Huber / Meireis / Reuter | Handbuch der Evangelischen Ethik | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 737 Seiten

Huber / Meireis / Reuter Handbuch der Evangelischen Ethik

E-Book, Deutsch, 737 Seiten

ISBN: 978-3-406-66661-2
Verlag: C.H.Beck
Format: PDF
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Handbuch bietet eine von führenden Fachleuten verfasste Gesamtdarstellung der evangelischen Ethik. Sie umfasst deren Grundlagen und Teilgebiete auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion und im Gespräch mit Philosophie, Rechts, Sozial- und Naturwissenschaften.
Die wissenschaftlich-technischen Entwicklungen mit ihren riskanten Folgen, die Globalisierung und die zunehmende Individualisierung der Lebensentwürfe stellen frühere Selbstverständlichkeiten in Frage und werfen neue ethische Fragen auf. Dabei wächst das Interesse an den Orientierungspotentialen der Religionen. Das Handbuch der Evangelischen Ethik bietet einer weiteren Öffentlichkeit in Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Medien und in den Kirchen kompakte Informationen zur Urteilsbildung in den wichtigsten Handlungsfeldern. Zugleich dient es als Lehrbuch für Studium und wissenschaftliche Forschung.
Huber / Meireis / Reuter Handbuch der Evangelischen Ethik jetzt bestellen!

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1;Cover;1
2;Titel;3
3;Impressum;4
4;Inhalt;5
5;Vorwort;7
6;I. Grundlagen und Methoden der Ethik;9
6.1;1. Definitorische Bestimmung und Einleitender Überblick;11
6.1.1;1.1. Warum Ethik?;11
6.1.2;1.2. Was ist Ethik?;14
6.1.2.1;1.2.1. Ethik, Ethos, Moral;14
6.1.2.2;1.2.2. Deskriptive Ethik, normative Ethik, Metaethik;16
6.1.2.3;1.2.3. Fundamentalethik, konkrete Ethik und Bereichsethiken;18
6.1.3;1.3. Ethik im Rahmen evangelischer Theologie;20
6.1.3.1;1.3.1. Ethik als theologische und als philosophische Disziplin;20
6.1.3.2;1.3.2. Theologische Ethik und Dogmatik;22
6.2;2. Problemgeschichte und Theorieansätze;24
6.2.1;2.1. Grundformen ethischer Theorien;24
6.2.1.1;2.1.1. Der pflichtethische Typus;25
6.2.1.2;2.1.2. Der güterethische Typus;32
6.2.1.3;2.1.3. Der tugendethische Typus;39
6.2.2;2.2. Traditionen protestantischer Ethik;45
6.2.2.1;2.2.1. Der reformatorische Zugang zur Ethik: Martin Luther;45
6.2.2.2;2.2.2. Ethik im Kulturprotestantismus: Friedrich Schleiermacher;53
6.2.2.3;2.2.3. Christologische Fundierung der Ethik: Karl Barth;61
6.3;3. Systematische Perspektiven;69
6.3.1;3.1. Motive theologischer Ethik;69
6.3.1.1;3.1.1. Das ethische Subjekt als Basis einer integrativen Ethik;71
6.3.1.2;3.1.2. Das verantwortliche Selbst im Deutungshorizont des christlichen Ethos;75
6.3.2;3.2. Methoden konkreter Ethik;94
6.3.2.1;3.2.1. Drei Modelle;95
6.3.2.2;3.2.2. Regeln der Vorzugswahl;101
6.3.2.3;3.2.3. Arbeitsschritte ethischer Urteilsbildung;112
6.4;4. Literatur;116
7;II. Rechtsethik;125
7.1;1. Begriff und Thematik der Rechtsethik;127
7.1.1;1.1. Die Frage nach der Rechtsgeltung als Ausgangspunkt der Rechtsethik;127
7.1.2;1.2. Zwischen rechtsethischem Nihilismus und rechtsethischem Essentialismus;129
7.1.2.1;1.2.1. Rechtsethischer Nihilismus;129
7.1.2.2;1.2.2. Rechtsethischer Essentialismus;130
7.1.2.3;1.2.3. Rechtsethischer Reduktionismus;131
7.1.2.4;1.2.4. Rechtsethischer Normativismus;132
7.1.3;1.3. Philosophische und theologische Rechtsethik;134
7.1.3.1;1.3.1. Theologisch geprägte Rechtsethik;134
7.1.3.2;1.3.2. Die Entdeckung des weltlichen Rechts;135
7.1.3.3;1.3.3. Erneutes theologisches Interesse am Recht;137
7.1.4;1.4. Neue Fragestellungen;138
