Shepard | LYING GAME - Wo ist nur mein Schatz geblieben? | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 4, 320 Seiten

Reihe: Die Lying Game-Reihe

Shepard LYING GAME - Wo ist nur mein Schatz geblieben?

E-Book, Deutsch, Band 4, 320 Seiten

Reihe: Die Lying Game-Reihe

ISBN: 978-3-641-10739-0
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie sucht den Mörder ihres Zwillings ...
»Sutton ist tot. Sag es niemandem. Spiel weiter mit ... Oder du bist als Nächste dran.«
Emma Paxton spielt ein Spiel auf Leben und Tod: Um den Mord an ihrer Zwillingsschwester Sutton aufzuklären, gibt sie sich als Sutton aus. Nur der Mörder und Emmas Freund Ethan kennen ihr Geheimnis. Nachdem Thayer, der attraktive Ex von Sutton, nicht mehr als Täter in Frage kommt, erhärtet sich der Verdacht gegen Suttons Schwester Laurel. Denn die ist nicht nur grün vor Eifersucht, weil Thayer Sutton-alias-Emma immer noch liebt, sie ist auch die einzige, die kein Alibi in der Mordnacht besitzt ...

Sara Shepard hat an der New York University studiert und am Brooklyn College ihren Magisterabschluss im Fach Kreatives Schreiben gemacht. Sie wuchs in einem Vorort von Philadelphia auf, wo sie auch heute lebt. Ihre Jugend dort hat die »Pretty Little Liars«-Serie inspiriert, die in 22 Länder verkauft wurde und die, ebenso wie ihre Reihe »Lying Game«, zum New York Times Bestseller wurde. Inzwischen wurde »Pretty Little Liars« mit großem Erfolg als TV-Serie weltweit ausgestrahlt.
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1 Erdlinge bitte nicht füttern Emma Paxton beugte sich zu dem saturnmäßig umrahmten Spiegel im Tucsoner Planetarium vor und frischte ihren Lipgloss mit Kirschgeschmack auf. Die gesamte, schwach beleuchtete Damentoilette war in Richtung Astronomie gebürstet. Die Kabinen waren mit fluoreszierenden Aufklebern verziert und die Mülleimer hatten die Form von Raketen. Auf einer Tafel über den Waschbecken stand »Willkommen, Erdlinge«. Zwei Comic-Aliens standen über dem W und hatten die Hände zum Gruß erhoben. Emma holte tief Luft und starrte sich im Spiegel an. »Das ist dein erstes offizielles Date mit Ethan«, sagte sie zu ihrem Spiegelbild. Sie dehnte Ethans Namen und genoss es, ihn auszusprechen. Emma konnte sich nicht mehr daran erinnern, ob sie schon jemals so verknallt in einen Jungen gewesen war. Sie hatte zwar Verabredungen gehabt, war aber so oft von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht worden, dass sie nie die Zeit gehabt hatte, sich ernsthaft in jemanden zu verlieben. Aber jetzt war ihr Leben ganz anders. Sie hatte ein neues Zuhause, eine neue Familie und einen neuen, attraktiven Schwarm. Ethan Landry. Nicht zu vergessen, eine neue Identität, hätte ich am liebsten hinzugefügt, während ich hinter ihr schwebte und sie im Spiegel beobachtete. Wie üblich war von mir nichts zu sehen. So war es, seit ich in Emmas Leben getreten war, als sie noch in Las Vegas wohnte. Praktisch betrachtet war Emma nicht mehr Emma. Sie war ich, Sutton Mercer. Außer meinem Killer wusste nur noch Ethan von ihrer wahren Identität. Der Emma dabei half, herauszufinden, was mit mir passiert war. Emmas Handy piepte. Eine SMS von Ethan. Bin da. Habe Karten. Bin gleich draußen, tippte Emma zurück. Sie trocknete sich die Hände ab, drückte die Schwingtür auf und spielte mit der freien Hand mit Suttons Medaillon. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als sie Ethan sah, der auf der anderen Seite des Foyers an einer mit Teppich bespannten, gewölbten Wand lehnte. Es gefiel ihr, wie breit seine Schultern in seiner grauen Jacke wirkten und wie ihm das Haar in die hellblauen Augen fiel. Seine marineblauen Chucks waren ungebunden, sein jagdgrünes T-Shirt brachte seine muskulöse Brust zur Geltung, und seine Jeans passten wie angegossen. Emma schlängelte sich an den Leuten vorbei, die vor der Kasse anstanden, und klopfte ihm auf die Schulter. Er drehte sich um. »Oh, hi.