Aiken | Lions - Scharfe Pranken | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 464 Seiten

Reihe: Lions

Aiken Lions - Scharfe Pranken


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-492-98690-8
Verlag: between pages by Piper
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 464 Seiten

Reihe: Lions

ISBN: 978-3-492-98690-8
Verlag: between pages by Piper
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Manche Männer haben ganz besonders große Vorzüge, und auch Eisbären können Verführer sein - Band 5 von Bestseller-Autorin G. A. Aikens erfolgreicher und mitreißender Erotic Fantasy-Serie um unwiderstehliche Shape Shifter Eishockeyspieler Bo Novikov ist teils Polarbär, teils Löwe und ganz und gar Alphatier. Nun bekommt der riesige Gestaltwandler die sexy Wolfshündin Blayne Thorpe nicht mehr aus dem Kopf. Auf leisen Tatzen folgt Bo seiner Flamme nach New York, um sie vor ihren Feinden zu schützen. Denn die wollen sie statt in den Armen eines Bären lieber in der Kampfarena sehen. Doch die Großstadt ist ein zu heißes Pflaster für den unterkühlten Bo - zu ihren eigenen Schutz entführt er Blayne in die Provinz. Und dort zahlt sich seine Bärengeduld endlich aus ...

G. A. Aiken ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie lebt an der Westküste der USA und genießt dort das sonnige Wetter, das gute Essen und die Aussicht auf attraktive Strandbesucher. Ihre erfolgreichen Erotic-Fantasy-Reihen um die Drachenwandler, »Lions«, »Tigers«, »Honey Badgers«, »Wolf Diaries«, »Call of Crows« und die »Blacksmith Queen« erscheinen alle im Piper Verlag.

