Krug | Kleine Geschichte des Hörspiels | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Krug Kleine Geschichte des Hörspiels

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

ISBN: 978-3-7445-2004-1
Verlag: Herbert von Halem Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hörspiel gibt es in Deutschland seit beinahe 100 Jahren. Es begann als ›Kunst des Rundfunks‹ und war zunächst nur am Mittelwellenradio zu hören. Heute gibt es Hörspiele nicht nur im linearen Radio, sondern auch als Audiobook, Compact Disc, Podcast oder im Streaming. Aus der reinen Radiokunst ist eine Audiokunst geworden, die sogar in Theatern, Parkanlagen und Fußballstadien gehört wird. Und jeder kann heute selbst ›Hörspiele‹ produzieren.

Die Kleine Geschichte des Hörspiels erzählt prägnant die Geschichte des Hörspiels von den Anfängen 1924 bis heute und zeigt die Veränderungen der akustischen Kunst inmitten sich rapide und radikal verändernder Medienlandschaften: Ästhetisch, technisch, ökonomisch, programmgeschichtlich, personell. Vor allem aber beschreibt der Band das Hörspiel als einzigartiges akustisches Ereignis.

Dr. Hans-Jürgen Krug arbeitet als Publizist und Medienwissenschaftler in
Hamburg.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