7.1.5;1.5. Rechtsethik als Bürgerethik, Professionsethik und Institutionsethik;139
7.2;2. Ansätze der Rechtsethik;142
7.2.1;2.1. Der Prozess der Ausdifferenzierung von Religion, Moral und Recht;142
7.2.2;2.2. Traditionen des Naturrechts;144
7.2.3;2.3. Reformation und Recht;147
7.2.4;2.4. Traditionen des Vernunftrechts;149
7.2.5;2.5. Gewaltmonopol und Rechtsstaat;151
7.2.6;2.6. Menschenwürde und Menschenrechte als Geltungsgrund des Rechts;154
7.2.6.1;2.6.1. Genealogie der Menschenrechte;154
7.2.6.2;2.6.2. Menschenwürde;156
7.2.6.3;2.6.3. Völkerrechtliche Kodifizierung der Menschenrechte;158
7.2.7;2.7. Gerechtigkeit und Recht;160
7.3;3. Exemplarische Problemfelder der Rechtsethik;164
7.3.1;3.1. Recht und Leben: Die Regelung bioethischer Konflikte durch das Recht;164
7.3.1.1;3.1.1. Der Grundsatz der Menschenwürde;165
7.3.1.2;3.1.2. Die Konkordanz von Grundrechten;167
7.3.1.3;3.1.3. Indikationen- und Stichtagsregelungen;168
7.3.2;3.2. Recht und Person: Ethik des Vertrags;171
7.3.3;3.3. Recht und Urteil: Ethik der Justiz;175
7.3.3.1;3.3.1. Rechtsprechung als Dritte Gewalt;175
7.3.3.2;3.3.2. Rechtssicherheit, Rechtsfrieden, Gerechtigkeit;176
7.3.3.3;3.3.3. Legitimität und Grenzen staatlichen Strafens;177
7.3.4;3.4. Recht und Rechtsgewalt: Ethik des staatlichen Gewaltmonopols;182
7.3.5;3.5. Die Religionen in der Rechtsordnung;185
7.3.6;3.6. Fazit und Ausblick;188
7.4;4. Literatur;189
8;III. Politische Ethik;195
8.1;1. Definitorische Bestimmung und Einleitender Überblick;197
8.2;2. Problemgeschichte, Theorieansätze und Systematische Leitlinien;199
8.2.1;2.1. Der Ausgangspunkt: Die theologische Legitimation des Staates als Zentrum und Erbe des politischen Denkens der Reformationszeit;199
8.2.2;2.2. Die Ambivalenz der Neuzeit: Verdiesseitigung und Re-Sakralisierung des Staates;205
8.2.3;2.3. Kontinuitätslinien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Skepsis gegenüberdem säkularen Staat und die erneute Betonung seiner metaphysischen Grundlagen;211
8.2.4;2.4. Neubesinnung im Schatten des Kirchenkampfes: Zwei-Reiche-Lehre, Königsherrschaft Christi und erste Bemühungen um einen konzeptionellen Neuansatz;215
8.2.5;2.5. Fortdauer und Überwindung des theologischen Legitimationsdiskurses: Auf dem Weg zur Akzeptanz der Demokratie;221
8.2.6;2.6. Die Transformation der protestantischen Staatslehre durch die Demokratiedenkschrift;226
8.2.7;2.7. Zusammenfassende Beobachtungen und aktuelle Herausforderungen;231
8.2.8;2.8. Leitlinien für eine evangelische Ethik des Politischen;238
8.2.8.1;2.8.1. Freiheit in der Gemeinschaft ermöglichen;238
8.2.8.2;2.8.2. Die Weltlichkeit der Welt respektieren;239
8.2.8.3;2.8.3. Die Zukunftsfähigkeit menschlichen Lebens gewährleisten;243
8.3;3. Ebenen und Themen Konkreter Verantwortung;245
8.3.1;3.1. Der Bürger als Wähler;246
8.3.2;3.2. Die Beteiligung in zivilgesellschaftlichen Organisationen und Parteien;249
8.3.3;3.3. Amts- und Funktionsträger der repräsentativen Demokratie;253
8.3.4;3.4. Staatsform und Staatsverwaltung;255
8.3.5;3.5. Ausblick: Zukünftige Fragestellungen;256
8.4;4. Literatur;259
9;IV. Ethik des Sozialen;265
9.1;1. Begriff und Gegenstandsfeld Einer Ethik des Sozialen;267
9.1.1;1.1. Ethik des Sozialen und Sozialethik;267
9.1.2;1.2. Die Ethik des Sozialen im Kontext der Bereichsethiken;270
9.1.3;1.3. Der Gegenstandsbereich der Ethik des Sozialen;273
9.2;2. Normative Prinzipien Einer Ethik des Sozialen;276
9.2.1;2.1. Freiheit;277
9.2.2;2.2. Gleichheit;283
9.2.3;2.3. Solidarität;287
9.2.4;2.4. Soziale Gerechtigkeit;293
9.2.4.1;2.4.1. Die liberale Theorie John Rawls';294
