Abrahams | PREPPER - Band 2 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 296 Seiten

Reihe: Prepper

Abrahams PREPPER - Band 2

postapokalyptischer Roman
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-95835-931-4
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

postapokalyptischer Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 296 Seiten

Reihe: Prepper

ISBN: 978-3-95835-931-4
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kein Strom. Keine Sicherheit. Nur die Vorbereiteten werden überleben. Jack Warrant ist vorbereitet, aber er fürchtet, die Sicherheit seines Zuhauses verlassen zu müssen, um seine Vorräte aufzustocken. Tech-Millionär Noel Slate entführt einen VIP mit politischen Verbindungen. Und ein Team aus Militärveteranen bricht in das Chaos auf, um Slate zu aufzuspüren, bevor dieser seine Rachepläne vollenden kann. Alle drei Wege münden schließlich ineinander, in einem neu entstehenden paramilitärischen Staat, der für die Sicherheit einiger Menschen eine Gefahr darstellen könnte. 'Prepper' ist die neueste apokalyptische Abenteuerreihe von Traveler-Autor Tom Abrahams.

Tom Abrahams ist Mitglied der International Thriller Writer's Association. Er schreibt post-apokalyptische Thriller, Action-Abenteuer und Polit-Thriller. Tom lebt in Houston mit seiner Frau Courtney und ihren beiden Kindern.
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Kapitel 1


IRGENDWO IM ZENTRALEN WEST-TEXAS

1. MÄRZ 2016

ZEHN JAHRE VOR DEM NETZAUSFALL

Der Rucksack bewegte sich auf G-Mans Rücken, während er sich einen Weg über den Pfad zur Lichtung hinauf bahnte, die ihn, wie er wusste, nach der langen Steigung erwartete. Seine Beine brannten vom Aufstieg. Ein Schweißfilm bedeckte sein Gesicht und seinen Hals. Schweißbäche liefen ihm über den Rücken und die Seiten. Die vorhergesagte Höchsttemperatur lag bei neunundzwanzig Grad, aber trotz des zeitweiligen Schattens, den die Baumkronen spendeten, die sich zum azurblauen texanischen Himmel erstreckten, fühlte es sich heißer an.

»Sind wir bald da?«

G-Mans guter Freund Martin de la Frontera, ein Armeekamerad, der liebevoll Martillo genannt wurde, marschierte neben ihm her. Ein Schweißrand verunstaltete den Saum seines grauen Krempenhutes. Seit sie vor Jahren gemeinsam in Syrien gedient hatten, hatte der Mann zugenommen und Kondition verloren.

»Wir nähern uns«, sagte G-Man.

»Das hast du schon vor dreißig Minuten gesagt.«

»Das war vor fünf Minuten«, sagte G-Man. »Deine neue Uhr muss kaputt sein.«

»Sie funktioniert einwandfrei. Sie verrät mir, dass wir bereits zwei Kilometer gewandert sind und 31,126 Schritte gemacht haben.«

G-Man kontrollierte seine Hüfte, legte die Hand auf das Holster, in dem seine Sig Sauer P320-M17 steckte, und schob dann die Daumen in die Schulterriemen seines Rucksacks. Es kam selten vor, dass G-Man keine Waffe bei sich hatte. Ob es die Sig Sauer, ein EDC-Klappmesser oder beides war, ohne persönliche Schutzausrüstung ging er nirgendwo hin.

»Ach ja?«, fragte er. »Wie viele Kalorien hast du verbrannt?«

Martillo sah wieder auf seine Uhr. »Vierhundertdreizehn. Ich sollte heute alle drei Ziele erreichen. Ich habe einen Streak.«

»Ist das so?«

»Mach mich nicht runter«, sagte Martillo. »Ich versuche, ein bisschen abzunehmen. Frauen stehen auf Männer, die fit und in Form sind.«

G-Man hob entschuldigend die Hand. »Tut mir leid, ich wollte nicht herablassend sein. Ich habe dich nur ein wenig aufgezogen, das ist alles. Ich finde es toll, dass du versuchst, auf deine Gesundheit zu achten.«

»Können wir trotzdem kurz anhalten?«

»Wir sind fast da«, sagte G-Man. »Versprochen.«

Martillo schnaubte. Er griff nach einem Riemen an der Seite seines Rucksacks, löste eine Feldflasche, öffnete den Verschluss mit dem Daumen und nahm einen Schluck Wasser. Er schluckte und wischte sich mit der Rückseite des Arms über den Mund.

