Buch, Deutsch, Band 6, 48 Seiten, Format (B × H): 185 mm x 280 mm, Gewicht: 200 g
Der »zerbrochne Krug« als Fall der Textkritik
Buch, Deutsch, Band 6, 48 Seiten, Format (B × H): 185 mm x 280 mm, Gewicht: 200 g
Reihe: Pfennig-Magazin zur Journalliteratur
ISBN: 978-3-86525-738-3
Verlag: Wehrhahn Verlag
Folgt man statt dessen dem Überlieferungsbefund in seiner sperrigen Materialität: dem Kustos »Va-« (Vorbote des sonst nicht belegten Worts »Variant«) auf einer vorgeblich letzten Seite, der Schlängellinie (anstelle einer regulären Schlußlinie) dreißig Seiten später am Fuß der tatsächlich letzten bedruckten Seite, dem mitten in den letzten Vers geschlagenen »u. s. w.……«, so führen diese Spuren auf ein noch weit radikaler Einheits- und Ganzheitserwartungen des Lesers konterkarierendes journalliterarisches Szenario: »Fragmente aus dem Lustspiel: der zerbrochne Krug« im »Dritte[n] Stück« der seit Januar 1808 von Kleist und Adam Müller herausgegebenen Zeitschrift Phöbus. Im Licht dieser Phöbus-»Fragmente«, die editorisch und interpretatorisch bislang nicht ernst genommen wurden, gewinnt das zwiefache Ende des Zerbrochnen Krugs ein anderes, buchförmige Werkeinheit grundsätzlich in Frage stellendes Ansehen.