E-Book, Deutsch, Band 4, 413 Seiten
Reihe: Sven-Larsson-Reihe
Adam Auf zu neuen Horizonten
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-9844-1
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Historischer Abenteuerroman
E-Book, Deutsch, Band 4, 413 Seiten
Reihe: Sven-Larsson-Reihe
ISBN: 978-3-7325-9844-1
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kapitän Sven Larsson setzt die Segel für sein letztes großes Abenteuer
1782. Amerika ist endlich unabhängig - aber der Frieden bringt noch keine Waffenruhe: Die Besatzungen von Kaperschiffen kämpfen als Piraten weiter und plündern die Küsten. Königstreue Truppen wollen ihre Beute in Sicherheit bringen. Und die jungen Vereinigten Staaten sind ein Sammelbecken von Gruppen, die ihre eigenen Interessen vertreten, statt die ihres gemeinsamen neuen Staates. In diesen schwierigen Zeiten führt Sven Larsson einen der ersten amerikanischen Ostindiensegler nach Indien, um einen neuen Markt für Amerika zu erschließen. Er muss Ozeane erkunden, die noch kein amerikanisches Schiff je besegelte, und gegen Piraten kämpfen, denen nicht mal ihr eigenes Leben etwas bedeutet. Seine Familie begleitet ihn dabei und erlebt aufregende Abenteuer, aber auch kaum vorstellbare Gefahren. Wird die große Fahrt den Weg in eine bessere Zukunft weisen?
Der spannende Abschluss der großen Seefahrer-Reihe um Kapitän Sven Larsson - von Frank Adam, dem Bestsellerautor der David-Winter-Serie. Marinegeschichte spannend erzählt - auch das sind eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.
Frank Adam ist das Pseudonym von Prof. Dr. Karlheinz Ingenkamp (1925-2015). Er hat u.a. Geschichte und Psychologie studiert und als Erziehungswissenschaftler ein bekanntes Forschungsinstitut geleitet. Im Ruhestand wandte er sich seinem Hobby, der Geschichte der britischen Flotte, zu, und hat erfolgreich zwei Reihen historischer Seekriegs-Romane geschrieben: Die Abenteuer des David Winter und Sven Larssons Erlebnisse im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Neben den seehistorischen Romanen hat er marinegeschichtliche Aufsätze und Bücher verfasst, darunter auch das 1998 erschienene deutschsprachige Standardwerk über die britische Flotte mit dem Titel "Herrscherin der Meere".
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Der Weg zum Frieden
(November und Dezember 1782
Gelächter und Rufe schallten aus der Offiziersmesse. Hauptmann von Neuenburg, ein in Gefangenschaft geratener Hesse, feierte mit den Offizieren im Kasino der Fregatte Defence seinen Abschied. General Washington benötigte ihn nicht länger, um mit den in Yorktown belagerten Hessen zu verhandeln. Briten und Hessen hatten am 19. Oktober 1781 kapituliert und waren in die Gefangenschaft abmarschiert. Hauptmann von Neuenburg konnte seinen Wohnsitz nun frei wählen, da er sein Ehrenwort gegeben hatte, in diesem Krieg nicht mehr gegen die amerikanischen Bundesstaaten zu kämpfen.
»Für Sie ist der Krieg vorbei!«, rief Mr Potter, Erster Leutnant der Fregatte Defence, und hob sein Glas. Die anderen drehten sich dem hessischen Hauptmann zu, den sie schätzen gelernt hatten, und prosteten ihm zu.
Sven Larsson, Fregattenkapitän, fiel in dieser Runde nicht weiter auf. Er war mittelgroß, muskulös wie fast alle jüngeren Seeoffiziere, hatte mittelbraunes Haar, braune Augen und einen länglichen Kopf mit hoher Stirn. Aber in seinem Verhalten prägten sich Aufmerksamkeit und Willenskraft aus.
»Denken Sie dann an uns, Herr von Neuenburg«, meldete er sich jetzt zu Wort. »Wir müssen noch kämpfen. Ich habe den Befehl erhalten, ein Geleit aus Baltimore zu holen, und muss wahrscheinlich noch an den Küsten Georgias britische Schiffe und Truppen bekämpfen.«
»Sind das nicht eher Aufräumarbeiten, Sir?«, fragte Mr Bergson, der Zweite Leutnant, lachend.
Der Kapitän schmunzelte. »Nicht zu übermütig, Mr Bergson. Das kann auch harte und blutige Arbeit werden. Aber ich stimme Ihnen ja darin zu, dass der Kampf entschieden ist und der Weg nur noch zu unserer Unabhängigkeit führen kann. Und Herr von Neuenburg, den wir in Baltimore absetzen sollen, wird uns dabei helfen können. Er will ja Farmer im Hinterland werden.«
Die anderen applaudierten und hoben ihre Gläser.
