E-Book, Deutsch, 200 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm
Tools und Techniken für eine erfolgreiche Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
E-Book, Deutsch, 200 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm
ISBN: 978-3-456-95844-6
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Zielgruppe
Personalentwickler und andere im Unternehmen verantwortliche für Betriebliche Gesundheit und Mitarbeiterförderung; Verantworliche in großen Betriebskrankenkassen
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizin, Gesundheitswesen Public Health, Gesundheitsmanagement, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Umweltmedizin, Arbeitsmedizin, Tropenmedizin, Sportmedizin Arbeitsmedizin
- Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft Bereichsspezifisches Management Betriebliches Gesundheitsmanagement
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizin, Gesundheitswesen Präventivmedizin, Gesundheitsförderung, Medizinisches Screening
Weitere Infos & Material
1;Inhalt und Geleitwort;7
2;Warum und wie Sie dieses Buch lesen sollten;13
3;Einleitung;15
4;1 Den Begriffsnebel lichten;21
4.1;1.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM);22
4.2;1.2 Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF);23
4.3;1.3 Private Gesundheitsförderung (PGF);24
4.4;1.4 Weitere wichtige Begriffe;26
5;2 Gesundheitsmodelle bestimmen Denken und Handeln;31
5.1;2.1 Das biomedizinische Modell;32
5.2;2.2 Das salutogenetische Modell;33
5.3;2.3 Das biopsychosoziale Modell;34
5.4;2.4 Gesundheitsförderung durch Bedürfnisbefriedigung;36
5.5;2.5 Check-up;37
6;3 Signale verstehen statt Symptome beklagen;41
7;4 Gesundheitsberatung ohne Ratschlag;49
7.1;4.1 Belehrungen aktivieren nicht;50
7.2;4.2 Experte, Helfer und Coach – drei Rollen und drei innere Haltungen;50
7.3;4.3 Check-up;52
8;5 Die Welt hinter den Zahlen erkunden;57
8.1;5.1 Stress und psychische Belastungen differenziert betrachten;60
8.2;5.2 Ihrem Körper ist es egal, ob Ihr Stress beruflich oder privat verursacht ist;61
8.3;5.3 Check-up;63
9;6 Vom Wissen zum Tun;67
9.1;6.1 Sensibilisierung für das Thema ist immer der erste Schritt;68
9.2;6.2 Selbstreflexion fördert das Verständnis für die eigene Verhaltenssteuerung;68
9.3;6.3 Modelle zur Verhaltensänderung in die BGF als festen Bestandteil integrieren;68
9.4;6.4 Das transtheoretische Modell nach Prochaska und Di Clemente;69
9.5;6.5 Das Zürcher Ressourcenmodell nach Storch und Krause;71
9.6;6.6 Die Haltung bestimmt die Handlung;73
9.7;6.7 Selbstregulation ist angenehmer als Selbstkontrolle;73
9.8;6.8 Bilder und Objekte unterstützen den Veränderungsprozess;74
9.9;6.9 Check-up;75
10;7 Gesundheit zur Chefsache machen;77
10.1;7.1 Die vier Ebenen der Einflussnahme einer Führungskraft;78
10.2;7.2 Wertschätzung und Biochemie;79
10.3;7.3 Selbstmanagement – die eigene Gesundheit beachten;81
10.4;7.4 Führungskräfte überzeugen;82
10.5;7.5 Check-up;84
11;8 Die drei Ebenen der betrieblichen Gesundheitsförderung;89
11.1;8.1 Freiwillige oder verbindliche Teilnahme an Maßnahmen der BGF;91
11.2;8.2 Check-up;93
12;9 Interne und externe Experten auf Herz und Nieren prüfen;99
12.1;9.1 Anbieter von BGM- und BGF-Maßnahmen;99
12.2;9.2 Eigene Experten ausbilden;102
13;10 Den demografischen Wandel berücksichtigen;105
13.1;10.1 Alt werden wollen alle, aber niemand will alt sein;105
13.2;10.2 Das Bild von den älteren Mitarbeitern verändert sich nur langsam;107
13.3;10.3 Individuelles Expertenwissen besteht vor allem aus Erfahrungsdaten;107
13.4;10.4 Handlungsfelder für alterssensible Gesundheitsförderung;109
13.5;10.5 Ältere Arbeitnehmer – alles Einstellungssache!;110
13.6;10.6 Check-up;111
14;11 Humor hilft (fast) immer;117
14.1;11.1 Humor als Bestanteil der BGF;118
14.2;11.2 Witze zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz;118
14.3;11.3 Check-up;119
15;12 Vorab die Finanzierung sichern;125
15.1;12.1 Ein Budget für BGM und BGF im Jahresplan einstellen;125
15.2;12.2 Die Fördermöglichkeiten durch Krankenkassen nutzen;125
15.3;12.3 Mit den Unfallversicherungsträgern kooperieren;126
15.4;12.4 Vorhandene Budgets nutzen;126
15.5;12.5 Steuerliche Vorteile mitnehmen;127
15.6;12.6 Fördermöglichkeiten aus Landes- und Bundesmitteln prüfen;127
15.7;12.7 Kooperationen mit Hochschulen und anderen öffentlichen Institutionen;127
16;13 Die Analyse ist die Grundlage für die Zielformulierung;129
