E-Book, Deutsch, 96 Seiten
Aigner GO VISTA: Lanzarote
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96141-145-0
Verlag: Vista Point Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 96 Seiten
ISBN: 978-3-96141-145-0
Verlag: Vista Point Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Über das Reiseziel Lanzarote Es wäre falsch, die Insel nur auf ihren vulkanischen Ursprung zu begrenzen. Die Lanzaroteños haben gezeigt, dass Ausdauer und Fantasie die Natur bezwingen können: Weinstöcke, Kartoffeln, Feigen, Melonen, Mais und Opuntien gedeihen auf unwirtlicher Schlackenwelt. Auch die Flora hat die erkaltete Glut besiegt, Flechten zersetzen den Basalt, grüne Tabaiba und pralle Sukkulenten erobern die Aschekegel. Zu ihren Füßen leuchten blühende Wiesen - der Klimawandel bringt mehr Regen. Im krassen Kontrast zu dieser vulkanischen Schöpfung stehen die für Urlauber aus aller Welt wichtigen Strände. Bei Ausflügen ins Zentrum der Insel und nach Norden begegnet einem, was dem lanzaroteñischen Künstler César Manrique am Herzen lag: der Schutz von Architektur, Kunst und Umwelt. Dasselbe Ziel hat die UNESCO, die Lanzarote 1993 zum Weltbiosphärenreservat ernannte, eines der meist geschützten Gebiete unter den wichtigsten Ökosystemen der Welt. Ebenso unberührbar sind das Tal der 1000 Palmen bei Haría, im Norden das Malpaís de La Corona, das Inselchen La Graciosa und der steile Fels Risco de Famara, das Wüstengebiet El Jable zwischen Teguise und Sóo - und natürlich La Geria, die kunstvolle Rebenlandschaft in der von den Vulkanen ausgespieenen Asche.
Gottfried Aigner hat sich mit seinen Reiseführern vorwiegend auf italienische Urlaubsziele und auf spanische Inseln konzentriert. Besonders begeistert ist er von der Vielfalt der kanarischen Inselwelt. Auf Lanzarote, das er seit Jahrzehnten besucht, schätzt er den Kontrast zwischen der kargen, feurigen Vulkanlandschaft im Süden und dem mit Palmen geschmückten Norden. Außerdem die im Sinne des Künstlers und Umweltschützers César Manrique in schlichtem Stil bewahrten Dörfer.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Chronik
Daten zur Geschichte
Das Schicksal und die Besiedlung der Kanarischen Inseln verliert sich im Dunkel der Geschichte. Erst mit den Eroberungen, dem Wettkampf um die Vorherrschaft auf den Weltmeeren vor allem zwischen Portugal und Spanien, treten die Kanaren in das Bewusstsein Europas. Vor etwa 16 Mio. J. Lanzarote steigt nach Fuerteventura durch vulkanische Kräfte aus dem Atlantik. 3000–1000 v. Chr. Vermutlich erste Besiedlung von Nordafrika aus in mehreren Wellen; um 1100 wird die Entdeckung der Kanaren durch die Phönizier auf der Suche nach neuen Handelswegen vermutet. 500–200 v. Chr. Vereinzelte archäologische Funde bestätigen die Besiedlung der Kanaren von Nordafrika aus. Die frühen Einwanderer sind dem jungsteinzeitlichen Cro-Magnon-Typ zuzuordnen, der sich im Mittelmeerraum angesiedelt hatten. Erste Königreiche der Altkanarier, der Guanchen, werden gegründet. 35 n. Chr. Funde römischer Amphoren auf Lanzarote (und Fuerteventura) weisen auf einen Handelsaustausch mit den Ureinwohnern hin. Die ersten Siedler Jean de Béthancourt entdeckt 1402 Lanzarote und seine Ureinwohner (Gemälde von Garneray) Die ersten Einwohner der Kanaren hatten wenig Kontakt zueinander, die Altkanarier auf Lanzarote und Fuerteventura lebten ziemlich isoliert. Selbstbewusste Lanzaroteños nennen sich mazigios, abgeleitet von amazigh, eine heute noch in Nordwestafrika lebende Bevölkerungsgruppe, zu der Berber und Tuaregs gehören. Allgemein nannten sich die Ureinwohner der Inseln Lanzarote und Fuerteventura majos, nach ihren Höhlenwohnungen (majos oder mahod). Noch heute ist der abgeleitete Begriff majoreros für die Einwohner Fuerteventuras gültig; die Lanzaroteños hingegen heißen im Volksmund conejeros, das sind »Kaninchenjäger«. Die Guanchen, wie inzwischen alle Altkanarier des Archipels vereinfacht genannt werden, bauten Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte an, die Felder wurden mit an Stöcken befestigten Ziegenhörnern bearbeitet. Hunde halfen den Hirten beim Hüten von Ziegen, Schafen und Schweinen. Zwar kamen die ersten Siedler aus Nordafrika auf die Inseln mit Booten, doch im Laufe der Zeit müssen sie deren Bau verlernt haben. So hatten die Guanchen auf den Inseln bald keine Boote mehr, sie fischten vom Ufer aus mit Netzen und Speeren oder trieben die Fische in eine Bucht und betäubten sie mit dem (giftigen) Saft der Tabaiba. Die Kleidung bestand aus Ziegen- und Schafsfellen. 1. Jh. Durch Plinius d. Ä. (23–79) belegte Expedition des Mauretanischen Königs Juba II. auf die Kanarischen Inseln. Bereits Ovid besang in seinen »Metamorphosen« den ewigen Frühling auf den Kanarischen Inseln (Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik, 1493) Ovid (43 v.