»Dann soll er gleich ein Gästehaus mit anbauen, damit wir ihn im Urlaub mit unseren Frauen besuchen können«, rief Dr. Bader, der Schiffsarzt, lachend und Herr von Neuenburg nickte eifrig.
Mr Bergson hatte sich aus der fröhlichen Runde davongestohlen und war an Deck gegangen. Er musste Frank Waller, den Dritten Leutnant, ablösen, der Wache gehabt hatte.
Nach Austausch der dienstlichen Informationen über besondere Vorkommnisse, Windrichtung und -stärke, Kurs und Geschwindigkeit wechselten sie noch ein paar persönliche Worte.
»Euer Geschrei hat man ja bis hier oben gehört«, spottete Mr Waller. »Worum ging es denn?«
»Ach, das übliche! Ob Yorktown direkt zum Frieden führt oder ob uns noch lange und harte Kämpfe bevorstehen«, antwortete Mr Bergson.
Frank Waller winkte ab. »Dann weiß ich schon. Der Kapitän meint, dass der Krieg praktisch gewonnen sei, und Mr White, der Master, hält dagegen, dass wir um die Südstaaten noch lange kämpfen müssten.«
»Nein. Mr White kam heute nicht richtig zu Wort, da der Kapitän uns informierte, dass Hauptmann von Neuenburg Farmer werden wolle.«
»Na, dann besorgt ihm Mr Larsson auch das Land – bei seinen Beziehungen.«
Bergson nickte lachend. »Kann schon sein. Dr. Bader hat bereits den Bau eines Gästehauses angemahnt, damit wir mit unseren Frauen zu Besuch kommen können.«
Waller fiel ihm ins Wort. »Für einige muss er aber dann ein besonders breites Doppelbett einbauen, denk nur an Abraham Will, unseren Seesoldaten.«
Aber Mr Bergson wollte anscheinend nicht mehr plaudern. »Geh nur runter und sag es ihm selbst! Ich will nur noch wissen, wann wir nach deiner Schätzung vor Baltimore stehen, und dann mach ich meine Runde.«
Frank Waller antwortete etwas enttäuscht: »Morgen Mittag, wenn du den Kahn nicht auf eine Untiefe setzt.« Dann machte er sich davon, denn Bergson drohte ihm scherzhaft.
Die Nacht war bewölkt und sehr dunkel. Es war auch relativ kühl, und Leutnant Bergson fröstelte, wenn die Brise auffrischte. Er war müde und nahm die Meldungen der Wachen eher mechanisch wahr. In einer halben Stunde würde seine Ablösung kommen. Dann konnte er schlafen.
Eine Stimme meldete: »Sieben Glasen (dreieinhalb Uhr früh)!«
»Die Zeit geht ja doch vorbei«, flüsterte ein Matrose zum Rudergänger. Der nickte und prallte plötzlich mit der Brust gegen das Ruder. Der Matrose riss den Mund auf. Aber er konnte nichts sagen, denn eine unbekannte Kraft schleuderte ihn an Deck.
Vorn am Bug krachte es. Dann riefen Menschen. Es klang Hilfe suchend oder erschrocken. Andere Stimmen tönten fragend und schienen direkt von vorn aus dem Wasser zu kommen.
»Kollision mit großem Ruderboot!«, meldete ein Posten auf der Defence. Leutnant Bergson war auf einmal hellwach. »Alle Mann an Deck!«, befahl er und andere Stimmen nahmen den Ruf auf. Pfeifen schrillten.
Vor Kapitän Larssons Kajütentür hörte der Posten den Befehl, öffnete die Tür und gab die Meldung weiter. Martin, Sven Larssons Bursche, rannte auf die Schlafkammer des Kapitäns zu, eine brennende Öllampe in der Hand.