KLEINE CHRONOLOGIE DES HÖRSPIELS
1924Das erste Hörspiel, Hans Fleschs Groteske Zauberei auf dem Sender, wird am 24. Oktober aus Frankfurt/M. live urgesendet. 1929Die Deutsche Stunde in München sendet Ernst Johannsens Weltkriegshörspiel Brigadevermittlung. Es wird rasch ein Welterfolg. 1929Bertolt Brechts Lindberghflug wird während des Baden-Baden Musikfestes uraufgeführt. Die Musik ist von Paul Hindemith und Kurt Weill. Es spielt das Frankfurter Rundfunkorchester. 1929Friedrich Wolfs Polarhörspiel S.O.S … Rao rao … Foyn. Krassin rettet Italia (Deutschlandsender) gilt als das bisher stärkste Hörspiel des deutschen Rundfunks. 1930Am 13. Juni wird Walter Ruttmanns zwölfminütige akustische Montage Weekend erstgesendet. 1930Die Werag strahlt am 11. Juli Eduard Reinachers Der Narr mit der Hacke aus. Das Spiel wird rasch zum Vorbild für Hörspieltheorie und -praxis. 1930Alfred Döblins Die Geschichte des Franz Biberkopf wird produziert, aber zum geplanten Termin am 30. September nicht gesendet. Es ist die erste mehrmediale Produktion eines Stoffes: als Buch (Berlin Alexanderplatz), Film und Hörspiel. 1930Hermann Pongs publiziert die erste wissenschaftliche Arbeit zum Hörspiel Das Hörspiel. 1931Das Arbeitslosenhörspiel Toter Mann des Arbeiterschriftstellers Karl August Düppengießer wird – in der Regie von Ernst Hardt – von der WERAG urgesendet. 1932Richard Kolb veröffentlicht seine Aufsatzsammlung Horoskop des Hörspiels und beeinflusst damit über Jahrzehnte Hörspielproduktion und -diskussion. 1933Am 1. Mai, dem ›Tag der nationalen Arbeit‹, wird während eines Radiotages auch die Symphonie der Arbeit von Hans Jürgen Nierentz ausgestrahlt und über Lautsprecher bis in die kleinsten Dörfer übertragen. Das Stück gilt den Zeitgenossen als richtungsweisend. 1935Am 3. Juni wird Hans Rothes Hörspiel Verwehte Spuren urgesendet. Es wird rasch zu einem der beliebtesten Hörspiele. 1935In Berlin wird der erste Hörspielkomplex eingerichtet: Regiezelle, Sendesaal, schalltoter Raum. 1938Das Magnetofon wird für die Hörspielproduktion immer wichtiger. 1938Hans Kriegler und Kurt Paquet veröffentlichen Das Hörspielbuch, eine Textsammlung. 1940Der Großdeutsche Rundfunk sendet am 8. Mai Rebellion in der Goldstadt von Günter Eich. 1945Das erste Hörspiel nach dem 2. Weltkrieg kommt aus Berlin. Der Berliner Rundfunk sendet Hypnose von Josef Pelz von Felinau. 1947Ursendung von Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür (NWDR, 13. Februar). Der Termin gilt als Geburtsstunde des deutschen Nachkriegshörspiels. 1949Erstmals werden für ein Hörspiel mehr als 1.000 DM Honorar an den Autor gezahlt. 1949Der Hessische Rundfunk startet seine Dialekthörspielserie Die Familie Hesselbach. Autor ist Wolf Schmidt. 1950Die neue Ultrakurzwelle und Regisseur Fritz Schröder-Jahn (NWDR) ermöglichen einen ganz neuen Inszenierungsstil. 1951Der NWDR sendet Günter Eichs Hörspiel Träume am 19. April 1951. Während der Ursendung kommt es zu Hörerprotesten. Später gilt der Sendetermin als Geburtsstunde des deutschen Hörspiels. 1951In Leipzig wird das Hörspiel Herhören, hier spricht Jesus Hackenberger von Walter Karl Schweikert produziert. Das Stück gilt als der Klassiker des ostdeutschen Hörspiels. 1952Der erste ›Hörspielpreis der Kriegsblinden‹ geht an Erwin Wichert für sein Hörspiel Darfst Du die Stunde rufen (SDR 1951). 1952Der Bayerische Rundfunk produziert Der Sängerkrieg der Heidehasen, ein Kinderhörspiel von James Krüss. 1952Der NWDR beginnt mit der Ausstrahlung der Krimiserie Gestatten, mein Name ist Cox von Alexandra und Rolf Becker. Sie wurde – laut Heinz Schwitzke 1963 – zum sensationellsten Hörspielerfolg aller Zeiten. 1953SDR und NWDR realisieren parallel Fred von Hoerschelmanns Hörspiel Das Schiff Esperanza. Es wurde später Pflichtlektüre deutscher Gymnasiasten. 1954Unter dem Milchwald von Dylan Thomas wird vom NWDR urgesendet. Es gilt heute als das wohl berühmteste Hörspiel der Rundfunkgeschichte. 1954Astrid Lindgrens Kinderbuch Kalle Blomquist wird vom NWDR als Kinderhörspiel produziert. Bearbeiterin ist Rose Marie Schwerin. 1956Max Ophüls inszeniert Arthur Schnitzlers Novelle Berta Garlan (SWR 1956) als Hörfilm. 1956Friedrich Dürrenmatts Hörspiel Die Panne wird – fast zeitgleich – von NDR und BR realisiert. Die NDR-Realisation erhält den ›Hörspielpreis der Kriegsblinden‹. 