Buch, Deutsch, Band 79, 376 Seiten, PB, Format (B × H): 170 mm x 240 mm
Buch, Deutsch, Band 79, 376 Seiten, PB, Format (B × H): 170 mm x 240 mm
Reihe: Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft
ISBN: 978-3-901064-42-5
Verlag: Universität Innsbruck Inst. f. Germanistik
Gemeinsam und einzeln haben sie über ein halbes Hundert Aufsätze zu Oswald von Wolkenstein verfasst. Knapp die Hälfte davon wird hier neu aufgelegt. Die ausgewählten Beiträge sollen nicht nur wichtige Detailergebnisse eines mediävistischen Forschungszweigs leichter zugänglich machen, sie dokumentieren darüber hinaus die Entwicklung der Forschung zu Oswald von Wolkenstein über die letzten Jahrzehnte.
Zielgruppe
LiteraturwissenschaftlerInnen, HistorikerInnen, MediävistInnen
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Anton Schwob: Das Konstanzlied ‘O wunnikliches paradis’ (Kl 98) als Kontrapunkt zum Zerfall aristokratischer Herrschafts- und Lebensformen
Ute Monika Schwob: Ich spür ain tier. Teufelsvorstellungen im spätmittelalterlichen Tirol
Ute Monika Schwob: Ain frauen pild. Versuch einer Restaurierung des Persönlichkeitsbildes von „Anna der Hausmanin, gesessen zu Brixen. Hannsen Hausmanns Tochter“
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Durch Reussen, Preussen, Eiffenlant. Beziehungen zwischen dem Deutschen Orden und den Familien Vilanders und Wolkenstein im Spätmittelalter
Anton Schwob: Die Edition der Lebenszeugnisse Oswalds von Wolkenstein und neue Funde zum realen Erlebnishintergrund seiner Lieder
Anton Schwob: [.] er ezze mit vns obgenantem Brobst Niklasen [.] auz vnser schussel. Beziehungen Oswalds von Wolkenstein zum Propst und Konvent von Neustift
Anton Schwob: Der Dichter und der König. Zum Verhältnis zwischen Oswald von Wolkenstein und Sigmund von Luxemburg
Ute Monika Schwob: Das Schreckbild vom jähen Tod und Vorsorge für den Todfall. Die Familie Wolkenstein als Beispiel für spätmittelalterliche Verhaltensweisen
Anton Schwob: Selbstbenennungen und Fremdbenennungen Oswalds von Wolkenstein. Das Abbild einer außergewöhnlichen Karriere
Ute Monika Schwob: Frauennamen in wolkensteinischen Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Mit Pauken und Trompeten. Zu einem überraschenden Fund im Rechnungsbuch Oswalds von Wolkenstein aus dem Jahre 1418
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Von der Ungnade zur Gnade. Zur Inszenierung der mittelalterlichen deditio in Oswalds von Wolkenstein Lied ‘Durch aubenteuer tal und perg’ (Kl 26)
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Die Kapellenstiftungen Oswalds von Wolkenstein im Brixner Dom (St. Oswald und St. Christophorus)
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Zwei Inventare Oswalds von Wolkenstein als Dokumente adeliger Lebensführung im Spätmittelalter
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Von den ‘alten Freiheiten’ zum ‘österreichischen Recht’. Oswald von Wolkenstein als parteiischer Zeitzeuge im Lied Kl 26 ‘Durch aubenteuer tal und perg’
Anton Schwob: Die Heirat Oswalds von Wolkenstein mit Margarethe von Schwangau. Ein Beispiel schwäbisch-tirolischer Verbindungen im Mittelalter
Ute Monika Schwob: Auf den Spuren innerfamiliärer Beziehungen im Spätmittelalter. Beobachtungen anhand der Urkunden und Akten Oswalds von Wolkenstein
Anton Schwob: Der deutschsprachige Wappenbrief Herzog Przemkos von Troppau für Oswald von Wolkenstein vom 5. Mai 1419
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Frauen zwischen Autonomie und Fremdbestimmung. Beobachtungen anhand von Urkunden und Liedern Oswalds von Wolkenstein
Anton Schwob: Beobachtungen zur Handschrift A Oswalds von Wolkenstein
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Zur schriftlichen Dokumentation von Palästinareisen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Oswald von Wolkenstein und Johannes von Frankfurt)
Ute Monika Schwob: Ideologischer und militärischer Kampf gegen die Hussiten. Oswald von Wolkenstein und Eberhard Windecke als Zeitzeugen
Anton Schwob und Ute Monika Schwob: Ich hör die voglin gros und klain / in meinem wald umb Hauenstain. Beobachtungen zu den emotionalen Bindungen des Grundherrn Oswald von Wolkenstein an seinen Besitz
Ute Monika Schwob: Oswald von Wolkenstein als Zeitzeuge spätmittelalterlicher Kriminalfälle
Personenregister
Ortsregister
Nachweis des Erstdrucks
Vorwort
Im Jahr 1973 (18.–21. September) organisierte Egon Kühebacher im Auftrag des Südtiroler Kulturinstituts in Neustift bei Brixen die Tagung „Oswald von Wolkenstein“. Der 1974 veröffentlichte Aktenband enthält auch jenen Vortrag, mit dem Anton Schwob seine wissenschaftliche Beschäftigung mit Oswald von Wolkenstein begann. In diesem Artikel positionierte Schwob den Südtiroler Dichter in einem breiteren politisch-historischen Umfeld und brachte damit einen wichtigen Neuansatz in die Oswald-Forschung. Zwei weitere Artikel zu Oswald markieren den Beginn einer wissenschaftlichen Schwerpunktsetzung, die für ein gesamtes Forscherleben bestimmend werden sollte. Bereits 1977 legte Anton Schwob die bis heute grundlegende Biographie Oswalds vor, die mehrfach aufgelegt und nachgedruckt werden musste. Flankiert wurde sie von mehreren Detailstudien.
