Adrian | Hunter Legacy - Verlangen der Dunkelheit | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 302 Seiten

Reihe: Hunter-Legacy-Reihe

Adrian Hunter Legacy - Verlangen der Dunkelheit


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1231-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 302 Seiten

Reihe: Hunter-Legacy-Reihe

ISBN: 978-3-7363-1231-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er ist ein tödlicher Jäger - und ihre einzige Chance!

Lenora Calhoun ist eine der Wenigen, die der mächtigen Familie Parrish die Stirn bieten. Denn sie ist davon überzeugt, dass diese für das Verschwinden ihrer Schwester verantwortlich ist. Doch als sie auch noch ihren Neffen zu verlieren droht, schluckt sie ihren Stolz herunter und nimmt die Hilfe des grimmigen Hunters Knox an, den der Zufall in ihr kleines Diner geführt hat. Aber auch wenn sie weiß, dass Knox alles tun würde, um sie zu beschützen, fürchtet sie die Macht der Gefühle, die der gefährliche Jäger in ihr auslöst ...

'Ich kann das nächste Buch der Serie kaum erwarten!' FEELING FICTIONAL

Band 3 des düster-romantischen Spin-off der MIDNIGHT-BREED-Reihe



Lara Adrian lebt mit ihrem Mann in Florida. Neben ihrer äußerst erfolgreichen Vampirserie Midnight Breed hat sie mit der 100-Serie auch im Bereich Contemporary Romance eine begeisterte Leserschaft gewonnen. Weitere Informationen unter: www.laraadrian.com
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1


Das Glöckchen über der Eingangstür klingelte hell, als ein später Gast aus dem draußen tobenden Schneesturm in den Diner trat. Ein Schwall eisiger Luft strömte mit dem Neuankömmling herein. Winzige Eiskristalle legten sich auf Leni Calhouns Nacken, als sie Richtung Küche eilte. In der Hand hielt sie das Geschirr des Gastes, der, wie sie angenommen hatte, heute Abend der letzte sein würde.

»Sie können sich selbst einen Platz suchen«, sagte sie, ohne langsamer zu werden oder sich umzuschauen.

Dass man sich in ihrem kleinen Imbiss am Rande der North Maine Woods, einer riesigen, aus Wäldern, Flüssen und Seen bestehenden Naturlandschaft, selbst seinen Platz suchte, brauchte sie ihren Stammgästen nicht zu sagen.

Das nächtliche Unwetter bedeutete, dass heute zwar weniger los war als sonst, aber doch ständig Leute hereinkamen. Es waren überwiegend Holzfäller und Jäger auf der privaten, größtenteils unbefestigten, zweispurigen Straße unterwegs, welche sich auf etwas über neunzig Meilen von Millinocket nahe der Interstate Richtung Westen bis zur kanadischen Grenze schlängelte, und diese Männer wussten, dass es im Diner mittwochs immer Schmorbraten gab. Und die meisten ließen sich nicht einmal bei dem für den Februar typischen scharfen Nordostwind einen Teller mit langsam gegartem Rindfleisch und Gemüse in sämiger Bratensauce entgehen.

Leni nahm an, dass sie jetzt wohl die letzte Portion des Gerichts nach einem von ihrer Großmutter geerbten Familienrezept an den Nachzügler ausgeben würde, der gerade hereingekommen war. Sie griff nach der Kaffeekanne, die auf der Warmhalteplatte stand, und nahm, ehe sie zurück in den Gastraum ging, einen der schweren, weißen Keramikbecher, der immer noch warm war, weil er frisch aus dem Geschirrspüler kam.

Ein paar Männer, die aus der näheren Umgebung kamen, rutschten von den Hockern am Tresen und wünschten ihr noch einen schönen Abend, während sie Richtung Tür schlurften. Es gab mehrere freie Plätze am langen Bartresen, doch der Neuankömmling war an allen Stühlen vorbeigegangen, um sich in einer Nische hinzusetzen, die am weitesten von den anderen Gästen entfernt war.

Leni kannte ihn nicht. Er saß mit dem Gesicht zum Ausgang, sein Kopf war leicht gesenkt und das Gesicht unter der großen Kapuze seines mit Schnee bedeckten schwarzen Parkas verborgen. Unter dem von Kunstpelz umrahmten Stoff waren nur ein kantiger, leicht bärtiger Kiefer und ein schmaler Mund zu sehen, den kein Lächeln verzog.