9.2.4.2;2.4.2. Die Konzeption der Verwirklichungschancen Nussbaums und Sens;296
9.2.4.3;2.4.3. Sphären der Gerechtigkeit nach Michael Walzer;299
9.2.4.4;2.4.4. Zur protestantischen Konzeption der Gerechtigkeit;300
9.3;3. Anwendungsfelder der Ethik des Sozialen;305
9.3.1;3.1. Materielle Teilhabe: Arbeit, Armut und Reichtum;306
9.3.2;3.2. Teilnahme und Beteiligung: Bildung und Befähigung;314
9.3.3;3.3. Anerkennung: Wertschätzung und Diskriminierung;318
9.3.4;3.4. Ausblick;322
9.4;4. Literatur;323
10;V. Wirtschaftsethik;331
10.1;1. Aufgaben und Fragestellungen der Wirtschaftsethik;334
10.1.1;1.1. Hinweise zu Begriff und Aufgabe evangelischer Wirtschaftsethik;334
10.1.2;1.2. Zur Abgrenzung von deskriptiver und normativer Wirtschaftsethik;336
10.1.3;1.3. Möglichkeiten und Grenzen einer ethischen Beeinflussung der marktwirtschaftlich-kapitalistischen Wirtschaftsform;337
10.1.4;1.4. Klassifizierender Überblick über wirtschaftsethische Ansätze;340
10.2;2. Normative Grundlagen Evangelischer Wirtschaftsethik;343
10.2.1;2.1. Wirtschaftsethik als Verantwortungsethik;343
10.2.2;2.2. Die unterschiedlichen Ebenen wirtschaftsethischer Verantwortung;345
10.2.3;2.3. Die Bedeutung des Gebots der Nächstenliebe im Kontext wirtschaftlichen Handelns;347
10.2.4;2.4. Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit als Grundnormen wirtschaftlichen Handelns;352
10.2.4.1;2.4.1. Freiheit und der Schutz der Eigentumsrechte;352
10.2.4.2;2.4.2. Kriterien der Gerechtigkeit im Blick auf die Produktion und Verteilung gesellschaftlicher Güter;356
10.2.4.3;2.4.3. Nachhaltigkeit als Kriterium zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit wirtschaftlichen Handelns;361
10.3;3. Die Ebenen Wirtschaftsethischer Verantwortung: Die Ordnungspolitische Gestaltung der Rahmenordnung und Die Ethik der Akteure wirtschaftlichen Handelns;364
10.3.1;3.1. Die Ethik der Rahmenordnung wirtschaftlichen Handelns (Makroebene);364
10.3.1.1;3.1.1. Die Option für die Soziale Marktwirtschaft;364
10.3.1.2;3.1.2. Die Globalisierung als Herausforderung des Modells der Sozialen Marktwirtschaft;370
10.3.1.3;3.1.3. Überlegungen zu einer verantwortlichen Neugestaltung der internationalen Finanzmärkte;375
10.3.1.4;3.1.4. Die Aufgabe der Sicherung der Zukunftsfähigkeit wirtschaftlichen Handelns;379
10.3.2;3.2. Die Ethik der Akteure wirtschaftlichen Handelns (Meso- und Mikroebene);381
10.3.2.1;3.2.1. Die wirtschaftsethische Verantwortung der Sozialparteien im Sinn des Leitbildes der Sozialpartnerschaft;381
10.3.2.2;3.2.2. Das Konzept der «Corporate Social Responsibility» als europäisches Leitbild für eine ethisch verantwortliche Unternehmensführung;384
10.3.2.3;3.2.3. Arbeit als ‹Beruf› – Das protestantische Berufsethos als motivationale Basis wirtschaftlichen Handelns;387
10.3.2.4;3.2.4. Die wirtschaftsethische Verantwortung der Konsumenten;390
10.3.3;3.3. Ausblick: Wirtschaftsethik als dialogische Suche nach lebensdienlichen Formen des Wirtschaftens;393
10.4;4. Literatur;394
11;VI. Ethik der Kultur;401
11.1;1. Einleitende Überlegungen;403
11.1.1;1.1. Zwischen Allerweltswort und identitätspolitischer Chiffre – Tücken des Kulturbegriffs;403
11.1.2;1.2. Kultur in der globalisierten Weltgesellschaft;405
11.1.3;1.3. Kultur und Kult;411
11.2;2. Problemgeschichte;413
11.3;3. Konfliktfelder und Problembereiche;420
11.3.1;3.1. Der Mensch als homo ludens;421
11.3.2;3.2. Sport – Ethik am Leitfaden des Leibes;423
11.3.3;3.3. Künste als Schule der Wahrnehmung und der Kritik;427
11.3.4;3.4. Kulturelle Teilhabe zwischen Beteiligungs- und Befähigungsgerechtigkeit;430