Eine weitere bahnbrechende Arbeit in der Oswald-Forschung gelang Anton Schwob sodann mit seiner Habilitationsschrift über die „Gefangenschaftslieder“ Oswalds. Der akribische Vergleich von historisch nachweisbaren Details aus dem Leben des Tiroler Adeligen mit deren poetischer Darstellung in seinen Liedern eröffnete neue Wege für die Interpretation des Oswald’schen Œuvres. Indem Schwob den Stilisierungsgrad des lyrischen Ichs ausgewählter Lieder methodisch auslotete, ergaben sich Erkenntnisse, auf deren Basis weitere Forschungen angestellt werden konnten, die bis zur psychohistorischen Rekonstruktion der Persönlichkeit Oswalds reichten.
Im Jahr 1989 erschien in einem Oswald-Artikel zum ersten Mal eine Forscherin an Anton Schwobs Seite: seine Gattin Ute Monika Schwob. Die gelernte Historikerin war schon früher mit international beachteten Arbeiten hervorgetreten und publizierte in der Folge zahlreiche Aufsätze zu Oswald. Gemeinsam veröffentlichten Anton und Ute Monika Schwob zehn Artikel. Was aber die „Schwobs“ zweifelsohne zu den bedeutendsten Exponenten der Oswald-Forschung macht, ist das 1986 begonnene und 2013 abgeschlossene fünfbändige Werk „Die Lebenszeugnisse Oswalds von Wolkenstein“, ein wahres opus magnum, das dem Ehepaar Schwob in der Oswald-Forschung – und nicht nur dort – einen dauerhaften Ehrenplatz sichern wird.
Anton und Ute Monika Schwob haben, gemeinsam und einzeln, über ein halbes Hundert Aufsätze zu Oswald verfasst. Es war für das Herausgeberteam der „Innsbrucker Germanistischen Reihe“ ein ehrenvolles Angebot, knapp die Hälfte davon in einem Band zu versammeln und der Wolkenstein-Forschung vorzulegen. Die ausgewählten Aufsätze sollen nicht nur wichtige Detailergebnisse eines mediävistischen Forschungszweigs leichter zugänglich machen, sondern auch dessen Entwicklung über die letzten Jahrzehnte widerspiegeln. Sie sind daher auch nicht nach inhaltlichen Kriterien, sondern chronologisch in der Reihenfolge ihres Erscheinens angeordnet.
Die hier versammelten Beiträge stellen einen inhaltlich unveränderten Nachdruck der Originale dar. Die äußerst schonend vorgenommenen Eingriffe betreffen die Korrektur von Tippfehlern und behutsame formale Vereinheitlichungen. Die Seitenzahlen der Erstdrucke werden in eckigen Klammern eingefügt. Für all diese – mit großer Sorgfalt durchgeführten – Arbeiten ist Frau Astrid Obernosterer herzlich zu danken.
In der vorliegenden Buchreihe eröffnete Anton Schwob 1974 seine Beschäftigung mit Oswald. Dass genau vierzig Jahre danach in dieser Reihe eine Aufsatz-Sammlung von Anton und Ute Monika Schwob erscheinen kann, verdanken wir auch jenen, die dieses Projekt finanziell unterstützen wollten: In besonderer Weise hat sich Univ.-Prof. Dr. Wernfried Hofmeister, ehemaliger Mitarbeiter von Anton Schwob in Graz, für die Finanzierung des Bandes eingesetzt. Er hat die Universität Graz auf das Buchprojekt hingewiesen, so dass das dortige Vizerektorat für Forschung sowie das Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät großzügig halfen. Weitere Fördermittel stellten die Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft sowie die Gemeinden Wolkenstein in Gröden und Kastelruth zur Verfügung. Allen gilt unser herzlichster Dank.
Max Siller