»Das Gleiche hast du schon vor dreißig Minuten gesagt.«

G-Man warf Martillo einen prüfenden Blick zu. Er entschied, dass sein Freund scherzte, und lächelte. »Der war gut.«

Sie wanderten noch zehn Minuten weiter. Martillo sah fünfmal auf die Uhr, bevor sie auf einer großen Lichtung anhielten. Der Boden war eine Mischung aus Erde, Unkraut, verirrten Wurzeln, die aus dem Wald gekommen waren, und hartem, ins Erdreich eingebettetem Kalkstein.

»Ich hab schon fünfhundert Kalorien verbrannt«, sagte Martillo.

G-Man hörte nicht mehr zu. Die Gegend verzauberte ihn. Es war Gegend. Auf dieser Lichtung, in diesem unberührten Teil von Texas, würde er sein Walhalla errichten, eine Burg, die eines Kriegers würdig war. Er hatte Jahre damit verbracht, nach dem richtigen Ort zu suchen, dem perfekten Ort, an den er sich zurückziehen konnte, seine Festung errichten, aus der Welt verschwinden.

Der Wind fegte G-Man durchs Haar. Die Sonne brannte auf seinem Gesicht und spendete zwischen den Böen Wärme. Er stand auf der Lichtung und stellte sich vor, was dieser Ort, diese Zuflucht, einmal sein würde. Der Rucksack wog schwer auf seinen Schultern.

»Hast du gehört, dass der Typ, der AOL mitbegründet hat, heute gestorben ist?«

G-Man hörte Martillo, verarbeitete die Worte aber nicht, so sehr war er in die Illusion eines Hauses, einer Scheune, einer Werkstatt und tausend anderer Möglichkeiten vertieft.

»Hey«, sagte Martillo. »Hörst du mich, G-Man?«

Blinzelnd kehrte er in die Realität zurück. »Was?«

G-Man zog den Rucksack ab und stellte ihn vor sich auf den trockenen Boden. Er stellte sich eine lange, gewundene Kiesauffahrt vor, die zum Haupthaus führte. Der Punkt, an dem er gerade stand, könnte zum Wendeplatz vor einer überdachten Veranda werden.

»Der Mitbegründer von AOL ist heute gestorben«, wiederholte Martillo. »Ich habe eine Benachrichtigung aufs Handy bekommen. Sie ist auf meiner Uhr aufgetaucht. Cool, nicht?«

»Das ist cool«, sagte G-Man. »Nicht cool, dass er gestorben ist, aber dass deine Uhr mehr als nur ein Kalorienzähler ist. Zeigt sie die Zeit an?«

»Natürlich zeigt sie die Zeit an.«

»Wie ist er gestorben?«

»Melanom«, sagte Martillo. »Hautkrebs. Wusstest du, dass AOL eine Videospielfirma war, bevor es zu einem Internetanbieter wurde?«

Martillo lockerte den Kordelzug seines Krempenhutes und ließ ihn auf seinen Rucksack fallen. Sein durchnässter schwarzer Haarschopf lag platt an seinem Kopf. Aus seiner Tasche zog er sein Handy und fuhr mit dem Daumen über das Display. Das Gerät war ein neues iPhone SE, und wenn sich Martillo nicht gerade über die Länge der Wanderung beschwert hatte, hatte er auf dem Weg zur Lichtung ununterbrochen über dieses Handy gesprochen. Es hatte ihn fünfhundert Dollar ärmer gemacht, die größte Summe, die er je für ein Handy ausgegeben hatte. Sein Desktop-Computer, erklärte er, hatte weniger gekostet als das Telefon, das er in der flachen Hand hielt.

