Mertens | Erst sparen, dann kaufen? | Buch | 978-3-593-50500-8 | sack.de

Buch, Deutsch, Band 82, 387 Seiten, Format (B × H): 141 mm x 214 mm, Gewicht: 484 g

Reihe: Schriften des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung Köln

Mertens

Erst sparen, dann kaufen?

Privatverschuldung in Deutschland

Buch, Deutsch, Band 82, 387 Seiten, Format (B × H): 141 mm x 214 mm, Gewicht: 484 g

Reihe: Schriften des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung Köln

ISBN: 978-3-593-50500-8
Verlag: Campus


Die letzten Jahrzehnte waren vielerorts durch einen außerordentlichen Anstieg privater Verschuldung gekennzeichnet, der nicht nur Wachstum und Wohlstand produzierte, sondern auch in die sozialen und ökonomischen Verwerfungen der Finanzkrise mündete. In Deutschland meint man, von diesem "Pumpkapitalismus " nur wenig zu spüren, denn die historisch eigentümliche Schuldendynamik führte in den 2000er-Jahren zu stagnierenden und im internationalen Vergleich geringen Schuldenquoten. Daniel Mertens entwirft das Bild einer gedämpften Finanzialisierung in der vom Export und Sparen geprägten deutschen Ökonomie.
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Inhalt

Vorwort.9

Kapitel 1

Einleitung: Privatverschuldung als Gegenstand der Politischen Ökonomie.11

1.1 Methodik und Aufbau des Buches.24

1.2 Das Argument in Kürze.30

Kapitel 2

Vielfalt – Einheit – Stabilität – Wandel: Zum Theorierahmen der Vergleichenden Kapitalismusforschung.33

2.1 Institutionen, Regime, Kapitalismus.34

2.2 Régulation und Spielarten des Kapitalismus: Zwei Forschungsansätze.37

2.3 Stabilität und Wandel von Institutionen.46

2.4 Finanzialisierung als fortwährender Transformationsprozess.51

2.5 Synthese: Pfade der Finanzialisierung im globalen Kapitalismus.59

Kapitel 3
Die institutionellen Grundlagen privater Verschuldung.61

3.1 Kredit und Institutionen im gegenwärtigen Kapitalismus.61

3.2 Ursachen und Bedingungen kreditbasierter Finanzialisierung.70

3.2.1 Finanzsystem und Bankwesen.72

3.2.2 Währungs- und wirtschaftspolitisches Regime.85

3.2.3 Arbeitsmarkt und Einkommensverteilung.95

3.2.4 Wohlfahrtsstaat.103

3.2.5 Wohnungsmarkt.119

3.3 Synthese: Ein Analyserahmen für Kreditbeziehungen.130

Kapitel 4

Privatverschuldung im deutschen Export-Spar-Regime.135

4.1 Das deutsche Export-Spar-Regime.135

4.2 Der Kredit für Konsum und Wohnen in historischer Perspektive.141

4.3 Anatomie der Privatverschuldung und Entwicklung seit den 1970er-Jahren.153

Kapitel 5

Der private Kredit zwischen Liberalisierung und Bewahrung des deutschen Finanzsystems.165

5.1 Logik und Struktur des deutschen Bankwesens.166

5.2 Deregulierung und Liberalisierung im deutschen Finanzsektor.173

5.3 Institutionelle Praxis der Verbraucherfinanzierung.190

5.4 Refinanzierung und Verbriefung.206

5.5 Zwischenfazit: Schranken und Triebkräfte der Kreditexpansion.214

Kapitel 6

Kreditverknappung als Export- und Stabilitätspolitik – Zur Krise und Verfestigung des deutschen Wachstumsmodells.217

6.1 Währungspolitik zwischen Export- und Finanzinteressen.218

6.2 Die Europäisierung der deutschen Stabilitätspolitik.226

6.3 Wirtschaftspolitik für das deutsche Modell.230

6.4 Zwischenfazit: Schranken und Triebkräfte der Kreditexpansion.238

Kapitel 7

Das deutsche Lohn- und Verteilungsregime im Wandel: Kompensation durch Kredit?.241

