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E-Book, Deutsch, Band 3, 420 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 220 mm

Reihe: Ontosophie

Acker Ontosophie

Band 3: Hauptkapitel 5–8
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96317-818-4
Verlag: Büchner-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 3: Hauptkapitel 5–8

E-Book, Deutsch, Band 3, 420 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 220 mm

Reihe: Ontosophie

ISBN: 978-3-96317-818-4
Verlag: Büchner-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der dritte und letzte Band der »Ontosophie« ist geprägt von Ackers naturwissenschaftlichem Hintergrund und von seinem umfassenden Interesse für das menschliche Verhältnis zum Unendlichen, wie es nicht zuletzt auch von spirituellen und insbesondere anthroposophischen und fernöstlichen Welterzählungen behandelt wird. Den Ausgangspunkt bildet seine Auseinandersetzung mit mathematischen und physikalischen Phänomenen, wobei er über ihren weltanschaulichen Gehalt im engeren Sinne weit hinausgeht und Überlegungen zu übersinnlichen und transzendenten Gegenständen anschließt. Als unerschrockener Denker macht Acker sich ein letztes Mal frei von Vorannahmen, Vorurteilen und den dazugehörigen Sprachkonventionen, um Raum zu schaffen für das Unberechenbare und das Abenteuer. Spuk, Parallelwelten, Telepathie und die Rätsel der Quantenphysik - unterhaltsam und immer um seine Leser_innenschaft bemüht, manchmal auch mit derbem Zugriff führt er uns durch seine verwinkelten Gedankengänge, hin zu den großen Fragen und den sprichwörtlichen letzten Dingen.

Berndt Acker wurde 1949 in Kronberg (Taunus) geboren, wuchs in Frankfurt am Main auf und besuchte dort die Freie Waldorfschule bis zur Hochschulreife im Jahr 1969. Nach dem Studium der Physik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main bis 1987 übte er diverse Tätigkeiten aus, unter anderem in der Gesellschaft für Klassifikation, einem interdisziplinären, gemeinnützigen Forschungsverbund auf dem Gebiet der Datenwissenschaft. Ab 1990 und bis zu seinem Tod im Jahr 2019 widmete er sich beinahe ausschließlich seinem Hauptwerk, der Ontosophie, die maßgeblich von seiner - auch kritischen - Auseinandersetzung mit der Anthroposophie sowie seinem Schwerpunkt im Bereich der Theoretischen Physik beeinflusst ist. Nebenbei verfasste er einige Kriminal- und Science-Fiction-Romane mit esoterischen und phantastischen Themen, die noch der Veröffentlichung harren.
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Kapitel 5


Die Geheimnisse von unendlichen Baustein(meng)en


5.1 ›Abzählbare Unendlichkeit‹ in Mathematik und Geometrie


5.1.1 ›Periodenunendlichkeit‹


5.1.1.1 Denknisversuch zur – – – Veranschaulichung!!!

Wir machen zunächst folgende Vorübung: Wir denken uns, wir stünden an einer Stelle einer riesengroßen Mauer, die einige Kilometer lang sei, und starrten die Mauer aus unmittelbarer Nähe an. Nur einen kleinen Ausschnitt könnten wir sehen. Jetzt bekämen wir noch einen zweiten Körper neben uns, durch dessen Augen wir ebenfalls schauten und dessen Gehirn wir ebenfalls benutzten. Unsere Menschenseele und unser Menschengeist wären auf zwei Körper verteilt. Nun sähen wir von der Mauer ein bisschen mehr. Fahren wir damit fort und denken uns, dass wir noch einen dritten, vierten usw. Körper zur Verfügung gestellt bekämen, durch die wir alle gleichzeitig glotzten. Wir können auch annehmen – das wäre noch lustiger –, dass die Körper miteinander verwachsen wären wie siamesische Zwillinge.

Jetzt denken wir uns, die Mauer krümmte sich alle paar Meter SO minimal, dass das menschliche Auge die Krümmung nicht mehr wahrnehmen könnte. Es sei KEIN Krümmungsdifferenzial, das wäre geschummelt; aber man fantasiere sich am besten in Zahlen eine biologischen Organismen nicht mehr zugängliche Krümmung.

Jetzt erleben wir uns riiiiiiiiesig langgezogen und glotzen von jeder Stelle unseres zum Beispiel 100.000 Kilometer langen Körpers auf die Mauer. Ihren Anfang und ihr Ende sehen wir auch mit. Aber dass die Mauer sich INSgesamt ganz beträchtlich krümmt, merkten wir nicht! Und wie sehen wir den Anfang und das Ende? So wie bei unserem normalen Monokörper auch: Allzu weit rechts von unseren Augen haben wir kein Sehbewusstsein mehr, und allzu weit links auch nicht.

