Psychotherapie älterer Menschen und der nachfolgenden Generationen
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-608-20374-5
Verlag: Klett-Cotta
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die Flucht und Vertreibung erlebt haben, häufig besonders stark traumatisiert sind. Ein möglicher Grund dafür sind die extremen Belastungen, denen sie auf der Flucht ausgesetzt waren und die zu einer Aneinanderreihung von Traumata geführt haben. Im Alter kehren diese Erinnerungen oft mit Macht zurück. Sie machen es den Betroffenen noch schwerer, mit den besonderen Anforderungen des Alterns umzugehen. Da die Zahl älterer PatientInnen in der Psychotherapie und in stationären Einrichtungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, ist es nötig, auf die spezifischen Traumata dieser Altersgruppe gezielt einzugehen. Auch für die Nachfolgegenerationen der Flüchtlinge und Vertriebenen spielen die Flucht- und Vertreibungserfahrungen ihrer Vorfahren eine wichtige Rolle; diesem Umstand muss in der Therapie Rechnung getragen werden.
Dieses Buch wendet sich an:
- PsychotherapeutInnen aller Richtungen
- Psychologische BeraterInnen
- Menschen, die Ältere betreuen und begleiten
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Suchttherapie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Klinische und Innere Medizin Geriatrie, Gerontologie
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychotherapie / Klinische Psychologie Psychodynamische Psychotherapie
- Sozialwissenschaften Psychologie Allgemeine Psychologie Entwicklungspsychologie Gerontopsychologie
Weitere Infos & Material
1;Cover;1
2;Inhalt;6
3;Vorwort;10
4;1 Einleitung;13
5;Teil I: DAS HISTORISCHE GESCHEHEN;18
5.1;2 Flucht und Vertreibung der Deutschen;20
5.1.1;2.1 Nazidiktatur, Zweiter Weltkrieg und deutsche Ostgebiete;20
5.1.2;2.2 Die Flucht aus den deutschen Ostgebieten;22
5.1.3;2.3 Die Vertriebenen – Hitlers letzte Opfer;26
5.1.4;2.4 Das Ankommen in der »kalten Heimat«;29
5.1.5;2.5 Das Jahrhundert der Vertreibung;33
5.1.6;2.6 Folgen für die klinische Praxis;36
5.2;3 Die Flucht von Frau A. – Ein Erfahrungsbericht;39
5.3;4 Das Schicksal der Kinder und Jugendlichen;49
5.3.1;4.1 Verlust, Trauma, »kalte Heimat«;49
5.3.2;4.2 Der Kampf der Frauen;52
5.3.3;4.3 Leben ohne Väter;55
5.3.4;4.4 Das Erbe der nationalsozialistischen Zeit;57
5.3.5;4.5 Zwischenfazit: Die Grenzen des Traumakonzeptes;62
5.3.6;4.6 Das Schweigen der Flüchtlingskinder;63
5.3.7;4.7 Anpassungs- und Identitätskonflikte;66
5.3.8;4.8 Resilienz bei Kindern und Jugendlichen;69
5.3.9;4.9 Folgen für die klinische Praxis;72
6;Teil II: ZU DEN FOLGEN VON FLUCHT UND VERTREIBUNG;74
6.1;5 Das Belastungs-Entwicklungs-Modell;76
6.2;6 Psychische Langzeitfolgen von Flucht und Vertreibung;79
6.2.1;6.1 Psychodynamische Aspekte von Traumafolgestörungen;79
6.2.2;6.2 Posttraumatische Belastungsstörung im Alter;80
6.2.2.1;6.2.1 Diagnose und Symptomatik;80
6.2.2.2;6.2.2 Prävalenz der PTBS;82
6.2.2.3;6.2.3 Wiederauftreten im Alter?;84
6.2.3;6.3 Andere krankheitsbezogene Folgen;85
6.2.3.1;6.3.1 Psychische Gesamtbelastung;85
6.2.3.2;6.3.2 Emotionales Erleben, Beziehung und Kommunikation;86
6.2.3.3;6.3.3 Psychiatrische Krankheitsbilder;86
6.2.3.4;6.3.4 Somatisierung und körperliche Erkrankungen;87
6.2.3.5;6.3.5 Kognitive Einschränkungen und Demenz;88
6.2.3.6;6.3.6 Psychosoziale Folgen;88
6.2.3.7;6.3.7 Lebensqualität und Kohärenzgefühl;89
6.2.4;6.4 Zur klinischen Komplexität – Überlegungen zu strukturellen Defiziten;90
6.2.5;6.5 Bewertung des Forschungsstandes;91
6.2.6;6.6 Folgen für die klinische Praxis;93