7.1 Institutioneller Wandel in den deutschen Arbeitsbeziehungen.242

7.2 Erwerbsverläufe, Lohnentwicklung und die Rückkehr der Ungleichheit.247

7.3 Kompensation durch Sparen statt Leihen?.251

7.4 Zwischenfazit: Schranken und Triebkräfte der Kreditexpansion.260

Kapitel 8

Die wohlfahrtsstaatliche Konstitution von Sparen und Leihen in Deutschland.263

8.1 Die fiskalische Förderung von Sparen und Leihen.265

8.2 Kredit als Mittel der Sozialpolitik? Zum credit/welfare-state trade-off.275

8.3 Verbraucherschutz und die wohlfahrtsstaatliche Einbettung des Schuldners.294

8.4 Zwischenfazit: Schranken und Triebkräfte der Kreditexpansion.301

Kapitel 9

Von der 'Mieternation' zur 'Eigentümergesellschaft'? Wohnungsmarktpolitik in der alten und neuen Bundesrepublik.303

9.1 Der deutsche Wohnungsmarkt zwischen Miete und Eigentum.306

9.2 Der lange Weg in die Eigentümergesellschaft.311

9.3 Dekollektivierung und Finanzialisierung im Wohnungsmarkt.321

9.4 Zwischenfazit: Schranken und Triebkräfte der Kreditexpansion.325

Kapitel 10

Schlussfolgerungen und Ausblick.327

10.1 Schranken und Triebkräfte der Kreditexpansion: Eine Zusammenschau.328

10.2 Theoretische Schlüsse.338

10.3 Nach der Finanzkrise: Neue Wege in die Verschuldung?.342

Abbildungen.347

Tabellen.351

Quellen.353

Literatur.355


Kapitel 1

Einleitung: Privatverschuldung als Gegenstand der Politischen Ökonomie

Selten finden so einschneidende Ereignisse statt, dass in ihrer Folge ganze Forschungshorizonte eröffnet werden. Die Finanzkrise der späten 2000er-Jahre war ein solches Ereignis, und seit den frühen Verwerfungen auf dem US-Hypothekenmarkt gilt vor allem einem Phänomen zunehmende Aufmerksamkeit: der Verschuldung privater Haushalte. Längst ist klar, dass das Schuldenwachstum der vergangenen Jahrzehnte keine US-amerikanische Eigenheit war, sondern zahlreiche Industrieländer erfasst hatte, wo es schließlich zu finanzieller Instabilität einerseits und prekären Bedingungen für soziale Teilhabe andererseits beitrug. Und doch sind die Grundlagen der von Ralf Dahrendorf einst als "Pumpkapitalismus " bezeichneten historischen Phase der Kreditexpansion nur unzureichend verstanden. Nirgendwo lässt sich das besser beobachten als in Deutschland, wo man sich im Vertrauen auf den konservativen privaten Kreditnehmer in der Regel fern wähnt von den turbulenten Immobilien- und Konsumentenkreditmärkten anderer Ökonomien. In der Tat stagnierte die Privatverschuldung in Deutschland im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts durchgängig und hob sich damit deutlich vom internationalen Trend ab. Zugleich stellte diese Entwicklung einen markanten Bruch mit den Jahrzehnten zuvor dar, als die Schulden der deutschen Privathaushalte fast stetig und teils rasant anstiegen. Das vorliegende Buch lädt daher dazu ein, über die Ursachen dieses sonderbaren Verlaufs nachzudenken, indem es private Schulden nicht allein als Ergebnis kultureller Dispositionen betrachtet, sondern als Phänomen, das auf das Engste mit gesellschaftlichen Regelsystemen, politischen Weichenstellungen und wirtschaftlicher Entwicklung in kapitalistischen Ökonomien verknüpft ist. Natürlich nehmen Menschen eigenmächtig Kredite auf, um ein Auto oder eine Wohnung zu kaufen. Sie nutzen ihren Dispositionskredit im Alltag, um Rechnungen zu begleichen, bevor das nächste Einkommen auf dem Konto gutgeschrieben wird. Dennoch ist ihr Handeln als Resultat politökonomischer Zusammenhänge zu verstehen und Ausdruck einer spezifischen Phase kapitalistischer Vergesellschaftung.

