Buch, Deutsch, Band 376, 388 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm, Gewicht: 720 g
Reihe: Epistemata Philosophie
Postmetaphysische Untersuchungen zur Philosophieauffassung bei Kant, Newton und Schopenhauer
Buch, Deutsch, Band 376, 388 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm, Gewicht: 720 g
Reihe: Epistemata Philosophie
ISBN: 978-3-8260-2860-1
Verlag: Königshausen & Neumann
Diese Hypothesenfeindlichkeit steht in einem eigentümlichen Gegensatz zu dem transzendentalhypothetischen Charakter von Kants Philosophie. Kant stellt seine streng wissenschaftliche Metaphysikgrundlegung zunächst als Hypothese dar. Dieses Hypothesenzugeständnis bleibt aber nicht die letztgültige Programmerklärung der Metaphysik. Vor dem Gerichtshof der reinen Vernunft nämlich hat Kant in puncto Gewißheit oder Hypothese sich selbst das Urteil gesprochen: Der hypothetische Anfangscharakter wird suspendiert, da alles, was bei der Grundlegung der Metaphysik als strenge Wissenschaft einer Hypothese nur ähnlich sieht, "verbotene Ware sei," die um jeden Preis zu beschlagnahmen sei. Schopenhauers Antwort auf Kants Vernunftmetaphysik dagegen ist die Formulierung einer hypothetischen Metaphysik auf empirischer Grundlage, die auf Apriorität und Apodiktizität ihrer Kernaussagen verzichtet. Im Gegensatz zu Kant wird bei Schopenhauer nicht Logik und Experimentalphysik, sondern Physiologie und Anthropologie zur Grundlage der Erkenntniskritik.