« »Hi«, sagte Emma. Sie war plötzlich befangen. Ihre letzte Begegnung mit Ethan war merkwürdig zu Ende gegangen. Thayer Vega war bei ihr zu Hause aufgetaucht und Emma hatte Ethan nicht als ihren festen Freund vorgestellt. Es war ihr irgendwie grausam vorgekommen, dem Jungen, der Sutton so verzweifelt geliebt hatte, so eindeutig zu zeigen, dass sie nichts für ihn empfand. Emma hatte Ethan später angerufen und ihm ihr Verhalten erklärt. Er hatte Verständnis für sie gehabt. Oder nur gute Miene zum bösen Spiel gemacht? Aber bevor sie etwas sagen konnte, zog Ethan sie an sich, und ihre Lippen trafen sich zu einem Kuss. Emma seufzte. Glückspilz, dachte ich. Was hätte ich dafür gegeben, noch einmal einen Jungen küssen zu dürfen, obwohl ich mir dafür eher Thayer ausgesucht hätte. Ich freute mich für Emma, aber gleichzeitig hoffte ich auch, dass all diese Liebeshormone sie nicht von ihrer eigentlichen Aufgabe ablenken würden. Herauszufinden, was zum Henker mit mir passiert war. »Mir gefällt es hier«, sagte Emma nach dem Kuss und verschränkte ihre Finger mit seinen. »Danke, dass du mich hierhergebracht hast.« »Danke, dass du gekommen bist.« Ethan zog zwei Karten aus seiner Gesäßtasche. »Der Ort hier passt doch ganz gut für unser erstes richtiges Date, oder? Er erinnert mich daran, wie wir uns kennengelernt haben«, fügte er ein bisschen verlegen hinzu. Emma wurde rot. Dieser Augenblick gehörte definitiv zu den besten auf ihrer »Ethan ist einfach ein Schatz«-Liste. An dem Abend, an dem sie in Tucson eingetroffen war und Ethan noch nicht gewusst hatte, wer sie war, hatten sie gemeinsam in den Nachthimmel geschaut. Emma hatte ihm gestanden, dass sie den Sternen Namen gegeben hatte, und statt sich über sie lustig zu machen, war Ethan sehr interessiert daran gewesen. Jetzt ging er in Richtung Eingang voran. »Bereit?«, fragte er. Sie gingen durch einen kastanienbraun tapezierten Flur auf ein Paar schwere schwarze Vorhänge zu. Emma lächelte ihm zu und dann tauchten sie in die Dunkelheit ein. Die Luft war kühl und im Raum war es still. Durch die Glasdecke über ihnen sahen sie die winzigen Sterne, die am Nachthimmel strahlten. Einen Moment lang blieb Emma regungslos stehen und verlor sich in den komplexen Mustern der Konstellationen. Der Himmel war so überwältigend riesig. Wenigstens ein paar Atemzüge lang konnte Emma vergessen, wie kompliziert ihr eigenes kleines Leben geworden war. Es war ihr egal, dass sie eine fremde Identität angenommen und ihr eigenes Leben ausgesetzt hatte. Es war egal, dass ihre Schwester ermordet worden war und die Hauptverdächtige im Moment Suttons kleine Schwester Laurel war. Emma hatte geglaubt, Laurel sei am Abend von Suttons Tod auf einer Pyjamaparty bei Nisha Banerjee gewesen, aber sie hatte sich davongeschlichen, um Thayer ins Krankenhaus zu bringen, nachdem er angefahren worden war. Doch verglichen mit der majestätischen Größe des Universums, war alles, was auf der Erde passierte, bedeutungslos. »Wir haben noch ein bisschen Zeit, bis der Komet kommt«, sagte Ethan nach einem Blick auf das erleuchtete Ziffernblatt seiner Taucheruhr. »Sollen wir uns so lange die anderen Räume anschauen?« Zu den Klängen von New-Age-Musik blieben Ethan und Emma vor einer Schauwand mit dem Titel »Schmutzige Schneebälle des Sonnensystems« stehen, auf der gezeigt wurde, wie sich Kometen bilden. Ethan räusperte sich, stolzierte dann zu der Abbildung eines Kometen und dozierte mit Fistelstimme: »Wie Sie sehen, sind Kometen anfangs nur Eis- und Felsklumpen, die übrig bleiben, wenn sich ein Stern oder ein Planet gebildet hat. Wenn die Felsbrocken der Sonne nahe kommen, schmilzt durch die Sonnenhitze ein Teil des Eises. Was sagen Sie dazu, Fräulein?