Fachbuch mit Übungen für Atmung, Bewegung und Konzentration
E-Book, Deutsch, 264 Seiten
ISBN: 978-3-456-95893-4
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Zielgruppe
Gesundheitsberufe (allgemein), Yoga-Praktizierende
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis und Vorwort;7
2;1 Aktuelle Yoga-Studien;15
2.1;1.1 Untersuchte Yoga-Traditionen,Übungen und deren Auswahl;15
2.2;1.2 Darstellung der Yoga-Interventionen;16
2.3;1.3 Metaanalysen und Reviews;7
2.4;1.4 Delphi-Studien;17
2.5;1.5 Qualitative Studien und Fallstudien;17
2.6;1.6 Machbarkeits- und Pilotstudien;17
2.7;1.7 Quantitative Studien;18
2.8;1.8 Gender Studies im Yoga;7
2.9;1.9 Studien und Artikel zurschädigenden Wirkung des Yoga;20
3;2 Yoga aus Sicht europäischer und nationaler Präventionspolitik;23
3.1;2.1 Der Aktionsplan der WHO in Europa;23
3.2;2.2 Der Gesundheitsberichtder Schweiz;24
3.3;2.3 Der österreichische Gesundheitsbericht;25
3.4;2.4 Präventionsgesetz und Leitfaden Prävention in Deutschland;25
3.5;2.5 Yoga in Vorsorge und Therapie nichtu?bertragbarer Krankheiten;26
3.6;2.6 Wechselwirkungen zwischen Leib und Psyche;28
3.7;2.7 Yoga fördert Bewegung und Entspannung;29
3.8;2.8 Verhältnisse und Verhalten;31
3.9;2.9 Verfu?gbarkeit und Zugänglichkeit des Yoga;31
3.10;2.10 Yoga in den unterschiedlichen Lebensphasen;32
4;3 Yoga unter den Bedingungen von Therapie und Forschung;35
4.1;3.1Yoga-Interventionen bei einerVielzahl von Erkrankungen;35
4.2;3.2 „Austherapiert“, „nicht behandelbar“, „psychosomatisch“;35
4.3;3.3 Ethische Überlegungen im Kontext der Gesundheitsversorgung;36
4.4;3.4 Qualifizierungen der Yoga-Lehrenden;38
4.5;3.5 Qualitäten patientenorientierter Yoga-Angebote;38
5;4 Wirkungsweisen des Yoga, Sicherheit beim Lehren und Lernen;43
5.1;4.1 Direkt und indirekt;43
5.2;4.2 Sicherheit durch detaillierte Anleitungen;44
5.3;4.3 Wiederkehrende Formulierungen;44
5.4;4.4 Zum Einsatz von Hilfsmitteln;46
5.5;4.5 Ausru?stung und Bekleidung;47
5.6;4.6 Übungszeiten und Übungsorte;47
5.7;4.7 Das Übungsjournal;48
6;5 Körperu?bungen;51
6.1;5.1 Ruhe- und Ausgangshaltungen (Ü1 bis Ü6);53
6.2;5.2 Schwerpunkt Halswirbelsäule, Schultern, Arme und Hände;65
6.3;5.3 Schwerpunkt Brustwirbelsäule und Brustkorb;95
6.4;5.4 Schwerpunkt Lendenwirbelsäule, Becken, Beine und Fu?ße;105
6.5;5.5 Schwerpunkt Gleichgewicht und gesamte Wirbelsäule;154
6.6;5.6 Schwerpunkt Sinnesorgane;175
7;6 Schwerpunkt Atem, Entspannung, Konzentration und Meditation;181
7.1;6.1 Yoga zur Unterstu?tzung der Brustkrebstherapie;8
7.2;6.2 Yoga zur Unterstu?tzung der Therapie von Depression und Angststörungen;187
7.3;6.3 Yoga zur Unterstu?tzung der Demenzversorgung;194
7.4;6.4 Atemu?bungen (Ü70 bis Ü74);198
7.5;6.5 Übungen zur Entspannung, Konzentration und Meditation (Ü75 bis Ü83);207
8;7 Ausblick: Zum Verhältnis von Yoga und Ayurveda;217
8.1;7.1 Ein Gespräch;217
8.2;7.2 Aktuelle, frei verfu?gbare Studien zu Ayurveda und Yoga;222
9;Literatur;225
9.1;Zitierte Studien und Fachliteratur;8
9.2;Zitierte Gesundheitsberichte/Leitlinien/Krankheitsregister;236
9.3;Weitere Studien;8
10;Sachwortverzeichnis und Über die Autorin;257
2 Yoga aus Sicht europäischer und nationaler Präventionspolitik
Zwei Drittel der vorzeitigen Todesfälle werden durch vier nichtübertragbare Krankheiten verursacht: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und chronische Atemwegserkrankungen. Das ist eine grundlegende Beurteilung des Regionalbüros der WHO für Europa.
