Ziegler | In statu confessionis III | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 311 Seiten

Ziegler In statu confessionis III

Texte zu Union, Bekenntnis, Kirchenkampf und Ökumene

E-Book, Deutsch, 311 Seiten

ISBN: 978-3-7675-7144-0
Verlag: Edition Ruprecht
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Die Beiträge dieses Bandes sind zwischen 1929 und 1944 entstanden und werden hier zum Teil erstmals veröffentlicht. In ihnen behandelt Hermann Sasse (1895-1976) Fragen nach konfessioneller Identität und Ökumene, dem Aufbau der Kirche und dem Verhältnis zwischen Kirche, Gesellschaft und Staat. Der 1933 zum außerordentlichen Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte und Konfessionskunde an die Universität Erlangen berufene Sasse emigrierte 1949 nach Australien und wurde Professor am heutigen Australian Lutheran College. Durch seine Schriften behielt er Einfluss auf die lutherischen Kirchen Deutschlands und das nordamerikanische Luthertum.
Ziegler In statu confessionis III jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Historisch-biografische Einleitung;8
3;Geleitwort;18
4;I. Union und Bekenntnis;20
4.1;Die Soziallehren der Augsburgischen Konfession und ihre Bedeutung für die Gegenwart;20
4.2;Das Bekenntnis der Kirche;31
4.3;Zur Frage der evangelischen Kirchenverfassungen;44
4.4;Konfessionelle Unbußfertigkeit?;54
4.5;Eine Hochschule für reformatorische Theologie?;72
4.6;Die Aufgabe der Lutherischen Kirche im heutigen Deutschland;78
4.7;Lutherische Kirche und Kirchenverfassung;81
4.8;Kirche oder Kirchenbund?;84
5;II. Kirchenkampf;91
5.1;Bekenntnis und Bekennen;91
5.2;Sind wir noch Kirche der Reformation?166;99
5.3;Warum müssen wir an der lutherischen Abendmahlslehre festhalten?;106
5.4;Quatenus oder Quia214;124
5.5;Das Bekenntnis der lutherischen Kirche und die Barmer Theologische Erklärung217;130
5.6;Die Barmer Erklärung – ein ökumenisches Bekenntnis?;137
5.7;Wider das Schwärmertum;140
5.8;Wohin geht die altpreußische Kirche?;154
5.9;Unsere Aussprache mit Freund und Widersacher;157
6;III. Ökumene;160
6.1;Die ökumenische Bewegung und die deutsche Theologie;160
6.2;Die Einigung der Kirchen und das lutherische Bekenntnis;174
6.3;Die zweite Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung;195
6.4;Una Sancta;201
6.5;Die ökumenische Bewegung in deutsch-christlicher Kritik;211
6.6;Die Kirche in Asien;216
6.7;Die Kirche von England;227
7;IV. Gutachten und Stellungnahmen;232
7.1;Theologisches Gutachten zur Frage der Hochkirche (ein Exkurs);232
7.2;Memorandum Über die Frage nach der Existenzberechtigung und Sendung unserer Evangelisch-lutherischen Kirche Altpreußens;262
7.3;Rundbrief III;276
7.4;Rundbrief IV;285
7.5;Rundbrief V;294
8;Verzeichnis der Erstveröffentlichungen;302
9;Register;304


IV. Gutachten und Stellungnahmen (S. 231-232)

Theologisches Gutachten zur Frage der Hochkirche (ein Exkurs)

Die Denkschrift von Pfarrer Rehbach473 nimmt in ihren Eingangsworten Bezug auf das 25-jährige Bestehen der „Hochkirchlichen Vereinigung“474 (im Folgenden abgekürzt HV). Sie gehört wie das Rundschreiben Friedrich Heilers475 an die Mitglieder der HV zu den Dokumenten dieses Jubiläums, das bei dem gegenwärtigen Mangel an Publikationsmöglichkeiten keinen literarischen Niederschlag finden konnte.