Nun aber kommt der Superhammer: Wir denken, die Mauer werde jetzt weitergebaut, und zwar alle zig Kilometer mit dieser superwinzigen Krümmung, die wir nicht mehr wahrnehmen können. Logischerweise gelangt das Ende der Mauer irgendwann an den Anfang, sodass eine supergroße Ringmauer entsteht. Was passiert dann mit uns? Wir erleben jetzt keinen Anfang und kein Ende der Mauer mehr, da beide ja zusammengeschweißt sind. Und in DEM Moment erleben wir etwas GANZ UND GAR UNGLAUBBLICHES: Wir erleben die Mauer SOWOHL gerade oder ungekrümmt ALS AUCH in sich geschlossen, weil ohne Anfang und Ende!

Heißt das aber nicht: »unendlich«? Das darf doch wohl nicht wahr sein?!?

Denken wir daher jetzt, wir hätten, schlau wie wir sind, den ehemaligen Anfang der Mauer, der inzwischen an das ehemalige Ende anschließt, mit einem Strich markiert. Wir erleben, dass die Mauer rechts von der Markierung immerzu geradeaus geht, um von der gegenüberliegenden Seite wieder zur Markierung zu gelangen! Aber diese »gegenüberliegende Seite« ist die gleiche Richtung – sie ist alles andere als »gegenüberliegend«. Und das bedeutet, dass der Markierungsstrich eine GANZ, GANZ SELTSAME AUSSTRAHLUNG bekommt, nämlich SOWOHL am Anfang ALS AUCH am Ende zu sein! Und das heißt weiter: Der Strich ist SOWOHL nur einer ALS AUCH noch ein zweiter dazu! Und dieser Effekt setzt sich nun UUN-BE-GRENZT FORT: Der Markierungsstrich ist sowohl einer als auch zwei als auch drei Striche usw. – BIS OHNE ENDE!! Ja, wie geil ist DAS denn?!

Was der Markierungsstrich macht, macht auch die Mauer zwischen ihm: Sie erscheint auf die gleiche Weise »pseudovervielfältigt«. Denken wir uns daher die Mauer einmal ebenfalls in mehrere Abteilungen aufgeteilt oder mit weiteren »Markierungen« versehen: Die sind dann genauso »pseudovervielfältigt«! Und zwar EN-DE-LOS!!!!

Ist das nicht »wow, wower, am wowsten«?

5.1.1.2 Die ›Krade‹, der ›Krs‹, die ›Kläche‹ und ›Kgl‹ als drittes Ding neben gebogenen und geraden geometrischen Elementen

Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass ein Kreis mit unendlichem Radius ebenfalls tatsächlich sowohl überall gerade als auch DENNOCH in sich geschlossen ist! Man braucht sich für diese Einsicht nur einen normalen Kreis vorzustellen, der langsam immer größer wird. Dabei merkt man, dass das an jeder Stelle des Kreises gleiche Krümmungsmaß langsam abnimmt – logisch muss es im Unendlichen gleich null sein.

Ein geometrisches Linienelement, das sowohl gerade als auch in sich geschlossen ist, nenne ich ›Krade‹ und bei endlicher Länge einen ›Krs‹. Im Zweidimensionalen wäre Vergleichbares die ›Kläche‹ und bei endlicher Größe die ›Kgl‹ und das ›Rhr‹.

5.1.1.3 Eine kleine mathematische Behandlung: ›Mehrdeutige endliche‹ und ›unendliche Zahlentypen‹ in Verbindung mit der ›P(erioden)-Unendlichkeit‹

›Mehrdeutige Zahlen‹ wären z. B. die Zahl 1, wenn sie sowohl 1 als auch ½ als auch 3,23453, oder die Zahl 7, wenn sie sowohl 7 als auch 10 als auch 102, oder die Zahl 1, wenn sie sowohl 1 als auch 2 als auch 3 als auch 4 als auch … bis UNGEGRENZT oder »unendlich« wäre; oder die Zahl 1, wenn sie sowohl 1 als auch alle beliebig kleinen Zahlen bis hin zur 2 wäre; dann hätte sie eine ›kontinuierliche Mehrdeutigkeit‹ zwischen sich. Oder die Zahl 1, wenn sie sowohl 1 als auch –3 oder gar sowohl 1 als auch »i« oder »Wurzel aus minus eins« wäre. Es gibt also ganz verschiedene (Arten von) mehrdeutige(n) Zahlen – beziehungsweise lassen sich definieren –, die man abgekürzt MZ nennen kann. Welche davon »in der Realität Sinn machen« könnten, hängt von ihrer B-Zahl-Entsprechung bzw. den Bausteinen in der Welt ab. Bewusstsein beispielweise kann unbegrenzt hohe, ›diskrete Mehrdeutigkeit‹ einnehmen, wie Kapitel 3.1 gezeigt hat.

Ganz wichtig ist nun, dass meine Denkniskette namens »A ist sowohl A als auch B« nicht synonym mit jener namens »A ist sowohl A, als auch B« gebraucht werden kann. Das Komma macht den Unterschied (auch wenn die Regeln der Zeichensetzung es – leider – hier gar nicht zulassen).Bei der zweiten Denkniskette wäre etwa konstatiert, dass ein Apfel zugleich eine Birne sei. Bei der ersten, der bewusst das Komma im Innern weggenommen wurde, wäre indes konstatiert, dass wir einen Apfel hätten, der NICHT MEHR »100 Prozent Apfel«, sondern einige Prozent »auch Birne« ist! Das wäre vergleichbar mit einer von Wissenschaftlern einmal mit Ach und Krach hingekriegten Kreuzung von Schaf und Ziege, der sogenannten ›Schiege‹. (Gerne hätte ich ihrem Meckern gelauscht, leider lebte sie nur etwa vier Wochen.)