6.3;7 Der Schatten auf den nachfolgenden Generationen;94
6.3.1;7.1 Zur Relevanz transgenerationaler Prozesse;94
6.3.2;7.2 Formen belasteter Entwicklung;97
6.3.2.1;7.2.1 Trauma und unbewusste Identifizierung;98
6.3.2.2;7.2.2 Trauma und desorganisierte Bindung;100
6.3.2.3;7.2.3 Parentifizierung und erschwerte Separation;102
6.3.2.4;7.2.4 Die »doppelte« Identität;104
6.3.3;7.3 Transgenerationale Reifung und Generativität;105
6.3.4;7.4 Folgen für die klinische Praxis;107
6.4;8 Verlust, Trauma und der Prozess des Alterns;110
6.4.1;8.1 Zur doppelten Dynamik heutigen Alterns;110
6.4.2;8.2 Warum die Vergangenheit im Alter näherrückt;112
6.4.2.1;8.2.1 Der natürliche Lebensrückblick im Alter;112
6.4.2.2;8.2.2 Zu den Folgen neuropsychologischer Veränderungen;114
6.4.2.3;8.2.3 Zum Konzept der Trauma-Reaktivierung;116
6.4.2.4;8.2.4 Altern und frühe Traumata – ein interaktiver Prozess;118
6.4.3;8.3 Ein entwicklungspsychologischer Rahmen – Die Bindungstheorie;121
6.4.4;8.4 Im Spannungsfeld von Alter, Verlust und Trauma – Fallvignetten;123
6.4.4.1;8.4.1 »Ich wollte ein Buch über Ostpreußen schreiben.«;123
6.4.4.2;8.4.2 »Der Zug, der niemals kam«;126
6.4.4.3;8.4.3 »Die Geige als symbolisches Objekt«;129
6.4.5;8.5 Was ist gutes Altern – Integration oder Ambivalenzerfahrung?;132
6.4.6;8.6 Folgen für die klinische Praxis;134
6.5;9 Ein kritischer Zwischenruf;136
7;Teil III: PSYCHOTHERAPEUTISCHE UND ANDERE HILFEN;142
7.1;10 Psychotherapie bei Älteren mit Flucht- oder Vertreibungshintergrund;144
7.1.1;10.1 Entwicklung und Stand der Alterspsychotherapie;144
7.1.2;10.2 Von der Verborgenheit des Alters in der Psychotherapie;145
7.1.3;10.3 Grundelemente der Psychotherapie mit Älteren;147
7.1.3.1;10.3.1 Diagnostische Aufgaben;147
7.1.3.2;10.3.2 Zur Frage der Indikation;149
7.1.3.3;10.3.3 Therapieziele und Ressourcenorientierung;151
7.1.3.4;10.3.4 Entwicklung der Psychotherapiemotivation;152
7.1.3.5;10.3.5 Facetten der therapeutischen Beziehung;153
7.1.3.6;10.3.6 Zur Eigenübertragung des Therapeuten;155
7.1.3.7;10.3.7 Therapeutische Haltung und Interventionstechnik;156
7.1.3.8;10.3.8 Der »Trauer-Befreiungs-Prozess«;158
7.1.4;10.4 Traumatherapie mit Älteren;160
7.1.4.1;10.4.1 Stabilisierung und Sicherheit;160
7.1.4.2;10.4.2 Imaginative Techniken;161
7.1.4.3;10.4.3 Ressourcenorientierung;163
7.1.4.4;10.4.4 Traumabearbeitung;166
7.1.4.5;10.4.5 Narrativer Ansatz;168
7.1.4.6;10.4.6 Wie sinnvoll ist Traumatherapie mit Älteren?;169
7.1.5;10.5 Alterspsychotherapie und Traumatherapie – zwei konvergente Perspektiven;170
7.1.6;10.6 Behandlungsergebnisse;171
7.1.7;10.7 Folgen für die klinische Praxis;173
7.2;11 Kasuistische Darstellung – Das »Petticoat-Kind«;175
7.2.1;11.1 Der aufgeschobene Therapiebeginn;175
7.2.2;11.2 Zur Lebensgeschichte;176
7.2.3;11.3 Psychodynamische Überlegungen;182
7.2.4;11.4 Der therapeutische Prozess;185
7.3;12 Flucht- und Vertreibungsfolgen in der Versorgung älterer Menschen;190
7.3.1;12.1 Zur Versorgung beeinträchtigter älterer Menschen;190
7.3.2;12.2 Die ambulante Versorgung;192
7.3.2.1;12.2.1 In der ambulanten Psychotherapie;192
7.3.2.2;12.2.2 In der Ehe- und Lebensberatungsstelle;194
7.3.2.3;12.2.3 In der Seniorenberatung;196
7.3.3;12.3 Die stationäre Versorgung;199
7.3.3.1;12.3.1 In der psychosomatischen Klinik;199
7.3.3.2;12.3.2 In der gerontopsychiatrischen Klinik;202
7.3.3.3;12.3.3 In der geriatrischen Klinik;204
7.3.3.4;12.3.4 Im Pflegeheim;207
7.3.4;12.4 Folgen für die klinische Praxis;211
8;Teil IV: Abschluss;214
8.1;13 Dürfen sich Deutsche als Opfer fühlen?;216
8.2;14 Was wir aus der Geschichte lernen können;220
9;Literatur;224
10;Zu diesem Autor;240