Da die grundlegenden Gedanken und Forderungen der Denkschrift zum Teil auch von Kreisen außerhalb der hochkirchlichen Bewegung vertreten werden (Berneuchener 476, konfessionelle Lutheraner, liturgisch interessierte Kreise der „Bekennenden Kirche“), worauf auch Pfr. Rehbach selbst hinweist, empfiehlt es sich, diese Fragen unabhängig von der auf Seite 2 der Denkschrift aufgeworfenen ganz anderen Frage zu erörtern, ob und wie weit die HV als solche von einer evangelisch-lutherischen Kirche als eine mit ihrem Bekenntnis in Einklang stehende Organisation anerkannt werden kann.

Das Ja oder Nein, das zu den einzelnen Gedanken und Forderungen der Hochkirche gesprochen werden muss, fällt keineswegs zusammen mit dem Ja oder Nein, das unsere Kirche zu der HV aufgrund von deren 25-jähriger Geschichte und aufgrund ihrer Kundgebungen und Taten sprechen muss. Da Pfarrer Rehbach (S. 2 und 9 Schluss) von der Kirchenregierung erwartet, dass eine Anerkennung der von ihm vorgetragenen Gedanken sofort automatisch nicht nur zu einer Anerkennung der HV führe, sondern sogar zu einer Unterstützung der hochkirchlichen Bewegung „mit allen Mitteln“, wird es angebracht sein, zunächst die Vorfrage zu stellen, welche Stellung unsere Kirche zu der HV einnehmen muss. Erst dann soll Recht und Unrecht der von Pfr. Rehbach geäußerten Gedanken und Fragen erörtert werden.

1.

Die Wurzeln der HV liegen in der tiefen seelischen Erschütterung, die in den Jahren 1917 und 1918 durch die deutsche und darüber hinaus durch die ganze Christenheit des Ostens und Westens ging. Die hochkirchliche Bewegung ist eine unter den vielen Strömungen, in denen die Unzufriedenheit mit den kirchlichen Zuständen und die Sehnsucht nach einer echten Erneuerung der Kirche damals ihren Ausdruck fanden. Das erste hochkirchliche Flugblatt erschien im Juni 1918. Seine Verfasser waren Pastor Hansen477 in Kropp (Schleswig), der schon zum Reformationsjubiläum 95 Thesen veröffentlicht hatte, in denen die evangelischen Kirchen vom hochkirchlichen Standpunkt aus scharf kritisiert wurden, und Pfarrer Mosel478 aus der Uckermark, der dann den Vorsitz der HV übernahm.

Diese selbst wurde am 9. Oktober 1918 auf einer konstituierenden Mitgliederversammlung zu Berlin begründet, an der außer den Genannten noch je ein Pfarrer aus Pommern, Schlesien, Provinz Sachsen und Westfalen teilnahmen.479 Ein Vorstand wurde gewählt, dem außer vier Pfarrern aus der altpreußischen Union noch ein Berliner Lehrer und ein pommerscher Adliger, ein Schwiegersohn Hindenburgs, angehörten. Die damals angenommenen Grundsätze, die jahrelang das Programm blieben480, proklamierten die Kirche als die von Christus und den Aposteln gestiftete Heilsanstalt und forderten von der evangelischen Christenheit das Bewusstsein, zu dieser sichtbaren Gesamtkirche zu gehören.

Sie verlangten die volle Selbstständigkeit der Kirche und die bischöfliche Verfassung. Ein maßvolles Zurücktreten der Predigt, stärkere Betonung der Sakramente und ihres objektiven Charakters, reichere Ausgestaltung der Gottesdienste, Reform der Beicht- und Abendmahlspraxis mit fakultativer Privatbeichte, Pflege frommer Übung auch bei den Laien bis hin zur Schaffung eines Breviers für evangelische Christen und zur Ermöglichung evangelischklösterlichen Lebens: das waren die praktischen Ziele, die in diesen „Grundsätzen“


Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.