E-Book, Deutsch, Band 2577, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2577, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2576-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Christian Montillon wurde 1974 als Christoph Dittert in Rockenhausen in Rheinland-Pfalz geboren. Mit 16 Jahren kaufte er am Kiosk in seinem Heimatort Winnweiler seinen ersten Perry Rhodan-Roman, 'Solo für einen Androiden' von Ernst Vlcek. Er wurde schnell zu einem großen Fan des Autors und scheint sich seither in den Kopf gesetzt zu haben, in dessen Fußstapfen zu treten ... Zunächst studierte Dittert in Mainz Germanistik, Buchwissenschaft, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und erwarb 2001 seinen Magistertitel. Nach dem Studium begann er eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der Gesangbuchforschung, die er aber nicht fertigstellte, weil er sich als Autor selbstständig machte. Für sein Pseudonym Christian Montillon lieh er sich den Mädchennamen seiner Frau Rahel aus. Die Schriftstellerkarriere begann Dittert im Jahr 2003 mit ersten Romanen für die Serie 'Coco Zamis', die auf Basis der klassischen 'Dämonenkiller'-Serie aus den 70er Jahren entstand. Die Grundlagen für die Serie hatte Ernst Vlcek gelegt, und der Wiener Autor schrieb auch bei 'Coco Zamis' mit. Kurz darauf stieg Dittert in unterschiedliche Serien des Bastei-Verlages ein, zu denen er zahlreiche Titel beisteuerte. 2004 wagte er es, seinem Idol Ernst Vlcek einen Schritt näher zu kommen und sich bei der Perry Rhodan-Redaktion zu bewerben. Zunächst verfasste er vier Romane für die ATLAN-Serie, und kurz darauf feierte er mit dem Doppelband 2346 und 2347 seinen Einstand als Perry Rhodan-Teamautor. Seither gehört er zu den beliebtesten Autoren der Serie. Was ihn an Perry Rhodan am meisten fasziniert, sind 'die unterschiedlichen Blickwinkel auf dasselbe Geschehen, die Vielzahl an völlig unterschiedlichen Autoren.' Neben der Arbeit an der Hauptserie findet Christian Montillon immer wieder Zeit für weitere Projekte. Er schrieb für die Heyne-Taschenbuchreihen, übernahm die Exposé-Redaktion der 36-teiligen Nebenserie Perry Rhodan-Action und verfasst den 'Infotransmitter' für die Perry Rhodan-Serie, der unregelmäßige Nachrichtendienst der Serien-Homepage. Außerhalb des 'Perryversums' publizierte er zahlreiche Hardcover im Zaubermond-Verlag, allesamt Titel, die zu laufenden Serien gehören. 'Ja, ich bin ein Serienmensch', gesteht Montillon. 'Auch im Fernsehen schaue ich so gut wie nichts außer Serien, von den :Star Trek9-Serien bis zu :Friends9 - oder meiner Frau zuliebe auch mal :Emergency Room9, bei dessen Blutmassen mir allerdings regelmäßig schlecht wird ... und das, obwohl ich in meinen Texten hin und wieder noch mehr Blut vergieße. Aber im Emergency Room ist es eben real ... oder könnte zumindest real sein.' Christian Montillon lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern Tim, Silas und Noah bei Grünstadt in der Pfalz. 'Und egal, was die Zukunft bringt', verspricht er, 'ATLAN und Perry Rhodan werde ich als Leser treu bleiben.'
Autoren/Hrsg.
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1.