Sein Geplapper war liebenswert, und er war loyal. Ein Teil von G-Man wünschte sich, sie würden mehr Zeit miteinander verbringen. Ein anderer Teil von ihm war dankbar, dass sie es nicht taten. Sosehr er Martillos Gesellschaft auch genoss, der Grund, warum sie nicht mehr Zeit miteinander verbrachten, war, dass sein Freund ihn stets daran erinnerte, was G-Man getan hatte, um ihm das Leben zu retten. G-Man gefiel dieses Erinnertwerden nicht, egal wie dankbar Martillo sein mochte. Das war insofern eine seltsame Sache, dass Martillos Dankbarkeit ein Schuldgefühl in G-Man hervorrief, das er nicht abschütteln konnte. Es war einfacher, zu versuchen, das Ganze zu vergessen. Er hatte seine Pflicht getan, nicht mehr und nicht weniger. Eines Tages, hoffte er, würde Martillo vielleicht ihm einen bedeutenden Gefallen tun, sodass sie quitt wären und die Schuld beglichen war.

G-Man fuhr sich mit den Fingern durchs Haar. Er musste es schneiden lassen, aber er hatte den Gang zum Friseur aufgeschoben, weil er zu sehr mit der Erschließung des von ihm gekauften Landes beschäftigt gewesen war.

»Das wusste ich nicht«, sagte er. »Melanom, hm? Das ist traurig. Das ist so vermeidbar.«

Plötzlich war er sich der Sonne auf seinem Gesicht bewusst. Hatte er an Sonnencreme gedacht?

»Ja, es ist traurig«, sagte Martillo. »Es ist verrückt, wie sehr sich das Internet verändert hat. Ich meine, jetzt ist alles unmittelbar. Wir müssen nicht mehr darauf warten, dass das Modem kreischt und piept. Es ist alles da. Alle Informationen der Weltgeschichte sind greifbar.«

»Wir verlassen uns zu sehr auf dieses Zeug«, sagte G-Man. »Deshalb habe ich dieses Grundstück gekauft.«

»Wegen des Internets?«

»Weil ich mir Sorgen darüber mache, was passiert, wenn es ausfällt.«

Martillo wischte mit dem Daumen über den Bildschirm und hielt das Handy hoch. »Was denkst du?«

»Über den Internetausfall? Das wird passieren«, sagte G-Man. »Für mich lautet die Frage nicht, sondern . Und es wird nicht nur das Internet sein. Weißt du, wie anfällig wir für einen EMP-Angriff sind, der uns in die Steinzeit zurückversetzen könnte?«

Martillo lachte.

»Findest du das lustig?«, fragte G-Man. »Bei der Debatte der Republikaner vor zwei Monaten, im Januar, wurde darüber diskutiert. Ben Carson und Rick Santorum sprachen beide über elektromagnetische Impulswaffen.«

Ein Rotkardinalpärchen flatterte vorbei und fand Halt auf dem niedrigen Ast eines knorrigen Mesquitebaums. Die leuchtend rote Farbe ihrer Federn hob sich vom tristen Braun und dezenten Grün des Wäldchens ab.

»Das finde ich nicht lustig«, erklärte Martillo. »Ich lache, weil ich dich nicht nach EMPs gefragt habe. Ich hab dich nach ihr gefragt. Was meinst du?«

Martillo winkte nachdrücklich mit dem Handy. Auf dem Display war das Vollbild einer attraktiven Frau zu sehen.

G-Man nahm das Telefon und betrachtete das Foto. Er entdeckte etwas sowohl Selbstbewusstes als auch Verschmitztes im Ausdruck der Frau. Diese Art von Selbstsicherheit hatte er bisher nur bei Frauen gesehen, die einen Eid geschworen hatten, ihr Land vor ausländischen und einheimischen Feinden zu schützen, und die demselben wahre Treue und Loyalität erwiesen hatten.

»Ist sie beim Militär?«, fragte er.

Martillo grinste. »Bei den Marines.«

Ein Windstoß fuhr durch die Pekannuss- und Mesquitebäume. Die Blätter der hohen Eichen raschelten. G-Man verdrehte die Augen und gab das Telefon zurück. »Wenigstens ist sie nicht bei der Air Force.«

Martillo lachte. »Genau. Erzähl mir mehr von der Debatte. Ich habe sie nicht gesehen. Politik ist nicht mein Ding, Mann.«

»Santorum sagte, er glaube, der Iran könnte es fertigbringen. Eine EMP-Waffe würde unsere Infrastruktur zerstören. Er wurde ein bisschen anschaulich, sprach von Flugzeugen, die vom Himmel fallen.«

»Klingt lustig.«

G-Man beugte sich vor und holte eine Feldflasche voll Wasser aus seinem Rucksack, öffnete den...



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