16.1;13.1 Mitarbeiterbefragungen;130
16.2;13.2 Formen der Gruppenarbeit;130
16.3;13.3 Weitere Ressourcen;131
17;14 Eine sorgfältige Maßnahmenplanung erspart Enttäuschungen;133
17.1;14.1 Die acht Arbeitsbereiche im Team Management System;134
18;15 Endlich passiert etwas: kreative Maßnahmendurchführung;141
19;16 Die Bewertung;143
19.1;16.1 Langfristig: der objektive ökonomische Nutzen;143
19.2;16.2 Kurz- und langfristig: der subjektiv erlebte Nutzen;143
19.3;16.3 Weitere Kriterien;144
19.4;16.4 Die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren;144
20;17 Projektbeispiel kommunaler Entsorgungsverband: vom Turnschläppchen-Image zur Personalentwicklung;149
21;18 Projektbeispiel Industrie: Top-down statt Bottom-up;155
22;19 Projektbeispiel Mittelstand: „Tue Gutes und rede darüber“ – Verknüpfung von Gesundheitsförderung und Marketing;161
23;20 Projektbeispiel Kleinunternehmen: Gesundheit ist unser Geschäft;167
24;21 Projektbeispiel Mittelstand: Reflexion vor Aktion;173
25;22 Die fünf häufigsten Stolpersteine;179
25.1;22.1 Die Strategien und Maßnahmen beruhen mehr auf dem Glauben und eigener Erfahrung der Akteure als auf gesichertem Wissen;179
25.2;22.2 Die Führungskräfte sind nicht mit im Boot;180
25.3;22.3 Der Funktionszyklus des BGM wird nicht beachtet;180
25.4;22.4 Die interne Öffentlichkeitsarbeit wird unterschätzt;180
25.5;22.5 Das Thema Verhaltensänderung wird überhaupt nicht benannt oder vernachlässigt;181
26;Nachwort;183
27;Literatur und Empfehlenswerte Websites;187
28;Sachwortregister;191
1 Den Begriffsnebel lichten (S. 19)
Das Missverständnis ist das Allgemeine, das Verstehen die Ausnahme.
Arthur Schopenhauer
Jedes Handlungsfeld hat seine Sprache. Fachbegriffe, alte Wörter, die mit neuen Sinnzusammenhängen angereichert werden, und Wortneuschöpfungen tummeln sich auf dem Firmengelände und mischen sich unter die Alltagssprache im Betrieb. Im Idealfall verhelfen neue Begrifflichkeiten, auch neu zu denken und zu handeln. Denn jeder Gedanke braucht das Wort, um überhaupt gedacht werden zu können. Veränderungen im Handeln basieren immer auf der Veränderung des Denkens und damit wohl auch im Gebrauch der Worte.
Im ungünstigen Fall entwickelt sich eine Sprache, die von vielen genutzt, aber sehr unterschiedlich interpretiert wird. Die Kommunikation ist erschwert, die Missverständnisse sind vorprogrammiert. Sie stellen sich ein, wenn Fachbegriffe sich aus Worten der Alltagssprache neu zusammensetzen. Ein Beispiel hierfür ist der Begriff des „betrieblichen Gesundheitsmanagements“.
Wir kennen die Begriffe Gesundheit, Management und betrieblich; und schon konstruiert unser Gehirn einen Sinnzusammenhang mit dem Ergebnis einer Wortbedeutung, die so nicht stimmen muss. Obwohl gerade dieser Begriff „betriebliches Gesundheitsmanagement“ in vielen Fachbüchern ausreichend definiert und beschrieben ist, findet man in der Praxis sehr unterschiedliche Bedeutungen und Inhalte dafür. Das wäre nicht weiter dramatisch, wenn man im Gespräch doch nur wüsste, dass unser Gesprächspartner zwar dieselben Worte wie man selbst nutzt, aber diesen Worten eine andere Bedeutung zuweist. Und dann geht auch jeder noch selbstverständlich davon aus, dass seine Interpretation die richtige sei – oder aber er denkt gar nicht daran, dass es auch andere Definitionen als die eigene dazu geben könnte.
Daher die dringende Empfehlung, in der Frühphase von Projekten Fachbegriffe zu klären und nicht ihre Bedeutung als selbstverständlich vorauszusetzen. Dabei geht es nicht um die wissenschaftlich exakte Definition, sondern vielmehr um ein einheitliches Verständnis und die Erleichterung der Kommunikation, entweder firmenintern oder auf die Projektgruppenarbeit bezogen.
Erfahrungsgemäß hinterfragen Mitarbeiter und auch die Mitglieder von Arbeitsgruppen selten die Begriffe, was häufig zu Missverständnissen, Konflikten oder einfach zu Erschwernissen bei der Umsetzungsarbeit führt. So kann zu Beginn der Arbeit eine Zusammenstellung mit den wichtigsten Begriffen und deren Definition die Zusammenarbeit sehr erleichtern, wenn sie sie nicht überhaupt erst ermöglicht.
Merke Die inhaltlich saubere Trennung von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) und betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) sowie privater Gesundheitsförderung (PGF) ist für den Experten selbstverständlich, findet in der Praxis aber längst nicht überall statt.