Eine Betrachtung der Ladwirtschaft von 1920 bis heute
Buch, Deutsch, 86 Seiten, GEKL, Format (B × H): 140 mm x 200 mm, Gewicht: 123 g
ISBN: 978-3-943054-78-1
Verlag: Make a book
Autoren/Hrsg.
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Klixbüll gehört zu den Dörfern, deren Feldmark sowohl aus Geest- als auch aus Marschland besteht. Seit der Erfindung des Kunstdüngers und der Fortschritte in der Entwässerung näherten sich die Erträge der beiden Bodenarten immer mehr an. Dennoch blieb die Technik der Landbewirtschaftung bis in das 20. Jahrhundert teilweise auf dem Niveau des 18/19 Jahrhunderts. Erst nach dem zweiten Weltkrieg setzten grundlegende Wandlungen ein.
Andreas Thomsen, Klixbülls Altbürgermeister und Bauer im Ruhestand, hat die gravierenden Änderungen im Laufe seines Lebens hautnah erlebt. Waren im Dorfe anfangs noch fast Haus bei Haus landwirtschaftliche Betriebe sichtbar, so hat sich deren Zahl bis heute radikal vermindert, und es steht zu befürchten, dass dieser Rückgang weitergehen wird; trotzdem verringert sich die bearbeitete Fläche, aufs Ganze gesehen, so gut wie nicht. Warum die Entwicklung einen solchen Verlauf genommen hat, stellt Andreas Thomsen auf den folgenden Seiten anschaulich und ohne Scheuklappen dar. Er wagt auch einen Blick in die Zukunft, ohne die Hoffnung für Familienbetriebe ganz aufzugeben. Die moderne Zeit mit der Roboterisierung der Arbeit auf Feld und in Stall, dem Dokumentationsdruck bei der tierischen und pflanzlichen Produktion und der Tendenz zur Anpassung der Verkaufspreise an das Weltmarktniveau nimmt überbordende Formen an, nur teilweise durch aus Steuergeldern erzeugte Ausgleichszahlungen abgeschwächt. Die finanzielle Ausstattung fordert vom Betriebsinhaber ein erhöhtes Risiko und die Bereitschaft zur Selbstausbeutung. Den Weg dorthin, vom – mit heutigen Augen gesehenen- Kleinbauern zur landwirtschaftlichen Produktionsstätte immer größeren Ausmaßes, schildert der Autor, ohne die Zustände zu Beginn des 20 Jahrhunderts als reine Idylle zu zeichnen. Harter körperlicher Arbeit stehen heute seelische Belastungen in einem Maße gegenüber, die so manchen zur Aufgabe des Betriebes gezwungen haben. Dadurch geht so manches elementare Wissen der ehemaligen bäuerlichen Welt verloren. Andreas Thomsen möchte einiges aus der Fülle seiner Erfahrungen der Nachwelt überliefern, die ihm dafür den gebührenden Dank zollen möge.
Im Oktober 2016, Albert Panten, Niebüll.