11.3.5;3.5. Bildkonflikte als Religions- und Kulturkonflikte;432
11.3.6;3.6. Medien zwischen Aufklärung, Verschleierung und Skandalisierung;436
11.3.7;3.7. Der Algorithmus des Menschen und die digitalen Grundrechte;438
11.3.8;3.8. Reflexive Orientierung in der Welt – Ethik der Bildung;441
11.4;4. Literatur;445
12;VII. Ethik der Lebensformen;451
12.1;1. Definitorische Bestimmung und Einleitender Überblick;454
12.1.1;1.1. Sex und Gender – die Geschlechtlichkeit des Menschen und seine ethische Verantwortung;454
12.1.2;1.2. Ethik der Lebensformen – zum thematischen Aufriss des Kapitels;456
12.2;2. Problemgeschichte, Theorieansätze und Grundbegriffe;459
12.2.1;2.1. Sexualität – natürliche Anlage und kulturelle Gestaltung;459
12.2.1.1;2.1.1. Sexualität als Schöpfungsgut;459
12.2.1.2;2.1.2. Sexualität als Spiel und als Sprache;461
12.2.1.3;2.1.3. Keuschheit als Ganzheitlichkeit;462
12.2.1.4;2.1.4. Die sexuelle Freiheit des Christenmenschen;463
12.2.1.5;2.1.5. Sinn und Grenze der Verhandlungsmoral;464
12.2.1.6;2.1.6. Sexualität und Menschenwürde;465
12.2.2;2.2. Liebe und Freundschaft – Gemeinschaft in und neben den Institutionen;466
12.2.2.1;2.2.1. Eros – Begehren und Leidenschaft;467
12.2.2.2;2.2.2. Philia – die Liebe zum Freund;468
12.2.2.3;2.2.3. Agape – Liebe als Hingabe;469
12.2.3;2.3. Ehe und alternative Lebensformen – Ganzheitlichkeit und Verbindlichkeit;470
12.2.3.1;2.3.1. Biblische Grundlinien;470
12.2.3.2;2.3.2. Die Lehre der Ehezwecke;471
12.2.3.3;2.3.3. Reformatorische Ehelehre: die Ehe als « weltlich Ding »;473
12.2.3.4;2.3.4. Freiheit zur Ehe und in der Ehe;476
12.2.3.5;2.3.5. Treue als Verbindlichkeit;477
12.2.4;2.4. Familie – intergenerationelle Verantwortung;479
12.2.4.1;2.4.1. Biblische Grundlinien;479
12.2.4.2;2.4.2. Die reformatorische Familienethik;482
12.2.4.3;2.4.3. Moderne Entwicklungen;483
12.2.4.4;2.4.4. Theologisch- ethische Reflexionen;486
12.3;3. Problemfelder;489
12.3.1;3.1. Homosexualität und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft;489
12.3.1.1;3.1.1. Biblische und geschichtliche Grundlinien;489
12.3.1.2;3.1.2. Theologisch-ethische Reflexionen;491
12.3.2;3.2. Partnerlosigkeit – Zölibat und Single;495
12.3.2.1;3.2.1. Lebensform ‹Zölibat›;495
12.3.2.2;3.2.2. Lebensform ‹Single›;498
12.3.3;3.3. Am Lebensanfang – Schutz, Beteiligung und Förderung von Kindern;500
12.3.4;3.4. In der Lebensmitte I – verantwortliche Familienplanung;503
12.3.5;3.5. In der Lebensmitte II – das Scheitern von Lebensentwürfen am Beispiel der Ehescheidung;506
12.3.6;3.6. Am Lebensende – individuelle Lebensqualität im Alter;508
12.3.6.1;3.6.1. Aspekte des Alterns in der modernen Lebenswelt;508
12.3.6.2;3.6.2. Theologisch-ethische Reflexionen;511
12.4;4. Literatur;513
13;VIII. Bioethik des Menschen;517
13.1;1. Bioethik und Religion;519
13.1.1;1.1. Funktion bioethischer Debatten in der Gesellschaft;519
13.1.1.1;1.1.1. Herausforderungen angesichts der Entwicklung der Lebenswissenschaften;519
13.1.1.2;1.1.2. Kompensations-, Symbol- und Erprobungsfunktion bioethischer Debatten;520
13.1.2;1.2. Selbst- und Fremderwartungen an religiöse Beiträge zu bioethischen Debatten;522
13.2;2. Grundorientierungen Evangelisch-Theologischer Bioethik;524
13.2.1;2.1. Methodik theologischer Bioethik;524
13.2.1.1;2.1.1. Sinn und Grenzen des Modells des weiten Überlegungsgleichgewichts;524
13.2.1.2;2.1.2. Bereitschaft zur Mehrsprachigkeit;527
13.2.2;2.2. Inhaltliche Kriterien einer evangelisch-theologischen Bioethik;528
13.2.2.1;2.2.1. «Sakralität der Person»;528
