Adrian | Gezeichnete des Schicksals | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 07, 384 Seiten

Reihe: Midnight Breed

Adrian Gezeichnete des Schicksals

E-Book, Deutsch, Band 07, 384 Seiten

Reihe: Midnight Breed

ISBN: 978-3-8025-8543-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine übermenschliche Kreatur macht die Einöde von Alaska unsicher und hinterlässt ein grauenhaftes Blutbad, wo immer sie auftaucht. Für die Pilotin Alexandra Maguire wecken die Morde Erinnerungen an ein schreckliches Ereignis aus ihrer Kindheit. Da tritt ein Fremder in ihr Leben, der überraschend tiefe Gefühle in ihr weckt. Der Vampirkrieger Kade wurde nach Alaska geschickt, um die brutalen Morde aufzuklären. Doch auch er wird von einem Geheimnis aus seiner Jugend verfolgt. Kade sieht sich einer dunklen Bedrohung gegenüber, die das zarte Band zu zerreißen droht, das zwischen ihm und der hübschen Alexandra entstanden ist... Der siebte Band der erfolgreichen Vampirsaga 'Midnight Breed' von Bestseller-Autorin Lara Adrian!

Lara Adrian lebt mit ihrem Mann an der Küste Neuenglands. Seit ihrer Kindheit hegt sie eine besondere Vorliebe für Vampirromane, zu ihren Lieblingsautoren zählen Bram Stoker und Anne Rice.