In den westlichen Industrieländern belief sich die durchschnittliche Gesamtverschuldung von Staat, Unternehmen und Privathaushalten im Jahr 2010 auf mehr als 300 Prozent der Wirtschaftskraft der Industrieländer, doppelt so viel wie noch 1980, wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich errechnet hat (Cecchetti/Mohanty/Zampolli 2011: 5). In diesem Zeitraum entfaltete die private Verschuldung in vielen Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Dynamik, die selbst das so viel beachtete Wachstum der öffentlichen Schulden in den Schatten stellte.

Insbesondere ab Mitte der 1990er-Jahre, als viele Staaten ihre öffentliche Verschuldung durch ein Zusammenkommen von rigider Austeritätspolitik und weltwirtschaftlichem Auftrieb zurückfahren konnten, setzte dieses Wachstum ein. Vor diesem Hintergrund ist der private Kredit in den letzten Jahrzehnten zu einer elementaren Säule einiger nationaler Wachstumsregime geworden. Der Soziologe Colin Crouch (2009a, 2010) spricht in diesem Zusammenhang von einem Policy-Regime des privatisierten Keynesianismus, in dem nicht nur die Ausdehnung der Kreditmärkte für mittlere und untere Einkommensbezieher, sondern auch das Wachstum der Finanzmärkte insgesamt institutionell abgesichert wurde. Dieses politisch eingehegte, kreditbasierte Wachstumsmodell unterscheidet sich Crouch zufolge vom keynesianisch-fordistischen Wohlfahrtsmodell der Nachkriegszeit dadurch, dass nicht länger "die Schulden des Staates die Wirtschaft aufrechterhalten", sondern nun "die privaten Schulden des Volkes, […] das System am Laufen hielten" (Crouch 2010: 121). Demnach verhalfen die Konsum- und Wachstumseffekte einer steigenden Kreditfinanzierung der neoliberalen Politik zur nötigen Legitimität, denn ähnlich wie in der Nachkriegszeit hatte sich das Spannungsverhältnis von Demokratie und Kapitalismus durch das neue Regime vorübergehend entschärfen lassen: "[It] temporarily succeeded in reconciling the uncertainties and instabilities of a capitalist economy with democracy's need for stability for people's lives and capitalism's own need for confident mass consumers" (Crouch 2009a: 382). Auch mit Blick auf die Theorie des Spätkapitalismus war die seit den späten 1970er-Jahren bis zum Ausbruch der Finanzkrise zu beobachtende Kreditexpansion der Weg, um die sozialen und politischen Krisen, die sich durch die "Imperative der Akkumulation und der Legitimation" (Offe 1972: 102) ergaben, zu überwinden oder doch zumindest in die Zukunft zu verschieben. Der private Kredit wurde in diesem Sinn zur Essenz eines sukzessiven Finanzialisierungsprozesses, in dem finanzbezogene Aktivitäten, Akteure und Interessen eine wachsende Bedeutung erlangten (Krippner 2011; Streeck 2011a).