1957Der Rundfunk der DDR produziert Die Korrektur von Heiner und Inge Müller, ein Brigadehörspiel. 1958Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan (BR, NDR 1958) wird urgesendet. Bachmann erhält dafür den ›Hörspielpreis der Kriegsblinden‹. 1961Im S. Fischer Verlag erscheint die Anthologie Hörspiele mit Texten von Bachmann, Böll, Eich und anderen. In 25 Jahren werden fast 200.000 Exemplare verkauft. 1961Der Hessische Rundfunk sendet Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth und anschließend eine Diskussionsrunde. Regie führte Erwin Piscator. Auf die Sendung folgten erregte Diskussionen. 1961Der Westdeutsche Rundfunk führt eigene, kostenlose Hörspielbroschüren ein. 1963Heinz Schwitzke veröffentlicht Das Hörspiel. Dramaturgie und Geschichte. Der Hörfunk ist 40 Jahre alt. 1965Alle ARD-Sender strahlen Die Ermittlung (ARD, DRS 1965) von Peter Weiss aus. Ein Theaterstück als Hörspieladaption. 1965Der Bayerische Rundfunk produziert zum ersten Mal ein Hörspiel von einem Autor aus der DDR: Altweibersommer (BR 1965) von Gerhard Rentzsch. 1968Fünf Mann Menschen (SWF 1968) von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker wird urgesendet. Das Stereohörspiel erhält als erstes Neues Hörspiel 1969 den ›Hörspielpreis der Kriegsblinden‹. 1968Helmut Heißenbüttel hält auf einer Hörspieltagung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt den sehr folgenreichen Vortrag Horoskop des Hörspiels. 1968In dem Hörspiel Der Monolog der Terry Jo von Max Bense und Ludwig Harig (SR, RB 1968) wird erstmals die menschliche Stimme durch eine Computerstimme ersetzt. 1968WDR 1 sendet Peter Handkes Hörspiel Hörspiel Nr. 1. Das Stück wird auch als Buch und als Schallplatte veröffentlicht. 1969Saarländischer Rundfunk und WDR produzieren Ludwig Harigs O-Ton-Collage Staatsbegräbnis. Grundlage der Sendung sind Radiomitschnitte vom Begräbnis Konrad Adenauers 1967. 1970Der WDR beginnt mit der Ausstrahlung der 60-teiligen Sendereihe Geschichte und Typologie des Hörspiels. Autor ist Reinhard Döhl. 1970Der Südwestfunk richtet den Karl-Sczuka-Preis für die beste radiofone Produktion ein. 1971Alfred Behrens realisiert das erste Pophörspiel der deutschen Hörspielgeschichte: John Lennon, du musst sterben (SWF 1971). 1971Paul Wühr montiert aus Originaltönen das Hörspiel Preislied (BR, NDR 1971) und erhält 1972 den ›Hörspielpreis der Kriegsblinden‹. 1972Günter Eichs letztes Hörspiel Zeit und Kartoffeln (SWF, HR, NDR) wird vom SWF ausgestrahlt. 1973Luchterhand Verlag und Deutsche Grammophon eröffnen die Schallplattenreihe Hörspiel heute. Heißenbüttel, Harig und Becker werden hier auf Langspielplatten veröffentlicht. 1974Rudolf Noelte realisiert Theodor Fontanes Roman Effi Briest als 455 Minuten langes Hörspiel (SFB, HR, BR). 1975Erich Loest debutiert mit dem Hörspiel Dienstfahrt eines Lektors (Rundfunk der DDR). 1975Walter Adlers Kunstkopfhörspiel Centropolis (WDR 1975) wird urgesendet und erhält 1976 den ›Hörspielpreis der Kriegsblinden‹. 1977Der Bayerische Rundfunk sendet erstmals die Originalfassung von Orson Welles’ (Regie) legendärem Hörspiel The War of the Worlds (1938). 1977Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste (Frankfurt/M.) richtet den Wettbewerb ›Hörspiel des Monats‹ und dann...


Hans-Jürgen Krug, Dr., arbeitet als Publizist und Medienwissenschaftler in Hamburg. Er war Mitglied der Jury ›Hörspiel des Monats/Hörspiel des Jahres‹, des ›Günter-Eich-Preises‹ und der Gründungsjury des ›Deutschen Radiopreises‹. 2004 realisierte er ›Ätherdramen‹ (Doppel-CD, WDR 2004), die erste akustische Geschichte über 80 Jahre Radiokunst, 2006 mit Studentinnen und Studenten des Studiengangs ›Medienkultur‹ an der Universität Hamburg die dreiteilige O-Ton-Collage ›Radiokultur in Hamburg‹ (Tide). 2016 initiierte und produzierte er die erste lokale Mediengeschichte ›Jenseits der Zentren. Radio im Hinterland und in Wittgenstein‹ (Radio Siegen/Bürgerfunk). Seine letzten Publikationen sind u.a. ›Rapider Wandel. Über Medien und Massenmedien‹ (2015) und ›Grundwissen Radio. Eine Chronik des Massenmediums‹ (2019). [http://hansjuergenkrug.blogspot.com]


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