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Prolog
Unter einem winterlich dunklen Alaskahimmel erscholl das Heulen eines Wolfes klar und majestätisch in die Nacht. Es war ein lang gezogener Laut voll reiner, wilder Schönheit, der durch die dichten Fichten der Nordwälder drang und die zerklüfteten, schneebedeckten Felswände an den eisigen Ufern des Koyukuk River hinaufstieg. Als der Wolf seinen eindringlichen Ruf erneut erhob, erscholl misstönendes, johlendes Gelächter, und dann heulte eine betrunkene Stimme über die Flammen eines kleinen Lagerfeuers eine Antwort. „Au-au-auuuu! Auuuuu!“ Einer der drei Jungs der Gruppe, die in dieser Nacht zu dem abgelegenen Plätzchen herausgefahren war, hielt sich seine dicken Handschuhe an den Mund und jaulte dem Wolf, der daraufhin in der Ferne verstummt war, eine weitere ohrenbetäubende Antwort zu. „Habt ihr das gehört? Wir quatschen miteinander.“ Er nahm seinem Nebenmann die Whiskeyflasche ab, die in der kleinen Gruppe herumging. „Hab ich dir schon erzählt, dass ich mit Wölfen reden kann, Annabeth?“ Aus der tiefen Kapuze des Mädchens auf der anderen Seite des Lagerfeuers drang mit einer Wolke Atemluft ein leises Lachen. „Klang mir eher nach abgestochener Sau.“ „Oh, das sind harte Worte, Süße.“ Er nahm einen Schluck Jack Daniel’s und reichte die Flasche an den Nächsten weiter. „Dabei bin ich so begabt. Ich rede nicht bloß mit Wölfen, ich bin auch ein Wolf im Bett. Sollte ich dir gelegentlich mal vorführen.“ „Ein Arschloch bist du, Chad Bishop.“ Sie hatte recht, aber ihrem Tonfall nach meinte sie es nicht ernst. Wieder lachte sie, ein warmes, flirtendes, weibliches Lachen, von dem es zwischen Teddys Beinen eng und heiß wurde. Er rutschte auf dem kalten Felsen, den er sich als Sitzplatz ausgesucht hatte, herum, damit nur niemand seinen Ständer bemerkte. Da verkündete Chad, dass er pinkeln müsste, und Annabeth und das andere Mädchen begannen, sich miteinander zu unterhalten. Von rechts bohrte sich ein spitzer Ellbogen in Teddys Rippen. „Willst du die ganze Nacht nur dasitzen und sabbern? Los, du Lusche, jetzt geh schon und quatsch sie an, um Himmels willen.“ Teddy sah den hochgewachsenen, dünnen Typen, der neben ihm auf dem Felsen saß, an und schüttelte den Kopf. „Komm schon, sei nicht so ein Hosenscheißer. Du willst es doch. Und sie beißt dich schon nicht. Das heißt, nur wenn du willst.“ Skeeter Arnold war derjenige gewesen, der Teddy auf diese Party mitgenommen hatte. Er hatte auch den Whiskey besorgt, etwas, was Teddy mit seinen neunzehn Jahren bisher nur einmal im Leben probiert hatte. Alkohol war im Haus seines Vaters verboten – und auch in der ganzen Ansiedlung von sechs Personen, in der er lebte. Heute Nacht hatte Teddy die Flasche schon über zehnmal an die Lippen geführt. Er sah nicht ein, warum ihm das schaden sollte. Tatsächlich machte der Whiskey ihn warm und entspannt, ein gutes Gefühl. Er kam sich erwachsen vor, wie ein Mann. Ein Mann, der jetzt nur eins wollte: aufstehen und Annabeth Jablonsky sagen, was er für sie empfand. Skeeter reichte Teddy die Flasche, sie war fast leer, und sah ihm zu, wie er den letzten Schluck trank. „Ich glaube, ich hab noch was anderes, was du mögen wirst, mein Alter.“ Er zog seine Handschuhe aus und griff in die Tasche seines Parkas. Teddy war nicht sicher, was Skeeter sonst noch dabeihatte, und momentan war es ihm auch egal. Er war völlig gebannt von Annabeth, die jetzt die Kapuze abgenommen hatte, um ihrer Freundin ihre neuen Piercings zu zeigen, die sich den ganzen Rand ihrer zarten Ohrmuschel hinaufzogen. Ihr Haar war polarweiß gefärbt, bis auf eine Strähne in hellem Pink, aber Teddy erinnerte sich, dass sie eigentlich brünett war. Das wusste er, weil er sie letzten Frühling in einem Stripclub in Fairbanks gesehen hatte, wo Annabeth Jablonsky als Amber Joy auftrat. Bei dem Gedanken wurden Teddys Wangen hochrot, und sein Ständer ließ sich jetzt auch nicht länger ignorieren. „Hier“, sagte Skeeter und hielt ihm etwas hin, eine willkommene Ablenkung, als Annabeth und ihre Freundin vom Lagerfeuer aufstanden und zum Ufer des zugefrorenen Flusses hinuntergingen. „Zieh mal, mein Alter.“ Teddy nahm die kleine Metallpfeife und hielt sich den glimmenden Kopf unter die Nase. Ein helles, kalkiges Körnchen brannte darin, und ein unangenehmer chemischer Gestank wand sich seine Nasenlöcher hinauf. Er zog eine Grimasse und warf Skeeter einen skeptischen Blick zu. „W-w-was ist das?“ Skeeter grinste, seine schmalen Lippen entblößten seine schiefen Zähne. „Nur eine kleine Portion Mut. Na los, zieh mal. Das wirst du mögen.“ Teddy hielt sich die Pfeife an den Mund und sog den bittersüßen Rauch ein. Er musste kaum husten, also atmete er aus und nahm einen weiteren Zug. „Gut, was?