Ein Rahmen für das Puzzle. Zwölf Stunden zuvor Es fiel ihm schwer, den Schlaf abzuschütteln und die Augen zu öffnen. Doch das stete Piepsen des Signals verriet Perry Rhodan, dass etwas Wichtiges anstand. Wie immer. Wann war er wohl zuletzt von Unwichtigem gestört worden, das er hatte ignorieren können? Er vermochte sich nicht daran zu erinnern. Ob es wohl jemals wieder eine ruhige Phase in seinem Leben geben würde? Momentan sah es nicht danach aus. Trotz der ständigen Vitalimpulse seines Zellaktivators war der Terraner schlicht und einfach müde. Irgendwann forderte auch sein Körper das Recht auf Schlaf. Mehr Schlaf, als Rhodan sich gönnen konnte. Es half alles nichts. Er drehte sich auf die Seite, schob die leichte Wärmedecke über die Brust, trat sie mit den Füßen gänzlich weg und schwang die Beine aus dem Bett. Der Boden fühlte sich unter den nackten Sohlen kühl an. »Ja doch«, rief er in Richtung des Akustikfeldes. Dieses gab ihm durch ein zusätzliches rotes Blinken in einem Zwei-Sekunden-Intervall zu verstehen, wer darauf wartete, ihm eine Nachricht zu überbringen – JOKER, der Hauptrechner und die Kontrollinstanz der Stardust-Felsennadel. Wahrscheinlich erwartete der Rechner, dass Rhodan als Sofortumschalter und Zellaktivatorträger blitzartig hellwach war und auf den Anruf reagierte; doch diesmal nicht. Rhodan streckte den Rücken durch. »Gespräch annehmen!« Er klang nicht besonders freundlich. Ein Blick auf die Anzeige des Chronometers, die in Leuchtziffern an die Decke projiziert wurde, zeigte ihm, dass er sich vor gerade einmal 108 Minuten hingelegt hatte – er hatte sich die Uhrzeit genau gemerkt. Geschlafen hatte er weit weniger lang; düstere Gedanken hatten ihn gequält und verhindert, dass er einschlief. Alles in allem also eine nicht sonderlich erholsame Ruhepause. JOKERS künstliche Stimme erklang. Unter all der neutralen Distanz glaubte Rhodan verborgene Verwunderung oder auch leichten Ärger darüber zu vernehmen, dass etliche Sekunden verloren gegangen waren. Er störte sich nicht daran. Von einer Maschine und ihren Stimmungen – sollte sie über solche verfügen – ließ er sich ganz gewiss nicht drängen. »Über der Nebelkuppel von Aveda«, informierte der Rechner, »ist soeben eine der beiden auf Talanis stationierten Silberkugeln materialisiert.« Diese Nachricht vertrieb in der Tat die letzten Reste von Schlaf und Müdigkeit. Eines der erst vor Kurzem entdeckten Fluggeräte war also von seiner Mission zurückgekehrt – und befand sich in relativer Nähe, nur wenige hundert Kilometer entfernt. Mit etwas Glück bedeutete das eine Menge neuer Erkenntnisse, die dem Wissensstand über das Geschehen in Aveda, der gesamten Stardust-Galaxis, dem Solsystem, Andromeda … und überall in den Weiten des Polyport-Netzes hinzugefügt werden konnten. Irgendwann, darauf vertraute Rhodan, würde sich aus den zahllosen Puzzlestücken ein stimmiges Gesamtbild ergeben – und ein Weg, die zahlreichen Probleme zu lösen, die an allen Ecken und Enden brannten. Momentan schien es fast unmöglich, einen Überblick zu gewinnen, obwohl er selbst wieder einmal offenbar als Zentralfigur fungierte. Es war wohl sein Schicksal, an vielen Orten gleichzeitig präsent sein zu müssen. Ein Puzzle, dachte er. Der Vergleich war passend und es wert, länger darüber nachzudenken. Es ist ein kosmisches Puzzle, und ich bin derjenige, der am Spieltisch sitzt und die Teile zusammenfügt. Nein, mehr noch – ich bin selbst eines der Puzzlestücke, das mit etlichen anderen verbunden ist und dafür zu sorgen hat, dass sie miteinander verknüpft werden. Der Terraner schlüpfte in seine einteilige Kombination und machte sich bereit, sein kleines Privatquartier in der Felsennadel zu verlassen. Das Material lag angenehm auf der Haut, ein vertrauter, leichter Druck. »Bitte, gib mir weitere Informationen«, forderte er JOKER auf. Er verhedderte sich am Stoff des rechten Beins und stolperte, fing sich nur mit einem gewagten Hüpfer ab, landete auf dem linken und breitete die Arme wie ein Artist aus, um das Gleichgewicht wiederzufinden. Wenn das jemand gesehen hätte, dachte er. Das entsprach sicherlich nicht dem Bild, das man sich gemeinhin von einem Perry Rhodan machte; immerhin genoss er auch im Stardust-System den Status einer Legende … was ihm nicht unbedingt gefiel. Er war ein Mensch aus Fleisch und Blut und würde es auch immer bleiben. »Wer befindet sich an Bord der Silberkugel? Wer steuert sie?« »Es handelt sich um Kugel E«, erklärte JOKER. »Also um die Pilotin …« »Eritrea Kush!« Der Terraner schloss die Kombination, die sich nun perfekt anpasste. Er spürte sie kaum noch. »Hat sie ihr Fluggefährt schon verlassen?