–17 n. Chr.) besingt in seinen »Metamorphosen« den ewigen Frühling auf den Inseln unter dem Namen Insulae Canariae. 2. Jh. Der griechische Naturforscher Ptolemäus (ca. 100–160) zeichnet eine Weltkarte und trägt dabei den Nullmeridian durch die Insel Hierro ein sowie die Lage von Canaria – Gran Canaria. Danach verliert sich das Wissen über die Inseln für mehrere Jahrhunderte. 1312 Der Italiener Lancelotto Malocello entdeckt die Kanaren und bleibt bis 1330 auf Lanzarote. Nach Lancelotto wird die Insel Lanzarote benannt (durch Lautverschiebung im Portugiesischen von L zu R). Der toskanische Dichter Petrarca (1304–74) berichtet von einer bewaffneten Mannschaft aus Genua, die bis Lanzarote vorgedrungen sei. 1341 Expedition des portugiesischen Königs Alfonso II. (1279–1357); er beauftragt den Florentiner Angiolino del Tegghia mit der Kartografierung der Kanaren. 1344 Der Kastilier Don Luis de la Cerda kauft von Papst Clemens VI., der sich zum Herrscher aller unentdeckten Länder erklärt hatte, die Kanaren, kann den Tribut aber nicht bezahlen – die Inseln fallen an Spanien. Die Inselbewohner werden von Abenteurern und Piraten beraubt und versklavt. Spuren der altkanarischen Einwohner auf Lanzarote: die Funktion der »Queseras«, der Felsrillen auf Lanzarote, ist bis heute ungeklärt Die Eroberung der Kanaren durch den Normannen Jean de Béthencourt (Handschrift aus dem 15. Jh., British Museum, London) 1402 Der Normanne Jean de Béthencourt ankert in der Meerenge El Río zwischen Lanzarote und La Graciosa und schließt mit dem kanarischen König Guardafía einen Friedenspakt, der sich davon Schutz gegen Piraten verspricht. Danach erobert Béthencourt Fuerteventura; er bringt aus Sevilla zahlreiche Soldaten, aber auch Handwerker und etliche Adelige mit, die sich auf den Inseln ansiedeln und friedlich mit den Insulanern leben. 1406 Krönung Jean de Béthencourts zum König der Kanarischen Inseln, danach verlässt er die Inseln und stirbt 1425 in Frankreich. Sein Neffe und Nachfolger Maciot heiratet Teguise, die schöne Tochter des Guardafía. Wegen brutalen Sklavenhandels mit den Inselbewohnern wird er im Auftrag der Krone ins Exil nach Madeira verbannt. Er verkauft die Inseln an mehrere Interessenten, Streit zwischen Kastilien und Portugal entbrennt. 1440–77 Diego de Herrera, der Marschall von Kastilien, eignet sich neben El Hierro und La Gomera während der Streitigkeiten auch Lanzarote und Fuerteventura als Lehen an. In Lanzarotes fruchtbarem Süden wird in großem Stil Getreide angebaut. 1492 Kolumbus entdeckt Amerika, die Kanaren erlangen wichtige strategische Bedeutung vor der Überquerung des Atlantik. 1496 Teneriffa wird als letzte Kanarische Insel blutig der kastilischen Krone unterworfen, doch Lanzarote und Fuerteventura bleiben bis ins 19. Jahrhundert Lehen. Unter Karl III. von Spanien erlebten die Kanaren im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit (Gemälde von Anton Raphael Mengs, ca. 1765) 16. Jh. Ständige Überfälle durch Piraten und Sklavenhändler, im Jahre 1560 leben nur noch 500 Einheimische auf der Insel. 1618 Die Algerier Tabac und Soliman überfallen mit 30 Schiffen die Insel; viele Bewohner flüchten in die Cuevas de los Verdes, andere werden als Sklaven verschleppt. Auswanderungswellen nach Südamerika. Bis 1630 schrumpft die Zahl der Inselbewohner auf 300. Schlummernder Vulkan im Nationalpark Timanfaya: 1730 kam es dort zu gewaltigen Ausbrüchen 1726 Der Schriftsteller Don José Clavijo y Fayardo wird in Teguise geboren, studiert in Las Palmas und siedelt später nach Spanien über. Er war das Vorbild für Goethes literarische Figur im Drama »Clavigo«. 1730–36 Verheerende Vulkanausbrüche und Dürreperioden erschüttern die Insel, neue Auswanderungswellen nach Mittel- und Südamerika. 1760 Wirtschaftliche Blütezeit unter Karl III., die Kanaren sind letzte Versorgungsstation auf dem Weg in die Neue Welt. 18. Jh. Piraten überfallen und zerstören mehrfach den Hafen von Arrecife und die damalige Hauptstadt Teguise im Inselinneren. 19. Jh. Die Kanaren werden zu einer einzigen Provinz zusammengefasst, mit Santa Cruz de Tenerife als Hauptstadt. Die aus Europa eingeschleppten Schädlinge Reblaus und Mehltau zerstören die Weinkulturen der Inseln, auch Lanzarotes Malvasía-Reben sind betroffen. 1824 Ein letzter Vulkanausbruch bedeckt die Ebene von Tiagua mit Lava und Asche. 1852 Die Kanarischen Inseln werden zur Freihandelszone. Nach Teguise wird die Hafenstadt Arrecife zur Inselhauptstadt. 1877/78 Eine Wasser- und damit verbundene Hungersnot veranlassen an die 8000 Lanzaroteños zum Auswandern. Knapp 18 000 Bewohner bleiben auf der Insel zurück. 1919 César Manrique wird in Arrecife geboren. Der Maler, Bildhauer und Architekt beeinflusst Architektur und ökologisches...