Der Mann war ein Hüne. Obwohl er saß, konnte Leni erkennen, dass er groß und kräftig war. Unter der schweren Winterjacke verbargen sich Schultern, die breiter und muskulöser waren als die eines Verteidigers im American Football. Wahrscheinlich war er neu im Geschäft und wollte sein Glück versuchen, indem er noch vor Ende der Woche eine Ladung Holz zu einem der Sägewerke schaffte. Nur erfahrene einheimische Fahrer und ahnungslose Neueinsteiger, die sich in der Gegend nicht auskannten, würden es überhaupt in Erwägung ziehen, sich bei so einem Wetter wie heute auf eine der Schotterpisten zu wagen.

»Sieht mal wieder nach einem Jahrhundertsturm da draußen aus«, meinte Leni im Plauderton, als sie den Becher auf den Tisch stellte und den starken schwarzen Kaffee einzuschenken begann. »Andererseits erleben wir das fast jedes Jahr, deshalb kann man wohl –«

»Kein Kaffee.« Die schroffen Worte kamen mit einer tiefen, tonlosen Stimme heraus, doch das dunkle Timbre ging ihr durch und durch.

»Okay, kein Problem.« Sie hörte auf einzugießen und nahm die Kanne wieder hoch. »Was kann ich Ihnen ansonsten zu trinken bringen? Normalerweise nehmen alle Kaffee, aber ich hab auch Wasser mit oder ohne Kohlensäure. Wenn Sie einen Tee möchten, dauert es ein paar Minuten, weil ich frisches Wasser aufsetzen müsste.«

Er schüttelte den Kopf, und ein paar der geschmolzenen Schneeflocken liefen wie Regentropfen von seiner Kapuze herunter. »Ich möchte nichts trinken. Danke.«

Die Stimme klang heiser, wie eingerostet, doch was er sagte, war erfrischend ehrlich. Mit seiner großen Hand, die in einem schwarzen Lederhandschuh steckte, schob er sich die Kapuze seines Parkas vom Kopf. Leni brachte eigentlich nichts so leicht aus der Fassung, aber bei dem Anblick, der sich ihr nun bot, fiel es sogar ihr schwer, den Mann nicht mit offenem Mund anzustarren. Das Gesicht, das jetzt zu ihr aufschaute, war aber auch wirklich atemberaubend.

Unter einem vollen Schopf brauner Haare, die ein paar Nuancen heller waren als ihre, sah er sie mit durchdringendem Blick aus blaugrauen Augen an. Der kantige Kiefer, auf dem ein Bartschatten lag, sah im fahlgelben Licht der Lampe über dem Tisch noch kräftiger aus. Durch die hohen, spitzen Wangenknochen hätte sein Gesicht eigentlich streng wirken müssen, doch stattdessen bildeten die schroffen Ecken und Kanten einen reizvollen Gegensatz zu einem regelrecht sündhaft wirkenden Mund, dessen Anblick ihr Herz ein bisschen schneller schlagen ließ.

Dass sein stürmischer Blick sie nicht losließ, war dabei auch nicht sonderlich hilfreich.

Obwohl Leni mit ihrem braunen Haar und den sommersprossigen Wangen nie so hübsch gewesen war wie ihre blonde, blauäugige ältere Schwester Shannon, warfen ihr sowohl die Einheimischen als auch die Männer auf der Durchreise gern einen zweiten Blick zu. Doch dieser Mann musterte sie mit einer Intensität, die weit über eine ungeschickte Anmache oder Feld-Wald-und-Wiesen-Flirterei hinausging.

Er schaute sie an, als könnte er direkt in sie hineinsehen. Sein Blick glitt langsam über jede Facette ihres Gesichts und ließ dabei weder ihre haselnussbraunen Augen noch die leicht nach oben ragende Nase oder ihren Mund aus, der plötzlich völlig ausgetrocknet war. Dann ging sein Blick weiter nach unten und richtete sich auf ihre Kehle, was ihren ohnehin schon hämmernden Puls zum Rasen brachte.