Dieses Buch hat sich daher der Aufgabe verschrieben, die Verschuldung deutscher Haushalte in dieser Entwicklung zu verorten, ihre institutionellen Voraussetzungen zu identifizieren und zu einem besseren Verständnis der Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Interdependenzen nationaler politischer Ökonomien beizutragen. Die vielfältigen Bestimmungsfaktoren der privaten Kreditbeziehungen, so die These, müssen dafür den jeweiligen Produktions- und Verteilungsregimen entsprechend kontextualisiert werden. Diese Herangehensweise ist zum einen einer regulationstheoretischen Perspektive geschuldet, in der die Rolle des privaten Kredits zentral für ein auf den Fordismus folgendes, ursprünglich mit potenziell positiven Wachstumseffekten assoziiertes "finanzdominiertes Akkumulationsregime" ist (Boyer 2000; Stockhammer 2007). Sie geht zum anderen auf eine fortdauernde Debatte über die varieties und commonalities kapitalistischer Gesellschaften zurück (Hall/Soskice 2001; Streeck 2009), die sich bislang aber nur zögerlich mit Finanzmärkten und vor allem den Kredit- und Konsumbeziehungen privater Haushalte auseinandergesetzt hat, obwohl diese fundamentale Bausteine moderner politischer Ökonomien sind.2 Private Verschuldung ist zwar zuweilen als anthropologische Konstante verstanden worden (Graeber 2011), doch die politischen und gesellschaftlichen Vorzeichen, unter denen sie ihre Dynamik und Verbreitung erfährt, so lässt sich Friedrich Engels' Diktum zur politischen Ökonomie paraphrasieren, "wechseln von Land zu Land, und in jedem Lande wieder von Generation zu Generation"; die politische Ökonomie der Verschuldung "kann also nicht dieselbe sein für alle Länder und für alle geschichtlichen Epochen" (nach Engels [1878]1962: 136). Dennoch stellt sich mit dem Wachstum der Finanzmärkte und der Verschuldung die Frage nach den gemeinsamen Trends in der kapitalistischen Entwicklung, die über Ländergrenzen hinweg beobachtbar sind.

In diesem Licht ist auch die eingangs beschriebene Besonderheit des deutschen Falles zu betrachten. Im Gegensatz zu Irland, Spanien, Großbritannien, Dänemark oder den USA gab es in Deutschland weder eine kreditfinanzierte Nachfrageexpansion noch eine Blase auf dem Markt für Wohnimmobilien in der ersten Dekade dieses Jahrtausends. Abbildung 1-2 zeigt für eine Reihe von entwickelten Ländern den Anstieg privater Verschuldung3 bis zur Finanzkrise. Hier wird deutlich, dass das Schuldenwachstum vor allem nach der Jahrtausendwende sowohl in Ländern mit relativ niedrigen Verschuldungsquoten stattgefunden hat, wie Italien und Portugal, als auch in Ländern mit vergleichsweise hohem Ausgangsniveau, wie beispielsweise Dänemark und Großbritannien.

Dies sind Länder, wie sie in den gängigen Kategorisierungen der Vergleichenden Politischen Ökonomie unterschiedlicher kaum sein könnten.4 Auffällig ist aber zugleich, dass neben Deutschland nur noch Japan einen rückläufigen Verschuldungsgrad in der Zeit nach 2000 aufweist - die beiden paradigmatischen Fälle des sogenannten nichtliberalen Kapitalismus (Streeck/Yamamura 2001). Diese unterschiedlichen Entwicklungen lassen sich mit einem Blick auf die beiden Hauptkreditarten in der Verschuldung privater Haushalte weiter differenzieren. Deutschland ist das einzige Land im Datenbestand des European Credit Research Institute (ECRI) - dazu zählen in erster Linie die Länder der Europäischen Union sowie Australien, Japan, Kanada und die USA -, in dem das Volumen der Immobiliendarlehen an Privathaushalte zwischen 2000 und 2007 real zurückgegangen ist; um fast drei Prozentpunkte gemessen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Konsumentenkrediten, wo der Rückgang im selben Zeitraum von gut einem Prozentpunkt nur in Österreich deutlicher war (European Credit Research Institute 2011).

