Band 1: Offenbarung und Religionen
E-Book, Deutsch, 284 Seiten
ISBN: 978-3-647-57015-0
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection
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1;Title Page;3
2;Copyright;4
3;Vorwort;5
4;Table of Contents;7
5;Body;9
6;Einleitung des Übersetzers;9
7;Die allgemeine Religionsgeschichte und die kirchliche Theologie nebst Wort an die Theologiestudente;23
8;Offenbarungsreligion;55
8.1;Vorwort;57
8.2;1. Offenbarungsreligion;57
8.2.1;Einige Gesichtspunkte;57
8.3;2. Die Pforten der Offenbarung;113
8.3.1;Die Organe der Religion beim Menschen;57
8.4;3. Die Fortsetzung der Offenbarung;130
8.4.1;Ein Beitrag zur Erläuterung der allgemeinen Religionsgeschichte und der christlichen Theologie und;130
9;Das Studium der Religion;165
9.1;Vorwort;167
9.2;I. Über das Studium der Religion, Stoff und Anordnung;167
9.2.1;Definition;167
9.2.2;Psychologie und Geschichte;169
9.2.3;Das Christentum ist das nächstliegende und wichtigste Gebiet für das Studium der Religion;177
9.2.4;Die Evangelienforschung;183
9.2.5;Das Studium des Alten Testaments;185
9.2.6;Das Studium des Neuen Testaments;189
9.2.7;Die Geschichte der christlichen Religion;193
9.2.8;Dogmengeschichte;194
9.2.9;Die Geschichte des christlichen Frömmigkeitsideals;194
9.2.10;Symbolik;198
9.2.11;Statistische Theologie;199
9.2.12;Dogmatik und Ethik, systematische Theologie;200
9.2.13;Allgemeine Religionsgeschichte;203
9.2.14;Die Philosophie der Religionsgeschichte. Die Geschichte der Religion. Vergleichende Religionswissen;211
9.2.15;Über die Methode der Religionsgeschichte;215
9.2.16;Religionspsychologie;218
9.2.17;Religionsphilosophie;223
9.2.18;Erkenntnistheorie;225
9.2.19;Spekulative Theologie oder Philosophie;227
9.3;II. Religionswissenschaft und Theologie;233
10;Auszug über »das Heilige« aus: Das Werden des Gottesglaubens;253
10.1;[Kap. 5: Religion und Magie];255
10.1.1;1. Religion und Gottesglaube, das Wesen der Religion;255
11;Personenregister;279
[39/E 44] Wort an die Theologiestudenten (S. 50-51)
Bevor ich diesen Platz verlasse, möchte ich zum Schluss diejenigen begrüßen, mit denen ich in Uppsala am unmittelbarsten zu tun haben werde, diejenigen, deren Diener zu werden ich berufen worden bin: Ich begrüße die Theologiestudenten an der Universität Uppsala. Sie bekommen, meine Herren, in dieser Zeit viel Bedauern zu hören. Ich muss Sie beglückwünschen. Man bedauert Sie, weil Sie einer vermeintlich abgelebten Sache dienen, dem Christentum, oder zumindest – was in diesem Fall deutlich davon unterschieden werden muss – weil Sie einer abgelebten Kirche dienen.
Man bedauert Sie, weil Sie das Halseisen des kirchlichen Bekenntnisses anlegen müssen. Andere bedauern Sie, weil Sie in einer Zeit leben, da hergebrachte Meinungen, insbesondere über die Entstehung bestimmter Bücher der Bibel und den einen oder anderen Zug der heiligen Geschichte von Gottes Verkehr mit den Menschen, erschüttert oder verändert sind, und weil das Theologiestudium nach Meinung dieser Mitleidigen mit großer seelischer Gefahr verbunden ist. Andere von Ihren Freunden bedauern Sie wegen der betrüblichen, aber doch mit Gottes Hilfe verbesserbaren äußeren Verhältnisse, die einen Teil der Pfarrerschaft unserer Kirche hart und unbarmherzig bedrücken.
Jetzt, meine Herren, ergreife ich das Wort, um Sie von Herzen zu beglückwünschen zu Ihrem gegenwärtigen Studium, dazu, dass Sie das Studium der Theologie in dieser Zeit betreiben, und zu Ihrem zukünftigen Beruf. [40] Zwar gibt es sowohl im Studium als auch in der Arbeit schwere Krisen und enge Pforten zu durchschreiten, Abgründe zu passieren, über die uns keine [E 45] Routine, auch keine Hilfe von Menschen, sondern allein die Flügel des Glaubens hinwegführen können, und ich glaube mit Luther, dass derjenige, der selbst die Not und Angst des Gewissens in Fesseln erfahren hat, dadurch pastorale Autorität besitzt in Bezug auf den Wert seiner teuer erkauften Erlösung und Freiheit.
Doch wenn meine Worte ein Bedauern statt eines Glückwunsches enthielten, würde ich die kostbarsten Erfahrungen verleugnen, die ich bei meinen theologischen Studien und bei meiner Tätigkeit im Gemeindedienst gemacht habe, und darüber hinaus das, was ich seit meiner Kindheit für realisierbar gehalten habe. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Studium hier an der Hochschule und in Zukunft; setzen Sie Ihre Studien fort, ohne die Besorgnis, jemandem damit zu missfallen. Ich beglückwünsche Sie zu denen, mit denen Sie Umgang haben werden, mit einem Amos, einem Hosea, einem Jesaja, einem Jeremia, einem Paulus, einem Augustinus, einem Franciscus, einem Luther, einem Pascal, einem Kierkegaard.
Und hoch über ihnen allen mit dem Meister, Jesus dem Herrn, der vor unseren Augen wächst, je näher wir ihm kommen, und den Sie, selbst befreit durch die Bindung an sein Joch, Ihren Brüdern zeigen sollen. Das menschliche Herz wird Ihnen in der Religionsgeschichte sein innerstes Geheimnis verraten: die Sehnsucht nach Gott; auch in dunklen Zeiten, in der Finsternis der Unwissenheit und der Sünde wird diese Sehnsucht Ihnen als heiliges Feuer entgegenleuchten, in dessen Licht Sie vieles von dem ahnen oder verstehen werden, was Ihnen widersinnig erschienen oder verschlossen gewesen ist.