Oswald | Tannenduft im kleinen Strickladen in den Highlands | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 6, 304 Seiten

Reihe: Der kleine Strickladen

Oswald Tannenduft im kleinen Strickladen in den Highlands

Roman | Mit kreativen Strickanleitungen | Winter, Wolle und Alpakas | Band 6 von SPIEGEL-Bestseller Autorin Susanne Oswald

E-Book, Deutsch, Band 6, 304 Seiten

Reihe: Der kleine Strickladen

ISBN: 978-3-7499-0770-0
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Amely freut sich auf die Hochzeitsfeier ihrer Freunde Maighread und Joshua. Callwell Castle erstrahlt im festlichen Glanz und ist voller Besucher, auch einer der ältesten Freunde von Amely ist als Fotograf angereist. Er wohnt auf einem Hausboot am nahen See. Doch während der Feier geschieht ein Unglück auf Amelys Alpakafarm. Von den Ereignissen verunsichert und zweifelnd an ihrer Entscheidung Edinburgh zu verlassen, flüchtet Amely zu Paul auf das Hausboot. Das verärgert nicht nur ihre neue Liebe Peter. Ihre Freunde aus Callwell geben alles, um Amely auf die Beine zu helfen und ihr zu zeigen, dass ihr Platz bei ihnen ist. Bis Weihnachten ist es nicht mehr weit - Tannenduft liegt in der Luft und eine schöne Überraschung wartet auf Amely ...

Susanne Oswald ist Bestsellerautorin - ihr Traum wurde wahr. Die gebürtige Freiburgerin liebt das Meer. Gemeinsam mit ihrem Mann am Strand spazieren zu gehen und den Abend vor dem Kamin mit Strickzeug auf dem Schoß ausklingen zu lassen, ist für sie das Schönste. Mit dem Kopf ist sie fast immer bei ihren Heldinnen und Helden, und es macht sie glücklich, ihre Fantasie Wirklichkeit und Buchstaben zu Geschichten werden zu lassen.

