Krüger | Dienstethos, Abenteuerlust, Bürgerpflicht | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 386 Seiten, E-Buch Text

Reihe: Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft.

Krüger Dienstethos, Abenteuerlust, Bürgerpflicht

Jugendfreiwilligendienste in Deutschland und Großbritannien im 20. Jahrhundert
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-647-37046-0
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection

Jugendfreiwilligendienste in Deutschland und Großbritannien im 20. Jahrhundert

E-Book, Deutsch, 386 Seiten, E-Buch Text

Reihe: Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft.

ISBN: 978-3-647-37046-0
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Format: PDF
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Obwohl die 'aktive Bürgergesellschaft' seit etwa 25 Jahren zu einer politischen Leitvorstellung avanciert ist, hat die Zeitgeschichtsschreibung der Freiwilligenarbeit bisher kaum Aufmerksamkeit gezollt. Zu Unrecht – wie diese Studie eindrucksvoll zeigt, indem sie in vergleichs- und transfergeschichtlicher Perspektive deutsche und britische Jugendfreiwilligendienste analysiert. Da freiwillige Sozialarbeit gewöhnlich gesellschaftliche Ungleichheiten mildern soll, spiegeln die Debatten, die über die Jugenddienste geführt wurden, kontroverse Vorstellungen über den Zusammenhalt der Gesellschaft und über das Verhältnis des Einzelnen zur Allgemeinheit. Die Studie zeichnet nuanciert nach, wie diese Dienste im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden, sich entwickelten und schließlich zu einem Massenphänomen wurden. Die Einführung des deutschen Freiwilligen Sozialen Jahres motivierte sich maßgeblich aus konservativen Ängsten vor einer wachsenden Frauenerwerbstätigkeit: Die Teilnehmerinnen sollten Haushalts- und Pflegetätigkeiten erlernen und auf das Leben als Ehefrau und Mutter eingestimmt werden. Die britischen Dienste hingegen, die aus der Sorge heraus entstanden, die männliche Jugend werde im Wohlstand verweichlichen, waren geprägt durch heroische Abenteuerideale. Um 1968 wurden die Dienste dann zu einer Musterinstitution demokratischer Gesellschaftsveränderung umdefiniert. Nun übte vor allem die Aktion Sühnezeichen mit ihrer vergangenheitspolitischen Ausrichtung eine große Attraktivität aus.