13.2.2.2;2.2.2. Binnentheologischer Hintergrund: durch die Rechtfertigungsbotschaft vertieftes Verständnis der Gottebenbildlichkeit eines jeden Menschen;529
13.2.2.3;2.2.3. Außertheologische Plausibilisierung: leibliches Selbst;531
13.2.2.4;2.2.4. Weitere anthropologische Orientierungen evangelischer Ethik: kommunikative Freiheit und Gemeinschaftstreue;533
13.2.3;2.3. Fazit: begrenzter Pluralismus und Kompromissfähigkeit evangelischer Bioethik;535
13.3;3. Problem- und Konfliktfelder (Nicht Nur) an den Grenzen des Lebens;537
13.3.1;3.1. Lebensanfang;539
13.3.1.1;3.1.1. Schwangerschaftskonflikte;544
13.3.1.2;3.1.2. Reproduktions- und Pränatalmedizin;548
13.3.2;3.2. Lebensende;551
13.3.2.1;3.2.1. Suizid, assistierter Suizid und Tötung auf Verlangen;553
13.3.2.2;3.2.2. Vorsorgeinstrumentarien;556
13.3.2.3;3.2.3. Transplantationsmedizin;559
13.3.3;3.3. Gesundheit und Krankheit;564
13.3.3.1;3.3.1. Allgemein;564
13.3.3.2;3.3.2. Von der kurativen zur prädiktiven und personalisierten Medizin;566
13.3.4;3.4. Leibliches Perfektionierungsstreben;568
13.3.5;3.5. Humanexperimente;572
13.3.6;3.6. Ausblick;577
13.4;4. Literatur;578
14;IX. Bioethik nichtmenschlicher Lebensformen;585
14.1;1. Einführung: Grundfragen der Tier- und Pflanzenethik;587
14.1.1;1.1. Begriff und Gegenstand der Bioethik;587
14.1.2;1.2. Menschen, Tiere und Pflanzen;588
14.1.3;1.3. Lebenswissenschaft, Natur und Technik;591
14.1.4;1.4. Leben: bíos und zoë;592
14.1.5;1.5. Bioethik, Schöpfungsglaube und Theologie;594
14.2;2. Problemgeschichte, Theorieansätze und Grundbegriffe;596
14.2.1;2.1. Patho-, bio- und physiozentrische Konzepte der Tier- und Pflanzenethik;596
14.2.2;2.2. Das Problem der Anthropozentrik;601
14.2.3;2.3. Der Würdebegriff in der Tier- und Pflanzenethik;606
14.2.4;2.4. Bioethik nichtmenschlicher Lebewesen im Christentum;609
14.2.4.1;2.4.1. Tiere und Pflanzen in der biblischen Überlieferung;609
14.2.4.2;2.4.2 Tiere und Pflanzen in der christlichen Tradition und in der Theologie der Gegenwart;614
14.3;3. Problemfelder Heutiger Tier- und Pflanzenethik;617
14.3.1;3.1. Problemfelder heutiger Tierethik;617
14.3.2;3.2. Problemfelder heutiger Pflanzenethik;620
14.3.3;3.3. Biodiversität und Nachhaltigkeit;624
14.3.4;3.4. Ethische Probleme der Gentechnik in der Tier- und Pflanzenzucht;628
14.3.5;3.5. Biopatente;634
14.3.6;3.6. Converging Technologies und synthetische Biologie;637
14.4;4. Literatur;642
15;X. Umweltethik;649
15.1;1. Begriff und Theoretische Grundprobleme der Umwelt Ethik;651
15.1.1;1.1. Begriffliche Bestimmung und Voraussetzung der Umweltethik;651
15.1.2;1.2. Zum Verhältnis von Ethik und Natur;654
15.1.3;1.3. Die anthropologischen Grundlagen einer Umweltethik und die Frage ihrer Abkehr von der anthropozentrischen Ethik;657
15.1.3.1;1.3.1. Umweltethik als Abkehr von der anthropozentrischen Ethik?;657
15.1.3.2;1.3.2. Die anthropologischen Grundlagen der Ethik;661
15.2;2. Umweltethik als Ethik der Verantwortung im Licht von Schöpfung und Versöhnung;665
15.2.1;2.1. Zur Geschichte des Verhältnisses von Theologie und Natur und die Konsequenzen für eine Ethik der Umwelt;666
15.2.2;2.2. Die Verantwortung des Menschen im Horizont technologischer Entwicklungen und ihre begrifflichen Bestimmungen;669
15.2.2.1;2.2.1. Das Verhältnis von Technik und Ethik als Hintergrund der Bedeutung des Verantwortungsbegriffs in der Ethik;670
15.2.2.2;2.2.2. Der Verantwortungsbegriff im Lichte seiner zeittheoretischen Bedingungen;673
15.2.3;2.3. Die Verantwortung des Menschen in schöpfungs- und versöhnungstheologischer Perspektive;677
15.2.3.1;2.3.1. Verantwortung in schöpfungstheologischer Perspektive;677