Der Kapitän hatte sich aufgerichtet und rieb sich die Augen. »Sieben Glasen der Hundewache, Sir. Kollision mit unbekanntem Ruderboot, Sir. Leutnant Bergson ist Wachhabender.«
Kapitän Larsson stand auf. Ein großer Schäferhund drückte sich an seine Beine. »Wir gehen ja gleich an Deck, Rocky«, fuhr der Kapitän ihn etwas genervt an, strich ihm aber über den Kopf. Er griff nach seiner Jacke. »Martin, bitte Pistole und Schwert! Und bring mir dann einen warmen Pott Kaffee an Deck!«
Als Sven Larsson mit hastigen Schritten an Deck kam, erleuchteten schon zwei Raketen die Szene. Knapp ein Dutzend barkassenähnlicher Ruderboote trieb auf dem Wasser. Um ihn herum rannten Männer zu den Kanonen. Ein Gewimmel, das schnell der Ordnung wich. Die Männer hatten ihre Posten erreicht. Leutnant Bergson trat auf Sven zu. »Sir! Kollision mit unbekanntem Ruderboot. Keine Sichtung vorher. Schaden unbekannt, aber eher gering. Zehn weitere Ruderboote auf See. Englischsprachige Besatzungen.«
Sven fasste dankend an seinen Hut. »Boote anrufen!«, ordnete er an. Dann wandte er sich an den Bootsmann: »Schaden unter Deck ermitteln! Weiter Leuchtraketen abfeuern!«
Ein Midshipman kam mit der Sprechtrompete angelaufen und reichte sie Sven. Der nickte dankend, hob sie an den Mund und rief: »Hier ist die kontinentale Fregatte Defence! Kommandant der Boote bitte melden!«
Als Antwort schossen viele Feuerzungen auf die Fregatte zu. Die Musketenschüsse prasselten wie Hagelkörner auf ein Holzdach auf die Defence ein. Für die Matrosen war eine derartige Reaktion nicht ganz unerwartet, da viele unbekannte Boote immer eine Gefahr darstellten. Fast alle hatten sich vorsichtig hinter der Bordwand geduckt. Trotzdem wurden Schmerzensschreie laut, und Matrosen schleppten einige Kameraden unter Deck.
»Feuer frei!«, befahl Sven. »Nachladen mit Trauben!«
Leutnant Bergson als Batterieoffizier und die Maate wiederholten den Befehl, und schon krachten die ersten Kanonen. Zwischen den Booten wuchsen die Wassersäulen empor, und die schweren Eisenkugeln zerfetzten zwei Booten die Bordwände. Unter den dunklen Abschussdonner mischte sich das helle Krachen der Drehbassen, jener Kleinkanonen, die vorwiegend zur Abwehr von Enterern dienten. In mehreren Booten fetzten sie in die Besatzungen.
Samuel Root, der den Kapitän seit Jahren begleitete, schoss mit anderen Gewehrschützen auf die Bootskommandanten.
Die beiden Midshipmen Albert Salton und Henri Mountain, als Melder auf das Achterdeck kommandiert, tauschten flüsternd ihren Eindruck aus. »Was für ein blutiges Gemetzel! Da möchte man nicht in den Booten sitzen.«
Aber es wurde noch schlimmer, als ihre Kanonen Traubengeschosse feuerten. Die »Trauben« waren schwere Eisenkugeln, die in Segeltuch so verpackt waren, dass sie nach dem Abfeuern die Verpackung sprengten und wie ein Hagel streuten, fast wie die kleineren Schrapnelle, nur wuchtiger. Sie zerstückelten ganze Bootsmannschaften.
Viele Boote trieben führungslos im Wasser umher. Hilfeschreie wurden lauter. Aber unaufhörlich donnerten die Kanonen der Defence weiter, bis schließlich auf einem Boot weiße Tücher geschwenkt wurden.
»Feuer einstellen!«, befahl Sven und die Maate gaben den Befehl weiter. Wieder wurde Sven die Sprechtrompete gereicht. »An Boote! Wer sich ergibt, stellt die Ruder auf, schwenkt weiße Tücher und kommt langsam an unsere Seite! Auf die anderen wird weiter geschossen!«
Ein bisher fast unbeschädigtes Boot wollte zwischen zwei Leuchtraketen entfliehen. Leutnant Potter sah es zuerst, schoss selbst eine Leuchtrakete in Richtung des Bootes und fragte Sven: »Feuer frei auf die Flüchtigen, Sir?«
Sven antwortete laut: »Für Kanonen zehn bis zwölf: Feuer frei!«
Bereits die erste Runde zerschmetterte das Boot. Es war vorbei.
Auf der Defence wurden alle Boote zu Wasser gelassen. Je vier Seesoldaten stiegen zusätzlich in ein Boot. Sie würden die Waffen einsammeln und die Kapitulanten überwachen. Die Matrosen hatten Fackeln bei sich. Jedes fremde Boot musste eine am Bug befestigen und sich unter die Backbordseite der Defence legen. Dann würde sich der Schiffsarzt um die gefangenen Verwundeten kümmern.
Sven schien tief in Gedanken versunken, als Mr Potter zu ihm trat: »Sir! Wir haben zwei Tote und sechs Verwundete, davon keiner schwer. Sie sind versorgt im Lazarett. Der Sachschaden ist...




