Buch, Deutsch, Sanskrit, Band 20, 618 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 235 mm, Gewicht: 1050 g
Srivaras Jaina- und Rajatara?gi?i, A.D. 1451–1486 | Vier zeitgeschichtliche Herrscherviten eines indo-persischen Sultanats
Buch, Deutsch, Sanskrit, Band 20, 618 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 235 mm, Gewicht: 1050 g
Reihe: Studia Indolgica Universitatis Halensis
ISBN: 978-3-86977-252-3
Verlag: Universitätsverlag Halle-Wittenberg
Srivara diente bis 1486 als Hofgelehrter und Dichter unter den vier Sul?anen Zayn al-?Abidin, ?aydar Šah, ?asan Šah und Ma?mud Šah. Als Träger dieses Amts konnte er sich auf das Schreiben der von ihm persönlich erlebten Geschichte konzentrieren. Denn anders als seinen Vorgängern Kalha?a und Jonaraja, die die Geschichte Kaschmirs von den Anfängen bis zum Jahre 1459 im Rückblick komplettiert und dann bis zu ihrer Zeit fortgeschrieben hatten, blieben Srivara nur vereinzelt retrospektive Ergänzungen nachzutragen.
Srivaras als Augenzeuge verfaßte Ausführungen sind von einer bemerkenswert detailverliebten Dichte gekennzeichnet, die kaum einen Aspekt seines zeitgenössischen Beobachtungs- und Reflexionshorizonts zur kaschmirischen Alltagskultur, zum Hofleben sowie zu Politik, Religion und Gesellschaft ausläßt. Für den Nachvollzug der Islamisierungsgeschichte Kaschmirs sind in diesem Zusammenhang vor allem das Erstarken des religiösen und politischen Einflusses der aus Baihaq im Iran zugewanderten Sayyids und die durch deren herrschaftslegitimatorische Machtansprüche ausgelösten Dynamiken von herausgehobenem Forschungsinteresse, die zu einem verheerenden, von Srivara in Buch 4 beschriebenen Bürgerkrieg führten.
Es handelt sich bei Srivaras Werk um die mit Abstand reichste Quelle zur indo-persischen Herrschaftskultur und den Lebensbedingungen im Indien der Frühen Neuzeit unter den damals allgegenwärtigen Bedrohungen durch Hungerkatastrophen, Naturgewalten und kriegerische Auseinandersetzungen.
Der Sanskrittext von Srivaras Jaina- und Rajatara?gi?i wurde neu hergestellt und ist von einer annotierten deutschen Übersetzung auf gegenüberliegenden Seiten begleitet. Indices zu Namen, Titulaturen und mit Koordinaten versehenen Toponymen beschließen den Band.