15.2.3.2;2.3.2. Verantwortung in versöhnungstheologischer Perspektive;679
15.3;3. Aufgabenfelder Gegenwärtiger Umweltethik;681
15.3.1;3.1. Der Begriff des Klimas und die Gefahren des Klimawandels;683
15.3.2;3.2. Das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung;686
15.3.2.1;3.2.1. Nachhaltigkeit – Begriff und Bedeutung;686
15.3.2.2;3.2.2. Nachhaltigkeit als interdisziplinäres Aufgabenfeld;688
15.3.2.3;3.2.3. Zu den konkreten politischen, ökonomischen, technologischen und ethischen Aufgaben eines nachhaltigen und verantwortlichen Umgangs mit dem Klimawandel;689
15.3.3;3.3. Umweltethik im Zeichen globaler Gerechtigkeit;693
15.3.4;3.4. Umweltethik im Zeichen intergenerationeller Gerechtigkeit;697
15.3.5;3.5. Umweltethik im Horizont von Schöpfung und Moderne;701
15.4;4. Literatur;704
16;Personenregister;710
17;Sachregister;718
18;Verzeichnis der Bibelstellen;732
19;Autorinnen und Autoren;735
20;Zum Buch;737
21;Über die Herausgeber;737


3. SYSTEMATISCHE PERSPEKTIVEN
3.1. Motive theologischer Ethik Ethik ist nicht nur eine Theorie des für alle richtigen und insofern gesollten Handelns. Sie tritt ebenso auf als Lehre vom Guten, des vom Handelnden gewollten Lebens. Und außerdem kann sie verstanden werden als Instanz der Reflexion auf das situationsangemessene Handelnkönnen. Vielleicht gehen diese drei Hauptformen ethischer Theorie auf eigenständige lebensweltliche Wurzeln zurück. Womöglich ist aber ihre Verselbständigung auf theoretischer Ebene auch erst das Resultat eines historischen Prozesses. Dann stellt die in der Moderne erfolgte Herauslösung der reinen Sollensmoral aus einer ethischen Reflexion, die zuvor vor allem auf das Können und Wollen des Guten gerichtet war, eine besonders einschneidende Zäsur dar, die insgesamt zu reduktionistischen Auffassungen von Ethik geführt hat: Tugendethisch steht die Frage nach dem habituellen Können im Zentrum, also danach, welche Haltungen und Charaktereigenschaften zu einer guten Lebensführung befähigen. Als oberstes Regulativ gilt dabei, was ein tugendhafter Akteur unter gegebenen Umständen tun würde. Die Stärke dieses Ansatzes erweist sich in Fällen, in denen allgemeine Normen der besonderen Situation nicht gerecht zu werden vermögen. Wie das Problem der für verwerfliche Zwecke einsetzbaren Sekundärtugenden zeigt, lassen sich aber Charaktereigenschaften nicht zum einzigen Kriterium der ethischen Bewertung machen. So wie Tugenden ohne einen Begriff des erstrebten Guten ethisch blind bleiben, so verfehlen sie ohne einen komplementären Begriff des Sollens die Allgemeingültigkeit des moralisch Richtigen. Güterethiken beziehen sich auf das Wollen, die erstrebten Ziele oder wünschenswerten Folgen. Weil in teleologischen, erst recht aber in konsequentialistischen Konzeptionen das Gute de facto abhängig gemacht wird von etwas außer- oder vormoralisch Gutem, weil ferner die Menschen in dem, was sie als das Gute oder das Glück anstreben, nicht übereinstimmen, ging in der Moderne der deontologische Ansatz in Führung und bot ein Kriterium für die Suche nach dem allgemeingültigen kategorischen Sollen. Dabei blieb allerdings die hierfür entscheidende und richtungweisende deontologische Moralkonzeption Kants viel stärker von inhaltlich-anthropologischen Annahmen der älteren teleologischen Ethiken abhängig, als es sein Programm einer formalen Pflichtethik vorspiegelt. Den aus der Moralphilosophie ausgeklammerten elementaren Sachverhalt, dass es dem Menschen nicht nur (als Vernunftwesen) um moralische Rechtschaffenheit geht, sondern auch (als Sinnenwesen) um die