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Kapitel 1
Amely
Der Morgentau lag noch auf dem Gras, als Amely zusammen mit ihrem Hund Piper aus dem Haus trat und über die Wiese zum Hühnergehege ging. Sie liebte diese frühen Stunden, wenn die Welt gerade erst erwachte. Alles wirkte friedlich, und der Tag lag vor ihr wie ein Geschenk, das sie nur auspacken musste. Als sie die Pforte öffnete, versuchte Piper, sich an ihr vorbeizudrängeln. Die Schnauze hatte er bereits in den Spalt zwischen Pfosten und Tor gedrückt. Doch diese Rechnung hatte der junge Hund ohne sein Frauchen gemacht. »Nix da, du Schlawiner!« Amely hielt das Gatter fest, sodass Piper es nicht weiter aufstoßen konnte. »Das könnte dir so passen. Du weißt genau, dass du hier nicht reindarfst. Sie packte ihn am Halsband und zog ihn zurück. Piper sah zu seinem Frauchen hoch und wedelte mit dem Schwanz. Er wusste ganz genau, dass er nicht zu den Hühnern durfte, schuldbewusst wirkte er trotzdem nicht. Eher sah es so aus, als würde er grinsen. Dieser Hund war ein echter Frechdachs. Zweimal hatte er sich sogar unter dem Zaun durchgebuddelt, als Amely nicht aufgepasst hatte. Sie ließ ihm viele Freiheiten, aber bei den Hühnern blieb sie streng, und das hatte auch einen guten Grund. Die Hennen reagierten hysterisch, wenn ein Hund in ihre Nähe kam. Obwohl Piper die Hühner weder scheuchte noch bedrängte, war er kein gern gesehener Gast im Gehege. Seine bloße Anwesenheit reichte, um die Damen in Aufruhr zu versetzen. Wenn er dann auch noch an ihren Federn schnupperte, rannten sie flügelschlagend herum und gackerten und glucksten, als wäre der böse Wolf persönlich hinter ihnen her. Dem Geschrei nach musste man glauben, dass sie jeden Moment verschlungen werden sollten. Das Resultat waren jedes Mal ein bis zwei eifreie Tage und reichlich frei fliegende Federn, die den Hennen vor Schreck ausgefallen waren. Damit der übermütige Piper nicht doch noch seinen Kopf durchsetzte, quetschte Amely sich durch den schmalen Torspalt und schloss das Gatter sofort fest hinter sich. Dieser Sieg ging an sie, das sah offenbar auch Piper ein. Er gab sich geschlagen und trollte sich. An Grasbüscheln schnuppernd, tat er so, als hätte er sowieso überhaupt kein Interesse an dem Gackervolk. »So ist es brav. Lies du deine Hundezeitung, bis ich hier fertig bin. Nachher gehen wir spazieren.« Amely überließ den Rüden seiner Morgenlektüre und wandte sich um. »Kommt, putt, putt, putt. Kommt!« Mit weicher Stimme lockte sie die Hühnerbande. Wie jeden Tag versorgte sie zuerst das Federvieh, bevor sie zu den Alpakas ging, um Heu und Wasser aufzufüllen, nach der Herde zu sehen und etwas Zeit mit ihren Lieblingen zu verbringen. Erst wenn sie wusste, dass es allen gut ging, konnte sie den Spaziergang mit Piper genießen. Diese Zeit mit den Tieren war zu ihrem liebsten Morgenritual geworden. Früher, als sie noch in Edinburgh gelebt hatte, war sie deutlich später aufgestanden, hatte lange am Frühstückstisch gesessen, die Tageszeitung gelesen, über die Pläne für den Tag nachgedacht oder direkt vom Küchentisch aus ihre Festivalteilnahmen organisiert und Bürokram erledigt. Damals hatte sie ihre handgefärbte Wolle auf Woll-Events im gesamten Königreich präsentiert und verkauft. Das konnte sie sich heute gar nicht mehr vorstellen. Mit ihrem Umzug nach Callwell hatte ein neuer Lebensabschnitt für sie begonnen. Auf Festivals ging sie schon lange nicht mehr – außer natürlich auf das Callwell Yarn Festival –, und für ein ausgedehntes Frühstück fehlte ihr die Ruhe. Meist gab es nur einen schnellen Tee und Toast, nachdem Joel und Maggie, ihre beiden Tigerkatzen, und Piper versorgt waren, dann zog es sie nach draußen. Seit sie in Callwell lebte und die Tiere hatte, war sie oft schon vor sechs Uhr auf den Beinen und bereit für den Tag. Ihre blonden Haare trug sie bei der Arbeit zu einem praktischen Zopf gebunden. Sie musste auch nie lange überlegen, was sie anziehen wollte, denn ihre Arbeitskleidung bestand aus einer Jeanslatzhose, einem Pullover und ihren geliebten selbst gestrickten Socken. Sie hatte eine Leidenschaft für quietschbunte Gute-Laune-Socken entwickelt. Schuld daran war Maighread, die nicht nur den kleinen Strickladen, das Wolle & Zeit, führte, sondern auch einen YouTube-Kanal mit Wollpräsentationen und Stricktutorials hatte. Maighread war ein wunderbarer Mensch. Allen voran ihr verdankte Amely den Neuanfang in Callwell. Ohne ihre Hilfe wäre Amely nach dem Tod ihrer Mutter womöglich in der Schwärze ihres Schmerzes zugrunde gegangen. Doch Maighread, Joshua, Chloe, Scott, Peter und Eilidh hatten sie damals unter ihre Fittiche genommen, sie aufgepäppelt und ihr beigestanden. Eine ganze Weile hatte Amely bei Joshua und Maighread auf Callwell Castle gewohnt. Am Ende hatte sie nicht nur den Neubeginn