Die finstere Kraft und die unausgesprochene, doch deutlich spürbare Dominanz, die er ausstrahlte, hätten sie eigentlich verunsichern müssen. Und in der Tat war sie ein bisschen durcheinander, denn es war definitiv nicht ihre Art, so zu reagieren, wenn ein gut aussehender Mann in ihren Diner kam. Was, um ehrlich zu sein, nicht sonderlich häufig passierte. Eigentlich nie. Und dieser Mann war wirklich überirdisch gut aussehend.

Himmel, was war nur los mit ihr?

Leni nahm den zur Hälfte gefüllten Becher, den er sowieso nicht anrühren würde, und rief sich zur Räson. »Na gut. Kein Getränk also. Was kann ich ansonsten für Sie tun? Ich habe noch eine Portion Schmorbraten, nach dem Rezept meiner Großmutter, und ich garantiere Ihnen, dass Sie noch nie etwas so Gutes gegessen haben.«

Seine dunklen Augenbrauen reckten sich ein wenig nach oben, sodass Leni seinem beunruhigend durchdringenden Blick noch stärker ausgesetzt war, während ein leichtes Zucken der Erheiterung um seine Mundwinkel spielte. »Den Schmorbraten möchte ich auch nicht.«

»Sicher? Wenn Sie zu einem der Sägewerke bei Jackman oder St. Zacharie an der Grenze von Quebec wollen, brauchen Sie ein bisschen was auf den Rippen. Sie haben da eine brenzlige Fahrt von über hundert Meilen vor sich.« Leni deutete mit dem Kinn auf das Unwetter, das gegen die Scheiben schlug. »Wofür man bei gutem Wetter über vier Stunden braucht, wird in einer Nacht wie dieser doppelt oder dreifach so lange dauern. Wenn man es überhaupt schafft.«

»Ich werde das in der Abteilung für gute Ratschläge ablegen«, brummte er.

Sie legte den Kopf auf die Seite, als sie ihn jetzt genauer in Augenschein nahm. Er wollte gar nicht zu einem dieser Orte. Überhaupt hatte sie mittlerweile den Eindruck, dass er gar kein Holzfäller oder Lastwagenfahrer war.

Sie war jetzt siebenundzwanzig Jahre alt und arbeitete mittlerweile ihr halbes Leben in diesem Diner – erst an der Seite ihrer Mutter und ihrer Großmutter und später allein, nachdem beide gestorben waren. Im Laufe dieser Zeit hatte Leni einen sechsten Sinn für die Fremden entwickelt, die auf ihrem Weg egal wohin durch Parrish Falls kamen. Doch bei diesem Mann war ihr erster Eindruck völlig verkehrt gewesen.

So einem wie ihm war sie noch nie begegnet, und das hing nicht nur mit seinem durchdringenden Blick und dem unglaublich schönen Gesicht zusammen.

Er hatte etwas an sich, das eine Vielzahl von Schaltern bei ihr umgelegt hatte, und dazu gehörten auch ein paar, die sie eigentlich nicht wahrhaben wollte. Als er seine Handschuhe auszog und ihr Blick auf die ungewöhnlichen Hautmuster auf dem Rücken seiner starken Hände fiel, begriff sie, warum.

Allmächtiger. Er war ein Stammesvampir.

Die ineinander verwobenen Schnörkel und Windungen, die ein oder zwei Nuancen dunkler als seine golden schimmernde Haut waren, gab es bei Menschen nicht. Es waren außerirdische Hautmuster. Dermaglyphen, die nur bei den bluttrinkenden Mitbewohnern dieses Planeten vorkamen, welche bis vor ungefähr zwanzig Jahren unerkannt unter den Menschen gelebt hatten.

Leni war noch nie einem Abkömmling dieser Art leibhaftig begegnet, doch sie wusste von den Stammesvampiren. Und angesichts seiner hünenhaften Gestalt und der Dichte und Verschlungenheit der Glyphen, die seine großen Hände und Handgelenke bedeckten, war ihr klar, dass bestimmt auch sein restlicher Körper davon überzogen war.

Das bedeutete, dass sie es mit einem besonders reinblütigen Stammesvampir zu tun hatte – einem der mächtigsten und gefährlichsten seiner Art.

Er zog ein Bündel Banknoten aus der Innentasche seines Parkas und entnahm ihm eine...



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