Erfüllung erstrebter Glückseligkeit, hat Kant erst in seiner Religionsphilosophie wieder einzuholen versucht. Als gegeneinander verselbständigte und miteinander konkurrierende Konzeptionen bleiben Pflicht-, Güter- und Tugendethiken offensichtlich defizitär. Für die in der christlichen Ära dominierende theologische Sicht war ohnedies klar, dass es sich um mehrdimensionale Perspektiven auf die menschliche Praxissituation handelt, die durch den Gottesgedanken zusammengehalten werden. Dass Gott als oberster Gesetzgeber der Urheber unbedingten Sollens (Thema der Pflichtethiken), als Schöpfer und Erhalter der Garant der Glückserfüllung (Thema der Strebensethiken) und als Erlöser mit der Befähigung zum sittlichen Können (Thema der Tugendethiken) befasst ist, bildete noch bei Kant den Hintergrund für die moralphilosophische Beerbung der christlichen Religion. Unter nachmetaphysischen, pluralistischen Denkvoraussetzungen lässt sich eine nicht-reduktionistische Ethikkonzeption heute nicht mehr im Rückgriff auf die Erkennbarkeit eines objektiven höchsten Gutes oder auf eine von Natur aus vorgegebene kosmische Ordnungsstruktur begründen. Ebenso wenig zu Gebote stehen hierfür ein ‹starker›, überzeitlicher Vernunftbegriff oder der Rekurs auf eine religiöse Einheitskultur. Auch die theologische Ethik muss die relative Selbstständigkeit des Ethischen gegenüber dem Religiösen respektieren – dies gilt schon deshalb, weil sie nur so die ebenfalls zu beachtende Eigenständigkeit der Religion gegenüber der Ethik wahren kann. Dabei erscheint es aussichtsreich, das Projekt einer ‹integrativen Ethik› (vgl. Krämer 1995) auf die fundamentalanthropologische Grundlage einer Theorie des ethischen Subjekts zu stellen (ähnlich Frey 2014: 303ff.). Einen überzeugenden Vorschlag hierzu hat – in der phänomenologisch-hermeneutischen Theorietradition stehend – Paul Ricoeur in der nur im Umfang ‹kleinen› Ethik seines Werkes Das Selbst als ein Anderer vorgelegt (Ricoeur 1996: 7.–9. Abh.; vgl. dazu Mandry 2002). Im Anschluss an Ricoeur wird im Folgenden zunächst die Konzeption einer integrativen Ethik skizziert, die in ihrer formalen Gestalt unabhängig von religiösen Voraussetzungen Geltung beansprucht, jedoch in besonderer Weise mit Grundstrukturen biblischer Anthropologie konvergiert (3.1.1.). Dann ist nach der inhaltlichen Bedeutung eines christlich-religiösen Selbstverständnisses für das Ethos und insofern nach dem Spezifischen einer theologischen Ethik zu fragen (3.1.2.). 3.1.1. Das ethische Subjekt als Basis einer integrativen Ethik Orientiert man sich im Grundriss an Ricoeurs Konzeption einer integrativen Ethik, so bieten die drei Typen ethischer Theorien unterschiedliche, aber in sich verschränkte Reflexionsperspektiven des Subjekts auf sein Handeln – und zwar in Bezug auf sich selbst, auf den Anderen und auf den konkreten Handlungskontext: (1) Mit dem Streben nach dem Guten, der Wertschätzung von Zielen als Elementen eines erfüllten Lebens, beziehen wir uns nicht nur auf die Vervollkommnung des eigenen Selbst, also das für uns gute Leben, sondern zugleich auf das Leben mit Anderen und für sie – und dies nicht nur interpersonal, sondern auch in sozialen Strukturen, das heißt in gerechten Institutionen. Es geht um ein Streben nach Erfüllung, das sich in dialogischer Interaktion und im kollektiven Zusammenleben-Wollen verwirklicht. Ricoeur fasst die Fürsorge für andere beziehungsweise das Wohlwollen ihnen gegenüber als integralen Bestandteil des Strebens nach einem guten Leben auf, das zunächst abhängig ist von dem für mich oder uns