Marti-Brander | Rousseaus Schuld | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 207 Seiten

Marti-Brander Rousseaus Schuld

Essays über die Entstehung philosophischer Feindbilder
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7965-3463-8
Verlag: Schwabe Basel
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Essays über die Entstehung philosophischer Feindbilder

E-Book, Deutsch, 207 Seiten

ISBN: 978-3-7965-3463-8
Verlag: Schwabe Basel
Format: PDF
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La faute à Rousseau? Was wurde Rousseau nicht alles zur Last gelegt! Die Zeitgenossen sahen in ihm einen subversiven Denker, dessen Ideen Moral, Gesetz und Religion zu zerstören drohten und sämtliche für den Bestand der Gesellschaft unerlässlichen Institutionen, von der Familie über das Privateigentum bis zur staatlichen Ordnung, in Frage stellten. Später wurde ihm die Verantwortung für die Französische Revolution und das Aufkommen der Demokratie, selbst für Kommunismus und Totalitarismus zugeschrieben. Aus seinen Schriften hat man eine radikale Zivilisationskritik herausgelesen, darin aber ebenso den Schlüssel zum Verständnis aller Übel, welche die moderne Zivilisation mit sich bringt, zu entdecken vermeint. Wie erklärt sich ein so umfangreiches Sündenregister? Wird nicht die Wirkung von Ideen überschätzt in einer Welt, die eher von Interessen bestimmt zu sein scheint? - Hätte Rousseau nie auch nur ein Wort geschrieben, die Französische Revolution wäre dennoch ausgebrochen. Doch vielleicht sind es gar nicht primär seine Ideen, die verstören und provozieren. Rousseau sieht sich selbst in der Rolle eines Denkers der Paradoxe, der versucht, den Menschen die gefährliche Macht des Vorurteils vor Augen zu führen. Seine Schriften werden häufig als mehrdeutig und widersprüchlich kritisiert - mit guten Gründen. Rousseaus Argumentation folgt einer irritierenden, 'sophistischen' Logik, die oft in Aporien mündet, philosophische Belehrungsbemühungen auf ihre Tauglichkeit hin prüft sowie ideale und reale Welten aufeinanderprallen lässt, ohne einen Ausweg der Versöhnung zu weisen.

Urs Marti-Brander ist Professor für Politische Philosophie an der Universität Zürich. Publikationen zu Rousseau, Tocqueville, Marx, Nietzsche, Arendt, Foucault, zu Rechtsphilosophie, Demokratie, globaler Politik und globaler Gerechtigkeit.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Einleitung;11
2;Welch abscheulicher Mensch!;15
2.1;Judas oder die Grenzen der Toleranz;15
2.2;«Die Missgeburt an der Schwelle der neuen Zeit»;29
2.3;Alles in allem genommen der beste der Menschen;35
3;Der geschickte Sophist;48
3.1;Echte Wissenschaft – gefällige Philosophie;49
3.2;Ein sokratischer Roman?.;55
3.3;Erziehen und Regieren;68
4;Ein unwiederbringlicher Verlust und eine ungewisse Hoffnung ;82
4.1;Der verhinderte Citoyen;82
4.2;Die wertvolle Hälfte der Republik;85
4.3;Sich selbst genügen;86
4.4;Der Fluch der Geselligkeit;95
4.5;Die gute Regierung;100
4.6;Ein vorteilhafter Tausch;104
4.7;Die Aporie;110
4.8;Rationalität und Utopie;114
4.9;Aristokratische Ordnung – demokratischer Widerstand;117
4.10;Inselträume;121
4.11;Schluss;125
5;Der Eigensinn der Ungleichheit;133
5.1;Die Despotie der Männer;133
5.2;Elogen und kritische Distanz;141
5.3;Der unsichere Boden der Demokratie;152
6;Eine verkehrte Welt;167
6.1;Die Sünde der Vernunft;167
6.2;Der düsterste Feind der Freiheit;174
6.3;Markt statt Politik;180
7;Rousseaus Schuld;199
8;Literatur;206
9;Unbenannt;198


Marti-Brander, Urs
Urs Marti-Brander ist Professor für Politische Philosophie an der Universität Zürich. Publikationen zu Rousseau, Tocqueville, Marx, Nietzsche, Arendt, Foucault, zu Rechtsphilosophie, Demokratie, globaler Politik und globaler Gerechtigkeit.



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