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1;Cover;1
2;Titel Page;4
3;Copyright;5
4;Table of Contents;6
5;Body;10
6;Einleitung;10
7;1. Vergemeinschaftung im Dienst – Arbeitsdienste und Arbeitslager vor 1945;30
7.1;1.1 Die Anfänge der Arbeitsdienstidee im aufkommenden Nationalismus;30
7.2;1.2 Der Arbeitsdienstgedanke in Deutschland;34
7.2.1;a. Emanzipation oder Unterordnung? Diskussionen über weibliche Arbeitsdienste;34
7.2.2;b. Internationaler Frieden und soziale Befriedung: Männliche Arbeitslager und -dienste;37
7.2.3;c. Die Arbeitslosigkeit und der Weimarer Freiwillige Arbeitsdienst;42
7.2.4;d. Der nationalsozialistische Reichsarbeitsdienst;46
7.3;1.3 Zwischen Faszination und Aversion: Der Arbeitsdienstgedanke in Großbritannien;52
7.3.1;a. Erste Diskussionen und Umsetzungsversuche;52
7.3.2;b. Langsame Abkehr;57
7.3.3;c. Die humanitären Hilfsdienste am Ende des Krieges;62
7.4;1.4 Freiwilligkeit, »freiwillige Unterordnung« oder Pflicht?;66
7.5;Zwischenfazit;76
8;2. Der Arbeitsdienstgedanke im ersten Nachkriegsjahrzehnt;78
8.1;2.1 Öffentliches Engagement und Jugend – zeitgenössische Diagnosen;79
8.1.1;a. Großbritannien: Flautezeit für Freiwilligendienste?;79
8.1.2;b. Westdeutschland: Apathie oder Aufbruchstimmung?;84
8.2;2.2 Die Workcampbewegung;87
8.2.1;a. Frieden und Internationalität;88
8.2.2;b. Das Arbeitsideal;93
8.2.3;c. Das Gemeinschaftsideal;95
8.3;2.3 Arbeitsethos in Gefahr? Jugendarbeitsdienste in Westdeutschland;100
8.3.1;a. Die Diskussionen um die Wiedereinführung von Arbeitsdiensten;101
8.3.2;b. Ein demokratischer Neuanfang?;110
8.3.3;c. Die Definition des Gemeinwesens;113
8.4;2.4 Spielräume für den Erfolg;118
8.5;2.5 Die neu entflammte Pflichtdienstdebatte;124
8.6;Zwischenfazit;127
9;3. Die »Wirtschaftswunderzeit«, ca. 1954–1968;130
9.1;3.1 Das neue Gesicht der Krise;130
9.1.1;a. Kulturkritik im Wohlfahrtsstaat;131
9.1.2;b. Eine »Vorschule für die Ehe«;141
9.2;3.2 Die pragmatische Wende;149
9.2.1;a. Die Diskussion um den Idealismus;151
9.2.2;b. Ein umstrittenes Motiv: Die Berufsorientierung;156
9.2.3;c. Das Seminarprogramm;158
9.2.4;d. Das Frauenbild;162
9.2.5;e. Europäisierung;165
9.2.6;f. Demokratisierungstendenzen;169
9.2.7;g. Die Absage an den Kulturpessimismus;172
9.2.8;h. Der Wandel in der Rekrutierungsstrategie;174
9.3;Zwischenfazit;182
9.4;3.3 Neuausrichtung der friedensorientierten Freiwilligendienste: Die Workcampbewegung und die Aktion Sühnezeichen;183
9.4.1;a. Suche nach neuen Aufgaben – die Workcampbewegung nach dem Wiederaufbau;184
9.4.2;b. Die Entstehung der Aktion Sühnezeichen;189
9.4.3;c. Traditionelle Elemente in der Konzeption der Aktion Sühnezeichen;194
9.4.4;d. Das Erfolgsrezept der Aktion Sühnezeichen;197
9.5;3.4 »Volunteer Upsurge« – Alec Dickson und die neuen Freiwilligendienste in Großbritannien;199
9.5.1;a. Britische Diskussionen um das Engagement der Jugend;200
9.5.2;b. Abenteuer in der Ferne – Voluntary Service Overseas;206
9.5.3;c. »give something back to Britain« – Community Service Volunteers;215
9.6;3.5 Die Dienste aus der Sicht der Freiwilligen;226
9.6.1;a. Motive für die Teilnahme;226
9.6.2;b. Erfahrungen;232
9.7;3.6 Der Wert der Freiwilligkeit;240
9.7.1;a. Neue Vorzeichen der alten Debatte: Diskussionen um einen Frauenpflichtdienst in der Bundesrepublik;241
9.7.2;b. Freiwilligenarbeit versus Professionalisierung?;251
9.7.3;c. Das Image der Freiwilligenarbeit;257
9.8;Zwischenfazit;261
10;4. Kritik und Krise, 1968 – ca. 1989;264
10.1;4.1 »1968« und die Folgen für die bundesdeutschen Jugendfreiwilligendienste;265
10.1.1;a. Fundamentalkritik an Freiwilligendiensten;266
10.1.2;b. Erschütterungen: Der Wandel in der Selbstdarstellung;269
10.1.3;c. Die Politisierung der Dienste;275
10.1.4;d. Das Ziel der »Gesellschaftsveränderung«;279
10.1.5;e. Geschlechterrollen;289
10.1.6;f. Friedenskonzept und Internationalität;291
10.2;4.2 Großbritannien als Vorbild? Grenzen der Veränderungsbereitschaft;294
10.2.1;a. Behutsame Anpassung: CSV und die Kritik der Neuen Linken;294
10.2.2;b. Zweifel und Kritik am Kurswechsel;297
10.2.3;c. Freiwilligendienste als Ventil?;300
10.3;4.3 Die Krise des Arbeitsmarktes;304
10.3.1;a. Zulauf und zunehmende soziale Exklusivität bei den bundesdeutschen Diensten;305
10.3.2;b. Das zerrissene Image der Freiwilligendienste;312
10.3.3;c. Die Neubewertung des Welfare State: Politische Aufwertung der Freiwilligenarbeit in Großbritannien;316
10.3.4;d. Die Auswirkungen der Erwerbslosigkeit auf die britischen Dienste;319
10.4;4.4 Neue Diskussionen über die Freiwilligkeit;323
10.5;Zwischenfazit;326
11;Ausblick und Fazit;330
12;Dank;344
13;Abkürzungen;346
14;Bildnachweis;348
15;Quellen- und Literaturverzeichnis;350
16;Register;382
16.1;Personenregister;382
16.2;Sachregister;384


Krüger, Christine G.
PD Dr. Christine G. Krüger ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich TRR 138 'Dynamiken der Sicherheit' an der Universität Gießen.



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