Guten – genauer gesagt von dem, was nach meiner oder unserer Einsicht vom Guten ‹gut› ist. Es bleibt eingebunden in Gütestandards eingespielter sozialer Praktiken, in individuelle Lebenspläne und zuletzt in die Vorstellung eines gelingenden Lebens im Ganzen. Die Bedingung der Möglichkeit jedoch, solche Lebenspläne zu verfolgen und sich auf ein erfülltes Leben hin auszurichten, besteht darin, dass wir uns als Handelnde erfahren, uns Ereignisse als eigene Handlungen zurechnen können. Das ethische Selbst steht so auf dem evaluativen Boden einer Selbstschätzung, die auf der Gewissheit beruht, handlungsfähig zu sein. Woher rührt aber diese Gewissheit? Ricoeur zeigt, dass eine Vergewisserung der Handlungsfähigkeit durch Selbstreflexion für ein in der Zeit existierendes Subjekt – wie es durch die Kategorie des ‹Selbst› angezeigt wird – in Aporien gerät. Denn das Selbst (die ‹Selbstheit›, ipséité), das seine Kontinuität in der Zeit durch eigene Akte stiften muss, ist ein Anderer als derjenige, der als derselbe (‹die Selbigkeit›, mêmeté) über die Zeit hinweg identifiziert werden kann. Die Vergewisserung von Handlungsfähigkeit kommt nicht durch reflexive Selbstidentifizierung, sondern durch dialogische Vermittlung zustande: Sie setzt den Anruf, die Aufforderung des Anderen voraus, dem das Selbst in Freiheit antwortet, indem es sich als handelndes und engagiertes bezeugt (vgl. Ricoeur 1996: 408f.). Die Selbstschätzung als Fundament ethischen Strebens ist von vornherein durch den Anderen konstituiert, weil die Erfahrung von Handlungsfähigkeit nur in der responsiven Wechselseitigkeit von Selbst und Anderem, Anspruch und Antwort zustande kommt. Die affektive Ausrichtung auf die Fürsorge für den Anderen, die «wohlwollende Spontaneität», kommt deshalb zur Selbstschätzung nicht von außen hinzu, sondern folgt aus der Empfänglichkeit des Selbst für den Anspruch des Anderen: Zur Fürsorge und zur «Güte» ist – wie Ricoeur schreibt – nur ein Wesen fähig, «das sich nicht so stark verabscheut, dass es die Aufforderung des Anderen nicht vernehmen könnte» (Ricoeur 1996: 230f.). (2) Die Ethik des erstrebten Guten besitzt einen erkenntnistheoretischen Primat vor dem moralisch Richtigen, weil der strebensethischen Ausrichtung der Bezug auf den Anderen bereits eingeschrieben ist. Dennoch ist es erforderlich, das spontane, zunächst ‹naive› Wollen des Guten der distanzierten Kontrolle und Prüfung durch die moralische Verpflichtung zu unterwerfen. Moralische Normen rechnen mit der Fehlbarkeit des Wollens, mit der Möglichkeit des Konflikts zwischen konkreten Lebensentwürfen und setzen diese der Frage aus, ob sie mit den Strebungen des (oder der) Anderen zusammen bestehen können. «Weil es das Böse gibt, muß die Ausrichtung auf das ‹gute Leben› die Prüfung der moralischen...


Wolfgang Huber ist Honorarprofessor für Theologie in Berlin, Heidelberg und Stellenbosch (Südafrika) und war 1994 – 2009 Bischof in Berlin sowie 2003 – 2009 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bei C.H.Beck erschien von ihm u. a. Ethik. Die Grundfragen unseres Lebens von der Geburt bis zum Tod (22014).

Torsten Meireis ist Professor für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik an der Universität Bern und Direktor des Instituts für Systematische Theologie.

Hans-Richard Reuter ist Seniorprofessor am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster und war dort 1999 – 2013 Professor für Theologische Ethik und Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften.


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