache des Herzens» geworden, schrieb die Romanautorin Gabrielle Alioth im Nachwort zu ihrem ersten Lyrikband The Poet’s Coat / Der Mantel der Dichterin (2019). Die englischen Texte in Seapoint – Strand wirken denn auch wie ein Echo der Gedichte. In beiden Sprachen ist der faszinierende Sound der Autorin unverkennbar.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Textauszüge
2
[…] Clíodhna muss gewusst haben, dass sie mit Ciabhán nicht auf der Insel bleiben konnte. Sie flohen im Boot mit dem Kupferbug. Als sie in einer Bucht anlegten, ging Ciabhán in den Wald, um einen Hirsch zu erlegen. Da kam Manannán mac Lir mit vierzig Schiffen, um Clíodhna zurückzuholen. Ichnu der Flötenspieler spielte sie in den Schlaf, und das Meer erfasste sie. Seither trägt jede zehnte Welle in dieser Bucht Clíodhnas Namen.
Die Welt unter Wasser muss von einem grünlichen Licht erfüllt sein. Früher fanden Fischer manchmal Apfelblüten in ihren Netzen oder einen goldenen Becher. Womit füllt sich der Raum in unserem Gedächtnis, wenn wir die Vergangenheit vergessen? Die Wellen spülen weiße Schaumränder an den Strand. Weiter draußen scheint das Meer glatter, bis es als scharfe Kante den Himmel berührt. Vielleicht ist es leichter, an etwas Erfundenes zu glauben, als an die Leere.
invent, transitive verb
Surely, one can only find what one is seeking, only invent what one can imagine. Like the eye that forms the image from the pictures it has already stored, we create the story from what we have heard before.
There were trees and meadows, so they called it a garden. The little stream that ran through it led to the sea. Some winters it flooded and swept away the roses they had planted. But it was not important, he said, and at the time she believed him. It was the second spring, I think, when she discovered the apple trees half smothered in brambles. Through their blossom she saw the blue sky as if it was dressed in lace. The trees were too old to bear fruit, he said, but they kept flowering every year. When she saw the glistening of the sun on the water, she knew she would stay here for as long as she could. […]