“ Skeeter sah ihm zu, wie er noch mal zog, dann streckte er die Hand aus, um ihm die Pfeife wieder abzunehmen. „Nur mal langsam, Alter, lass uns auch noch was übrig. Weißt du, ich kann dir noch mehr davon besorgen, wenn du willst – und auch Alk. Wenn du die Kohle hast, kann ich dir jeden Stoff besorgen, den du willst. Wenn du was brauchst, weißt du, zu wem du kommst, was?“ Teddy nickte. Sogar in den entlegensten Ecken des Buschlandes wussten die Leute, dass Skeeter Arnold dealte. Teddys Vater hasste ihn. Er hatte Teddy verboten, mit ihm rumzuhängen, und wenn er erfuhr, dass Teddy sich davongeschlichen hatte – und das ausgerechnet heute Nacht, wo sie doch morgen früh eine Warenlieferung erwarteten –, würde er Teddy einen gewaltigen Tritt in den Arsch versetzen. „Nimm sie“, sagte Skeeter jetzt und hielt Teddy die Pfeife hin. „Geh sie den Ladies anbieten, mit schönem Gruß von mir.“ Teddy starrte ihn an. „Du meinst, ich s-soll sie Annabeth b-bringen?“ „Nein, Idiot, ihrer Mama.“ Teddy lachte nervös über seine Unbeholfenheit. Skeeters Lächeln wurde breiter, sodass er mit seinem schmalen Gesicht und der langen, dünnen Hakennase noch insektenartiger wirkte als sonst. „Sag nicht, dass ich dir nie einen Gefallen tue“, sagte Skeeter, als Teddy die warme Pfeife nahm und zu Annabeth und ihrer Freundin hinübersah, die am Ufer des zugefrorenen Flusses standen und sich unterhielten. Er hatte doch eine Gelegenheit gesucht, um sie anzuquatschen, oder nicht? Diese Chance war so gut wie jede andere. Vielleicht die beste, die er je bekommen würde. Skeeters leises Kichern folgte Teddy, als er auf die Mädchen zuging. Der Boden unter seinen Füßen fühlte sich uneben an. Seine Beine waren wie Gummi, er hatte sie nicht ganz unter Kontrolle. Aber innerlich flog er, spürte das Hämmern seines Herzens und wie das Blut durch seine Adern rauschte. Die beiden Mädchen hörten ihn kommen, als unter seinen Füßen Eis und Steine knirschten. Sie sahen sich nach ihm um, und Teddy starrte das Objekt seiner Sehnsucht an und kämpfte um die richtigen Worte, um sie zu gewinnen. Er musste eine ganze Weile so dagestanden und sie angestarrt haben, denn beide fingen zu kichern an. „Was ist los?“ Annabeth sah ihn fragend an. „Teddy, stimmt’s? Ich hab dich schon ein paarmal gesehen. Gehst du manchmal zu Pete’s Kneipe unten in Harmony?“ Er schüttelte lahm den Kopf, schaffte kaum, zu verarbeiten, was sie eben gesagt hatte: dass er ihr vor heute Nacht tatsächlich schon mal aufgefallen war. „Du solltest mal vorbeischauen, Teddy“, fügte sie fröhlich hinzu. „Wenn ich an der Bar bin, frag ich nicht nach deinem Ausweis.“ Der Klang ihrer Stimme, die seinen Namen sagte, machte ihn völlig fassungslos. Sie lächelte ihn an und enthüllte ihre leicht überstehenden Schneidezähne, die Teddy absolut anbetungswürdig fand. „Äh, hier.“ Er warf ihr die Pfeife zu und trat einen Schritt zurück. Er wollte etwas Cooles sagen. Irgendwas, damit sie ihn irgendwie anders wahrnahm als einen hinterwäldlerischen Inuitjungen, der vom wirklichen Leben keinen blassen Schimmer hatte. Er kannte sich aus, wusste eine Menge. Zum Beispiel, dass Annabeth ein gutes Herz hatte, dass sie in ihrem tiefsten Innern ein nettes, anständiges Mädchen war. Das spürte er und hätte sein Leben drauf verwettet. Sie war besser als ihr Ruf, besser als diese Loser, mit denen sie heute Abend hier abhing. Wahrscheinlich besser als Teddy selbst. Sie war ein Engel. Ein reiner und wunderbarer Engel, und sie brauchte nur jemanden, der sie daran erinnerte. „Na dann, danke“, sagte sie jetzt und nahm einen schnellen Zug aus der Pfeife. Sie gab sie an ihre Freundin weiter, und die beiden wandten sich wieder von Teddy ab. „Warte“, stieß Teddy hervor und holte hastig Atem, als sie innehielt und ihn wieder ansah. „Ich, äh, ich wollte dir sagen, dass … ich finde dich wunderschön.“ Ihre Freundin unterdrückte ein Lachen hinter ihrem Handschuh. Aber nicht Annabeth. Sie lachte nicht und starrte ihn schweigend an, blinzelte nicht einmal. Ein weicher Ausdruck glänzte in ihren Augen – vielleicht Verwirrung. Ihre Freundin schnaubte jetzt verächtlich, aber Annabeth hörte ihm immer noch zu, ohne sich über ihn lustig zu machen. „Ich finde, du bist das tollste Mädchen, das ich je gesehen habe. Du bist … du bist Wahnsinn. Das ist mein Ernst. Du bist der totale Wahnsinn.“ Scheiße, er wiederholte sich, aber das war ihm egal. Der Klang seiner eigenen Stimme ohne das Stottern, das ihm das Reden sonst so verhasst machte, schockierte ihn. Er schluckte und holte Atem, um Mut zu schöpfen. Jetzt war er bereit, ihr alles zu sagen – alles, was er gedacht hatte, seit er sie auf der schummrig...


Adrian, Lara
Lara Adrian lebt mit ihrem Mann an der Küste Neuenglands. Seit ihrer Kindheit hegt sie eine besondere Vorliebe für Vampirromane, zu ihren Lieblingsautoren zählen Bram Stoker und Anne Rice.

Lara Adrian lebt mit ihrem Mann an der Küste Neuenglands. Seit ihrer Kindheit hegt sie eine besondere Vorliebe für Vampirromane, zu ihren Lieblingsautoren zählen Bram Stoker und Anne Rice.


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