Die Besonderheit der deutschen Entwicklung zeigt sich in noch einem weiteren Punkt: Die Verschuldung privater Haushalte in Deutschland folgte in den 1990er-Jahren einem entgegengesetzten Trend. Immobilien- und Konsumentenkredite verzeichneten Wachstumsraten, die höher waren als in fast allen anderen erwähnten Ländern, was dazu führte, dass die Schuldenquote privater Haushalte am Ende des Jahrzehnts knapp höher war als in den liberalen Ländern, die Crouch in Bezug auf den privatisierten Keynesianismus hauptsächlich vor Augen hatte. So belief sich die private Verschuldung gemessen am BIP im Jahr 1999 in Deutschland auf 74 Prozent, in den USA auf 70 Prozent und in Großbritannien auf 72 Prozent.5 Daraus folgerte eine mit Finanzialisierungsprozessen befasste Forschungsgruppe am Centre for Research on Socio-Cultural Change in Manchester im Jahr 2005, dass die Deutschen angesichts ihrer Verschuldung eher dem Finanzialisierungsgrad der Haushalte in anglofonen Ländern entsprächen als dem anderer kontinentaleuropäischer Länder (Erturk et al. 2005). Zwei Jahre zuvor hatte Jeremy Rifkin, unter anderem Berater des damaligen EU-Kommissionspräsidenten Prodi, Deutschland davor gewarnt, "die Fehler der USA zu wiederholen" und einen "Boom auf Pump" zu finanzieren, den er in der Entwicklung des Kreditvolumens in Deutschland angelegt sah (Rifkin 2003).6 Obgleich diese Schlussfolgerungen aus heutiger Sicht die Zeitgebundenheit sozialwissenschaftlicher Diagnosen verdeutlichen und die Finanzkrise gezeigt hat, wie unterschiedlich die Kreditaktivitäten privater Haushalte in den genannten Ländern sind, belegen sie vor allem die markante und unerwartete Trendumkehr im Verschuldungsverlauf der deutschen Privathaushalte. Auf den Schuldenanstieg der 1990er-Jahre folgte in Deutschland eine schlagartige Abkehr vom sich nun international etablierenden Trend der Kreditexpansion. Tabelle 1-1 zeigt dies anhand der Wachstumsraten der Gesamtverschuldung der Haushalte im Vergleich. Warum also ist der Verlauf der Privatverschuldung in Deutschland so deutlich von den Verschuldungsentwicklungen in den anderen Ländern der OECD abgewichen? Was sind die Ursachen dafür, dass auf das starke Kreditwachstum der 1990er-Jahre eine solch prononcierte Phase der Stagnation und des Rückgangs privater Verschuldung folgte, während in vielen Ländern das genaue Gegenteil geschah? Aus politökonomischer Sicht muss damit auch die Frage verbunden sein, welche Rolle Kredite an private Haushalte in der politischen Ökonomie der Bundesrepublik spielen und inwiefern diese Rolle institutionell und politisch konstituiert ist. Die Möglichkeit, dass sich hinter den aggregierten Verschuldungsquoten potenzielle Transformationsprozesse mit Bezug auf Kreditformen und -praktiken verbergen, gibt Anlass dazu, nicht allein auf die quantitativen, sondern auch auf die qualitativen Dimensionen der privaten Verschuldung zu achten. Nur so ist es möglich, sich den theoretisch-zeitdiagnostischen Fragen anzunähern, die mit der Verschuldung verbunden sind. Warum, so lässt sich im Anschluss an Crouchs Analysen fragen, gab es in Deutschland kein Regime des privatisierten Keynesianismus und mit welchem Regime hat man es stattdessen zu tun?

Zur Beantwortung dieser Fragen verbindet dieses Buch eine ländervergleichende Perspektive mit einer Über-Zeit-Betrachtung, um Stabilität und Wandel, Unterschiede und gemeinsame Trends erfassen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Mechanismen, die die Verschuldungsmöglichkeiten und die Verschuldungsbereitschaft privater Haushalte beeinflussen. Der folgende Blick auf die bestehende Forschungsliteratur zu Fragen der privaten Verschuldung zeigt, dass dazu verschiedene Ansatzpunkte gewählt werden können, die entweder politisch-regulative, ökonomische oder kulturelle Aspekte der Verschuldung betonen.


Daniel Mertens ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Internationale Beziehungen und Internationale Politische Ökonomie der Universität Frankfurt am Main.


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