2.1 Der Aktionsplan der WHO in Europa
Das Regionalbüro der WHO hat zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten in der Europäischen Region einen Aktionsplan vorgelegt und diskutiert. Darin werden nicht nur die aktuellen Statistiken zu den vier o. g. Krankheiten vorgestellt, sondern es wird auch die Einschätzung gegeben, dass sich 80 % aller Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Fälle von Diabetes sowie 40 % aller Krebserkrankungen durch eine weitere Senkung des Tabak- und Alkoholkonsums, gesunde Ernährung und Bewegung sowie eine gesündere Umwelt verhindern ließen.
Diese Determinanten sieht das Regionalbüro der WHO auch als einflussreich für „Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparats, psychische Störungen, Demenz, Verletzungen und orale Erkrankungen“ an. Nach Datenlage des WHO-Regionalbüros sind „Erkrankungen des Muskelund Skelettapparats, wie Arthritis, Lenden- und Nackenschmerzen, Osteoporose und Spontanfrakturen sowie Arbeits- und Sportverletzungen“ die häufigsten Ursachen für Lebensjahre mit Behinderung und Pflegebedürftigkeit im Alter. Vorbeugung und Therapie sind von der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit für Betroffene aller Alters- und Einkommensgruppen abhängig. Die europäische WHO plädiert für bürgernahe Angebote der Vorbeugung, frühzeitigen Intervention und Rehabilitation im gesamten Gesundheitsbereich. Sie sollen das Ziel verfolgen, eine Medikalisierung alltäglicher Probleme zu vermeiden und die Betroffenen zur Selbstbewältigung zu befähigen.
Der Aktionsplan verweist ausdrücklich auf die erhöhte Gefährdung von Menschen mit psychischen Erkrankungen: „Die Mortalität aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten ist bei Personen mit psychischen Störungen zwei- bis dreimal so hoch wie bei psychisch gesunden Menschen.“ Dazu werden die Ergebnisse von Untersuchungen genannt, die einen Zusammenhang zwischen psychosozialen Gegebenheiten und Krankheitsauftreten zeigen, wie chronische Stressbelastung, Einsamkeit oder soziale Isolation und Herzerkrankungen, emotionale Belastungen und Herzinfarkt bei Menschen mit fortgeschrittener Arteriosklerose, langfristige Stressbelastung und eine Wiederkehr von koronaren Ereignissen, psychische Belastungen und eine Verschlimmerung von Asthma oder einen Anstieg des Blutzuckerspiegels bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 (Weltgesundheitsorganisation, 2016, S. 6 und S. 27 ff.).
Zur Umsetzung der Planung schlägt das Regionalbüro der WHO Interventionen auf der Bevölkerungsebene und auf der individuellen Ebene vor. Auf der Bevölkerungsebene geht es um die Förderung gesunden Konsumverhaltens durch Steuern und Marktpolitik. Die Länder sollen durch Besteuerung sowie durch Einschränkung der Werbung Produkte wie Alkohol und Tabak, ebenso wie Nahrungsmittel und Getränke mit hohem Fett-, Zucker- und Salzanteil teurer und schwerer zugänglich machen und damit die Nachfrage reduzieren. Im Mittelpunkt der Interventionen auf individueller Ebene steht eine Förderung der Bewegung. Ausführlich erörtert werden die positiven Auswirkungen von Bewegung auf Psyche, Atmung und körperliche Fitness sowie hervorgehoben, dass durch Bewegung das Risiko, an kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes, bestimmten Krebsarten und Gedächtnisstörungen im Laufe des Lebens zu erkranken, vermindert wird. Mobilität wird als gesundheitsförderlich in allen Lebensphasen beschrieben, als Garant für Selbstständigkeit und als Gut, das z. B. im öffentlichen Nahverkehr für alle Personen zugänglich und sicher sein sollte. Der Nutzen von Bewegung für Menschen mit psychischen Erkrankungen wird explizit angesprochen (Weltgesundheitsorganisation, 2016, S. 14 und S. 18).