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Kapitel 2
Da sie keine Lust hatte, sich an der Schlange vor der Toilette anzustellen, und ein paar Minuten für sich allein brauchte, bevor sie die Mannschaftskabine betrat, ging Blayne zum Stockwerk mit der größten Trainingshalle hinunter und steuerte die wundervolle, selten benutzte Toilette bei den Umkleiden der Derbymannschaft an. Blayne war glücklich, weil die Carnivores gegen ein anderes Topteam gewonnen hatten. Sie kamen allmählich in Fahrt und hatten zum ersten Mal seit Jahren gute Chancen, die Play-offs zu erreichen, und Blayne freute sich wahnsinnig für die Jungs. Sie freute sich sogar für Bo Novikov – einen Mann, der sich selbst weder über diesen Sieg noch über sonst irgendetwas zu freuen schien. Wusste er überhaupt, wie man lächelte? War er rein körperlich dazu in der Lage? Er hatte zwar den Siegtreffer erzielt, nach seinem Tor aber denselben Ausdruck auf dem Gesicht gehabt wie in dem Moment, als der zweite Torhüter der Carnivores den Puck durchgelassen hatte. Und Mann, hatte Blayne der Junge leidgetan. Er hatte ausgesehen, als würde er sich gleich in die Hose pinkeln, als Novikov auf ihn zugerauscht war und den armen Schakal von oben herab so eindringlich angefunkelt hatte, als sei er kurz davor, dem Kleinen das Gesicht abzubeißen und anschließend seine Jungen zu verspeisen. Blayne hatte schon einiges über Novikovs Einstellung auf dem Eis gehört, und es passte dazu, dass er den Jungen mit einer verbalen Salve bedacht hatte, die selbst ein Drill Sergeant der Marines als harsch empfunden hätte. Kein Wunder, dass ihn jedes Team hasst, für das er mal gespielt hat. Sie hätte Mitleid mit Novikov gehabt, wäre sie nicht überzeugt davon gewesen, dass er ein Serienkiller war. Oder zumindest extrem unhöflich. Blayne hasste Unhöflichkeit. Nichts konnte sie mehr auf die Palme bringen. Ihr Vater bezeichnete sie nicht umsonst als »Miss Etikette der Ostküste«. Während sie ihre Hände wusch, fragte sich Blayne, was sie an sich haben mochte, das so anziehend auf Soziopathen wirkte. Auf charmante Taugenichtse, bei denen sich am Ende immer herausstellte, dass sie wegen einer Lebensversicherung ihre eigene Mutter umbringen würden oder ihren besten Freund, weil sie glaubten, dass es ihn zum Lachen bringen würde. Blayne war inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem sie ihrem Vater keine Männer mehr vorstellte, weil er diese Unterhaltungen stets mit den Worten begann: »Und unter welcher Persönlichkeitsstörung leiden Sie, für die ich Sie am Ende umbringen muss?« Diese Frage führte oft zu einem ihrer Vater-Tochter-Streits, bei denen sie sich buchstäblich so lange an die Gurgel gingen, bis Blayne irgendwann feststellte, dass der Typ sich verzogen hatte und sie wohl nie wieder von ihm hören würde. Sicher, all diese Typen waren … nun, was außer charmant war wohl noch eine treffende Beschreibung? Süß? Liebevoll? Ja. Das waren sie alles. Oberflächlich betrachtet. Aber wenn Blayne erst einmal unter die erste Schicht vorgedrungen war, fand sie dort meist nicht allzu viel. Novikov hingegen schien von dem Moment, als sie ihm zum ersten Mal begegnet war, nichts weiter zu sein als ein mächtiger Klotz von einem mordenden Hybriden. Abgesehen von seiner Mähne und seinem unübersehbaren Bedürfnis, um jeden Preis gewinnen zu müssen, verfügte er nicht über den natürlichen Löwencharme, den Gwens Brüder Mitch O’Neill Shaw und Brendon Shaw besaßen. Und im Gegensatz zu Lock MacRyrie und dessen Vater, Brody MacRyrie, war er auch weder mit einem freundlichen Charakter gesegnet noch ein ebenso hinreißender Bären-Geek. Wie bei allen Hybriden hatte sich auch Novikovs DNA bei beiden Elternteilen bedient und etwas vollkommen Neuartiges geschaffen. Aber wie dem auch sei, das war nicht ihr Problem, und es ging sie auch nichts an. Novikov bedeutete ihr nichts. Sie würde jetzt einfach in die Mannschaftskabine gehen, all ihren Freunden gratulieren und den finster dreinblickenden Hybriden auf der anderen Seite des Raumes schlicht ignorieren. Höchstwahrscheinlich folgte ihm ohnehin ein ganzer Schwarm von Frauen, und Blayne würde sich daher auch nicht schuldig fühlen, weil sie nicht nett zu ihm war. Sie trocknete ihre Hände mit ein paar Papierhandtüchern ab und ging zur Tür. Als sie sie öffnete und in den Flur hinaustrat, sah sie Bo Novikov mit seinem typisch finsteren Blick gegenüber der Toilette an die Wand gelehnt stehen. Sie machte auf dem Absatz kehrt, ging wieder hinein, knallte die Tür zu und schloss hinter sich ab. Längere Zeit war von draußen nichts zu hören, aber dann: »Irgendwann musst du da rauskommen.« Großer Gott, wie nüchtern er das gesagt hatte! Sie konnte sich lebhaft vorstellen, wie er denselben Tonfall für Sätze wie »Du weißt schon, dass ich dir irgendwann die Leber rausschneiden muss?