Also: Eine 1, die »sowohl 1 als auch 4« ist, ist WEDER 1 NOCH 4, sondern etwas NEUES, das aber mit der 1 und der 4 ZU TUN hat! Es sind Exemplare eines neuen Zahlentyps, vergleichbar den einst neuen imaginären Zahlen.

Und so ist mein »Markierungsstrich« in jenem Monstrum, das wir uns in Kleinstkapitel 5.1.1.1 zu veranschaulichen suchten, eben NICHT »ganz einer« und zugleich »richtige zwei« sowie »richtig drei« Markierungsstriche usw., sondern ein Ding, dessen Phänomenbeschreibung meines Erachtens am exaktesten lauten könnte: »Sowohl keine 100 Prozent ein Strich als auch keine 100 Prozent zwei Striche als auch keine 100 Prozent drei Striche usw., sondern zu x Prozent ein Strich als auch zu y Prozent zwei Striche als auch zu z Prozent drei Striche usw.«

Es handelt sich insbesondere bei dem Mehrdeutigkeitstyp unseres »Monstrums« um eine ›unbegrenzte periodische Mehrdeutigkeit‹. ›Periodisch‹ heißt dabei, dass es eine ›Baasis‹ gibt, die man auch gekrümmt wahrnehmen kann und die bei der ungekrümmten Wahrnehmungsweise eine unbegrenzte »Pseudo-Vervielfältigung« im Sinne einer Mehrdeutigkeit, erfährt. Und auch die Kgl und der Krs als rein geometrische Gebilde sind als Ganze nicht mehr Geraden oder krumme Gebilde, sondern ein drittes Ding!

5.1.1.4 Einwände gegen meine ›Periodenunendlichkeit‹

Man mag einwenden, der diese ›Periodenunendlichkeit‹ wahrnehmende »Vielmenschling« bekomme ja eine ganz schöne Illusion eingebläut. Schließlich habe seine »säulenförmige Mauer« doch »in Wirklichkeit« nur endlichen Umfang – woran man überdies sehe, dass es eben DOCH Sinnestäuschungen gebe.

Von...


Acker, Marianne
Das Anliegen der Ontosophie besteht darin, evolutionär und kulturell verzerrte Vorstellungen von dem, was Denken und Realität seien, herauszustellen und sie via Bewusstwerdung zu durchschauen. Darüber hinaus soll sie eine adäquatere Beschreibung der Wirklichkeit liefern. Der erste Band dieser insgesamt auf drei Bände angelegten Edition der Schriften Berndt Ackers besteht aus einem kürzeren ersten Teil, in welchem Acker das Programm der Ontosophie vorstellt und sich mit inhaltlichen und methodischen Fragen und Zielen befasst. Zudem gibt er Hilfestellung zur Lektüre des Werks. Der umfangreichere zweite Teil der Ontosophie befasst sich mit den grundlegenden Strukturen und Formen des Denkens. In einer genauen und komplexen Analyse von Sprache, Denken, Gedächtnis, Bildern und Vorstellungen erarbeitet Acker die »Elementarteilchen des Denkens«. Damit wird der erste Band zum erkenntnistheoretischen Einstieg in ein groß angelegtes Projekt, in welchem zentrale Fragen der menschlichen Existenz thematisiert werden. Die Ontosophie als Ganze ist der Versuch, Antworten auf diese Fragen zu liefern und dabei gleichzeitig die tiefgründige Rätselhaftigkeit und unendliche Komplexität des Universums zu offenbaren. Dabei bleibt der Autor stets humorvoll und seinen unkonventionellen, tiefgründigen Gedankengängen treu.

Acker, Berndt
Berndt Acker wurde 1949 in Kronberg (Taunus) geboren, wuchs in Frankfurt am Main auf und besuchte dort die Freie Waldorfschule bis zur Hochschulreife im Jahr 1969. Nach dem Studium der Physik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main bis 1987 übte er diverse Tätigkeiten aus, unter anderem in der Gesellschaft für Klassifikation, einem interdisziplinären, gemeinnützigen Forschungsverbund auf dem Gebiet der Datenwissenschaft. Ab 1990 und bis zu seinem Tod im Jahr 2019 widmete er sich beinahe ausschließlich seinem Hauptwerk, der Ontosophie, die maßgeblich von seiner – auch kritischen – Auseinandersetzung mit der Anthroposophie sowie seinem Schwerpunkt im Bereich der Theoretischen Physik beeinflusst ist. Nebenbei verfasste er einige Kriminal- und Science-Fiction-Romane mit esoterischen und phantastischen Themen, die noch der Veröffentlichung harren.



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