« »Negativ. Aber im Kontrollstand wartet eine Nachricht auf dich.« Rhodan warf keinen Blick mehr zurück, als er sein Quartier verließ. Ruhepausen? Nicht für ihn. Der Zellaktivator pochte vernehmlich. * Er eilte durch den etwa fünf Meter breiten Gang, der vom Bereich der Unterkünfte in den zentralen achteckigen Raum führte, den man per Antigravschacht in schwindelerregender Höhe über der Halle der 1000 Aufgaben erreichen konnte. Sein Blick ging automatisch zur Decke, wo eine Kreislinie verdeutlichte, dass es oberhalb wohl noch etwas gab und der Schacht an dieser Stelle – in immerhin 710 Meter Höhe im ausgehöhlten Inneren der Stardust-Felsennadel – noch nicht endete. Momentan war und blieb dieser Bereich verschlossen, und bislang hatte niemand eine Möglichkeit gefunden, diesen vermuteten Durchgang zu öffnen. Es würde Rhodan allerdings nicht wundern, wenn ES auch in dieser Hinsicht eine Vorkehrung getroffen hatte, die … Ein Zuruf riss ihn aus den Gedanken. In der Nähe standen vier Wissenschaftler beisammen. Eine schlanke, hochgewachsene Frau mit aschblondem Haar winkte ihm zu. Er erinnerte sich, am Vortag einige Worte mit ihr gewechselt zu haben; wobei er genau genommen angesichts ihres Redeschwalls kaum einen Gesprächsanteil aktiv bestritten hatte. War sie nicht Hyperphysikerin und hatte ihm eine bizarre Theorie vorgestellt, auf der sie auf recht unangenehme Weise immer wieder insistiert hatte? Rhodan ging rasch an ihr und den anderen vorüber; die drei Männer warfen ihm einen kurzen Blick zu, den er mit einem nichtssagenden Nicken quittierte. Der Hyperphysikerin gönnte er ein knappes Heben der Augenbrauen, das so viel sagte wie: Ich hätte gerne mit dir gesprochen, aber mir bleibt leider keine Zeit. Am nördlichen Ende des Raumes betrat er einen Korridor, der demjenigen glich, den er eben erst verlassen hatte; er führte in den Kontrollstand der Felsennadel, wo sich auch JOKERS Hardware befand. Dort fand er den vertrauten Anblick der bildschirmartigen Projektionen vor, die sich an den Wänden entlangzogen. Die meisten zeigten die Maschinenblöcke in den unteren Etagen der Halle. Direkt vor der breiten Außenwand schwebte ein Hologlobus von sieben Metern Durchmesser. Davor ragte ein Hufeisenschaltpult auf, vor dem wiederum gelblich-transparente Wolken wallten. Eines dieser Nebelgebilde steuerte Rhodan an und ließ sich darauf nieder; es handelte sich um Formenergie, aus der sich auf seinen Körperkontakt hin ein Sessel bildete, perfekt den Konturen des Terraners angepasst. Als er die Arme hob und ablegte, fand er zwei Lehnen in exakt der richtigen Höhe vor. Die geneigte Oberfläche des Kontrollpults war eine berührungssensitive Bedienfläche, doch einen solch direkten Zugang zum Rechner benötigte Rhodan derzeit nicht. Ein einfacher akustischer Befehl genügte: »Bitte, schalte eine Verbindung zu Eritrea Kush in Kugel E.« Selbst das wäre wohl nicht nötig gewesen, schließlich hatte JOKER ihn nur deshalb in den Kontrollstand gerufen. Ein Teil des Pults formte sich als Display eines Bildschirms. Daraus schaute ihm die Pilotin der Silberkugel ernst entgegen, ehe sie ihm ein knappes Lächeln gönnte. Das kurze dunkelbraune Haar wies eine einzelne längere Strähne auf, die über die Stirn fiel. Die Frau sah müde aus; unter den Augen gruben sich blauschwarze Ringe in die Haut. Ihr Gesicht war schmal wie immer, doch in diesem Moment wirkte es fast hager und ausgezehrt. Das Bild zeigte sie abwärts bis zu den Händen, die auf einer Tischplatte ruhten. Direkt daneben stand ein Glas, in dem bläuliche Flüssigkeit perlte und schäumte. »Ein Vitaminshake«, sagte sie, anscheinend Rhodans Blickes gewahr werdend. »Das Rezept lagert in den Speicherbänken der Silberkugel. Die Grundsubstanz nennt sich Winchester-Beere. Ein teuflisches Zeug im ersten Moment – schmeckt bitter, dass du glaubst, es ätzt dir die Zunge weg. Aber es erfrischt und hält wach. Besser als … wie heißt dieses Zeug, das einige über die Teletrans-Weiche vom Solsystem mitgebracht haben und das man sündhaft teuer als originale Terra-Ware auf den Schwarzmärkten kaufen kann? Expresso?« Rhodan grinste. »Espresso. Auch das ist Geschmackssache. Er ist erst seit wenigen Jahrzehnten auf der Erde wieder in Mode gekommen.« »Jedenfalls sollte man nach einem Schluck Winchester erst mal eine Stunde mit niemandem sprechen.« »So?« Eritrea schnippte mit Daumen und Zeigefinger gegen das Glas. »Ekelhafter Mundgeruch. Außerdem wird einem schwindlig. Man kommt sich vor wie besessen. Meine Zunge fühlt sich nach jedem Schluck wie betäubt an.« Sie räusperte sich. »Aber deshalb habe ich dich nicht mitten in der Nacht angefunkt....