« Er zog seinen Hosenbund nach oben und rieb sich die Nase. Emma begriff plötzlich, dass er Mr Beardsley, einen Physiklehrer an der Hollier, imitierte. Sie fing an zu lachen. Mr Beardsley war eine Million Jahre alt und sprach nur mit Fistelstimme. Außerdem nannte er alle Mädchen »Fräulein« und alle Jungs »mein Sohn«. »Du bist gut«, prustete sie. »Aber es fehlt noch was. Du musst dir öfter die Lippen lecken. Und dir in der Nase bohren.« »Die Vorstellung, dass der Typ in seiner Nase popelt und dann meine Klausuren anfasst …« »Ekelhaft«, schauderte Emma. »Ich fände es schön, wenn unsere Lehrer es schaffen würden, den Weltraum interessant darzustellen«, sagte Ethan und schlenderte zur nächsten Schauwand. Konzentriert runzelte er die Stirn und musterte die Fotos. Seine blauen Augen glitten über den Begleittext und er bewegte beim Lesen ganz leicht die Lippen. »Ihr Unterricht ist so trocken und langweilig, dass es kein Wunder ist, dass sich niemand für Astronomie interessiert.« »Ich weiß genau, was du meinst«, nickte Emma. »Deshalb liebe ich Star Trek – das nächste Jahrhundert so sehr. Die Serie macht den Weltraum so faszinierend, dass man gar nicht merkt, wenn man nebenbei noch etwas lernt.« Ethans riss die Augen auf. »Du bist ein Trekkie?« »Schuldig.« Emma senkte den Kopf. Wie peinlich, dass sie ihm etwas so Uncooles gestanden hatte. Ich schaute mich schnell um. Gott sei Dank war niemand in der Nähe, der mich kannte und Emmas schändliches Geständnis gehört hatte. Ich wollte auf keinen Fall, dass bald das Gerücht herumging, dass Sutton Mercer ein Fan der nerdigsten Fernsehserie der Welt war. Ethan grinste nur. »Wow. Du bist wirklich das perfekte Mädchen. Ich habe in der siebten Klasse einen Star-Trek-Fanklub gegründet. Ich dachte, wir könnten Marathon-Partys abhalten, uns als unsere Lieblingsfiguren verkleiden und auf Cons gehen. Es wollte niemand eintreten. Das war ein Schock.« Emma verdrehte die Augen. »Ich wäre sofort dabei gewesen. Ich musste die Serie immer alleine anschauen. Du glaubst gar nicht, wie viele Pflegegeschwister sich deshalb über mich lustig gemacht haben.« »Ich habe eine Idee«, sagte Ethan. »Wie wäre es mit einem Trekkie-Marathon demnächst? Ich habe alle Staffeln auf DVD.« »Abgemacht«, sagte Emma und legte den Kopf an Ethans Schulter. Er blickte auf sie herab und seine Wangen röteten sich. »Besteht die Chance, dass dieser Trekkie dich zum Herbstball begleiten darf?« »Das ließe sich einrichten«, sagte Emma vorsichtig. Eine Schlagzeile blitzte in ihrem Kopf auf: »Pflegekind wird zum Herbstball eingeladen: Es gibt noch Wunder!« Sie erfand schon seit ihrer Kindheit ständig Schlagzeilen für ihr Leben und dieser Eintrag gehörte definitiv auf die Titelseite. Es hingen schon eine Weile Poster für den Herbstball in der Schule. Sie kündigten die Band an, die an dem Abend spielen würde, das große Footballspiel vor dem Ball, die Parade und natürlich die Wahl der Herbstkönigin und ihres Königs. Es war ein Ball wie aus einem Film, und Emma hätte nie geglaubt, dass sie einmal an so etwas teilnehmen würde. Vor ihrem inneren Auge sah sie Ethan in einem dunklen Anzug, der sie in den Armen hielt und mit ihr über die Tanzfläche...


Shepard, Sara
Sara Shepard hat an der New York University studiert und am Brooklyn College ihren Magisterabschluss im Fach Kreatives Schreiben gemacht. Sie wuchs in einem Vorort von Philadelphia auf, wo sie auch heute lebt. Ihre Jugend dort hat die »Pretty Little Liars«-Serie inspiriert, die in 22 Länder verkauft wurde und die, ebenso wie ihre Reihe »Lying Game«, zum New York Times Bestseller wurde. Inzwischen wurde »Pretty Little Liars« mit großem Erfolg als TV-Serie weltweit ausgestrahlt.


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