gewagt, sondern auch die Liebe zu Peter gefunden. Auch dass sie wieder färbte, hatte sie ihren Freunden zu verdanken. Chloe hatte ihr geholfen, das Trauma zu überwinden, und dank Maighreads Unterstützung arbeitete sie sogar mit KingCole zusammen, einem der führenden Wollunternehmen in Großbritannien, und unterstützte damit im Gedenken an ihre Mutter auch die Pink-Ribbon-Bewegung. Die Krebsfrüherkennung war so ein wichtiges Thema. Wäre ihre Mutter früher zum Arzt gegangen … Energisch stoppte Amely diesen Gedanken. All dieses wäre, hätte, wenn änderte nichts. Lieber dachte sie wieder an ihre bunten Socken. Maighread hatte ein Video dazu hochgeladen und Amely mit der Idee infiziert. Im Moment steckten ihre bunten Socken zwar gut verborgen in den Gummistiefeln, aber allein der Gedanke an die Farbenvielfalt an ihren Füßen stimmte sie fröhlich. Abgesehen von der guten Laune, die sie schenkten, waren die Socken auch ungemein praktisch. Beim Stricken konnte Amely sämtliche Wollreste kunterbunt zusammenpacken und verwerten. Je schriller, desto besser. Außerdem musste sie nach dem Waschen keine Paare mehr zusammensuchen, da keine Socke der anderen glich. Amely legte sie einzeln in die Schublade, schnappte sich bei Bedarf wahllos zwei und schlüpfte hinein. War eine zu löchrig, als dass es sich lohnte, sie zu flicken, kam sie weg. Da es keine Paare gab, war das kein Problem. Konnte das Leben einfacher sein? Gleiche und weniger bunte Sockenpaare strickte sie nur noch selten. Meist wenn sie welche für Peter auf den Nadeln hatte. So lustig und locker ihr Liebster auch war, was seine Kleidung anging, war er eher der konservative Typ. Als Inhaber der für die Region wichtigen Whiskydestillerie fand Amely das auch nachvollziehbar. Peter betrieb das Unternehmen in dritter Generation, und McDurmanns Whisky war weit über die Grenzen Schottlands bekannt. Die Firma hatte weltweit Kunden. Verständlich, dass es Peter wichtig war, seriös aufzutreten. Dafür liebte er Amelys bunte Seite umso mehr. Sie waren über ein Jahr zusammen, und er wurde nicht müde, es ihr zu sagen und bei jeder Gelegenheit auch zu zeigen. Und sie liebte ihn ebenso. Seriös oder nicht, für sie war er perfekt. Peter war liebenswert, warmherzig und immer dabei, wenn es darum ging, gemeinsam zu lachen – besonders gern über sich selbst. Bei dem Gedanken an ihn lächelte Amely versonnen. Er wollte sie am späten Vormittag abholen. Sie würden nach Callwell Castle fahren, um bei den Vorbereitungen für Maighreads und Joshuas Hochzeitsparty zu helfen. In drei Tagen war es schon so weit. Sie konnte es kaum erwarten. Das würde ein rauschendes Fest werden. Eigentlich hatten die beiden bereits im Januar feiern wollen. Doch kurz nach Weihnachten hatte Joshua einen schweren Unfall gehabt. Er war auf der Eisfläche vor dem Pferdestall ausgerutscht und mit dem Hinterkopf auf der Mauer aufgeschlagen, die als Aufstiegshilfe diente. Bei dem Sturz hatte er sich den Arm gebrochen und ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Zu seinem Glück war Scott mit ihm beim Stall gewesen. Er hatte schnell reagiert und darauf bestanden, Joshua ins Krankenhaus zu bringen. Durch den Schock hatte der zuerst gar nichts von den Schmerzen gemerkt. Im Krankenhaus war er dann zusammengebrochen – die Kopfverletzung hatte eine Hirnblutung nach sich gezogen. Die ersten Tage waren kritisch gewesen. Maighread war nicht von seiner Seite gewichen und fast durchgedreht vor Angst. Vier Wochen hatte Joshua im Krankenhaus gelegen. Es war ein Glück gewesen, dass er gute Männer hatte, die sich um die Tiere und Ländereien kümmerten, die zu Callwell Castle gehörten. Wieder zu Hause, hatte er das Leben langsam angehen und erst wieder zu Kräften kommen müssen. Eine rauschende Hochzeitsfeier wäre da unvorstellbar gewesen. Also hatten die beiden das Fest verschoben. Weil sie aber nicht mehr länger hatten warten wollen, hatten sie im Januar bereits heimlich im kleinen Kreis geheiratet. Nur die engsten Freunde waren eingeweiht gewesen. Im Rahmen der bevorstehenden großen Feier wollten sie nun ihr Ehegelübde erneuern. So würde es für die Gäste trotzdem diesen emotionalen Moment geben, der Hochzeitsfeste so besonders machte. Wenn sie daran dachte, musste Amely jetzt schon tief durchatmen, um nicht vor Ergriffenheit zu weinen. Sie würde auf jeden Fall mehr als ein Taschentuch einstecken müssen, das war klar. Aber bis es so weit war, gab es noch viel zu tun. Schließlich sollte alles so werden, wie das junge Paar es sich erträumte. »Putt, putt, putt!« Den Eimer mit den Körnern hatte Amely unter den linken Arm geklemmt. Mit rechts griff sie hinein und warf das Futter in weitem Bogen vor sich. So waren die Hühner eine Weile beschäftigt. Wenn die Hennen auf den Nestern saßen,...


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