« benutzte. »Nein, muss ich nicht«, widersprach sie ihm durch die Tür. »Ich hab meine Hausaufgaben gemacht. Man kann allein mit Wasser gut sechzig Tage lang überleben. Außerdem ist hier eine Toilette. Theoretisch hab ich also alles, was ich brauche.« »Blayne …« Blayne schnappte nach Luft und schnitt ihm das Wort ab. »Woher weißt du, wie ich heiße? Wie lange jagst du mich schon? Ach, egal, du kannst deinen Keller und die Leichen all der Frauen, die du im Lauf der Jahre abgeschlachtet und da unten vergraben hast, einpacken und zur Hölle fahren. Denn dieses Beutetier hier, das du in deinem Kopf wahrscheinlich immer nur als ›es‹ bezeichnet hast, damit ich nichts weiter als ein Objekt für dich bleibe, wird sich nicht kampflos ergeben!« Blayne war richtig stolz auf ihre kleine Rede und wartete darauf, dass Novikov sich entfernte. Stattdessen hörte sie nur ein kurzes Seufzen, gefolgt von Stille, aber keine Schritte. Wo blieben die verdammten Schritte, die sich von der Toilette entfernten? Blayne wartete noch ein wenig länger, aber da sie nicht über den geringsten Hauch von Geduld verfügte, schlich sie ganz langsam näher zur Tür. Sie war nur noch ein paar Zentimeter entfernt, als die Tür aus den Angeln gerissen und von der dafür verantwortlichen Bestie beiseitegestellt wurde. Blayne kreischte und taumelte rückwärts, als Novikov die Toilette betrat. Mit funkelnden Augen blickte er auf sie hinunter und sagte: »Jetzt können wir uns unterhalten.«   Sie starrte ihn schon wieder mit diesem Ausdruck an. Genauso, wie sie ihn angestarrt hatte, als sie sich zum ersten Mal begegnet waren und er sie durch das blutige Glas betrachtet hatte. Ihre braunen Augen weiteten sich, und ihre Lippen öffneten sich ganz leicht. Ein überzeugendes Brüllen von ihm, und er wäre sich sicher, dass sie sich im nächsten Moment entweder voller Verzweiflung an ihm vorbei oder auf seine Halsschlagader stürzen würde. Andererseits war er nicht allzu überrascht darüber, dass sie ihn so anstarrte. Immerhin glaubte sie, er besitze einen »Keller des Todes«. Schließlich erwiderte Blayne doch etwas, aber es war nicht unbedingt das, was er zu hören erwartet hatte. »Ich bezahle ganz sicher nicht für die Tür.« »Ich hatte auch nicht vor, sie dir in Rechnung zu stellen.« Sie wollte raus aus der Toilette. Das erkannte er an ihrem Blick, der immer wieder nach einem Weg an ihm vorbei suchte. Aber Bo blieb mitten im Türrahmen stehen, damit sie nicht an ihm vorbeikonnte. Nach einer weiteren Minute schrie sie ihn an: »Du wirst mich niemals lebend kriegen! Ich werde niemals zulassen, dass du mich irgendwohin verschleppst.« Bo zuckte mit den Schultern. »Okay.« Sie schnappte voller Entsetzen nach Luft und wich einen Schritt zurück. »Willst du mich hier töten?« Sollte ihn das amüsieren? Warum war er amüsiert? »Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor, dich zu töten.« Sie kniff die Augen zusammen. »Du willst mich nicht töten, mir die Haut abziehen und meinen Kopf als Hut tragen?« Ja, er war definitiv amüsiert. Und nein, das war nicht normal. Anstatt ihre Frage zu beantworten, stellte er selbst eine. »Willst du denn, dass ich das tue?« »Nicht wirklich.« »Warum fragst du dann?« »Weil mir laut meines Vaters, zahlreicher Lehrer und einiger Aggressionsbewältigungstherapeuten allem Anschein nach diese kleine innere Vorrichtung fehlt, die mich davon abhalten könnte, Dinge auszusprechen, die besser unausgesprochen blieben.« »Ich verstehe.« »Und?« »Was und?« Sie machte einen Schritt nach vorn. »Bist du nun ein Serienkiller oder nicht?« »Nicht.« »Du hast noch nie jemanden umgebracht?« »Auf dem Eis oder außerhalb?« Ihre Augen weiteten sich wieder, während er fortfuhr: »Das ist eine berechtigte Frage.« Als sie nur weiter mit offenem Mund zu ihm hochglotzte, gab er zu: »Ich habe noch nie jemanden umgebracht, weder auf dem Eis noch außerhalb, weder Mann noch Frau, Gestaltwandler oder Vollmensch.« Sie erhob sich auf die Zehenspitzen und starrte zu ihm hinauf. Nach einer Weile sagte sie: »Näher.« Er beugte sich nach vorn, und sie blickte ihm direkt in die Augen. Er hielt ihrem Blick eine volle Minute stand, bevor sie verkündete: »Du lügst nicht.« »Ich weiß.« »Cool.« »Robben und Walrosse zählen aber nicht, richtig?« Sie schüttelte den Kopf. »Du sollst nicht urteilen«, murmelte sie zu sich selbst. »Du sollst nicht urteilen.« Dann fügte sie hinzu: »In dieser speziellen Situation zählt daumenlose Beute nicht mit, nein.« »Dann ist alles im grünen Bereich.« »Cool«, sagte sie erneut. Wahrscheinlich hätte er beleidigt sein sollen, weil sie ihn für einen geistesgestörten Serienkiller hielt, aber das klang nach unnötiger Anstrengung, für die er momentan nicht in Stimmung war. »Also«, fuhr sie fort, »da wir nun...



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